Areale Machtlfinger Str. / Boschetsrieder Str. (3x 80m; 5.000 AP, 220 WE) [in Planung]

  • Anlässlich der bereits von MiaSanMia berichteten Genehmigung des Stadtrats gibt es heute nochmal einen SZ-Beitrag mit dieser Simulation des projektierten Ausblicks vom Stadtzentrum Richtung Süden: https://gfx.sueddeutsche.de/ap…3fbe06aa94d_w1840_q70.png


    https://www.sueddeutsche.de/mu…ekt-hochhaeuser-1.5664682


    Hoffen wir nun, dass die drei Türme keine Klötzchen werden, sondern eine Formgebung mit Wiedererkennungswert erhalten


    Das Projekt umfasst eine Geschossfläche von etwa 170.000 m². Kritisch sehe ich dabei allerdings schon, dass man hier ganze 5.000 Arbeitsplätze, aber nur 220 Wohnungen plant. Dieses Verhältnis scheint mir für den Standort, der doch vor allem zum Wohnen geeignet ist, unangemessen. Außerdem lese ich davon, dass das komplette Areal mit Tiefgaragen unterlegt werden soll. Sollen da etwa hunderte Autostellplätze entstehen?? Ich hoffe, das ist nicht ernst gemeint. Die Leute sollen mit der U-Bahn anreisen und wenn ihnen das keinen Spaß macht, müssen sie sich einen Arbeitsplatz näher an ihrer Wohnadresse aussuchen. Kann die Stadt nicht endlich mal ein Tiefgaragenbauverbot durchsetzen? Oder wenigstens Projektentwicklern, die an dieser überholten Praxis festhalten, massiv hohe Auflagen vorschreiben? So ist das „Verkehrschaos“ natürlich wieder hausgemacht und von der Verkehrswende wird weiter nur geredet, während man in der Praxis in den 1990er Jahren steckenbleibt....||

  • Das Gebiet liegt im Sendlinger Gewerbeband, ist also für Wohnen nicht so super.

    Irgendwo muss auch Gewerbe entstehen können, und zwar im großen Stil. Das Umland kannibalisiert die Münchner Gewerbesteuereinnahmen nur zu gerne, und verkehrstechnisch sind die Gewerbegebiete in den Umlandsgemeinden ein viel größeres Problem als der Standort direkt an der U-Bahn. Hoch und dicht an einem ÖPNV-Knotenpunkt ist aus gesamtstädtischer Sicht also geradezu ideal.

    Ob es die Tiefgarage in dem Umfang allerdings braucht sei mal dahin gestellt, Fan davon ist sicher niemand. Die MIV-Anbindung ist aber an sich ganz gut, das sollte schon verkraftbar sein.


    Bzgl. Stadtbild ein etwas zynischer Kommentar: Wenn im Forstenrieder Park erstmal 250 Meter Windräder stehen brauchen wir da eh nicht mehr drüber reden. Die durchaus ikonische Stadtsilhoutte mit Frauenkirche und der Alpenkette im Hintergrund wird also so oder so verbaut. Da jucken mich derlei Visualisierungen auch nicht mehr wirklich.

  • "Gewerbeband" muss ja nicht immer "Gewerbeband" bleiben. Obersendling mit seiner Nähe zum westlichen Isarhochufer und zum Forstenrieder Park ist vor allem als Wohnstandort attraktiv, auch wenn es in der Vergangenheit anders war. Aber klar, irgendwo müssen die Firmen unterkommen, und wenn es an geeigneteren Stellen keinen Platz mehr gibt, sicher auch hier.


    Na ja, Stand heute werden diese 150 Windräder keine undurchsichtige Wand sein, sondern man wird die Alpen dahinter trotzdem sehen können ;) Die 5 Windräder, die schon jetzt im Forstenrieder Park stehen, kann man mit bloßem Auge kaum erkennen, und wenn, dann machen sie doch eine gute Figur.


    Mich jucken die Visualisierungen vor allem deshalb nicht, weil sie zeigen, wie unscheinbar alles unter 100m in einer Großstadt letztendlich wirkt. Das geht doch völlig unter, so wie schon heute die Türme bei den Siemenswerken oder das Siemens-Hochhaus.

  • Mehr Arbeitsplätze im Süden zu planen ist nicht schlecht, da sich die Verschiebung zu Arbeiten im Norden und Wohnen im Süden sehr verstärkt hat. Sieht man z.b. schön am Mittleren Ring. Am Morgen Stau Richtung Norden und ab 16 Uhr Stau Richtung Süden.

  • iconic  Truderinger


    Ich finde ihr habt beide Recht. Der Standort eignet sich sowohl zum Wohnen als auch zum Arbeiten. Wir sprechen doch immer von Funktionsmischung statt -trennung, also muss auch beides in großer Zahl zusammen möglich sein.

    Letztlich rechnen sich allerdings Büros für den Bauherrn eher als Wohnraum mit seinen inzwischen überbordenden Restriktionen (die sich die Immobranche natürlich auch selbst eingebrockt hat). Der Stadtrat hat diesbezüglich meiner Meinung nach keine gute Figur gemacht, min. 500 Wohnungen hätten bei 5.000 AP schon drin sein sollen. Investoren für Bürogebäude finden sich in München genügend.


    Nochmal zur Höhe: 80m sind ein verträgliches Maximum für diese Lage. Jedenfalls hoffe ich auf 80, 70, 60 anstatt 80, 80, 80. Wäre nicht nur ein deutlicher Gewinn für die Fernwirkung, sondern die teuersten Büros im höchsten Turm hätten damit auch einen unverbauten 360° Ausblick... und... auf ein öffentliches Restaurant / Cafe im obersten Geschoss schielend... ;)


    Zur TG: So ganz steige ich da noch nicht durch. Wenn der Stadtrat die TG bedauert, warum schreibt er dann nichts entsprechendes im B-Plan vor? Falls ich nicht irre, kann in Bebauungsplänen von der allg. Stellplatzsatzung beliebig abgewichen werden.

    Sofern das gesamte Areal also so oder so unterkellert wird, verlieren die Hochpunkte ihren wichtigsten Pluspunkt.

  • ^


    Kommt auf die Aufschüttungen an, aber allzu viel wird das auch in Obersendling wohl nicht werden. Wenn ich den Experten Glauben schenke, dann ist eine zwar oberirdisch begrünte, aber mit einer TG unterbaute Fläche besser als eine schon oberirdisch versiegelte, aber eben immer noch wesentlich schlechter als eine durchgehend freie. Hinzu kommen die einmaligen und laufenden Kosten einer TG und der Ressourcenverbrauch. Wenn man den genuinen Vorteil eines HH, den geringeren Flächenverbrauch, also tatsächlich ausnutzen möchte, muss man konsequent von unten bis oben denken.

    Könnte man gleich nivellieren auf 25 - 40 Meter und damit Ressourcen einsparen. Jetzt mal nur aus ökologischen Gesichtspunkten betrachtet und architektonische hinten angestellt, aber im Grunde hätten Gegner hier ein Paradebeispiel für ihre Argumentationsketten.


    Die aktuelle Planung ist vielleicht oben hui, aber unten pfui.