Kudamm-Tower auf dem Karstadt-Areal

  • sondern der Hochbau ü60m soll komplett zum Erliegen kommen

    Meines Wissens sind in Berlin gerade drei Hochhäuser Ü130m im Bau, bei einem steht der Baubeginn unmittelbar bevor und vier weitere sind in der konkreten Planung (Hines wegen des unklaren Status' nicht mitgezählt). Zwei dieser Projekte werden aktuell (und sehr wohlwollend) vom Baukollegium begleitet. Bei den anderen Projekten für den Alex wird das nicht anders.


    Wenn Du es nötig hast, mit solchen Übertreibungen zu arbeiten, kann ich Deine Argumentation nicht ernst nehmen. Das ärgert mich besonders, weil man über Lüschers Vorstellungen ja durchaus streiten kann. Sachlich erschwert wird das, wenn sie von Dir gleich in den Kontext einer dezenten Verschwörungstheorie gestellt werden.

  • Ehrlich gesagt kann ich am Kudamm eher auf Hochhäuser verzichten, als am Alex. Dort wünsche ich mir wirklich ein paar schöne Türme. Aber das mag jeder anders sehen. So lange es sachlich bleibt, folge ich hier sehr interessiert der Diskussion.

    bei einem steht der Baubeginn unmittelbar bevor und vier weitere sind in der konkreten Planung

    Es scheint also doch nicht so schlecht um die Hochhausplanung zu stehen. Passt nicht ganz zum Thema, aber könntest du die Projekte aufzählen?

  • ^ Si, claro!


    - Die drei im Bau sind Monarch (150 Meter), Covivio (130 Meter) und Edge East Side (140 Meter)

    - Unmittelbar vor Baubeginn steht der Estrel-Turm an der Sonnenallee (175 Meter)

    - in konkreter Planung sind

    1. das Signa-Hochhaus am Kaufhof Alexanderplatz (134 Meter),

    2. die zwei TLG-Türme anstelle des Hauses der Elektrotechnik, zu denen gerade der Wettbewerb läuft (ca. 130 Meter), und

    3. ein weiterer Turm auf dem Covivio-Gelände an der Kreuzung Alexander-/Karl-Liebknecht-Straße (auch ca. 130 Meter, noch nicht ganz so konkret).


    Alle letzgenannten Planungen sind nach der Verkündung von Lüschers Rahmenbedingungen konkret geworden. Gar so tödlich, wie von Berlinier befürchtet, scheinen die Kriterien also nicht zu sein.

  • Meines Wissens sind in Berlin gerade drei Hochhäuser Ü130m im Bau, bei einem steht der Baubeginn unmittelbar bevor und vier weitere sind in der konkreten Planung (Hines wegen des unklaren Status' nicht mitgezählt). Zwei dieser Projekte werden aktuell (und sehr wohlwollend) vom Baukollegium begleitet. Bei den anderen Projekten für den Alex wird das nicht anders.

    Alle bekannten Hochhäuser, die sich momentan in Berlin im Bau befinden, sind nach den alten Regeln gemäß Bebauungsplan geplant worden. Das hat nichts damit zu tun, ob sie von Lüscher "wohlwollend begleitet" werden oder nicht, sie haben Bestandsschutz nach den alten Regeln.

    Es geht ja gerade um neue Bauplätze für HH, die fortan nach den neuen Regeln geplant werden müssen. Wenn ich kein Besitzer eines der Grundstücke bin, auf denen nach Bplan bereits Planungsrecht herrscht (die sind jetzt bald alle bebaut) dann muss ich mir nach den neuen Regeln ein Grundstück suchen, von dem ich glaube, dass sich die BK darauf einlassen könnte, hier was freizumachen. Da geht das ganze Theater dann los wie oben beschrieben.

    Alle letzgenannten Planungen sind nach der Verkündung von Lüschers Rahmenbedingungen konkret geworden.

    Irrelevant. Es geht um neue Bauplätze. Alle von dir genannten, sind vor Lüschers Regeln festgesetzt worden.

    (Der Estrel-Turm wäre als reiner Hotelturm z.B. verboten nach den neuen Regeln, abgesehen davon, dass die BK ihn nie genehmigt hätte, weil es ja kein HH-Umfeld ist)

  • 3. sehe ich nicht, warum die formulierten Kriterien Hochhäuser verhindern.


    4. redest Du von "wenigen Jahren "Investorenfreiheit". Was meinst Du damit? Wenn es das ist, was Du anstrebst, dann ist es genau das, was ich meinte: Dass die Kritik an den Baustadtrat und an Lüscher gar nicht auf bestimme Regulierungsversuche beschränkt ist, sondern die Institution selbst abschaffen will, weil sie eine radikale Deregulierung anstrebt und deswegen alles ablehnt, was nach Regulierung aussieht.

    zu 3.

    Sie verhindern vor allem "teure" (und damit auch hohe) Hochhäuser bzw. "hochwertige HH", wenn man die Analogie zwischen "teuer" und "hochwertig" ziehen will und das möchte ich, weil es meiner Erfahrung nach in 9 von 10 Fällen darauf hinausläuft, dass kostspielige Fassaden auch den besseren Eindruck machen.

    zu 4.

    Nein, ich habe das Wort bewusst in Anführungszeichen gesetzt, natürlich möchte ich keine totale Investorenfreiheit, sondern ich finde das Prinzip des europäischen Städtebaus, der mit Bebauungsplänen Rechtssicherheit, Kontrolle und Planung schafft, für sich genommen gut und erhaltenswert. Das sehen auch alle anderen Großstädte Deutschlands so, das sah ein Hans Stimmann so, ein Hans Kollhoff, ein Tobias Nöfer, ein Renzo Piano oder ein Meister wie I. Ming Pei. Nur Lüscher sieht das anders, sie möchte keine Rechtssicherheit und keine Planung im Sinne eines "Plans" (aka öffentl. einsehbares Dokument) mehr, sondern nur noch Kontrolle.

  • Nur Lüscher sieht das anders, sie möchte keine Rechtssicherheit und keine Planung im Sinne eines "Plans" (aka öffentl. einsehbares Dokument) mehr, sondern nur noch Kontrolle.

    Wie kommst Du darauf?

    Meinst Du den "Entwurf des Hochhauskonzepts für die City West"? Aber dabei handelt es sich doch um einen Entwurf, der gerade erst im Stadtentwicklungsausschuss beraten wird! (Es soll nach Angaben von Neues Deutschland demnächst die Öffentlichkeitsbeteiligung dazu beginnen.)

    Oder meinst Du das Hochhausleitbild? Aber das ist vor fast einem Jahr veröffentlicht worden und ist hier öffentlich einsehbar!

  • Bei den geplanten Nutzungsbestimmungen gebe ich Berlinier recht. Woher kommt dieser Fetisch, dass jedes Hochhaus eine öffentliche Aussichtsplattform haben muss damit jeder Bürger vom Hochhausbau "profitieren" kann, wen interessiert das? Wie Architektenkind schon bemerkte wirkt Berlin in der Breite, nicht in der Höhe. Die Aussicht vom Oberhausener Gasometer ist spektakulärer als von jedem Hochhaus dieser Stadt!

    Auch das Verbot, im obersten Stock Penthäuser einzurichten, wem nützt das wirklich???

  • Wie kommst Du darauf?

    Mit dem "Entwurf des Hochhauskonzepts für die City West" hat doch Lüscher gar nichts zu tun, soweit ich weiß. Das ist doch ein Vorhaben, das die AG City West vorantreibt, ein Zusammenschluss der Unternehmen dort.


    Mit dem Verlust an Rechtssicherheit meine ich folgendes:

    a) Normal:

    Es wird ein Masterplan erstellt, in den die Stadt schreibt, wo genau, welche Baumasse und Höhe gebaut werden darf. Das ist natürlich aufwendig, es müssen Schattenwürfe, Windschneisen, Verkehrsströme usw. berechnet werden, um passende Standorte für HH ausweisen zu können. Da all dieser Aufwand aber im voraus passiert, ist mit Erstellung des Masterplans soweit erstmal alles geregelt (siehe Kollhoff-Masterplan für den Alex). Der Investor guckt auf diesen Plan und weiß genau was ihn erwartet, wenn er ein Grundstück kauft. Er hat die Garantie, dass er dieses Grundstück mit den im Plan stehenden Parametern bebauen darf, sofern er einen Bauantrag stellt. Insofern herrscht Rechtssicherheit, die Baugenehmigung erfolgt somit relativ schnell innerhalb von 1-2 Jahren.


    b) Neu:

    Es wird kein Masterplan mehr erstellt (das HH-Konzept für die City West mal außen vor) und stattdessen ein Forderungskatalog aufgestellt (HH-Leitbild) mit dem sich ein Investor für einen HH-Standort bewerben kann. Also wie ein devoter Schüler vor der Direktorin vorsprechen muss, um ein bestimmtes Gebiet als HH-Standort aushandeln zu müssen, natürlich unter den -absurd bis drakonischen- Kriterien des HH-Leitbildes. Falls ihm das gelingt, müssen alle anderen Dinge (Schattenwürfe, Windschneisen ect.) natürlich auch noch individuell für das Projekt berechnet werden, daher auch der lange Horizont von 4-5 Jahren. Das all das Gift für Investoren ist, weil es ein Höchstmaß an (Planungs)Unsicherheit schafft, sollte eigtl. klar sein. Das es Frau Lüscher eine ungeheure Machtposition verschafft, sollte auch klar sein. Dies versucht sie abzumildern, indem ein Gremium eingesetzt wird und eine Anwohnerbeteiligung durchgeführt werden soll.

  • ^^ Was ist dagegen einzuwenden, wenn der Dachbereich öffentlich zugänglich ist? Ist das nicht gerade eine der Hauptattraktionen z.B. des geplanten Kartstadtumbaus in Neukölln? Wie kann man dagegen sein? Zudem ist die Sache nicht so rigide und unflexibel, im Hochhausleitbild heißt es dazu:


    Vorzugsweise das oberste Geschoss von Hochhäusern muss eine öffentlich zugängliche oder gemeinschaftliche Nutzung ermöglichen.

    Darüber hinaus sind in multifunktional genutzten Gebäuden über 60m vorzugsweise auch im obersten Geschoss bzw. auf dem Dach öffentlich zugängliche Nutzungsangebote bereitzu- stellen (z.B. Aussichtsplattform, Gastronomie). Damit werden der Allgemeinheit neue Erlebnismöglichkeiten und Perspektiven eröffnet, welche die Akzeptanz, den Nutzen und die Inte-gration des Hochhauses in seiner Nachbarschaft fördern und Mehrwerte schaffen.

    (...)

    Sofern aus nutzungsspezifischen, gebäudeorganisatorischen, technischen oder anderen wesentlichen Gründen eine öffentlich zugängliche oder gemeinschaftliche Nutzung der obersten Geschossebene nicht sinnvoll ist, können entsprechende Nutzungen im Einzelfall ersatzweise auch in anderen Geschossen oberhalb des Erdgeschosses abgebildet werden. Die langfristige Sicherung erfolgt ebenfalls durch planungsrechtliche und vertragliche Regelungen.


    M.a.W.: Die Stadt setzt sich dafür ein, dass auch die Öffentlichkeit etwas von Hochhäusern hat, das stärkt wiederum die Attraktivität und entsprechend auch öffentliche Akzeptanz dieser Hochhäuser und sollte daher auch für Hochhausbefürworter befürwortet werden; Die Satdt hat zudem durch das Hochhausleitbild eine entsprechende Handhabe, ist aber flexibel in der Umsetzung, falls das überhaupt keinen Sinn macht.

    Es wird ein Masterplan erstellt, in den die Stadt schreibt, wo genau, welche Baumasse und Höhe gebaut werden darf.

    Der Grund, warum das nicht geschehen ist, ist ebenso einfach wie nachvollziehbar, und Baunetz hat ihn auch genannt:


    "Die genauen Standorte für die bald kommenden Hochhausplanungen will Berlin jedoch noch nicht preisgeben. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher möchte dadurch Bodenspekulation vermeiden."


    "Mit dem "Entwurf des Hochhauskonzepts für die City West" hat doch Lüscher gar nichts zu tun, soweit ich weiß. Das ist doch ein Vorhaben, das die AG City West vorantreibt, ein Zusammenschluss der Unternehmen dort."


    Ich meinte nicht das Vorhaben, das die AG City West, sondern der Entwurf des Hochhauskonzepts für die City West, der am Mittwoch im Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses von Regula Lüscher vorgestellt wurde und die Ursache der Debatte ist, die wir gerade führen.

  • Was ist dagegen einzuwenden, wenn der Dachbereich öffentlich zugänglich ist? Ist das nicht gerade eine der Hauptattraktionen z.B. des geplanten Kartstadtumbaus in Neukölln?

    Bei einem teilöffentlichen Gebäude wie einem Kaufhaus, bzw. EKZ kann man das auch vertreten. Überhaupt hat die Stadt die Freiheit, so etwas individuell für einzelne Parzellen festzulegen (aber dafür bräuchte man ja einen Masterplan). Es besteht im Prinzip überhaupt keine Notwendigkeit, dies für alle Gebäude unisono festzuschreiben. Einem Investor, der einen privaten Wohnturm bauen möchte, kann man schwer vermitteln, warum dort Hinz und Kunz rein und rausspazieren können sollen. Wozu?! Möchtest du, dass deine Haustür (nicht Wohnungstür) jedem offen steht?

    "Die genauen Standorte für die bald kommenden Hochhausplanungen will Berlin jedoch noch nicht preisgeben. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher möchte dadurch Bodenspekulation vermeiden."

    Damit meint sie Hochhausplanungen, für die sich nach den neuen Regeln individuell beworben wurde. Um Spekulationen der Anrainer zu vermeiden, will sie das nicht sagen, nehme ich an. Daraus lese ich nicht, dass es etwas vergleichbares wie das "Planwerk Berlin" geben soll.

  • Was Du hier machst, ist entweder unredlich oder ein krasser Fall von selektiver Wahrnehmung. Entweder Du schreibst hier wider besseres Wissen, oder Du bist wirklich nur in der Lage, Dir genau das zu merken, was Dir in den Kram (Deine "Zwei-Lager-Theorie") passt. Wir beide waren hier mehrfach an Debatten beteiligt, in denen ich die Vorzüge der Gründerzeit hervorgehoben habe. Nur ein Beispiel hier. Zitat von mir:


    Also erzähl hier keinen Quark. Und Deine Adelung von Bürotürmen zu Sakralbauten ist einfach ein schlechter Witz.

    Bestehenden Gründerzeitvierteln stehst du positiv gegenüber, aber es geht hier um Stadtentwicklung d.h. um die Zukunft. Würdest du denn ernsthaft eine Rückkehr zum Gründerzeitstil fordern? Das würde zu deinen bisherigen Positionen hier im Forum im krassen Gegensatz stehen. Denn jeder Anschein eines Ornaments bei Neubauten im Stile der Gründerzeit würde von dir recht schnell kritisiert werden. Wo ist da die Konsistenz in deiner Argumentation?


    PS: „Erzähl hier keinen Quark“ und andere überhebliche Ausdrucksweisen habe ich mir jetzt bei meiner Antwort gespart aber auch du solltest dich ab und an am Riemen reißen, wenn du nicht im Spam Ordner landen willst.