WoHo Kreuzberg

  • Der Entwurf kommt von UTB Berlin. Der ursprüngliche Entwurf wurde scheinbar überarbeitet - außerdem wurde die Höhe gestutzt.


    Ursprünglicher "Entwurf" mit 106 Metern Höhe (Die Quelle für die Ursprüngshöhe habe ich nicht mehr gefunden, wurde aber in allen bekannten Architekturforen so wiedergegeben):

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    (c) UTB Berlin


    Neuer Entwurf, der schon etwas mehr Details hat und mir eigtl. recht gut gefällt, nun aber nur noch mit 98 Metern Höhe:

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    Beide Bilder (c) UTB Berlin


    Meine persönlichen (hoffentlich widerlegbaren) Befürchtungen:

    - Letztendlich stellt es sich heraus das dieser Entwurf für den Zweck (günstiger Wohnraum) nicht machbar ist:

    - Die Höhe wird weiter auf ca. 65 Meter reduziert

    - Der Entwurf wird vereinfacht und es entsteht ein typischer Sozialblock-Koloss der innerhalb von wenigen Jahren in seinem Erscheinungsbild, das Stadtbild nachhaltig negativ beeinflusst.


    Es bleibt sicherlich spannend ob man so einen anspruchsvollen Entwurf inkl. aufwendig zu pflegender Fassadenbegrünung zu einem Preis hinbekommt der dem Klientel von Schmidt auch zuträglich ist.


    Hier auch nochmal der LInk zur Website: https://utb-berlin.de/woho-das-wohnhochhaus/


    Das hört sich alles zu gut an um wahr zu sein. Wenn das wirklich machbar ist und auch die privat zu vergebenden Wohnungen nicht Mondpreise abrufen, wäre auch ich überzeugt.

  • In Berlin müssen es wohl immer drei Kuben sein, wobei auch hier der oberste Kubus perspektivisch von der Straße etwas unglücklich wirkt. Erinnert mich insoweit ein wenig an den Gehry Entwurf am Alex. Ansonsten aber ein wirklich schöner Entwurf.


    Städtebaulich verstehe ich nicht, warum nicht im Cluster gebaut wird, was gerade für investitionsoptimierte Türme so viele Vorteile bildet, da der einzelne Turm nie den gleichen Detailreichtum erreichen kann wie eine Kirche, aber dann zumindest in der Gruppe mit anderen Türmen wirkt.

  • Besser als der Vorgängerentwurf ist es allemal. Aber wer garantiert diese tollen Versprechungen?

    Kreuzberg ist ein gebranntes Kind, die Pressemitteilungen zum Kotti Leuchtturmprojekt in den 60ern klangen auch ganz ähnlich vielversprechend:


    „... Ein Kino, in dem man essen, trinken und rauchen kann, ein Hochhausring mit 300 ein bis dreizimmrigen Wohnungen, ein Parkhaus und Parkring für 700 PKW-Stellplätze, Geschäfte, zwei Kaufhäuser und ein ‚Lesehof‘, auch als Freilichtbühne zu benutzen – alle diese und weitere Einrichtungen sollen bis 1974 am Kottbusser Tor entstehen ...“


    (Der Tagesspiegel)


    „ ‚Kreuzberger Zentrum‘ bietet den Mietern alles, was das Herz begehrt.“


    (B.Z.)

    Zitat:
    Soziale Stadt - Modellgebiet Kottbusser Tor, Berlin Endbericht im Rahmen der Projektbegleitung vor Ort (PvO), Deutsches Insitut für Urbanistik, 2002


    Was ist wenn die Wohnungspreise nicht auf ewig mit in den Himmel stiegen, wer finanziert diese Wohnungen dann quer?
    Und woher kommt all das Holz, ist das wirklich ökologischer in der Gesamtbilanz?

  • Ich bin auch sehr skeptisch. Der Entwurf ist aber trotzdem schick. Gegen eine soziale Mischung habe ich rein gar nichts, wenn dies nicht nur auf Kosten der (verschwindenden) Mittelschicht passiert. Ich hoffe und bange das es gut wird!

  • Ich bin gespannt wie sich der Entwurf (in ferner Zukunft) mit der Urbanen Mitte südlich davon aus der Ferne geben wird. Zusammen mit dem Potsdamer Platz werden sich in der Mitte der Stadt diese Low Scraper wie auf einer Perlenkette bis zum Gleisdreieck dahinkleckern.

  • Ich meine, dies ist das erste echte Hochhausplanungsvorhaben, das nach Lüschers neuem Hochhausleitplan erstellt wird. In diesem Sinne hat es Pioniercharakter. Wirkt der Vorgängerentwurf noch wie aus den 60ern gefallen, so gefällt mir der neue Entwurf sehr gut. Erinnert an einen Max Dudler.


    Problematisch sehe ich die Begrünung. Die vielen kleinen "Grünfetzen" auf den Fenstersimsen/Balkonen deuten für mich in Richtung "Renderbeschummelung", das wird so in der Realität sicher nicht aussehen. Einen "Sozialblock-Koloss" befürchte ich allerdings auch mit weniger Grün nicht, dafür wirkt der Entwurf zu hochwertig. Ich bin gespannt, wie es mit dem Projekt weiter geht. :daumen:

  • Das wird ja nun keine preußische Version des Bosco Verticale. Auf den Bildern sind fast ausschließlich Kletterpflanzen zu erkennen, und diese auch nur sehr sporadisch, locker verteilt. Lediglich auf den Dachgärten ist mal ein kleines Bäumchen zu erspähen. Der pflegerische Aufwand ist überschaubar und kann durch geeignete Pflanzenauswahl und angepasste Begrünungstechnik weiter reduziert werden. Und die Pflege der Dachgärten kann man gut - hier greift dann die von Schmidt gepriesene ökologisch-soziale Komponente des Projekts - der glücklichen Hausgemeinschaft übertragen.. Klappt so ähnlich ganz wunderbar auf dem Gemeinschaftsdachgarten der Baugemeinschaft Haasestr.😁

  • Problematisch sehe ich die Begrünung. Die vielen kleinen "Grünfetzen" auf den Fenstersimsen/Balkonen deuten für mich in Richtung "Renderbeschummelung", das wird so in der Realität sicher nicht aussehen.

    Ob das klappt, habe ich mich auch gefragt. Es gibt gelungene Beispiele, wo Fassadengrün tatsächlich so verwirklicht wird, wie vorher auf den Visus zu sehen. Die Pflege ist aufwendig. Hier scheint mir eine Mischung vorzuliegen aus "Gebäudegrün" auf Dächern und Gemeinschafts-Bereichen – darum kann sich ein Hausgärtner kümmern. Auf der Visu ist aber auch viel Balkongrün zu sehen. Und wie sie ihre Balkone bepflanzen, hängt von den Mietern/Eigentümern ab.


    Egal: Als Solitär finde ich den Entwurf klasse, den Mix von Sozialwohnungen, normalen Mietwohnungen und Eigentum vorbildlich und den Pioniercharakter als Holzhaus an der 100-Meter-Grenze aufregend. Woran es hapert ist die städtebauliche Einbindung. Aber ich hoffe, da wird sich einiges tun, wenn der Turm erstmal steht...

  • ich fand den ersten entwurf nicht wirklich toll.

    aber seit ich den neuen endgültigen entwurf kenne, wünsche ich mir fast den ersten zurück :D

    aber ich hoffe, dass es im fertigen zustand besser wirkt. insbesondere durch die holzbauweise. ich bin seeehr gespannt aif das fertige projekt.


    den mix aus sozial-, miet- und eigentumswohnungen finde ich perfekt und hat mE vorbildcharakter für zukünftige projekte in berlin.

    ich hoffe nur, dass bei den mietwohnungen die mittelschicht nicht vergessen wird. aber ich befürchte da einen preis von weit über 10€ pro qm.

  • Dieser Turm ist zu weit entfernt vom Potsdamer Platz, so dass kein "Cluster-Effekt" mehr entstehen kann. Am Alex und am Breitscheidplatz werden zu wenige Hochhäuser gebaut. Stattdessen klatscht man die Türme irgendwo in die Stadtlandschaft. Ich versteh's einfach nicht.


    Am Ende hat man nicht Halbes und nichts Ganzes. Die Hochhäuser werden über die ganze Stadt verteilt sein. Aber echte Cluster mit einer urbanen Verdichtung wird es nicht geben.

  • Das war auch meine erster Gedanke. Es wird aber sehr interessante Perspektiven geben, speziell mit der wachsenden Skyline am Alex und den zahlreichen Hochhäusern an der Media Spree. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, alle realistischen Projekte als Baumasse über Google Earth zu visualisieren.

    Diese Perspektive hat mir besonders gut gefallen, zeigt sie doch einerseits die Zerrissenheit der Stadtlandschaft, andererseits aber auch die schiere Größe des urbanen Raums.


  • ... zeigt sie doch einerseits die Zerrissenheit der Stadtlandschaft, ...

    30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist die Stadtlandschaft doch gar nicht mehr so zerissen, wie immer behauptet wird. Die Stadt wird viel mehr durch einen solchen, alleine stehenden Turm zerissen. Deine Visualisierung lässt meine Skepsis eher noch größer werden. Dieses geplante Hochhaus steht herum wie bestellt, aber nicht abgeholt.

  • Architektur-Fan : Direkt um den Alex herum werden in wenigen Jahren acht Hochhäuser zwischen 120 und 150 Meter stehen. Ab wann ist es denn genug? Davon ab sehe auch ich die Streuung von Hochhäusern ohne Cluster kritisch. Hatte ja neulich schon das flächige Berlin gelobt. Hier finde ich das aber nicht tragisch – der Turm überbrückt eine Lücke zwischen dem Postturm an der Möckernbrücke und dem Ensemble rund um den Potsdamer Platz. Hinzu kommt künftig der Bezug zur "Urbanen Mitte" am Gleisdreieck.


    Ideal ist die Position nicht, das stimmt, der neue Turm steht aber auch nicht unvermittelt in der Gegend rum. Wenn sich sein Umfeld entwickelt (gerne in Traufhöhe), wird das schon funktionieren.

  • Ein Solitär macht eigtl. nur Sinn, wenn er sich auch heraushebt. In diesem Sinne stimme ich zu, dass der Turm nicht hoch und massig genug ist, um allein in der Fläche großartige Wirkung zu erzielen. Ich sehe das aber eher als einen Auftakt und es spricht doch überhaupt nichts dagegen, wenn sich dort ein kleiner Cluster entwickelt.

  • Hier finde ich das aber nicht tragisch – der Turm überbrückt veine Lücke zwischen dem Postturm an der Möckernbrücke und dem Ensemble rund um den Potsdamer Platz. Hinzu kommt künftig der Bezug zur "Urbanen Mitte" am Gleisdreieck.

    Da muss Spiderman aber große Sprünge machen, wenn er von den bereits bestehenden Hochhäusern zu diesem geplanten Turm springen möchte. :-)


    Ich sehe das aber eher als einen Auftakt und es spricht doch überhaupt nichts dagegen, wenn sich dort ein kleiner Cluster entwickelt.

    Ein Auftakt für ein neues Cluster? Wie wäre es, wenn man mal die bereits bestehenden Cluster endlich weiterentwickelt. In unmittelbarer Nähe zum Breitscheidplatz sind erst vor wenigen Tagen die Signa-Hochhäuser von Frau Lüscher abgelehnt worden. Und jetzt kommt diese Hochhausplanung an dieser Stelle. Das passt einfach alles nicht zusammen.

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    Signa hat einen städtebaulichen Vertrag mit dem Senat abgeschlossen. In einem eventuellen Verfahren, gleich ob innerparteilich oder gerichtlich würde der Erhalt tausender Arbeitsplätze, das Gesicht des Bürgermeisters, der SPD und aller daran beteiligten Personen, neben anderer Faktoren sicher eine größere Rolle spielen, als der Geltungsdrang einer Frau Lüscher. Wenn es nicht sowieso die baldigen Wahlen regeln. Ich wäre optimistisch.


    Was die Hochhäuser angeht, so kann ich nicht erkennen, dass die sich gegenseitig irgendwas wegnehmen. Berlin hat Potential für dutzende weitere Türme und wäre damit immer noch keine Hochhausstadt im klassischen Sinne. Es kommt auf die Verteilung an.