Rekonstruktion Karstadt am Hermannplatz

  • Und darüber hinaus sind auf öffentlicher Seite zwei unterschiedliche Körperschaften zuständig: die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Bauamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.

  • Rekonstruktion Karstadt am Hermannplatz

    Neues zum Karstadt am Hermannplatz: Wie die BZ berichtet, wurde David Chipperfield von Benko mit dem Neubau beauftragt, der eine moderne Interpretation des Originalentwurfs erstellen wird, dh vor allem, dass statt der Muschelkalkfassade jene in Beton ausgeführt wird. Man darf annehmen, dass es sich dabei um die Beton-Stein-Mischungen handelt, die Chipperfield schon am Neuen Museum und an der J-Simon-Galerie benutzt hat.


    Das Kaufhaus wird dabei verkleinert und die Dachterrasse soll jederzeit frei und auch konsumunabhängig zugänglich sein. Bauzeit 2021-24.


    Wenn das wirklich so käme, wäre das ein Knaller!

  • Neues zum Karstadt am Hermannplatz: Wie die BZ berichtet, ...


    Die Fassaden also in Beton statt in Muschelkalk, aber auch zwei Türme mit Lichtsäulen. Der bisherige Bau wird abgerissen und anschließend wird neu gebaut, innen dann alles neu. Wenn ich mir die Visu von Chipperfield ansehe, bleibt aber der Teil zur Hasenheide erhalten, mit Muschelkalkfassade, der noch von vor dem Krieg stammt.
    Das Kaufhaus wird um 3.000 qm kleiner (dann 17.000 qm) und rechts oder links drei - vier Etagen des Neubaus belegen. Im Gebäude wird es auch einen öffentlichen Bereich mit Kindertagesstätte oder einer Bibliothek geben. Darüberhinaus Büros, Fitness und Markthalle, sowie in den Türmen Gastronomie und ein Hotel.
    Als Bauzeit werden drei Jahre veranschlagt (2021-2024) und kosten soll das ganze Projekt 450 Mio. Euronen.

  • Abriss Altbau neben Karstadt-Neubau?

    Wenn man sich die Visualisierung in der BZ so anschaut, könnte man meinen, dass der Altbau Hasenheide 6 für einen Neubau weichen muss, welcher links neben dem erhaltenen Karstadt-Vorkriegsbau entstehen soll. So wirklich Sinn ergibt das für mich nicht. Man würde ein intaktes Gebäude mit Wohnraum abreißen, damit man dort ggf. Büroflächen schafft, obwohl daneben ein riesiger Gewerbe-Hotel-Handels-Neubau entsteht, bei welchem sich zusätzlich die nutzbare Geschossfläche im Vergleich zu heute deutlich erhöht.

  • Die Rekonstruktion des ehemaligen Karstadtgebäudes am Hermannplatz ist schon sensationell. Der Bau war damals schon außergewöhnlich und wird es heute auch noch sein, weil es eine solche Art von Gebäude weder in Berlin noch in Deutschland und vermutlich auch nicht in Europa ein zweites mal gibt.


    Es ist sehr stark den amerikanischen Bauten der 20-er Jahre entlehnt und könnte auch aus einem Film wie Metropolis oder dergleichen stammen. Es wird auf jeden Fall ein Hingucker und eine weitere Attraktion für Berlin werden und ein Grund, mal nach Neukölln zu fahren.


    Ich bin mal gespannt, wie oft dieser Bau künftig als Filmkulisse herhalten muss, ich sehe schon, wie sich James Bond von einem der Türme abseilt :D:lach:


    Auch für den Investor lohnt sich das ganze, denn es gibt ordentlich Fläche oben drauf und die Dachterrasse wird bestimmt auch nicht schlecht sein, gibt wohl schlechtere Orte in Berlin zum Entspannen:D.


    Auch mit der Umsetzung kann man zufrieden sein, Naturstein wäre mir lieber gewesen, aber wenn der Beton die einzige Kröte ist, die man schlucken muss, dann bitte. Chipperfield steht zumindest für eine wertige Bauausführung!


    Auch wenn es keine Rekonstruktion im klassischen Sinne ist, freue ich mich irgendwie extrem auf diesen Bau. Er ist wirklich speziell und bringt so ein bisschen das New York der 20-er an die Spree. Ein win-win-win Projekt für alle!

  • Karstadt-Neubau am Hermannplatz

    Ich glaube es erst, wenn es richtig los geht, aber würde es sehr begrüßen.


    Wie wäre es ab jetzt mit einem eigenen Strang? Ist ja kein kleines Projekt.

  • Ich bin ja mal sehr gespannt, wie sich das Berliner Forum zu diesem Projekt positionieren wird. Es ist zwar eine Reko, aber vom Gebäudetyp und vom Stil nicht die klassische Reko, da weder barock noch klassizistisch und auch keine Gründerzeit, sondern eigentlich ein Bau der Moderne.


    Darf man die Moderne rekonstruieren?


    Ist es etwas anderes, diesen Bau zu rekonstruieren als z.B. einen Bau aus der Gründerzeit oder das Berliner Schloss? Haben es Gegner von Rekos die z.B. gegen das Schloss waren, hier leichter, dem zuzustimmen? Das sind Fragen die mich wirklich interessieren.


    PS: ich bin auch dafür, diesem Projekt einen eigenen Strang zuzuweisen!

  • ^^ Ich glaube die meisten Reko-Befürworter sind gar keine 100% Befürworter. Sie wünschen sich einfach nur ansprechende, harmonische Architektur mit Gestaltungswillen.


    Jedenfalls geht es mir so (sonst heißt es gleich wieder "Urban Freak verallgemeinert immer und denkt immer für alle sprechen zu müssen"...)


    Das ist einfach tolle Architektur - egal ob alt oder neu. So etwas wünsche ich mir. Neue Ideen, die schön, harmonisch, überwältigend, spannend oder sonst irgendwelche positiven Assoziationen bei mir hinterlassen, erfreuen mich immer.

  • Ich kann das auch nicht nachvollziehen. Anstatt das Ganze grundsätzlich positiv anzugehen, muss er erst mal klarstellen, dass er hier das sagen hat.
    Ein totaler Profilierungsneurotiker.

  • Schmidt fordert eine Kompensation für die Aufwertung. So denkt man im realexistierenden Sozialismus Berlins.


    Zumindest in diesem Bezirk hat man die Stadtentwicklung regelrecht als Geisel genommen um Investoren zu erpressen. Aufwendige Gestaltung kann dabei auf keinen Fall herauskommen, da jeder zusätzliche Euro abgepresst werden muss um die Aufwertungsverlierer zu entschädigen.


    Ich befürchte, dass vielversprechende, architektonisch sogar großartige Projekt ist tot. :fiddle:

  • ^
    Karstadt kann alternativ ja auch die Mitarbeiter am Standort entlassen und sich dann auf den Standort Alexanderplatz konzentrieren.
    Vielleicht gefällt das dem Herren ja besser und entspricht mehr seiner politischen Einstellung.

  • Ich bin von dem Chipperfield-Entwurf absolut begeistert, er kommt dem Originalbau sehr nahe und wird den Hermannplatz zu einer echten Sehenswürdigkeit machen! Dass die Ökosozialisten das Projekt verhindern wollen, ist mal wieder typisch. Aber wer so eine ideologische Partei wählt, ist selber schuld, wenn am Ende alles beim Alten bleibt und aussieht wie nach 40 Jahren Planwirtschaft.

  • Ebenso wie ishish eine Seite zuvor habe ich mich gefragt, ob da echt der angrenzende Altbau in der Hasenheide abgerissen wird. Ich kann es mir jedoch bei bestem Willen nicht vorstellen. Ich denke eher, dass man bei der Visu etwas geschlampt hat in dem Bereich oder sich die Arbeit erleichtert hat. Natürlich ist der Wunsch hier Vater des Gedankens.


    Dass die X-Berger Grünen dagegen sind: wen wundert das? Ihre Wählerschaft beziehen sie aus dem großstädtischen, gut situierten, akademischen Gentrifizierer-Milieu, machen aber moralisch überhöht (und allein damit komplett arrogant) einen auf Milieuschutz, Anti-Großstadt und günstige Mieten. Wasser fürs Gewissen predigen aber Wein trinken.
    Ich sehe hier keine Logik, sondern nur einen pawlowschen Abwehrreflex gegen alles Neue - auch wenn es in altem Gewande daherkommt. Ein Ähnlicher Abwehrreflex wie die schlimmsten Schwarzen (politisch gesehen) auf dem Land in den BRD-1950er und -60er Jahren, erstickend geradezu...! Liberale zogen in die Städte, um frei zu sein. Heute muss man vor einengendem Spießermief bald aufs Land fliehen, um wieder atmen zu können :) Mein "besonderer Dank" also an solche Politiker wie diesen Kreuzberger Grünen (anderes Berliner Parteipersonal ist sooo viel besser auch nicht), die alles dafür tun, Berlin zu provinzialisieren, zu bremsen und Bullerbü daraus zu formen - darum bin ich vor 20 Jahren in die Stadt gekommen! Endlich holt mich provinzielles, enges, beschränktes und vor allem antiliberales Denken ein :nono:


    Nach etwas Hin- und Herschwanken würde es mir mittlerweile sogar besser gefallen, wenn sich die Neubaufassade farblich leicht von den drei Alt-Achsen abhebt. Kein Hau-Drauf-Kontrast, sondern ein feiner Wink an die Kenner und Interessierten, die damit weiterhin die Geschichte des Ortes (von der SS bei Kriegsende gesprengt!) erkennen und nachvollziehen können. In etwa wie bei der Dresdner Frauenkirche, wo ich die (noch) farblich abgesetzten neuen Steine extrem reizvoll finde - man sieht noch, wie die Ruine aussah. Gibt dem ganzen eine Schicht mehr Tiefe.


    Neben dem Berliner Schloss ist der Karstadt am Hermannplatz für mich "der" Meilenstein an Rekos in Berlin. Der beste Vertreter der "amerikanischen" Architektur, die nur ein kurzes, aber umso intensiveres Gastspiel in Berlin zwischen ca. 1925 und 1932 hatte.


    Ein brilliantes, edles, repräsentatives, ikonenhaftes Großstadtgebäude - ich freue mich wahnsinnig drauf! Wer da ins Bier heult, ablehnt, mäkelt, moralisiert und jammert ist bescheuert und als Bewohner Berlins eigentlich unwürdig. Dann geh doch zu Netto / aufs Kuhdorf! :)

  • Einige müssen hier natürlich wieder ihr übliches peinliches Gepolter auf Stammtischniveau bringen.
    Es dürfte klar sein, dass so ein Projekt diverse planungsrechtliche Hürden nehmen muss.


    Und auch ich bin mehr als skeptisch, ob das Projekt jemals realisiert werden kann - das hat aber nichts mit X-Berg zu tun. Auch in Zehlendorf wäre das mehr als fraglich.


    Ja, auf den Bildern zumindest sieht es recht schick aus. Ob die äußerliche Anlehnung an die Vorkriegsikone in Beton am Ende wirklich gut wird, muss man sehen (falls es dazu kommt). So richtig sauber und ansprechend (wie auf den idealisierten Visus) sieht Beton nur bei wirklich sehr guter Qualität aus.


    Ich würde mich freuen, wenn's was wird, würde die Realisierungswahrscheinlichkeit aber nur mit 5 - 10 % ansetzen.

  • Ich kann aus dem Tweet nicht rauslesen, das Schmidt oder die Grünen grundsätzlich gegen das Vorhaben sind. Er beschreibt halt nur wie es ist. Alle tatsächlich Betroffenen, also Nachbarn und Anwohner werden das bestimmt ähnlich sehen und auch der Investor wird keinen Schnellschuss wollen.


    Das Original war eine faszinierendes Gebäude, aber auch eins, welches die Gegend dominiert hat. Wenn die Fassade mit modernen Kunststein jetzt sogar heller wird, wie die Visu nahe legt, wird die Dominanz noch deutlicher. Es ist klar, dass man das nicht durchwinken wird. Dafür wird es detaillierte Planung bezüglich der Stadtverträglichkeit geben müssen.

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    Stimmt, Backstein, hat nichts direkt mit Kreuzberg zu tun. Verhinderungsmentalität und Abwehrreflexe gibt es leider überall. Hier kräht halt der Bezirkspolitiker, anderswo, z.B. in Zehlendorf gäbe es eine wohl organisierte Bürgerinitiative. Ich finde, das sind traurige Verhaltensweisen für eine 4-Millionen-Stadt und (sehr bald) größte Stadt der Europäischen Union. Sind Londoner oder New Yorker auch so oder ist denen bewusst, wie geil eine Weltstadt mit ihrem Tempo ist? Shanghaier nenne ich gar nicht erst...


    So pessimistisch wie Backstein sehe ich die Realisierung bei weitem nicht. Ich gebe ihr satte 80%. Irgendwann kriegt der Baustadtrat eine von oben verpasst und gibt Ruhe, aber er hat seine Rolle ja gespielt. Was ich indes glaube, ist dass eeeewig rausgezögert wird. Tja, vermietet der Eigentümer seine Läden eben später und teurer - besser wird die Welt dadurch nicht. Fertigstellung bis 2029 ist angepeilt...

  • ... ich gehe mal davon aus, dass der Baustadtrat Schmidt hier eifrig mitliest und somit einen weisen Entschluss treffen wird ... ähnlich dem den er auch am Hafenplatz getroffen hat, nachdem wir hier ein wenig Rabatz gemacht haben ;-)