(Marstall-Areal) Königstraße 1-3, Hotel am Schlossgarten

  • Sorry, aber die ganze Diskussion zum jetzt Zeitpunkt ist doch sinnlos, solange wir überhaupt nicht wissen, wie die Gebäude am Ende aussehen werden.


    Ein Totalabriss hätte einen neuen Bebauungsplan gefordert und wir kennen all die Diskussion im Gemeinderat damals um das Dorotheen Quartier am Ende dauert dies Unterumständen Jahre, bis der Bebauungsplan fertig wird. Wir sehen es gerade aktuell am Gebiet um die Bahndirektion, hier sollte der Bebauungsplan auch schon längst fertig werden und jetzt verzögert er sich erneut um ein Jahr, da man sich nicht einig ist usw.


    Man darf nicht vergessen, dass die Mietverträge jetzt zum Ende des Jahres auslaufen und somit die LBBW Immo schneller mit dem Umbau der einzelnen Gebäude beginnen und auch wieder schneller bei Fertigstellung Miete kassieren kann. Ein Abriss und ein Neubau in der Größe dauert einfach länger als ein Umbau und ich will gar nicht davon reden, wie lange es braucht, eine Baugenehmigung zu erhalten.


    Warten wir einfach mal ab, bis die ersten Visualisierungen auftauchen.

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    Die Antwort auf die gute Analyse von Dir, sollte imho nicht in Abwarten enden, sondern in einer Taskforce die ein Ziel hat einen Masterplan für Stuttgart aufzustellen, der u.a. gewünschte Geschosshöhen und ähnliches beinhaltet. Darauf aufbauenden Initiativen, die neue Bebauungspläne erstellt für zumindest alle Innenstadtbezirke, bei denen neben größerer erlaubter Baumassen in allen eine Mischnutzung (Büro/Gewerbe/Wohnen) stehen sollte, wegen dann höheren erlaubten Dezibel Werten.


    Zusätzlich sollte man Orte markieren, die besonders wichtig für Stuttgart sind, die deswegen bevorzugt/schnell bearbeitet werden und dieser Bereich wäre einer.

  • Ein Totalabriss hätte einen neuen Bebauungsplan gefordert ...

    Nicht unbedingt. Soweit die Grundzüge der Planung unverändert bleiben (gleiche GFZ, gleiche GRZ, gleiche Anzahl der Geschosse und gleiche Dachform), ist ein neuer B-Plan nicht notwendig. Du brauchst ganz sicher eine Baugenehmigung, aber nicht unbedingt einen neuen B-Plan. Ein B-Plan würde nur dann notwendig werden, wenn das neue Bauvorhaben (deutlich) größer werden würde als der alte Bestand. Sprich: wenn sich die Grundzüge der Planung verändern würden. Das ist hier aber nicht gesagt. Wir wissen nicht, ob die Neuentwicklungen wirklich größer wird, höher wird bzw. über ein größeres Bauvolumen verfügt.


    Stell dir mal vor, du hast ein Wohngebiet mit 100 Einfamilienhäusern. Jetzt reißt ein Bauherr ein Einfamilienhaus (EFH) ab und baut ein neues EFH. Glaubst du, dass ein neuer B-Plan für dieses Wohngebiet aufgestellt wird, nur weil ein einzelner Bauherr neu bauen möchte?


    Es gibt gute Gründe, davon auszugehen, dass die Neuentwicklungen das gleiche Bauvolumen haben werden als der Bestand. Die Neuentwicklungen werden sicher nicht weiter in den Schlossgarten reichen, also die gleiche Grundfläche aufweisen als bisher. Und die Traufhöhe an der Königsstraße wird auch nicht höher ausfallen als bisher. Einzig der Hotelturm könnte höher werden. Aber das ist alles reiner Spekulatius.

  • Oder anders gesagt, wenn die LBBW die Gebäude abgerissen hätte, dann hätte die Stadt stärker mitgeredet. Einige Stadträte wollten an dieser Stelle nicht nur Einzelhandelsgeschäften oder Büros, sondern auch ein Konzerthaus, die Interimsoper oder eine Art Multifunktionshaus stehen sehen. Nur ist an dieser Stelle aber keine Kultureinrichtungen dieser Art erlaubt, so müsste der Bebauungsplan geändert werden.


    Da die Gebäude nicht abgerissen werden und es dort kein Konzerthaus und Co. geben wird, hat sich das Thema Bebauungsplan je erledigt.

  • Nutzungsänderung ist natürlich ein Argument. Habe die Artikel in StN und STZ dazu nicht gelesen.


    Aber mal ehrlich, welche neuen Nutzungen sollen hier große Änderungen bringen? Büros, Einzelhandel und Hotel haben wir an dieser Ecke schon heute. An irgendwelche neuen, kulturellen Nutzungen, die hier den großen Aufbruch bringen sollen, glaubt doch ohnehin nur der Weihnachtsmann, oder? Neu wäre vermutlich nur die Wohnutzung, wenn neue Wohnungen gebaut werde. Und diese Wohnungen werden nur für den größeren Geldbeutel erschwinglich sein. Na ja, warten wir's ab.

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    Zumindest in Stgt-West und Süd muss bei jedem Abriss gebettelt werden, wenn die Bebauungspläne vor dem Krieg erstellt worden sind, wenigsten die gleiche Baumasse wieder bauen zu können. Diese Gebiete sind nach den gültigen Bebauungsplänen überbaut und brauchen entweder einen "Mutigen" im Bauamt oder einen neuen Bebauungsplan

    Ich vermute das Gleiche in der Innenstadt.

  • Wenn sich hier nicht grundlegend was ändert kannst du mit dem Sockelgeschoss machen was du willst, ..

    Wenn man den lausigen Sockel zurück bauen würde, wäre das doch bereits eine grundlegende Veränderung. Die Entfernung des Sockels wäre ein Quantensprung für dieses Quartier.

  • Ich würde gerne wissen wie sich Architektur-Fan den Sockel vorstellt, ...

    Bisher wirkt dieses Sockelgeschoss wie eine Spange, die alles zusammenhält. Ich stelle mir das so vor, dass der gesamte zusammenhängende Komplex in einzelne, frei stehende Blöcke aufgeteilt wird.


    Du hast es ja bereits selbst gesagt. Die Überdachung der Theaterpassage entfernen, so dass die Theaterpassage keine Passage mehr ist, sondern eine ordentliche Gasse wird, von der aus der Passant den Himmel sieht, wenn er nach oben schaut. Und dann sollte man das Quartier so aufbrechen, dass ein paar Meter weiter nochmal eine weitere Wegeverbindung entsteht. Parallel zur Theaterpassage. Vielleicht dort, wo der Bereich der Baden-Württembergischen Bank beginnt. Denkbar wäre auch, das Quartier so aufzubrechen, dass die Kronenstraße einfach bis zum Schlossgarten weitergeführt wird.


    Um zu sehen, wie das Ganze ohne Sockelgeschoss aussehen könnte, muss man nur auf die gegenüberliegende Seite der Königstraße gucken. Die gegenüberliegende Seite der Königstraße verfügt über ganz normale Blockstrukturen. Der Bereich von Hauptbahnhof bis zur Kronenstraße und von der Kronstraße bis zur Thouretstraße stellt sich jeweils als Block dar, der in verschiedene Fassadenabschnitte gegliedert ist.

  • Und was soll das letztlich bringen? Gut, dann kann man durchlaufen, und dann? Noch mehr enge Gassen wo der Pöbel rumhocken kann.

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    Das von Dir beschriebene wird kommen, so habe ich zumindest die Ankündigung verstanden. Was jedoch noch keinen Passanten dazu animiert durch diese Gassen zu gehen, da braucht es etwas was einem am Anfang der Königsstraße abdriften lässt. Ich bin auch sicher das Menschen die heute zum ersten Mal diese Ecke in Stuttgart besuchen, viele schon an der Touristen Info vorbeilaufen und selbst die sie ansteuern danach "hochrennen" zum Schlossplatz. Das man relaxt auch im Park laufen könnte, bedarf eines Magneten und das wäre idealerweise die Außenbewirtung und diese wird es schwer haben nur mit Himmelblick, wenn man kaum Sonne hat.


    Reißt man den Block wie von Dir beschrieben auf, wird es besser, ich würde zusätzlich die Decke zum EG zumindest in einem Block herausnehmen, in der Hoffnung dann noch mindestens ein Stockwerk auf das Gebäude darauf zu setzen, damit man hier die Gebäude mit einem Entree von mindestens 6m Höhe bekommt, das wenige störende Säulen hat, durch das man bis zum Park von der Königstrasse aus schauen könnte. Damit man durchschauen kann, muss man den Raum bespielen mit vielen kleinen pop-up Ständen und mit wechselnder Streetfood, die man draußen im Park genüsslich essen kann.

  • Und was soll das letztlich bringen? Gut, dann kann man durchlaufen, und dann? Noch mehr enge Gassen wo der Pöbel rumhocken kann.

    Lol ... was das bringen soll?


    Nun, was bringt die Kronenstraße? Was bringt die Lautenschlagerstraße? Was bringen Wegeverbindungen denn überhaupt? Die braucht man doch alle nicht, oder? Wer die Lautenschlagerstraße entlang läuft, kann genauso gut auch die parallel verlaufende Königsstraße hochlaufen. Nach diesem Argumet könnte man die Lautenschlager dicht machen und mit Wohnungen bebauen. Erstens, weil es alternative Wegeverbindungen gibt. Und zweitens, weil eine mit Wohnungen zugebaute Lautenschlagerstraße den dringend benötigten Wohnraum bringen würde. Also worauf warten wir? Machen wir die Lautenschlager dicht, oder?


    Neue Wegeverbindungen erhöhen die Durchlässigkeit eines Areals. Dieses Areal ist bisher ein undurchlässiger Riegel. Vielleicht gibt es ja Leute, die von der Kronenstraße rüber an die Oper/Neckarstraße/Staatsgalerie laufen wollen. Die Kronenstraße hat für Passanten ein ziemlich großes Einzugsgebiet. Immerhin reicht die Kronenstraße bis zur LBS und Berufsakademie rüber. Und dann geht's ja noch die Staffeln hoch in die Panoramastraße. Viele PkW-Fahrer aus dem Umland parken auf der Halbhöhe kostenlos, laufen dann die Treppen zwischen LBS und Berufsakademie runter und gelangen dann über die Kronenstraße in die Innenstadt. Es gibt genug Passanten in der Kronenstraße, so daß sich neben der Theaterpassage eine weitere Wegeverbindungen in Richtung Oper/Neckarstraße/Staatsgalerie lohnen würde.

  • Die Theaterpassage läuft ja auch kein normaler Mensch mehr lang. Wieso auch, um im Park angepöbelt zu werden? Oder beim Essen von bettlerbanden belästigt zu werden? Was meinst du denn warum die Sternegastronomie im Schlossgartenhotel reiss aus genommen hat. Man hat das komplette Umfeld verkommen lassen und meint jetzt mit einer neuen Fassade wird sich daran was ändern. Das ist gelinde gesagt ein Witz!

  • Wenn da niemand läuft, liegt das nicht daran, dass da niemand laufen möchte. Vielmehr wird es wohl daran liegen, 1) dass es keine Wegeverbindungen gibt oder 2) dass die bestehenden Wegeverbinungen einfach schlecht sind.


    In diesem Fall gilt halt Punkt 2). Die bestehende Wegeverbinung ist schlecht, weil sie keine Aufenthaltsqualität besitzt. Wenn dort die Obdachlosen rumhängen mit der Bierdose in der Hand, ist das doch kein Wunder. Die Theaterpassage bietet alle Vorraussetzungen dafür, dass sich dort sozialen Randgruppen wohlfühlen.


    Übrigens:

    Das gleiche Problem gibt es auch an der Paulinenbrücke. Auch dort haben wir einen öffentlichen Raum, der überdacht ist. Auch dort stehen die Leute rum, die zuviel Dosenbier trinken. Die Theaterpassage und die Paulinenbrücke haben die Gemeinsamkeit, dass beide in der Nachkriegszeit gebaut wurden. Wenn sich die Nachkriegsarchitektur häufig zu Anziehungspunkten von sozialen Randgruppen entwickelt, sagt das viel über die Qualität der Architekur aus. Die Architektur der Nachkriegszeit ist halt häufig Schrott, auch wenn das viele hier im DAF (insbesondere im Berliner Unterforum) nicht hören wollen.

  • In der letzten Zeit konnte ich zumindest tagsüber in der Passage selber keine Obdachlosen sehen, die waren eher dahinter im Park anzutreffen.


    Ich glaube an der Ecke und dahinter gilt mal wieder das Stuttgarter Prinzip, dass man es einfach zu lange hat links liegen lassen. Wenn die LBBW nun den Gebäudestreifen umbaut/erneuert und dabei die Passage "entfernt", dann sollte die Stadt etwas Geld in die Hand nehmen und das Areal dahinter kräftig aufwerten.

  • Zitat von Regent

    Was meinst du denn warum die Sternegastronomie im Schlossgartenhotel reiss aus genommen hat. Man hat das komplette Umfeld verkommen lassen und meint jetzt mit einer neuen Fassade wird sich daran was ändern. Das ist gelinde gesagt ein Witz!

    Das Restaurant im Schlossgartenhotel hat nicht aufgrund des verkommenden Umfelds zurzeit geschlossen, sondern aufgrund der langen Schließung durch Corona. Bei denen ist erst mal die Luft raus und auch haben sich die meisten Mitarbeiter dort in der langen Zeit umorientiert. Denen fehlt einfach jetzt gutes geschultes Personal für eine Öffnung des Restaurants. Das Problem haben zurzeit aber die allermeisten Hotels und Gastronomiebetriebe in Deutschland. Bevor der Job gekündigt wird, sucht man sich als Mitarbeiter was anderes Krisensicheres. Ist doch logisch.


    Nach einem Bericht in der StN wartet man erst mal ab, wie sich die Coronalage entwickelt. Auch ist das Restaurant im Gebäude des Schlossgartenhotels und dass wird ja nach den Plänen der LBBW bis zu den Grundmauern entkernt, da hätte das Restaurant irgendwann je zu machen müssen. Ein Sterne-Restaurant inmitten einer Baustelle würde wohl kaum lange überleben.


    Das keiner durch die Theaterpassage läuft, hat vielleicht einen andern Grund. Der Stuttgarter hat je ein generelles Problem durch Unterführungen sowie durch Passagen, die nicht lichtdurchflutet sind, zulaufen oder sich in S- oder U-Bahnhöfen aufzuhalten. Deshalb soll auch die U-Bahn oder der Bahnhof weiterhin lieber oberirdisch als unterirdisch durch die Stadt fahren usw. (kleine Stichelei ;)) Nicht böse sein :)

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    Das keiner durch die Theaterpassage läuft, hat vielleicht einen andern Grund. Der Stuttgarter hat je ein generelles Problem durch Unterführungen sowie durch Passagen, die nicht lichtdurchflutet sind, zulaufen oder sich in S- oder U-Bahnhöfen aufzuhalten. [...]

    Hmm, wenn ich auf der Königstraße an der Theaterpassage stehe, dann gibt es im Moment leider wenig Gründe, warum ich dort durchlaufen sollte. Gehen wir es mal durch und ignorieren mal alles direkt an und in der Passage: Die Kultureinrichtungen geradeaus weiter sind im Normalfall eher marginal interessant, der Ferdinand-Leitner-Steg links führt direkt zur S21-Baustelle bzw. von dort kann ich dann entscheiden, ob ich nach links zurück zum Hauptbahnhof gehe (also fast im Kreis gelaufen bin) oder ich kann mit einem Riesenumweg zum Planetarium oder zur Haltestelle Staatsgalerie laufen. Ok, das ist bald vorbei mit der Baustelle aber später ist da auch nicht mehr. Zurück zur Passage: Wenn ich statt nach link nach rechts gehe, dann kommt da der Eckensee der jetzt auch nicht sooo aufregend ist. Höchstens vielleicht zum Sonne tanken, aber seitdem die Gänse sich dort niedergelassen haben und alles als Toilette nutzen, gleicht die zur Königstraße liegende Seite einem Spießrutenlauf. Auch nicht gerade prickelnd. Gut, wenn ich Lust habe, dann kann ich von dort weiter in Richtung Charlottenplatz laufen oder zurückschwenken in Richtung Königstraße auf den Schlossplatz (der sich zum Sonne tanken auch viel besser eignet). Das kann ich aber auch haben, wenn ich auf der Königstraße bleibe.

  • In Minute 4:50 sieht man hier kurz, wie Königstraße 1 in den 80ern ausgesehen hat:

    Die Aufstockung, das moderne Dach mit Begrünung und die vorgesetzte Steinfassade mit den grünen Elementen kam dann wohl in den 90ern. Beim ehemaligen Hertie/Karstadt Sport und dem BW-Bank Gebäude ist es wahrscheinlich ähnlich. Genau wie jetzt geplant gab es also schon vor 30 Jahren eine Neugestaltung der Fassaden.