Sanierung \ Neubau Schleyerhalle

  • Hallo zusammen,


    gibt es hier in der Runde jemanden der den aktuellsten

    Sachstand in Sachen Schleyerhalle kennt?


    Für mich gehört die Halle abgerissen und durch einen

    Neubau ersetzt, im Moment ist Sie nicht konkurrenzfähig.


    Grüße Waiblinger

  • Ich denke das macht Sinn! Die Halle entspricht in keinster Weise mehr dem heutigen Standart. Es ist schon bezeichnend das internationale Stars eher in Mannheim als in Stuttgart auftreten.

  • Als man die Porsche-Arena gebaut hat, habe ich mich gefragt, warum man diese direkt neben die Schleyerhalle gesetzt hat. Jetzt fehlt nämlich die Flächenreserve, um die Schleyerhalle abzureißen und an gleicher Stelle eine größere Halle zu bauen.


    Der Unternehmer Ion Tiriac (in den 80er und 90er Jahren bekannt als Manager von Boris Becker) hat bereits Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre die Stadt Stuttgart aufgefordert, eine größere Mehrzweckhalle zu bauen, um das damals renommierte Stuttgarter ATP-Tennis-Turnier langfristig in Stuttgart zu halten. Gemacht hat man damals in Stuttgart nichts. Und das renommierte ATP-Turnier ist dann irgendwann (nach Madrid?) abgewandert. Und heute - im Jahr 2021 - will man endlich eine neue größere Halle bauen, obwohl eigentlich alle wichtigen, sportpolitischen Züge schon vor Jahrzehnten abgefahren sind.


    Das ist so typisch für Stuttgart! Alle wichtigen Dinge macht man in Stuttgart grundsätzlich 30 Jahre zu spät. Es ist die gleiche Geschichte wie beim Ausbau des Flughafens, dem Ausbau der Messe, dem nicht existierenden Autobahn-Ring oder eben der großen Mehrzweckhalle für Veranstaltungen.

  • Naja, da haben aber sicherlich noch andere Faktoren eine Rolle gespielt. Das kleine Stuttgart kann natürlich nicht mit Metropolen konkurrieren, sei es jetzt Madrid, Paris oder auch Berlin. Aber zumindest mit Mannheim sollte man was Veranstaltungsorte anbelangt schon auf Augenhöhe sein.

  • Naja, da haben aber sicherlich noch andere Faktoren eine Rolle gespielt.

    Tiriac wollte damals mit dem Turnier in Stuttgart bleiben. Aber den Stuttgartern war damals der Bau einer größeren Mehrzweckhalle zu teuer.


    Das kleine Stuttgart kann natürlich nicht mit Metropolen konkurrieren, sei es jetzt Madrid, Paris oder auch Berlin.

    Ich weiß nicht, wie alt du bist.


    Stuttgart hatte Ende der 1980er/Anfang der 1990er einen gewaltigen Ruf als Sportmetropole. Die Leichtathletik EM 1986, die Rad-WM 1991, die Leichtathletik WM 1993 und zwei renommierte Tennisturniere, von denen das größere Turnier abgewandert ist. Das Weißenhof ist das kleinere der beiden Turniere gewesen, das der Stadt Stuttgart erhalten geblieben ist.


    Stuttgart hatte in dieser Zeit den Ruf, die deutsche Sporthauptstadt zu sein. Und eben nicht Berlin, und auch nicht München.

  • Ich bin Baujahr 1981, die Zeit Ende der 80er Jahre habe ich daher nicht wirklich bewusst miterlebt, war aber zumindest bei der Leichtathletik WM 1993 dabei. Tja, was soll man sagen, die Zeiten haben sich seitdem eben verändert, während man in Stuttgart irgendwie in den 80ern und 90ern hängen geblieben ist und man sich scheinbar fragt wie der alte „Glanz“ verblassen konnte. Da spielen einige Faktoren eine Rolle, z. B. der Fall des eisernen Vohangs und der Berliner Mauer, die EU Osterweiterung, der Aufstieg Asiens und des nahen und mittleren Ostens, z. B. der Türkei, Dubai oder Katar. Anfang der 90 hat man Länder wie Spanien noch abfällig betrachtet, bis die uns im Fußball sportlich abgehängt haben. In den 80ern war Deutschland was Spitzensport und Sportstätten anbelangt Weltklasse, heute sind wir da höchstens noch zweite Liga! So ist das eben wenn man auf der Stelle tritt während andere investieren! Und so ist es eben auch in Stuttgart! Deshalb ist es gut wenn man zumindest jetzt versucht hier in die Zukunft zu blicken. Wenn man jetzt nochmal 10 oder 20 Jahre wartet um das Thema Schleyerhalle anzugehen sind wir veranstaltungstechnisch dann komplett in der Provinzialität anbelangt!

  • Stuttgart hatte in dieser Zeit den Ruf, die deutsche Sporthauptstadt zu sein. Und eben nicht Berlin, und auch nicht München.

    Absolut. An die EM 86 kann ich mich grad noch so erinnern, das war ganz großes Kino, ebenso die WM 93. Dann hat man sich vermutlich durch die Olympiabewerbungen komplett übernommen und hat es dann einfach bleiben lassen mit dem Sport.

  • Nein, man hat sich nicht übernommen. Vielmehr hat man sich - wie immer in Stuttgart - Jahrzehnte zu spät beworben. Die schlauen Bayern in München haben bereits 1972 gewußt, dass die Ausrichtung einer Olympiade die Infrastruktur des eigenen Standorts verbessert. Ganz nebenbei: Die Problematik steigender Mieten durch die Ausrichtung einer Olympiade gab es 1972 noch nicht.


    Erst viele Jahrzehnte später haben die Stuttgarter auch begriffen, dass eine Olympiade vielleicht den eigenen Standort verbessern könnte. Endlich klug geworden, hat sich Stuttgart im Jahr 2012 für Olympia beworben. Allerdings hatte es sich längst auch in anderen Gegenden Deutschlands herumgesprochen, dass eine Olympiade Vorteile für den eigenen Standort bringt. Und als Stuttgart auch mal Olympia ausrichten wollte, hatten plötzlich auch vier andere deutsche Städte (Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Leipzig) die gleiche Idee. Wen wundert es da, dass es mit Olympia 2012 nichts geworden ist.


    Merke:

    1) Die cleveren Bayern in München sind deutschlandweit immer die Ersten, die verstehen, wie man Finanzströme in den eigenen Standort leitet, um die Infrastruktur zu verbessern.


    2) Die Stuttgarter brauchen immer viele Jahre länger als die cleveren Münchner, um zu verstehen, wie man sich positionieren muss, um an die finanziellen Fleischtöpfe zu kommen. Wenn es die Stuttgarter dann irgendwann auch begriffen haben, ist es meistens viel zu spät. Dann haben es nämlich alle Anderen auch verstanden.

  • Tja, und letztlich hat keine der anderen „cleveren“ deutschen Städte den Zuschlag für Olympia bekommen! Man muss dazu auch einfach ehrlich sein und zugeben das Namen wie Stuttgart, Düsseldorf oder Leipzig für eine Olympiade zu wenig Glanz ausstrahlen.

  • Clever sind nur die Münchener, weil sie die Ersten sind. (In meinem Beitrag habe ich auch nur die Münchener als clever bezeichnet) Und alle anderen deutschen Standorte verhalten sich wie die Lemminge.


    Der Standortwettbewerb ist wie ein Wettrennen. Man muss schneller sein als die Anderen. Stuttgart läuft immer nur im Pulk mit. Da kann man nichts gewinnen. In der Region Stuttgart hat man nie verstanden, dass solche Entscheidungen (wie jetzt die Mehrzweckhalle) auch einen strategischen Charakter haben.


    Aber ich möchte euch die Vorfreude auf eine neue große Mehrzweckhalle nicht verderben. Grundsätzlich ist das ja eine positive Nachricht.:thumbup:Also zurück zum Thema "Neubau Schleyerhalle". ;)

  • Der Standortwettbewerb ist wie ein Wettrennen. Man muss schneller sein als die Anderen. Stuttgart läuft immer nur im Pulk mit.

    Die Frage ist, ob man dieses und jenes überhaupt braucht. Stuttgart erstickt bereits jetzt in Verkehr und alles was angesiedelt wird, erzeugt nur noch mehr Verkehr.

    Arbeitsplätze braucht man auch keine neuen in Stuttgart, denn wer im Großraum Stuttgart arbeitslos ist, ist entweder Bodensatz oder lehnt Erwerbsarbeit generell ab.

  • Was ein Schwachsinn! Du brauchst immer neue Arbeitsplätze weil alte eben nach und nach verschwinden. Du kannst nicht einfach warten bis alte Arbeitsplätze verschwunden sind und dann damit anfangen neue anzusiedeln, sonst ergeht es uns wie dem Ruhrgebiet oder Detroit! Ähnlich verhält es sich auch mit der schleyerhalle. Diese soll ja nicht in erster Linie ersetzt werden um die Kapazität zu erhöhen sondern weil die Halle baulich und technisch veraltet ist! Aber wenn du zukünftig für alle Konzerte und Veranstaltungen nach Mannheim, Frankfurt oder München fahren willst kannst du das gerne machen, braucht man ja alles nicht in Stuttgart. Was braucht man deiner Meinung nach überhaupt in Stuttgart?

  • Die Frage ist, ob man dieses und jenes überhaupt braucht. Stuttgart erstickt bereits jetzt in Verkehr und alles was angesiedelt wird, erzeugt nur noch mehr Verkehr.

    Die Verkehrsbelastung kann ja wohl kein Argument sein, um auf die Ausrichtung hochklassiger Veranstaltungen zu verzichten.

  • ja nee am besten einfach nur das Internet ausbauen auf dem Sofa ist es doch eh am schönsten…


    Zwiespältig, einerseits bestimmt über hundert Veranstaltungen drin erlebt, andererseits ist die Halle soundtechnisch recht schwierig zu bespielen -> kann also weg :-)

  • Clever sind nur die Münchener, weil sie die Ersten sind. (In meinem Beitrag habe ich auch nur die Münchener als clever bezeichnet) Und alle anderen deutschen Standorte verhalten sich wie die Lemminge.

    Naja, ich glaube eines unserer Hauptprobleme war/ist uns dauernd mit München zu vergleichen. Ich erlebe zumindest in meinem Umfeld, das heute andere Dinge zählen, als das was man so als Münchner Schmäh bezeichnen sollte.


    Der Standortwettbewerb ist wie ein Wettrennen. Man muss schneller sein als die Anderen. Stuttgart läuft immer nur im Pulk mit. Da kann man nichts gewinnen. In der Region Stuttgart hat man nie verstanden, dass solche Entscheidungen (wie jetzt die Mehrzweckhalle) auch einen strategischen Charakter haben.

    Man sollte sich seiner Stärken bewusst sein und ein Grund warum die WM1993 so ein großer Erfolg war, war die offene und gastfreundliche Atmosphäre, die wir Schwaben erst verstanden haben, als uns so viele unterschiedliche Gäste gelobt haben. Unser Problem ist das wenige Stuttgarter, außerhalb von Stuttgart die eigene Stadt loben, noch schlimmer viele stimmen in den Gesang ein, sie schlecht zu reden. Da gibt es immer noch welche die was von zugeklappten Bordsteinen und vielerlei Verboten, von Feinstaub, von S21 usf. reden... Witzigerweise gibt es viele Münchener, die sich über Stuttgart lustig machen müssen, so waren die Münchener auch ganz irritiert, dass ein Bierzeltbauer ihnen mitgeteilt hat, dass die Münchener Bierzelte, in keinster Weise an die Stuttgarter herankommen. Wer andere kleiner machen muss, ist imho nicht cleverer, sondern hat wohl zumindest unbewusst verstanden, dass er viel vom Schein lebt.


    Stuttgart braucht sich nicht verstecken, denn unsere Liebenswürdigkeit kann man nicht so schnell entwickeln, wie es bedarf etwas zu bauen, da braucht es Generationen, so ist der Startbeginn spät nur wird durch Corona und die Mobilitätswende gerade sowieso alles neu definiert.


    So muss man einfach mal anfangen nicht mehr seine eigene Stadt, ohne Not schlecht zu reden, sich daran zu freuen welch herausragende Architektur gerade mit S21 entsteht und aufhören alles, was Großes bei uns entsteht mit Pyramiden zu vergleichen.

  • ... die offene und gastfreundliche Atmosphäre, ...


    ..., denn unsere Liebenswürdigkeit kann man nicht so schnell entwickeln, ...

    Beim Standortwettbewerb geht es um den Bau von Infrastruktur, um die Ausrichtung von Messen & Sportveranstaltungen, um die Ansiedlung von Unternehmen oder um das Lenken von Finanzströmen.


    In Berlin siedelt sich gerade Tesla an. In der Rhein-Main-Region versucht man, nach dem Brexit das Euro-Clearing von London nach Frankfurt zu holen. Und was macht der Stuttgarter? Ja, der Stuttgarter redet von Gastfreundschaft und Liebenswürdigkeit! Sei mir bitte nicht böse, aber das hört sich schon ziemlich naiv an, was du da schreibst.


    Ich bezweifele ja nicht, dass es auch weiche Standortfaktoren gibt. Und Gastfreundschaft und Liebenswürdigkeit gehören sicher zu den weichen Standortfaktoren. Aber die schwäbische Liebenswürdigkeit wird nicht ausreichen, um Stuttgart im Wettbewerb der Metropolregionen erfolgreich zu positionieren.

  • Beim Standortwettbewerb geht es um den Bau von Infrastruktur, um die Ausrichtung von Messen & Sportveranstaltungen, um die Ansiedlung von Unternehmen oder um das Lenken von Finanzströmen.

    Jo das mag in der Vergangenheit so gewesen sein, wer sagt Dir das das Morgen noch gilt?


    Was wir in Stuttgart imho als allererstes brauchen, aufzuhören unsere Stadt kleinzureden bzw. andere unnötig aufzuwerten, wie Kopenhagen, Zürich und eben auch Dein München.


    In Stuttgart (Metropolregion) liegt soviel innovatives Potenzial verborgen, das nur geschöpft werden muss, dazu muss unser Gemeinderat, der sich leider immer mehr ideologisiert, einige Rucksäcke abschmeißen und endlich anfangen Geschwindigkeit aufzunehmen oder härter ausgedrückt da muss anderes Personal rein. Das Potenzial ist gerade auch im Kulturellen, wie den Stadtlücken, der Kunstakademie, den Wagenhallen, dem Club Kollektiv, den unbekannten Tieren und Radiobars, überdurchschnittlich ausgeprägt, das in Kombination der vielen hidden Champions, der Start-ups und er sich gerade transformierenden Daimlers, Boschs und Co zu großen führen kann, muss es natürlich nicht und wird es auch schwer haben, wenn der Gemeinderat weithin so agiert, wie er agiert bzw. das "Stuttgarter Maß" eines Kuhns nicht im Museum landet.


    Durch den Rosenstein wäre man in der Lage eine wirkliche Keimzelle für eine "Smart City" der Zukunft entstehen zu lassen, das wäre auch eine IBA27 wenn die Leitung andere Ziele hätte als ein klein Zürich in Stuttgart entstehen zu lassen.


    Nenn es gerne naiv, in einer immer mehr digitalisierten Welt werden die Menschen die belohnen, die sie nicht enttäuschen. So wird imho in Zukunft die Währung Vertrauen das wertvollste sein und da haben wir durch unseres zum Teil übertriebenes Understatement (Pietismus) ein Startvorteil, den Andere die zwar heute vernehmbarer sind, jedoch nicht immer mit Lieferung kombinieren eben nicht haben.

  • Also ich hatte schon viele Gäste aus dem Ausland in Stuttgart, und um es mal kurz und knapp zu sagen, so wirklich anfangen konnte keiner was mit Stuttgart! Klar hat Stuttgart auch schöne Ecken, aber das was der gemeine Schwabe als herausragende Eigenschaft empfindet, z. B. die "Gemütlichkeit", empfinden Gäste einfach oft als Langweilig. Wer aus dem Ausland kommt braucht keine "Kleinstadtatmosphäre" in einer Großstadt – sonst kann er auch gleich in den Schwarzwald fahren. Und warum soll Understatement ein Vorteil sein? Gästen erschließt sich das doch überhaupt nicht, die halten das einfach für Geiz oder Provinzialität. Wie soll man das denn auch Gästen aus dem Ausland erklären das wir lieber eine 40 Jahre alte Veranstaltungshalle weiter behalten und so auf große Events verzichten weil man sich vor der CO2-Bilanz eines Neubaus oder etwas mehr Verkehr fürchtet? Das kannst du weder Gästen aus Osteuropa oder Spanien, noch jemanden aus UK, Russland, China oder USA verklickern!

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    Welch unterschiedliche Gäste wir doch haben... . Ich erinnere mich an einem Afrikaner, der uns besuchte und nach dem Besuch des Mercedes Museum ins Schwärmen kam, das er am wirtschaftlichen Nabel der Welt wäre, als er am nächsten Tag auf einem Straßenfest war, steigerte er noch seine bereits übersprudelnde Aussage, so habe ich viele Erfahrungen mit Gästen gemacht, denen ich ein zwei Tips gegeben habe und die sich sehr schnell bei uns Pudelwohl gefühlt haben.


    Verwechsele Understatement nicht mit Geiz und das ist genau das Problem was wir in der Außendarstellung haben, ein Schwabe ist sparsam, nicht geizig, der Unterschied liegt darin, das man gewillt ist für Qualität Geld auszugeben, für Schrott eben nicht. Wie oft ich das schon Menschen in ganz Deutschland erklären musste... kann man daran sehen das in Stuttgart nur besonders qualitätsbewusste Produkte seit jeher produziert werden.


    Ich persönlich bin bei

    Dir das Understatement auch übertrieben werden kann, nur habe ich die Wahl von einem Marktschreier oder einem Menschen der über sich selber lachen kann zu kaufen, fällt mir die Wahl sehr leicht.