Bremen: Am Brill - Ex-Sparkassen-Areal - 4 Hochhäuser - Planung

  • Bremen: Am Brill - Ex-Sparkassen-Areal - 4 Hochhäuser - Planung

    Das Ex- Sparkassen Areal wird neu bebaut, erste Pläne wurden von vorgestellt.
    Ausführender Architekt wird aller Wahrscheinlichkeit Daniel Libeskind sein.


    Der Altbau bleibt bestehen, alle anderen Gebäude auf dem 11 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Brill, Hankenstraße, Jakobistraße und Bürgermeister-Smidt-Straße werden abgerissen.


    Geplant sind 4 Türme in aufsteigender Höhe. Der niedrigste Turm im Libeskind-Entwurf nimmt die Höhe des historischen Sparkassen-Gebäudes auf. Höhen wären dann: 24m, 45m, 68m, 96m.
    Alle Hochhäuser wären an der Hankenstraße plaziert, wie eine Kette aufsteigend, in ovalen Grundrissen.
    Die Fassaden sollen mit Kletterpflanzen begrünt werden.


    Der Weserkurier hat folgende Grafik erstellt:


    https://abload.de/img/libeskindqykmw.gif


    Da alles leider noch sehr geheim ist und bisher leider keine offiziellen Renderings veröffentlicht wurden, erstellte ich einmal eine Baumassenstudie über Google Earth. Fassaden sind natürlich nicht als Real anzusehen.


    Bilder vergösserbar:





    Bilder: Google Earth, Design: Adama






    Quellen:


    https://www.weser-kurier.de/br…uermen-_arid,1807382.html


    https://www.butenunbinnen.de/n…-sparkasse-brill-100.html


    https://www.bild.de/regional/b…-brill-60160006.bild.html

  • Toll...

    hoffentlich machen die Spiessbürger und Miesepeter das tolle Projekt nicht kaputt. Auch Bremen muss moderner und innovativer werden.
    Ich liebe die Stadt, aber sie muss einfach mal n paar Akzente setzen.

  • Ich muss sagen, dass der Entwurf an sich nicht schlecht ist und durchaus Qualität besitzt. In Frankfurt oder Berlin könnte ich mir das sehr gut vorstellen.


    In der Bremer Innenstadt ist der Entwurf aber völlig daneben, er würde die gesamte Altstadt und die gesamte Silhouette völlig verändern. Und das nicht zum Positiven. Wäre man fair würde man den Entwurf einmal im Kontext mit den Türmen der Altstadt zeigen. Tut man aber nicht und man weiß, warum.


    Ich mag Hochhäuser, es gibt nach meiner Meinung davon viel zu wenig in Deutschland, besonders so gut konzipierte wie in diesem Beispiel. Aber es muss zur Identität und Geschichte der jeweiligen Stadt passen und die direkte Altstadt im Bereich des Bremer Welterbes ist dafür meiner Meinung nach nicht geeignet.


    Aber man wird es trotzdem bauen, weil man will ja modern sein und blabla. Es kommen die Phrasen, die man immer dann hört. In 30 Jahren wird man dieses Projekt als kolossalen Fehler ansehen. Aber gut, jede Stadt ist seines eigenen Glückes Schmied.

  • ^Ohne jetzt auf deinen Post Miesepetrig reagieren zu wollen, Odysseus, aber die in Post #1 gezeigte Bebauung rings um diese Projekt scheint mir jetzt auch nicht gerade der Burner zu sein. Was ich aber verstehe, die glaslastigen Türme passen nicht ins Stadtbild. Ich vermute auch das z.B. eine Klinkerfassade eher ins nordische Stadtbild passen würde. Trotzdem empfinde ich den Entwurf als sehr wertig und weit davon entfernt eine kommende Bausünde zu sein. Mal davon abgesehen ist auch die große Frage ob die Nachbarbebauung in einigen Jahren überhaupt noch so aussieht oder ob das Projekt nicht eher als Initialzündung für die ganze Nachbarschaft fungiert. Das Argument mit der Stadtsilhouette ist natürlich immer DAS Totschlagargument. Auf den von Adama gezeigten Baumassenstudien glaube ich aber erkennen zu können, dass die Türme von den historischen Kirchtürmen weit genug entfernt stehen. Wenn man sich anschaut was z.B. in München oder Stuttgart momentan teilweise für ein Müll gebaut wird ist dieses Projekt Balsam fürs Auge.

  • @ Regent


    ich finde, an diesem Bremer Projekt wird eines der generellen Probleme des deutschen Städtebaus mal wieder offensichtlich. Mangelnder Repekt vor dem Ort, an dem man baut.

    Ich habe ja versucht differenziert darzulegen, dass der Entwurf an sich durchaus Qualität besitzt. Ich stelle mir nur die Frage, ob man sich vorher überlegt hat, wo man baut und was fern ab von Renditefragen für den Ort angemessen ist.


    Soweit ich weiß, gibt der aktuelle Bebauungsplan solche Bauten nicht her, also musste man seitens des Investors schon etwas auffahren, um von der Stadt eine Baugenehmigung zu bekommen und da engagiert man eben einen großen Namen, der sogar bei den Türmen einen, isoliert auf das Projekt gesehenen, doch recht guten Entwurf abliefert. Ich finde, bei den Sockelbauten wird es dann schon wieder deutlich düsterer, was die Qualität angeht. Aber seis drum.


    Trotzdem will ich daran erinnern, wo man hier baut. Nämlich im Herzen der historischen Bremer Altstadt, 600 m vom historischen Marktplatz entfernt, der immerhin Unesco-Welterbe ist. Und da frage ich mich, ob es wirklich 4 Hochhäuser von dieser Massivität im historischen Zentrum braucht. Denn wenn man den Bebauungsplan jetzt ändert und diese Bauten zulässt, bekommt man diese nie wieder weg.


    Viele andere Städte wie Dresden, Lübeck, Frankfurt, Postdam etc. setzen aktuell in den historischen Kernen auf eine völlig andere Entwicklung, weg von den Großstrukturen, hier zu mehr Kleinteiligkeit und Wiedergewinnung von übersichtlicheren Quartieren.


    Für mich sind diese Bremer Pläne einfach städtebaulich auf dem Stand der 70-er Jahre, wo man in vielen deutschen Großstädten auch solche Halbhochhäuser an wichtigen Sichtachsen aufgestellt hat. In den allermeisten Fällen gelten diese heute als Bausünden.


    Der Entwurf mag sogar architektonisch durchaus reizvoll sein und hätte außerhalb des Altstadtrings durchaus meine Zustimmung. Aber im direkten Zentrum ist er meiner Meinung nach einfach völlig falsch und wird perspektivisch ein städtebauliches Problem.

  • Ich gebe dir prinzipiell durchaus recht, nur sieht die Umgebung für mich nach allem aus, nur nicht nach historischer Altstadt. Mag sein das diese in der Nähe beginnt, aber welche Nachbargebäude sind denn hier wirklich historisch?

  • @ Regent


    wie du siehst, steht in diesem Quartier sogar noch der historische Eckbau der Sparkasse. Aber klar, geade in diesem Teil der City sind viele Gebäude im Krieg zerstört worden und noch mehr wurde danach einfach abgeräumt.


    Jetzt kann man natürlich sagen, was weg ist ist weg und alles im historischen Kern außerhalb des Marktplatzes ist eh verloren und frei gegeben für was auch immer.


    Oder man versucht im Kern Bremens den Charakter der Altstadt in Teilen zumindest fortzuentwickeln oder wiederherzustellen. Das ist über einzelne Rekos möglich, über angepasste Neubauten wie in Lübeck oder zumindest über eine Beibehaltung von Gebäudeparzellen und Traufe, wie sie in historischen Innenstädten typsich sind.


    Wenn man nun diesen Hochhausentwurf umsetzt, ist es faktisch das Ende der historischen Bremer Innenstadt. Denn hier geht es um eine fundamentale städtebauliche Entscheidung, nicht um eine architektonische. Eine Fassade an einem Bau kann man nach 20 Jahren abreißen. Ändert man aber den Bebauungsplan und lässt diese Baumasse zu, wird dies kein Eigentümer je wieder aufgeben.


    Und wie will man verhindert, dass der Grundstücksbesitzer eine Straße weiter nicht jetzt auch das will, was man hier gewährt. Am Ende hat man einen Wildwuchs an Baumassen. Aber wie gesagt, wenn Bremen das so will, dann ist es so. Es ist ja Wahl und wenn eine Mehrheit zustande kommt, die das vertritt, dann muss man damit leben.


    Ob das für Bremen gut ist, wird dann die Zeit zeigen.

  • Ein ganz herrlicher Entwurf und ich finde das er sich sogar sehr gut einfügt und dabei Respekt bewahrt. Zugleich optisch in die Zukunft weisend, zusätzlich zu den zahlreichen Begrünungen und der Öffentlichkeit und Durchwegbarkeit.
    Es wird sicherlich noch Änderungen geben, wahrscheinlich wird etwas an Höhe gekappt, aber selbst dann würde das gelungene Grundkonzept noch passen.


    Danke fürs Einstellen!


    Hier die Hauptvisualisierung noch in groß (klickbar):


    Bild: https://abload.de/img/bremen-exerior_73fjht.jpg


    Bild: Studio Libeskind

  • Wer sagt eigntlich, dass auf die Kirchtürme vergangenener Jahrhunderte keine neuen Türme mehr folgen dürfen? Warum ist das mangelnder Respekt?


    Wirklich mangelnder Respekt einer Institution – der ev.-luth. Kirche – gegenüber, die seit Jahrzehnten massiv an Mitgliedern verliert?

  • Ein interessanter Entwurf!


    Leider steht er am völlig falschen Platz. Dieses Ensemble passt nicht zur Bremer Innenstadt und es passt nicht in diese Gegend hinter dem Brill.
    Ich lebe seit lange Zeit in Frankfurt, hier gäbe es eine Vielzahl von Orten, wo der Liebeskind Entwurf sich gut einfügen könnte. Denn die einfache Regel lautet: Hochhaus gehört zu Hochhaus.


    Als Solitär(e) dagegen wirkt es auf den Betrachter verstörend, erdrückend und zerstörend für die Umgebung. Auch in Ffm gibt es dafür historische Beispiele - den Silberling (ex Dresdner Bank) im gründerzeitlichen Bahnhofsviertel, den MesseTurm allein vor sich hin stehend am Messegelände. Dies ist mitterweile durch eine Vielzahl neu hinzu gekommener Hochhäuser geheilt worden. Doch ist dies für Bremen eine realistische Perspektive?


    Dazu betrachte man die ökonomische Komponente. Wie soll die zukünftige Nutzung aussehen? Der WK nennt: Büros, Bildungseinrichtungen, ein 5-Sterne-Hotel, Einzelhandel, Studentenwohnheime, ein "Kulturhaus", Seniorenwohnungen, Luxusappartements. Mit anderen Worten...es gibt überhaupt kein Konzept. Für Einzelhandel, 5-Sterne-Hotel und Luxusappartements ist die Gegend viel zu abgerockt und zu weit weg vom eigentlichen Zentrum. Für Studentenwohnheime oder ein Kulturhaus ist die Bausubstanz zu teuer.


    Ich bezweifele, dass dies in Bremen umgesetzt werden kann geschweige denn, dass diese Vorhaben eine Finanzierung bekommt.

  • Unangemessene Geste

    Der Entwurf ist eine vollkommen unangemessene Geste an diesem Ort und fügt sich nicht in die Maßstäblichkeit der Umgebung ein.
    Hochbauten können durchaus ihren Platz in Bremen finden, dann aber an einem angemessenen Standort und ggf. als Cluster, z. B. in der Überseestadt.

  • zu #12:


    Was für n Quatsch:
    Ersteinmal kommt ein Kontrast immer gut. Zweitens reden wir hier von 100 Metern, die nimmt man 2 Straßen weiter nicht mal mehr wahr.
    Drittens: ein Hochhaus muss immer den Anfang machen und setzt man gleich 4, also es wird keines alleine rumstehen.

  • ^


    Zunächst mal danke für das Attribut "Quatsch"!


    Zur Wahrnehmung braucht man wohl eigentlich nicht zu betonen, dass ein Hochhaus deutlich über der üblichen Traufhöhe geeignet ist, ein ganzes Stadtbild zu verändern.
    Ob Kontrast "immer gut" kommt, hängt immer von den Umständen in der Umgebung ab. Nicht immer, aber meistens dominieren Hochhäuser ihre Umgebung. Und nicht immer, aber oft auch auch negative Weise. Dass dies in architektur-typischer Scheuklappenmanier nicht immer aber häufig ignoriert wird, erkennt man daran, wenn in Renderings die Umgebung wahlweise verfälscht, ignoriert oder unterdrückt wird.
    Um zum Thema 4 Hochhäuser auf einen Streich: Das ist aus rein ästhetischer Sicht ein valides Argument, wenn das Ensemble gut umgesetzt wird. Das ist bei diesem Entwurf (abgesehen vom ungeeigneten Standort) aus meiner Sicht der Fall. Aus ökonomischer Sicht sieht es jedoch komplett anders aus. Wenn die beabsichtigte Nutzung derart schwammig formuliert ist, liegt der Schluss eines wirtschaftlichen Fehlschlags nicht fern. Und eine Investitionsruine wirkt sich auch auf das ästhetische Empfinden negativ aus...sofern man die Scheuklappen abnimmt.