Multifunktionsarena - Spekulierstrang Spezial

  • Nachdem im Juni 2020 eine "vollumfängliche Bauvoranfrage" angekündigt wurde, titelt die damalige Quelle heute, dass zeitnah der Bebauungsplan bei der Stadt eingereicht werden soll.

    Quelle: Stadionwelt

  • Da man ohne Abonnement den Artikel nicht zu Ende lesen kann, sei eine Frage erlaubt: was meint der Begriff "den Babauungsplan einreichen"? Ein B-Plan kann man nicht einreichen wie einen Bauantrag. Einen B-Plan brauchte es nicht zwingend. Die Baufläche ist Gewerbefläche und alle Großbauten am Flughafen außerhalb des Zauns (zwischen B43 und T1) sind ohne B-Plan genehmigt worden (SQuaire, Sheraton, FAC, die Lufthansa-Bauten, Parkhäuser - kurzum: es gibt am Flughafen keine B-Pläne, der nächstliegende betrifft Gateway Gardens. Woher die Vorstellung kommt, man müsse ausrechnet hierfür einen B-Plan haben, erschließt sich mir nicht. Die Erschließungsfragen sind vornehmlich mit Hessen Mobil, DB Netz und Fraport zu klären. Ich wüßte nicht, was ein B-Plan dort noch leisten könnte, was nicht auch ohne geklärt werden kann; ein städtebaulicher Vertrag sollte reichen.





    Grafiken: Stadtplanungsamt Frankfurt am Main, planas 10.2020

  • Es wird schlicht Unkenntnis beim Verfasser des Stadionwelt-Artikels sein. Wahrscheinlich ist Bauantrag gemeint. Nicht jeder kennt den Unterschied zwischen Bebauungsplan und Bauantrag, auch nicht jeder Redakteur solcher Publikationen.

  • Der Text der Pressemitteilung:



    Fraport startet Marktabfrage für Sport-/ Multifunktionshalle am Flughafen Frankfurt

    Interessensabfrage potentieller Investoren und Betreiber / Fokus auf Sport- und Kulturbetrieb


    Die Fraport AG startet im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklung mit der Marktabfrage für ein unbebautes Grundstück, das für den Bau einer Sport-/ Multifunktionshalle am Flughafen Frankfurt in Frage kommen könnte. Das Grundstück befindet sich in zentraler Lage, hinter dem Parkhaus „The Squaire“ und verfügt über eine Gesamtfläche von rund 30.000 Quadratmetern.


    Gegenstand der Marktanfrage ist die Suche nach einem potentiellen Investor und Betreiber, der das vorgesehene Grundstück übernimmt und in Abstimmung mit der Fraport, der Stadt Frankfurt am Main sowie weiteren zuständigen Behörden, Verbänden und Unternehmen plant, baut und betreibt. Die Sport-/ Multifunktionshalle soll für eine flexible Sportnutzung auf Erstliga- beziehungsweise internationalem Niveau, sowie für einen Konzert- und Kulturbetrieb geeignet sein.


    „Wir wollen mit einer ersten Abfrage das grundsätzliche Interesse potentieller Marktteilnehmer für die Entwicklung, Bauerrichtung und den Betrieb einer Sport-/ Multifunktionshalle prüfen“, erklärt Felix Kreutel, Leiter Immobilienmanagement der Fraport AG „Eine Sport-/ Multifunktionshalle würde das Angebotsportfolio des Standorts um einen weiteren interessanten Baustein ergänzen.“

  • Mit dieser Aktion scheint sich Fraport gegen den Vorwurf wettbewerbswidrigen Verhaltens wappnen zu wollen. Im Zusammenhang mit dem Bauwunsch der Katz-Group war gegen Fraport der Vorwurf erhoben worden, das Grundstück ohne Ausschreibung vergeben zu wollen. Jetzt möchte man anscheinend herausfinden, ob es vielleicht noch andere Interessenten gibt. Man kann es als Schritt zur rechtssicheren Vergabe interpretieren.

  • ^ Ganz sicher ein gewichtiger Grund. Insbesondere seit Fraport durch die CC, dem sich abzeichnenden veränderten Reiseverhalten in der Post-Corona-Ära und dem Klimawandel (wieder) entdeckt hat, dass das Reisen kein Selbstzweck und eine Multifunktionsarena doch eine feine Sache ist um Ziel- und Quellverkehr am Airport zu generieren. Und wenn Fraport mal zur Abwechslung das Grundstück in Erbpacht vergibt, dann generiert das in Zukunft regelmäßig schöne Einnahmen. Hoffentlich wurde diese Lektion gelernt. Mit anderen Worten dieses Projekt ist in seiner Wertigkeit auf der Prioritätenliste des Geldverdienens hochgerutscht.

    Spannend wird jetzt wie sich die Frankfurter Politik dazu positioniert. Denn Markus Frank und Jan Schneider planen eine Anhandvergabe des Kaiserlei-Areales an die 'Arena am Kaiserlei Projektentwicklungsgesellschaft mbH' von Gunnar Wöbke. Dadurch könnte diese in die Planungen einsteigen. Jan Schneider zum nächsten geplanten Schritt: "[...] jetzt zügig die entsprechende Vorlage (erarbeiten), um den Skyliners Anfang 2021 den Zuschlag zu erteilen."
    Fünf Jahre und 840.000 EUR später hat mancher Stadtpolitiker anscheinend immer noch keine Lektion aus dem vorangegangen gelernt, denn Ursula Busch - u.a. Sachwalterin des Allgemeinen Almosenkastens, welcher das Kaiserlei Areal gehört - ist nach wie vor kein Fan davon. Wollen Frank und Schneider vor der Kommunalwahl noch Fakten schaffen weil die Zustimmung durch den Stiftungsrat oder der uneinigen Römerkoalition, ob derzeit mit oder möglicherweise ohne SPD aufgrund des kommunalen Wahlergebnisses im März, keinesfalls sicher ist? Quelle

  • Frank und co wollen Fakten schaffen? Frank hat bereits 5 Jahre verschwendet und fast 1 Mio Euro verballert, ganz ohne Ergebnis. Es wird Zeit, dass Frankfurt jetzt endlich mal eine moderne Arena bekommt.

  • Fraport AG verlängert Frist für Interessensabgabe


    So titelt jüngst die FNP. Interessenten können nun bis zum 15.02.2021 (anstatt ursprünglich 22.01.) ihre Unterlagen einreichen. Einige Details, die laut Fraport bei der Interessensbekundung Berücksichtigung finden sollen, werden kurz umrissen.

  • Aus verschiedensten Gründen, scheint es mit einer Multifunktionsarena am Kaiserlei nicht zu klappen. Gegenvorschlag: Warum nicht auf dem Messegelände mit seiner guten Infrastruktur bauen? In der Postcoronazeit werden wir vermutlich geschrumpfte Präsenzmessen als hybride On- und Offlineveranstaltungen haben. Mit anderen Worten: Die riesigen Messegelände wird man zukünftig nicht mehr brauchen und auf dem frei gewordenen Platz könnte man die neue Multihalle verwirklichen.

  • Pläne für "Arena am Kaiserlei" vorgestellt

    Unter dem Namen "Arena am Kaiserlei" wurde das Projekt des Basketballclubs Skyliners Frankfurt heute bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Hinter dem Projekt steht eine private Investorengruppe aus der Rhein-Main-Region. Diese will etwa 150 Millionen Euro in die Arena investieren.


    Die Halle, die auf Frankfurter Stadtgebiet gebaut werden soll, wird weiterhin mit einer Kapazität von 13.000 Zuschauern geplant. 1.600 der Plätze sollen "Business Seats" sein, weitere 700 "VIP-Logen-Plätze". Der Entwurf stammt aus dem Frankfurter Büro Turkali Architekten. Gerechnet wird einer Eröffnung im Herbst 2025 nach einer Bauzeit von etwa 24 Monaten.


    Die Projektgesellschaft rechnet nach dem gescheiterten Ausschreibungsverfahren der Stadt Frankfurt, das nach einer Laufzeit von fünf Jahren ohne Ergebnis beendet werden musste, mit einer sogenannten Anhandgabe (was ganz gewiss kein Spaziergang zu werden verspricht, siehe oben Beitrag #130). Für 60 Jahre will sie für das rund sechs Hektar große Grundstück Erbpacht an die stadtnahe Stiftung Almosenkasten entrichten.


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    Bild: Zvonko Turkali / Turkali Architekten


    Außer der Halle ist ein Parkhaus mit 2.350 Pkw-Stellplätzen geplant, offenbar unter einem gemeinsamen begrünten Dach mit der ovalen Arena. Das Dach soll begehbar sein und ebenfalls für Veranstaltungen genutzt werden. Ergänzt werden soll das Ensemble mit einem Hochhaus namens "Sporttower", das auf Offenbacher Gebiet errichtet werden soll. Lageplan:


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    Grafik: Arena am Kaiserlei Projektentwicklungsgesellschaft mbH


    Die Projektentwicklungsgesellschaft rechnet etwa 130 Veranstaltungen pro Jahr. Darunter sollen 70 Konzerte und Shows sein, darüber hinaus 50 Sportevents und zehn weitere Veranstaltungen wie etwa Hauptversammlungen und Messen. 800 neue Voll- und Teilzeitarbeitsplätze sollen entstehen.


    Zwei Nachtansichten:


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    stadtarena_kaiserlei_(c)_turkali_architekten_04.jpgBilder: Zvonko Turkali / Turkali Architekten


    Die verwendeten Informationen stammen unter anderem von der Website des Projekts, dort finden sich weitere Angaben.


  • Am Ende wäre es ja auch schön, wenn beide Hallen gebaut würden. Wirtschaftlich wäre es für FFM doch gut mit der hohen Anzahl von Hotelzimmern, der Messe, mehreren Hallen und einer Exzellenten Lage innerhalb Deutschlands/Europas Hotspot für Events und Veranstaltungen zu bleiben und diese Position weiter auszubauen. Glauben tu ich an die Halle am Kaiserlei aber nicht ...

  • Nochmal zur Erinnerung unten: So sollte die Halle am Kaiserlei im September aussehen (lt. Bericht von hessenschau.de).


    Man hat also seither nochmal in ein schönes Rendering investiert und einen "jederzeit begehbaren" Dachgarten erfunden. Wie sich der mit Sicherheitsanforderungen für eine Veranstaltungshalle vereinen lassen soll, wird nicht weiter ausgeführt. Abgesehen davon rechnet der Zyniker in mir da jetzt weniger mit einem Biotop und mehr mit irgendwas in Richtung "Dachgarten" Skyline Plaza, zumal selbst im Rendering der Ausblick nicht Richtung Skyline, sondern in Richtung des nächtlichen Offenbachs geht.


    Kommt nur mir das Gelände insgesamt sehr klein vor für eine Halle mit 13.000 Plätzen? Das ist eine Größe wie beim Dome in Düsseldorf. Wer schon mal da war weiß, wie es nervt, dass man da nicht richtig außen herum laufen kann - die Halle ist zwar ins Nirgendwo gebaut, das Grundstück selbst ist aber arg begrenzt. Ähnliches kommt mir beim Blick auf das Rendering von gestern in den Sinn. Die Halle hätte genau einen Eingangsbereich zum Main hin, auf der anderen Seite des Areals wäre der Umlauf nach meinem Verständnis des Renderings nur unterirdisch vorhanden - also zwangsläufig hinter den Drehkreuzen. Alles eher suboptimal.


    Und so ganz nebenbei wird jetzt noch ein "Sporttower" eingeplant, der da gebaut werden sollte? Nun denn, das wird sich dann wohl lohnen für diejenigen, die das Projekt jetzt pünktlich zum Wahlkampf pushen.


    https://www.hessenschau.de/tv-…1600248586534_v-16to7.jpg


    Der Vollständigkeit halber: So sah die Kaiserlei-Halle im September bei der FAZ noch aus. Hier sah man noch die Rückseite der Halle - dort sah es noch so aus, als seien dort weitere Eingangs-/Umlaufmöglichkeiten.


    https://media1.faz.net/ppmedia…eit/aus-der-traum-die.jpg



    Mod: Einbindungen in Links geändert. Bitte nicht direkt von Quell-Servern einbinden ("Hotlinking"), ansonsten immer Angaben zu den Bildrechten.

  • Das Grundstück am Kaiserlei ist insgesamt rd. 47.279 m² groß, das Konkurrenzprojekt The Dome muss am Flughafen mit 30.412 m² auskommen, Ob das jetzt viel oder wenig oder zu wenig ist, wer weiß? Zum Vergleich: das Grundstück der Eissporthalle nebst Außenbahn ist etwa 42.000 m² groß.

  • Wie nicht anders zu erwarten, gibt es nur kurze Zeit nach der Pressekonferenz zur "Arena am Kaiserlei" Neuigkeiten zum Projekt am Flughafen. Denn gestern lief die (verlängerte) Frist im Interessenbekundungsverfahren aus. Heute lässt die The Dome Besitzgesellschaft verkünden, sie habe am gestrigen Montag fristgerecht die Unterlagen für den Bau einer Multifunktionsarena eingereicht.


    Sicherlich interessanter ist, wer sich neben der Katz Group und der The Dome Besitzgesellschaft noch an dem Verfahren beteiligt hat. Und siehe da, die bereits am Kaiserlei interessierte Anschutz Entertainment Group (AEG) ist nicht weg, sie orientiert sich nur jetzt anders.


    Viertes Unternehmen, das Interesse am Bau einer Multifunktionsarena bekundet haben soll, ist CAA Icon. Über diese Gesellschaft ist nicht viel herauszufinden. Ich nehme an, sie soll als Projektentwickler für die AEG fungieren, welche dann Betreiberin wird. Ein ähnliches Modell wurde wohl in London bei "The O2" praktiziert (gebaut als "Millennium Dome").

  • Also wären es eher zwei Interessenten, die Katz-Group/Dome-Besitzgesellschaft (die Katz Group ist Mehrheitsgesellschafterin der Dome Besitzges.), AEG und CAA Icon, wenn die Annahme zutrifft, dass sie im Team auftreten.

  • ^^ & ^ Konkurrenz ist nicht das Schlechteste. Es wurde gesagt das vier Interessenten die Unterlagen abgefragt und erhalten haben. Drei Bewerber haben eingereicht während der mögliche vierte Abfrager sich zurzeit ausschweigt ob er angefragt hat. Das die Skyliner Projektgruppe oder ein Teilhaber dieser Gruppe abgefragt haben ist ja nicht verwerflich oder strafbar. Zumindest für sie nicht von Nachteil wenn sie wissen was beim 'befreundeten' Nachbarprojekt los ist.


    Das die Anschutz Entertainment Group (AEG) das Kaiserlei Projekt sehr detailliert kennt ist für ihre Bewerbung am Flughafen sicherlich nicht nachteilig. AEG und CAA Icon sind beides US Unternehmen und haben beide Referenzprojekte vorzuweisen. Ob sich daraus ein partnern der Beiden ableiten läßt, ich hab‘ da momentan meine leisen Zweifel was aber prinzipiell nicht auszuschließen ist. Jedenfalls macht es das Prj. für Team Katz nicht mehr zum Selbstläufer. Mir erscheinen alle Bewerber für die MuFuA am Flughafen recht erfahren und wirtschaftlich potent und das ist möglicherweise ein Manko für die Skyliner Projektgruppe für ihr Kaiserlei-Projekt.