Mobilität im Stadtgebiet und in der Region

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    Du meinst die MVG (SWM) befindet sich in der Krise. Der MVV ist nur für den Tarif verantwortlich zusammen mit der Politik.

  • Mit „MVV“ meine ich in diesem Fall den gesamten ÖPNV in der Region. Dazu gehören Unternehmen wie die MVG, aber auch die Bahn und noch weitere kleinere Firmen wie BOB etc. Ich möchte die MVG eigentlich nicht explizit kritisieren, denn die MVG als Betreiber kann die Verkehrswende nicht alleine vorantreiben und umsetzen. Die Entscheidung für die großen Investitionen in den Netzausbau bis hin zu mehr Platz für Tram und Bus auf den Straßen muss von der Politik kommen.

  • Zitat OlympiaFlo:
    Auch wenn es teuer und aufwendig ist, aber wenn man mehr Menschen dazu bringen will den ÖPNV zu nutzen, muss zur Rush-hour auf jeden fall ein höherer Takt eingeführt werden.


    Bei den Zügen gibt es ewig keine Zulassungen, da die Hersteller mit der Komplexität scheinbar überfordert sind, für Bus und U-Bahn finden sich immer schwerer Fahrer (letztere ließ sich immerhin mittelfristig automatisieren).
    Die Taktdichte auf der Stammstrecke, einigen Tram- und U-Bahnlinien zur Stoßzeit lässt sich auch nicht mehr weiter erhöhen, bei 2 Minuten-Intervallen an den Innenstadtbahnhöfen ist halt irgendwann Schluss und die Störanfälligkeit nimmt zu.
    Daher ist es nicht verwunderlich, dass die MVG bei jeder Taktverbesserung jeden Fahrer und jedes Fahrzeug dreimal umdrehen muss.
    Im Herbst kommt die große Tarifreform, erwartet wird dann ein weiterer massiver Anstieg der Fahrgastzahlen...


    Zitat LugPaj:
    Ein Anstieg von 716 auf 722 Millionen bedeuten ein Anstieg um 0,83%. Berauschend ist das nicht.


    … der schon 2018 mit + 6 Millionen Fahrgästen bei einem System, das zu den Stoßzeiten am Kapazitätsmaximum operiert, beachtenswert ist (allein die MVG, also ohne S-Bahn vermeldete nebenbei + 11 Mio. Fahrgäste: https://www.mvg.de/ueber/press…-fahrgastrekord-2018.html; unterschiedliche Erfassungsmethodik?). Nicht aber im positiven Sinne: Das S-Bahn-System z.B. ist ausgelegt für ein Drittel der heutigen Fahrgastströme.
    An den Folgen wird sich hoffentlich mit Eröffnung von Stamm-2 etwas verbessern, zugleich sollten endlich Nord- und Südring ernsthaft angegangen werden, ebenso wie der Beruf des Zugführers / Busfahrers attraktiver gestaltet werden muss. Letzteres bedeutet wohl mehr Geld, aber auch eine höhere Anerkennung in der Gesellschaft.


    Und das, obwohl das Auto als Transportmittel in Stadt und Region längst in einer Sackgasse angelangt ist (wenn man hier und da immer wieder mal versucht, etwas mehr Raum auf dem Mittleren Ring, der A99 etc. zu gewinnen, wird man den Autoverkehr niemals dauerhaft zum Fließen bringen


    Ich würde nicht sagen, dass eine Verkehrswende voraussetzt, nichts mehr an der Straßenkapazität zu verbessern. Die A99 ist eben gerade dazu da, den enormen Durchgangsverkehr aus der Stadt herauszuhalten (PKW wie LKW), deshalb erachte ich es als sehr sinnvoll, hier die Kapazitäten zu erweitern.
    Abgesehen davon glaube ich aber ohnehin nicht an die Utopie eines dauerhaft fließenden Autoverkehrs in einer deutschen Großstadt ;).

  • Wenn man beim Takt am oberen Ende der Fahnenstange angelangt ist, muss man wohl zwangsläufig an die Fahrzeuge gehen.


    D. h. Umbauen der aktuell fahrenden Flotte:
    Sitzplätze nur noch entlang der Wagenwand und einem großen freien Raum in der Mitte mit Haltegriffen an der Decke, sowie reservierten Sitzplätzen für Schwangere, Kranke und Alte.
    Das mag dem verwöhnten Münchner vermutlich erstmal nicht schmecken, aber so könnte kurzfristig mehr Platz geschaffen werden.


    Alle künftigen Züge müssten natürlich ebenfalls so gestaltet werden.


    Bei den neuen S-Bahnen ist man ja schon auf dem richtigen Weg.


    Was die eventuelle Unfähigkeit der Fahrzeughersteller (Siemens) angeht, liegt es daran oder an den hießigen Vorschriften die vielleicht übertrieben sind?
    Gibt es ähnliche Vorgänge auch in London, Paris, Seoul oder Tokio?
    In deren U-Bahnen fühle ich mich nämlich auch nicht unsicherer wie in den alten Münchner Zügen.


  • An den Folgen wird sich hoffentlich mit Eröffnung von Stamm-2 etwas verbessern, zugleich sollten endlich Nord- und Südring ernsthaft angegangen werden, ebenso wie der Beruf des Zugführers / Busfahrers attraktiver gestaltet werden muss. Letzteres bedeutet wohl mehr Geld, aber auch eine höhere Anerkennung in der Gesellschaft.


    Zum einen bedarf es immense Projekte in den S-Bahn Außenästen, wie z.B. durchgängigen 2-spurigen Ausbau. Leider denkt die Politik, dass mit der 2. Stamm anscheinend für Jahrzehnte genug getan ist und andere Projekte werden nicht angeschoben. Dabei macht die S-Bahn München Jahr für Jahr hohe Gewinne (wahrscheinlich sogar im 3 stelligen Millionenbereich, genaue Zahlen veröffentlicht die Bahn nicht).


    Bezüglich Zugfahrer - Der Trend ist derzeit definitiv die Automatisierung. Deshalb sollte man jetzt die Weichen stellen, dass mal in absehbarer Zukunft die fahrerlose U-Bahn hinbekommt.

  • Die Alternative wäre, die A99 komplett zu sperren. Dann gingen die Arbeiten schneller voran, aber der Verkehr würde wieder durch München rollen. Das will wohl auch niemand.

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    Die roten Radlspuren wurden heute von SPD, Grünen und Linken gegen den Willen von CSU, FDP und Bayernpartei beschlossen. Es soll Lieferzonen und mehr Radlstellplätze am U-Bahn Halt geben.


    CSU: Einzelhandel verliere durch Entfall der Parkplätze an Kundschaft.
    Grüne: Da auch der Fußweg breiter werde, kämen mehr Fußgänger vorbei.


    Soll sich jeder seine eigene Meinung bilden, einen Versuch ist es mMn Wert. Die Umsätze können schließlich beobachtet werden.


    Umsetzung: Eigentlich noch vor Sommerbeginn. Die CSU will dies aber verzögern.


    https://www.sueddeutsche.de/mu…oferstrasse-csu-1.4467850

  • Ganz nett gemacht: Das Bündnis Radentscheid hat versucht, für verschiedene Mobilitätsformen im Stadtgebiet eine volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen. Am besten schneidet dabei offenbar das Zu-Fuß-Gehen ab (Grund genug endlich wieder mehr Platz für Fußgänger, sowie bessere Überquerungen für diese herzustellen). Aber auch das Radfahren schneidet erwartungsgemäß besser ab als Autofahren, nur der ÖV ist fast so effizient wie die Fortbewegung zu Fuß, u.a. wohl wegen der geringen Unfallbilanz...


    Eine Berechnung für München zeigt nun: jeder zurückgelegte Weg mit dem Pkw kostet die Gesellschaft 36 ct, mit dem Fahrrad 10,5 ct, mit dem ÖPNV 4,4 ct und zu Fuß 2,5 ct


    Quelle:
    https://drive.google.com/drive…SGyj5K7sjzWMX-46I-YVs32nU
    https://www.radentscheidmuench…heit-im-munchner-verkehr/


    SZ-Beitrag: https://www.sueddeutsche.de/mu…uto-mvv-fahrrad-1.4484073

  • Eigentlich sollten nicht nur Radler und Fußgänger, sondern auch der Liefer-, Transport- und Gewerbeverkehr von der Zurückdrängung des privaten Autoverkehrs profitieren. Dass nun offenbar ausgerechnet der Lieferverkehr und der Radllverkehr gegeneinander ausgespielt werden, finde ich äußerst unglücklich. Wenn schon auf beiden Seiten die Parkstreifen für private PKW‘s wegfallen, warum kann man dann nicht im Abstand von 50m o.ä. Haltebuchten für Liefer- und Einsatzfahrzeuge einrichten und trotzdem noch genügend sicheren Raum für Radler und Fußgänger gewinnen?


    Aber was sage ich, es fehlt einfach ein Gesamtkonzept für die Mobilitätswende - stattdessen wird jeder Straßenabschnitt schwerfällig im Einzelnen behandelt. Und es ist einfach schade, dass nicht einmal die Rathausparteien konstruktive Lösungen erarbeiten, sondern Herr Pretzl jetzt versucht, die Gewerbetreibenden hinter sich zu versammeln, um diese generell gegen die vernünftigen Umbaupläne in Position zu bringen.

  • Hmm, also ich finde hier wird wiederum etwas übers Ziel hinaus geschossen. An vielen Hauptverkehrsverbindungen gibt es überhaupt noch keine Radwege und hier will man gleich alles kreuzungsfrei ausbauen. Ich halte eine Brücke für völlig übertrieben. Die Schwere-Reiter-Straße ist ja keine Autobahn oder Bahnlinie, sondern eine normale Straße im Stadtgebiet, da reicht erstmal eine gute Ampelschaltung als Überquerung für Radler und Fußgänger.

  • Sehe ich ähnlich. Einen Radschnellweg könnte man in einem Jahr umsetzen. Komplizierte Zubauten wie Brücken kann man da erst mal zurücksstellen und in Stufen nachbauen. Sonst dauert das wie in München üblich wieder 20 Jahre.

  • Neben der Stamm2 wäre im Marienhof ein großes unterirdisches Fahrradparkhaus toll. Gern wie in Utrecht (https://www.google.com/url?sa=…01P3X&cshid=1560844585892)


    Gute Idee! Noch wichtiger diesbezüglich sind aber entsprechende Fazilitäten im neuen Hauptbahnhof. Insgesamt sollte man den Bau der Stamm2 dazu nutzen, die Radlinfrastruktur gleich mit auszubauen, u.a. auch mit breiten Radlschnellwegen zwischen Hackerbrücke und Pasing. Ich hoffe, die Nasen von Deutscher Bahn, Freistaat und Stadt haben das auf dem Schirm…

  • Komplizierte Bauten wie Brücken, etc.? Das dauert in anderen Städten 2-4 Wochen. Auf welches Niveau sind wir gesunken?


    Fühle mich bei vielen Threads ins Jahr 1990, in Namibia versetzt.


    Sowas wird in europ. Wachstums-Metropolen mittlerweile in 2-4 Wochen umgesetzt. In Asien in 1 Woche.

  • Mod. verschoben aus dem Gasteig-Thread: https://www.deutsches-architek…d.php?p=633920#post633920


    Ich möchte zur Diskussion über die sinnvollste Verteilung der Steuergelder nichts mehr schreiben - berechtigte Kritik hin oder her -, nur eine Sache bzgl. des ÖPNVs:


    Beim Ausbau des ÖPNV scheitert es in erster Linie nicht am Geld selbst, sondern ebenfalls an politischer Uneinigkeit darüber, wie das Geld verteilt werden soll (ob das jetzt besser ist oder nicht, ist zweitrangig). Die einen wollen eine Tram, die anderen eine U-Bahn oder dem Auto keinen Platz wegnehmen. Die Tram-Westtangente hätte z.B. schon längst gebaut werden können, am Geld scheitert es da nicht, ebenso bei der E-Garten Tram, dem Nordring, der U6 nach Martinsried oder zusätzlichen Fahrzeugen. Umgekehrt sind die 200 Millionen Euro für die Philharmonie (VHS, Proberäume und Bibliothek ausgenommen) bei Mammutprojekten wie der U9 oder dem S8-Tunnel "Peanuts".