2×155m Herzog & de Meuron Türme an der Paketposthalle [in Planung]

  • Das Faß mit Frankfurt wurde nicht von mir aufgemacht! Aber offensichtlich hat das Wort Hochhaus einige schon so sehr getriggert das man bloß nicht so enden will wie das „triste und assoziale Frankfurt“ und sich doch lieber sein „charmantes und herzliches Millionendorf“ bewahren will.

  • Sorry aber genau dieser Dualismus ist populistisch und albern. Ich denke die Mehrheit hier ist durchaus für Hochhäuser aufgeschlossen. Und die Bewahrer des Millionendorfes sind eher in dem CSU Ortverein München Ost zu finden oder bei der sogenannten München Partei.

    Aber im Endeffekt kann ich nur für mich sprechen, ich will nicht das Millionendorf bewahren, aber ich will auch kein Frankfurt 2.0. Beides finde ich zutiefst abschreckend. Wenn wir hier im Forum an einem Punkt ankommen, wo es nur diese zwei Positionen gibt, werde ich mich dann auch verabschieden.

  • Frankfurt 2.0 wird aus München sicher nicht, so oder so. Dann könnte man sich ja auch am vielzitierten Wien orientieren. Dort gibt es aktuell 15 Hochhäuser über 100 m, das höchste davon, der DC Tower 1 mit 250 m. Geplant oder im Bau weitere 10 Hochhäuser über 100 m, 2 davon mit 180 m und 1 Hochhaus mit immerhin noch 153 m. Mietspiegel Wien, 14,95 € pro qm. Aber vermutlich sehen Brannekämper und Co auch in Wien das Abendland untergehen.

  • Frankfurt spielt beim Thema Hochhäuser in einer komplett anderen Liga als München. Es macht gar keinen Sinn hier ein Frankfurt München bashing aufzumachen. Konzentriert euch bitte wieder auf das aktuelle Vorhaben.

  • Ich möchte auch dezent darauf hinweisen, daß das Thema - man ziehe auch den Namen des Forums in Betracht - Architektur ist und nicht nur Hochhäuser. Es geht um Qualität, insbesondere im Straßenbild im Nahbereich, Aufenthaltsqualität, lebendige Erdegeschoßbereiche usw und nicht nur um Höhenmeter und Fernwirkung.


    Ferner sollte es auch niemals darum gehen, irgendetwas oder irgendjemanden nachzuahmen. Jeder Ort muß seinen eigenen Weg finden.

  • ^Das wiederum hat mit der Höhe der Gebäude meines Erachtens wenig zu tun. Ich glaube kaum das wenn hier stattdessen 3-4 60 Meter Gebäude entstehen würden automatisch eine attraktivere Straßenebene entstehen würde. Ich hatte es bei diesem Projekt eh immer so verstanden das diese Funktion der alten Pakatposthalle zufallen soll, die ja durch die Türme finanziert werden soll. Eine weniger rentable Planung hätte dann ja eher einen negativen Einfluss, da dann auch bei der Paketposthalle Abstrichen zu erwarten wären.

  • Es ist richtig, daß niedrigere Gebäudehöhen nicht zwangsläufig zu größerer Qualität auf Straßenebene führen. Ich prangere lediglich die Fixierung auf Gebäudehöhen an.


    Zudem kritisiere ich einen gewissen Nachahmungseifer Münchener Hochhausbefürworter - weil Wien, Frankfurt, Rotterdam und so viele andere Stengel en masse produzieren, meint mancher, München müsse dies auch tun, um mithalten zu können. Klasse und Selbstbewußtsein zeigt man, indem man sich eben nicht genötigt zeigt, irgendwo mithalten zu müssen. Ich bin selber Hochhausbefürworter - allerdings mit einem ganz anderen Einschlag.


    Ich finde Vergleiche insbesondere mit Wien, Mailand und Lyon sinnvoll. Diese und München sind allesamt "Alpenvorstädte". Von manchen kann man mehr lerne, von anderen weniger. Bei allen muß man differenzieren.


    Beispiel Wien. ÖPNV und kommunaler Wohnungsbau sind etwas, das man zweifellos nachzuahmen bemüht sein darf. Die Wiener Skyline gefällt mir dabei ganz und gar nicht. Wie bei so vielen anderen Städten auch, die auf Hochhäuser setzen, fehlt das Unterholz. Die Stengel wirken wie Fremdkörper im Stadtbild.


    Gleiches gilt für Mailand. Man muß Mailand zugute halten, daß sie auf Erdgeschoßebene sich bemühen, sich etwas einfallen zu lassen. Die Plätze und Parkanlagen sind zumindest sehr interessant. So etwa sähe ich auch gerne in München. Der Stadtsilhouette gereichen sie meiner Meinung nach jedoch nicht zur Zierde.


    Damit will ich natürlich weder Mailand noch Wien "bashen" und schon gar nicht will ich damit eine Aussage über die Stadtgesellschaft dort machen.


    In München entsteht gerade an vielen Stellen eine Grundmasse an Unterholz. In praktisch jedem Baugebiet ist ein 50m - c.a. 15 Etagen - "Hochpunkt" geplant. Die Bavaria Towers zB scheinen organisch aus ihrer unmittelbaren Umgebung aufzusteigen - das ist ihre Fernwirkung. Ich hoffe, es Folgen noch viele kleine und mittlere Hochpunkte insbesondere an belebten Straße im gesamten Stadtgebiet. Am Ende dürfen dann zur Zierde auch ein paar echte Hochhäuser mit 100-180m hinzukommen.


    Ich wäre also nicht unglücklich, wenn Büschl am Hirschgarten umplanen würde. Es gibt schließlich kein rationales Argument aus dem hervorginge, daß niedrigere Gebäudehöhen zu geringere architektonischer Qualität führen müssen. Wenn dann tatsächlich auch 4-5 60-90m Türme von der Kubatur her etwas hermachen, dann hätte man auch ein "ikonisches" Motiv, mit dem Hirschgartenklaster am Gleisfeld im Vordergrund und der Altstadt im Hintergrund.


    Ich sehe immer wieder die Stadt von dem Haus in dem ich lebe aus dem 13. Stock in Fürstenried-West. Ich mag die verteilten kleinen Klaster. Sie dürfen sich gerne noch verdichten, wachsen (in die Breite und in die Höhe), auch zusammenwachsen. Der Gesamteindruck ist organisch. Ich bin zufrieden, daß es nicht nur ein Klaster gibt und der gesamt Rest ist flach. So etwas würde nur "aufgesetzt", "unnatürlich", "unorganisch", "unmotiviert" wirken, wie man an vielen negativen Beispielen weltweit sieht.

  • Von der AZ veranstaltet gibt es übernächsten Montag, 18.07., eine Diskussionsveranstaltung im Adina Hotel im Werksviertel zum Thema "Hochhäuser in München?":

    Link

    Anmelden kann man sich auch unter diesem Link.

    Nachdem auch Robert Brannekämper Teil der Podiumsdiskussion sein wird wäre es sicher spannend, wenn einer aus unserer Runde Zeit für eine Teilnahme finden würde und anschließend berichten könnte!

  • Überarbeitete Pläne fürs Paketpostareal:


    https://www.sueddeutsche.de/mu…ochhaeuser-park-1.5659901


    Mehr Grün & mehr Hochhäuser!


    Das Bild ist einigermaßen selbsterklärend,


    Es soll zwei weitere Hochhäuser (65m & 53m) geben, die niedrigen Gebäude werden aufgestockt und dadurch Platz für einen weiteren Quartierspark direkt vor der Halle geschaffen.


    Das alte Post-Türmchen bleibt erhalten (weiß nicht was ich davon halten soll) & die sehr gimmicky wirkenden X Aufzüge könnten entfallen (Yaaaay!).


    https://gfx.sueddeutsche.de/ap…c718f7e0798_w1840_q70.png

    Quelle: Sueddeutsche Zeitung & LH München/Herzog & De Meuron


    Damit reagiert Büschl auf das Bürgergutachten.



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  • die sehr gimmicky wirkenden X Aufzüge könnten entfallen (Yaaaay!).

    Ooooh ja, hoffen wir, dass die blöde Idee mit den verschränkten Aufzügen bald wieder vom Tisch ist. Dass man das Mini-Hochhaus an der Arnulfstraße erhalten möchte, finde ich begrüßenswert. Es ist ein schönes Beispiel der klassischen Moderne und es kann eine wichtige Rolle dabei spielen, den genius loci zu erhalten. Ich bin echt froh, dass Herzog & de Meuron mit den Planungen beauftragt sind. Die haben Gespür für solche Dinge und haben bereits oft bewiesen, dass sie Bestandsbauten, unterschiedlichster Baustile und Funktionen auf attraktive Weise in neue Projekte integrieren können.

  • ^


    Ach, ich hätte die Aufzüge schon ganz interessant gefunden ^.^. Hätte in jedem Fall ein Alleinstellungsmerkmal, etwas Ikonisches sein können. Wenn´s gut gemacht worden wäre natürlich, die bisherigen Zeichnungen sind allesamt sehr vage.


    Ebenfalls gut finde ich die kleine Arrondierung wobei neben zweimal 155m selbst 50m und 60m untergehen, aber besser als nichts ;)


    Großartig dagegen, dass nun auch die Westseite einen großzügigeren Vorplatz (Park) erhält. Der zusätzliche Raum dürfte sowohl für die Halle als auch für die Türme einen Gewinn an Wirkung und Atmosphäre darstellen, als wenn alles zusammengepfercht wäre, wie es der Plan zunächst vorsah.

  • Auf die alternativen Fassadentwürfe bin ich wirklich sehr gespannt, mit oder ohne Aufzüge.


    Den neuen Entwurf mit weiteren HH und Aufstockungen und zusätzlichem Park mittig zur Paketposthalle finde ich erstmal klasse.

  • Podiumsdiskussion:


    Büschl zur Frage, wenn der Bürgerentscheid gegen ihn ausfallen würd:


    Dan bau ich 10 Hochhäuser mit 60m Höhe.


    Das gefiel der Frau Merk dann überhaupt nicht.

  • ^^


    Ist auch dumm zu sagen und vermutlich dem Frust geschuldet... Die Planungshoheit hat die Stadt, Herr Büschl weiß also ganz genau, dass das nicht mal so eben geht. Das realistischere Szenario ist ein riesiges Amazon-Verteilzentrum oder ähnlich Zerstörerisches, dass kann er nämlich mit bestehendem FNP + B-Plan umsetzen.