Nbger Zentrum: Reko Haus zum Savoyischen Kreuz

  • Hierzu kann ich nichts Substantielles beitragen, will aber einfach mal "Super!" sagen!

    Und noch eine Frage: Weiß jemand, was aus dem Angebot der Altstadtfreunde geworden ist, dem restaurierten Gebäude aus eigenen Beständen und auf Altstadtfreunde-Kosten wieder ein hölzernes Chörlein hinzuzufügen? Steht das noch und ist der neue Bauherr irgendwann darauf eingegangen? Auch "ohne" wäre es für mich ein uneingeschränkt tolles Projekt, aber die vollständige Rekonstruktion der Fassade wäre natürlich ein weiteres Sahnehäubchen.

  • Hat denn jemand die Möglichkeit, Fotos von den Bauarbeiten/Fortschritten vor Ort zu machen? Leider bin ich etwas weiter weg in Berlin und meine Wege führen mich nicht allzu oft nach Nürnberg. Über Updates würde ich mich daher sehr freuen! Danke im Voraus.

  • Der kleine Behelfsgiebel ist nun weg, wenn ich das aus der Ferne richtig gesehen habe. An sonsten sieht das noch nicht nach einer schnellen Baustelle aus. Aber das spricht vielleicht eher für das Projekt.

  • Ein paar Fotos von heute. Man sieht dass der Giebel weg ist, bzw. sieht man eben keinen Giebel mehr. Der war ohnehin aus Backstein gemauert und diente nur dazu, die beiden verbliebenen Fenster, die aus Sandsteinrahmen gefügt waren, zu stabilisieren.

    Das Gebäude ist nun fast komplett entkernt. Das sind letztlich auch die einzigen Arbeiten, die nun in den vergangenen drei Monaten Frost gemacht werden konnten. Der kleine Ballon oben auf dem Gerüst dürfte eine Baustellenbeleuchtung sein.

    Im Detail sieht man zahlreiche, quadratische Ausschnitte aus der Putzoberfläche an verschiedenen Stellen der Seitenfassade. Das sieht arg nach denkmalfachlicher Untersuchung aus, und spricht meines Erachtens schon für ein sorgfältiges Arbeiten.

    Hier, zwischen der sagenhaften Sebalduskirche und dem IHK-Zentrum, welches ebenfalls aus hochwertigster Architektur dreier verschiedener Jahrhunderte besteht, sollte allerhöchster Restaurationsstandard selbstverständlich sein. Denn auch nur das lohnt sich langfristig, wenn man da spart zieht man alles drumherum mit hinab.

  • Super, vielen Dank für das Update! Das sind erfreuliche Nachrichten, dass man offenbar die Zeitschichten untersucht und Befunde erstellt.

    War denn das gesamte Innere Wiederaufbau? Oder sind hier historische Mauern mit entfernt worden? Zweites wäre natürlich fatal.

  • Soweit ich weiß, das mal irgendwo gelesen habe, war im Innern v.a. in den Obergeschossen nicht mehr viel da. Es soll noch eine alte, wacklige Holztreppe unbekannten Baualters gegeben haben, über die der letzte Bewohner des Hauses die Etagen erschlossen hat, aber die ist wohl entfernt worden. Berücksichtigenswerte alte Bausubstanz ist im EG erhalten, und womöglich im 1. OG, aber nagel' mich hier nicht fest. Die alten Mauern bleiben aber erhalten.

    Wie dem auch sei, der Bauherr will die Obergeschosse im Innern nach modernen Gesichtspunkten wieder aufbauen und auch modern nutzen. Es soll wohl auch ein Aufzug rein(?). Auf jeden Fall muss eine leistungsfähigere Treppe eingebaut werden. Mir persönlich ist das nicht so wichtig, entscheidend ist, dass die Außenhaut samt Fenstern perfekt historisch wird, um dem Stadtbild gut zu tun. Das wäre dann auch Dresdner Standard, denk ich mal.

    Und mal ehrlich, wieviele unzerstörte Denkmale verlieren im Innern durch Umnutzung historische Substanz? Das hab ich schon so oft beobachtet, und das Haus zum Savoyischen Kreuz ist seit dem 2. WK schon ziemlich kaputt, ich weiß da von keiner bedeutenden Stuckdecke, Wandvertäfelung oder dergleichen, die da noch vorhanden wäre.

    Wichtig ist mir die perfekte Ausführung des Renaissance-Giebels, auch damit die vis-à-vis Beziehung zum Spielzeugmuseum wieder besteht und ästhetisch harmoniert, originalgetreue Seitenfassaden, die richtige Dachdeckung mit historisch originalgetreuen oder historisierenden Dachgauben und idealerweise dem Chörlein, der zu der Fassade zwingend dazu gehört, finde ich. Das Innere v.a. in den Obergeschossen ist ja privat und war nie öffentlicher Raum.

  • Gestern aus dem Augenwinkel entdeckt: Eine Seitenwand wird neu aufgemauert:

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    Erkennbar ist noch nicht viel, nur folgendes meine ich zu erkennen:

    • Aufbau als tragende Wand aus Hohlziegeln (25 cm Wanddicke, tragend)
    • Zurück gesetzt als Innenwand, es ist noch Platz zur Fassadenhaut für Dämmung und Sandsteinplatten
    • Fensterrhythmus der darunter liegenden Etage wird aufgenommen. Wir dürfen hier allerdings erwarten dass es originalgetreu werden wird.

    Ich persönlich finde das jetzt noch nicht so beunruhigend, dass das so langsam vonstatten geht. Denn immerhin ist es ein Haus aus dem 16. Jahrhundert, das seit 80 Jahren Kriegsruine ist. Hier gibts sicherlich viel zu untersuchen, recherchieren, mit dem Denkmalamt abzustimmen und dann die passende Lösung zu finden und die Fachleute, die das jeweils auch beherrschen.

    Und ich hoffe dass die Altstadtfreunde eingebunden werden und das Chörlein kommt!

  • Bin heute vorbeigelaufen und es wird auf jeden Fall fleißig gearbeitet. Wenn mich nicht alles täuscht, sind schon erste Zwischenwände zu sehen. Freue mich auf jeden Fall riesig, dass die Sebalder Seite bald ein Juwel mehr haben wird. Die Altstadt gewinnt dadurch beträchtlich.

    P.S.: Der Giebel des Hauses scheint mir große Ähnlichkeit zum Giebel des Herrenschießhauses zu haben. Weiß man, ob das Haus ebenfalls von Hans Dietmair gebaut wurde? Oder bilde ich mir die Ähnlichkeit nur ein? 🙈

  • Die tragenden Außenwände des dritten OG entstehen nun auch. Dann kommt also bald endlich der Giebel! 👏

    An der südlichen Außenwand hinten hat man offenbar ein Teil der Außenwand des 2. OG neu aufrichten müssen. Nun stehen dort schon zwei Stockwerke als Poroton-Hohlziegelwand:

    Diesen Sommer dürften dann so langsam die gesamte Silhouette des Hauses wieder entstehen. Besonders freue ich mich aber auf die Sandsteinhaut und die Fenster. Und um Himmels willen keinen solchen Lapsus wie am evangelischen Pfarrhaus in der Burgstraße! 😬

  • Über dem dritten OG wird eine Holzschalung erstellt, die, so glaube ich, den Guss eines Betonrings ermöglichst, um die Wände zu halten.

    Und ... seh ich das richtig, interpretiere ich das richtig? An einem Fenster im 1. OG ist die Brüstung abgebrochen worden. Wenn ich das richtig sehe ist es das Fenster, an dem früher das Chörlein dran war, und, wenn alles gut geht, wieder angebaut werden wird:

    Wenn das ein positives Zeichen für die Reko ist, dann erfasst mich jetzt leichte Begeisterung! Kann natürlich auch sein dass die Brüstung, die ja im Nachgang hingemauert worden ist, nun marode war und daher abgebrochen wurde. Oder, selbst wenn es Chörlein kommt, wer garantiert, dass es ein historisches ist, wie es die Altstadtfreunde machen würden? Nicht das da ein kleines Glas-Aquarium drangedübelt werden wird....:/

  • Wenn ich mich recht erinnere, hatten die Altstadtfreunde ein originalgetreues Wiederanbringen des Chörleins angeboten. Ob der Investor das nun tatsächlich in Anspruch nimmt, werden wir sehen. Eine moderne Interpretation kann ich mir schwerlich vorstellen...

    d.

  • Und tatsächlich! Der heutige Newsletter der Altstadtfreunde informiert:

    Dekoratives Anführungszeichen

    ... immer wieder werde ich gefragt, ob es beim Savoyischen Kreuz noch Chancen für das Chörlein gibt. In der Animation des Investors fehlt es ja. Passanten war allerdings aufgefallen, dass die Baufirma jüngst die nach dem Krieg erfolgte Zumauerung rechts vom namensgebenden Wappen geöffnet hat. Und nun haben wir gute Nachrichten: Bei einem Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Bauherrschaft und dem Architekturbüro haben wir gestern erfahren, dass bei der Rekonstruktion des Giebels mit der Verwendung des heimischen Burgsandsteins die Voraussetzungen für die Altstadtfreunde geschaffen wurden, das Chörlein anzugehen. Schon heute sichert ein Restaurator die Abdrücke des verschwundenen Bauteils. Es sieht gut aus! ...

    Das sind ja mal wirklich super erfreuliche Nachrichten und spendet Vorfreude! Mit dem Haus zum Savoyischen Kreuz und dem Volksbad finden aktuell zwei schwergewichtige Rekonstruktionen in Nürnberg statt. Klingt gut! Wenn jetzt noch der Kindergarten auf dem Köchertszwinger gut aussehen wird, dann hat sich das Stadtbild schon in wichtigen Teilen verbessert, nach dem eher negativen Trend der letzten beiden Jahrzehnte.