Kudamm-Tower auf dem Karstadt-Areal

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    Die Minimallösung mit 2 Türmen à 120Metern dürfte aber nach den Aussagen des Baustadtrats schonmal sicher sein.


    Vorgestellt wird das Projekt übrigens in Lüschers Baukollegium am kommenden Montag.

  • Das wären in der Tat hervorragende Nachrichten, zumal diese Türme die jetzt schon sehr metropolenhafte Kreuzung Kudamm/Joachimsthaler noch besser herausstellen würden und man wirklich von einer schön proportionierten Stadtkrone sprechen könnte.

  • Am Ende des verlinkten "B.Z."-Artikels ist auch die Rede davon, der Eigentümer des Europa-Centers wolle "hoch hinaus", Parkhaus und Therme sollten abgerissen werden und dort ein bis zu 240 Meter hoher Turm aufschießen (siehe auch: http://www.deutsches-architekt…hp?p=603771&postcount=932).
    Schon im April hat sich das Baukollegium mit dem Neubauvorhaben gegenüber dem KaDeWe an der Tauentzienstraße beschäftigt, es sind dort langgezogene, 7-geschossige Neubauten inkl. kleinen Turmaufbauten vorgesehen (siehe: http://www.deutsches-architekt…hp?p=600841&postcount=922) - besagte "240 Meter" sind also Unsinn.


    Bleibt also abzuwarten, ob die für ihre Seriosität bekannte B.Z. auch hier gut (wieder einmal von Signa) informiert ist :D

    Es ist richtig, dass viele Vorschläge eher dem Ego von Architekten geschuldet sind, sich auch wieder ins Gespräch zu bringen und weniger den tatsächlichen Notwendigkeiten.
    [...]
    Ich denke daher, dass die nächsten zehn Jahre kein neues Hochhaus (mehr als 100m) in der City West entstehen wird.

  • Ich find die aufgeführten Alternativen seltsam. Wären 150, 130 und 120m (oder eine etwas andere Staffelung) nicht die beste Lösung? Was hat Berlin bloß nur mit seiner Einheitshöhe? Ich finde das total seltsam, dieses "Traufhöhendenken" bei Hochhäusern.

  • ^ Einheitshöhe und Torsituationen schaffen, ist schon merkwürdig ich gebe dir recht. Die 150 m wären schon wichtig. Aber immerhin kommt jetzt mal was Schwung in den Westen. Welche Qualifikation braucht man eigentlich als Baustadtrat? nurmal so interessehalber.

  • Schon im April hat sich das Baukollegium mit dem Neubauvorhaben gegenüber dem KaDeWe an der Tauentzienstraße beschäftigt, es sind dort langgezogene, 7-geschossige Neubauten inkl. kleinen Turmaufbauten vorgesehen (siehe: http://www.deutsches-architekt…hp?p=600841&postcount=922) - besagte "240 Meter" sind also Unsinn.


    Das verlinkte Projekt soll in der Passauer gebaut werden, nicht Tauentzien. Ich glaube auch nicht an einen 240-Meter-Anbau am Europacenter, aber beide Projekte (bzw. Ideen) haben nichts miteinander zu tun.

  • Hallole


    Du bringst da einiges durcheinander..Wie der Vorredner schon festgestellt hat.


    Die BZ ist deswegen gut informiert, weil es eine offizielle Einladung durch das Baukollegium für Montag den 03.12 gibt. Die Sitzung ist übrigens öffentlich.


    Und weil der Baustadtrat das Projekt auf Anfrage bestätigt hat.

  • Das verlinkte Projekt soll in der Passauer gebaut werden, nicht Tauentzien. Ich glaube auch nicht an einen 240-Meter-Anbau am Europacenter, aber beide Projekte (bzw. Ideen) haben nichts miteinander zu tun.


    Hmm, also hinsichtlich der Verschattung scheinen mir 240 m an der Stelle auch deutlich irreal. Vorhin habe ich gerade das Parkhaus genutzt und bin durch die etwas verwahrloste Einkaufspassage gelaufen. Solange ich mich erinnern kann, hat das Ding nie funktioniert und um das Parkhaus ist es auch nicht schade. Wäre schön, wenn da was kommt.

  • Also wenn ich mich richtig erinnere, war das städtebauliche Konzept für die City-West so gedacht, dass die höchsten Häuser am Breitscheidplatz stehen sollen, also zur Zeit das Upper West und Zoofenster.
    Daher würde ich in der Lage Joachimsthaler / Rankstraße nicht mit mehr als diesen ca. 120 Meter rechnen. Das steht auch so ähnlich schon im Artikel der B.Z. als Aussage des Baustadtrats Schruoffeneger.


    Besseren Chancen für 150 Meter oder so, sehe ich tatsächlich eher am Europacenter, aber 240 Meter halte ich für unrealistisch.


    Mir würde es auch gefallen, wenn das gesamte Europacenter umgebaut bzw. erneuert würde. Bis auf die Wasseruhr gibt es da nichts, was mir gefällt.

  • Kann mich mal jemand aufklären, was an Hochhäusern jetzt so besonders „geil“ ist? Berlin ist nicht New York und sollte erst gar nicht den Versuch unternehmen, ein Hauch von X und ein Feeling von Y zu sein. Berlin ist Berlin. Und das ist auch ganz gut so. Berlin hat seinen unverwechselbaren Charakter bereits und muss ihn nicht austauschbarer machen, um irgendwie zum erlauchten Metropolenkreis dazuzugehören. Wem das zu wenig Metropole ist, dem sei eine Fahrt mit den Öffentlichen gern empfohlen. Ich bin nicht grundsätzlich gegen hohe Häuser, aber es gibt mit dem Alexanderplatz sicher einen geeigneteren Standort, als ausgerechnet eine an sich gut gewachsene städtische Struktur. Warum muss man auf Teufel komm raus den Straßencharakter einer weltberühmten Meile ändern? Mit Petitessen wie Architektur hält man sich scheinbar gar nicht mehr auf. Und um noch mal den Torbegriff aufzunehmen: Der Begriff scheint so sinnentleert, wie die Verortung von Torsituationen im Stadtraum. Die beiden Behrensbauten am Alexanderplatz machen ja wenigstens als Übergang zu Keimzelle der Stadt Sinn. Und auch am Potsdamer Platz sehe ich einen Sinn in den beiden Hochhäusern. Aber beim Baukollegium bilden ja auch das Haus des Lehrers und das Haus des Reisens eine Torsituation. Diagonal, mit einer überdimensionierten Kreuzung zwischendrin. Da ist die Frage „Tor zu was?“ eigentlich schon völlig nebensächlich.

  • Was ist denn an niedrigen Häusern geil? Hochhäuser bieten tatsächlich Abwechslung in der Architektur und Stadtgestaltung.


    Und der Vergleich mit New York hinkt - New York ist doch nicht einfach nur eine Ansammlung von Hochhäusern und umgekehrt ist es auch nicht so das nur New York Hochhäuser hat.


    Praktisch alle Metropolen dieser Welt entwickeln sich und wachsen. Man kann sich dem verweigern und alles zwanghaft konservieren (was in einem völlig zerstörten Berlin nach dem 2. Weltkrieg eher eine undankbare Aufgabe ist) oder man kann es als Chance sehen Nachkriegsbauten jetzt durch passende Stadtgestaltung zu ersetzen.


    Am Zoo sind Hochhäuser mit Sicherheit sehr gut aufgehoben. Ähnlich wie am Potsdamer Platz, am Alex und an der Media Spree.

  • Na man sollte eine Frage nicht mit einer Gegenfrage beantworten. Aber ich will trotzdem versuchen zu erläutern, warum ich an dieser Stelle Hochhäuser für unangemessen halte. Niedrige Häuser mögen für sich genommen nicht zwingend „geil“ sein. Aber wenn sie eine gewisse einheitliche Höhe (ich halte die Häuser an dieser Stelle auch nicht für niedrig) aufweisen, bieten sie die Chance, sich harmonisch aufeinander abzustimmen. Das ist etwas, das in der City West bislang eigentlich ganz gut funktioniert hat. Abwechslungsreichtum hört sich zwar zunächst auch erstmal ganz nett und erfrischend an. Aber dazu muss man nicht notwendigerweise auf Hochhäuser zurück greifen. Wenn die Architektur schlecht ist - und dies liegt durchaus im Bereich des Möglichen - zieht es u.U.einen ganzen Straßenzug mit hinunter. Das Risiko ist mir einfach zu hoch.
    Zum anderen stört mich die Beliebigkeit in der Diskussion. Es ist nahezu egal, wo sie stehen. Man diskutiert über Höhen wie über die Wahl einer Pizza im Supermarktregal. Gedanken um den Bezug zur Umgebung? Nur bezüglich der anderen Hochhäuser. Gedanken um die Wirkung auf die eigentliche Platzgeometrie? Unerheblich. Der Bezug zum zentralen Bauwerk der City West sowie des Platzes selbst (und damit meine ich die Gedächtniskirche)? Eine Bagatelle. Die Straßen- und Platzgeometrie ist in Berlin vielfach - und das wird leider zu oft übersehen - Resultat eines Planungsprozesses, der vom Großen (Planung von breiteren Achsen, Knotenpunkten und Plätzen) zum Kleineren (den Häuserzeilen) überging. Das Zentralbauwerk an diesem Platz wird zunehmend abgelöst von Bauwerken am Rand. Das kann man mit Achselzucken hinnehmen, man kann auch von Fortschritt sprechen. Ich halte es jedenfalls für unnötig und schade. Ich meine, am Tauentziehn hat sich die Qualität der Sichtachse vom Wittenbergplatz aus bereits erheblich verschlechtert. Die Silhouette der Kirche ist einem Rechteck gewichen.
    Es mag zwar alles etwas überspitzt formuliert sein von mir. Aber ich finde London ist ein gutes, wenngleich abschreckendes Beispiel: Die Stadt mag abwechslungsreich sein in ihrem Zentrum. Ich finde sie aber auch wahnsinnig unharmonisch. Brüssel mag zwar kaum Hochhäuser haben. Aber auch hier gehen die Großstrukturen deutlich zu Lasten des einstigen Charakters. Viele andere europäische Metropolen schaffen es doch auch, sich Hochhäusern in ihrem Zentrum zu widersetzen. Es sind auch nicht die touristisch und ökonomisch unattraktivsten Städte. Und dass das alles auch weniger mich dem Wachstum der Stadt zu tun hat, zeigt allein die Tatsache, dass die Stadt früher mehr als heute der Nabel der Republik war, zudem auch noch mehr Menschen in der Stadt und noch dazu auf viel engerem Raum lebten.

  • ^Die Einwohnerzahl steigt jedoch aktuell weiter fünfstellig (alle paar Jahre eine neue Großstadt), ebenso wie auch die Jobs und die Touristenzahlen - und das bei wachsenden (Platz-)Ansprüchen. Da finde ich es nur folgerichtig, deutlich höher zu bauen. Zumal ja auch die Preise anziehen und es sich somit erst so richtig lohnt. Die Zoogegend hat die nötige Infrastruktur und von den Baumassenstudien her finde ich es erst mal stimmig und ansprechend. Es würde den Bestand reizvoll ergänzen, zumindest im Falle anspruchsvoller Architektur. Mit New York oder gar Manhattan hat das aber sehr wenig zu tun. Da bestehen ja ganze Blocks aus richtigen Wolkenkratzern...

  • ^^ Interessanter Ansatz.
    Allerdings finde ich die in den letzten Jahren entstandenen Hochhäuser am Potsdamer Platz und am Breitscheidplatz durchaus gelungen und das Stadtbild positiv prägend. Viel problematischer sehe ich die früher im Westen aber auch im Osten entstandenen Hochhäuser unter 100 Meter, die vielleicht auch das Stadtbild prägen, aber in erster Linie beliebig in der Gegend rumstehen, zum Beispiel das Ku’damm-Karree-Hochhaus oder das Postbank-Hochhaus. Diese Gebäude markieren weder ein Stadt(teil)zentrum noch sind sie heute erkennbarer Teil eines städtebaulichen Plans.


    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Hochhauscluster mit drei Gebäuden über 120 Meter so kommt wie in der B.Z. dargestellt. Da haben wir wieder den Konflikt vor uns, der seit Jahren um Hochhäuser schwelt. Manche sehen darin aber die Lösung aller Probleme.
    Die Bestrebungen, diese Entwicklung zu lenken und im Zaum zu halten, damit nicht überall wild nach den Vorstellungen möglicher Investoren Hochhäuser entstehen werden stark kritisiert. Man sollte sich aber auch nicht vor den Karren von Spekulanten spannen lassen.


    Ich befürchte, dass zuviele Hochhäuser, genau wie von rallekoffskaja beschrieben, auch unharmonisch in der Berliner Stadtlandschaft rumstehen könnten.


    Es ist ein ziemlich schwieriges Unterfangen, zwischen Senatsverwaltung und Investoreninteresse zu vermitteln und neue Hochhäuser so in die Stadt einzuplanen, dass sie den Bestand bzw. die Siluette der Stadt harmonisch und sinnvoll ergänzen und das Stadtbild nicht irgendwann wie zufällig hingeworfen aussieht.


    Das ist in Berlin aufgrund der unterschiedlichen Nachkriegsplanung und Entwicklung schon schwer genug aber es muss vermeiden werden, dass wieder Strukturen entstehen, die in ein paar Jahrzehnten erneut repariert werden müssen.

  • Niedrige Häuser mögen für sich genommen nicht zwingend „geil“ sein. Aber wenn sie eine gewisse einheitliche Höhe (ich halte die Häuser an dieser Stelle auch nicht für niedrig) aufweisen, bieten sie die Chance, sich harmonisch aufeinander abzustimmen. Das ist etwas, das in der City West bislang eigentlich ganz gut funktioniert hat.


    Ähm bitte? Also die City West zeichnet sich ja durch einiges aus, aber garantiert keine einheitliche Höhe der Bebauung. Es gibt tatsächlich eher wenige Stellen in Berlin, die so stark von einer eben nicht vorhandenen Traufhöhe geprägt werden wie diese Ecke um Breitscheidplatz/Bf Zoo.


    Du hast Recht, Hochhäuser sollte man nie generell "geil" finden, nur weil es Hochhäuser sind. Aber das denkt auch fast niemand. Zum Beispiel stimme ich zu, dass Berlin den Wildwuchs eindämmen/verhindern sollte, um nicht am Ende wie Sao Paolo oder so auszusehen. Aber der Bau von mehreren Hochhäusern an bestimmten Orten, in Berlin wohl City West, Potsdamer Platz, Alex und Mediaspree, die allesamt auch große Verkehrsknotenpunkte und Subzentren Berlins sind, ist absolut in Ordnung, hilft gegen den steigenden Büroflächenmangel und ggf. auch Wohnungsmangel, selbst wenn nur hochpreisige Wohnungen entstehen (senkt Gentrifizierungsdruck besser als jede erdenkliche Spielerei die sich Politiker so ausdenken um Milieuschutz zu betreiben), kurz gesagt, macht städtebaulich Sinn. Und wenn die Architektur stimmt, kann das ganze auch noch gut aussehen. :daumen:

  • Soll man sich doch an dieser Kreuzung, wo eh nun schon einiges steht und es sich vielleicht auch lohnt, austoben. Und Hochhäuser (oder ehe hohe Häuser) gibt es am Kudamm auch nicht erst seit dem Zoffenster, sondern seit 50 Jahren (Europacenter, Kranzlereck, Allianzhaus, Kudammkarree, der Turm Ecke Bleibtreu, ehem. Deutsche Bank am Olli, das Scheibenhaus am Adenauerplatz).


    Vermutlich wird es eh nichts, weil Senat und Investor sich nicht einigen können. Ich glaube erst, dass was passiert, wenn der Grundstein gelegt wurde. Mache mir eher sorgen, dass die Türme dann wieder typisch deutsch quadratisch praktisch werden.

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  • Ich denke, der Ansatz einen Hochhausrahmenplan mit den dazu festgelegten Standorten zu entwickeln ist richtig. Der muss aber auch zügig kommen und den weiteren Handlungsrahmen bestimmen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass jeder, der ein Grundstück hat, jetzt einen Turm bauen will und das kann es ja auch nicht sein.

    London ist für mich das abschreckenste Beispiel. Da wurde queerbeet überall gebaut wo ein Investor gerade wollte. Das sollte Berlin erspart bleiben.

  • ^ Das hatten wir hier schonmal, London hat sehr wohl einen Sichtachsen und Clusterplan für Hochhausbebauung, undzwar einen sehr strikten. Es liegt wohl eher daran dass das Londoner Strassenraster ein mittelaterliches ist mit vielen Bögen und Schwüngen, dass bei dir der Eindruck eines Chaos entsteht.
    Wenn nicht jeder ein Hochhaus auf seinem Grundstück bauen darf wie er möchte haben wir ja schon zur Genüge schmerzlich erfahren. In Erinnerung ist mir noch das Friedrichstrassendreieck wo es auch 240 m sein sollten wenn es nach dem Investor gegangen wäre, der Einspruch und Verweigerung der Stadt und Bezirksverantwortlichen haben zu der kleinen dunklen Scheusslichkeit geführt, die dort jetzt steht.


    http://www.deutsches-architekt…hp?p=270757&postcount=357


    Wenn schon Bauboom dann bitte richtig, meine Meinung.


    Hiernochmal für dich die Londoner Situation:


    https://www.theguardian.com/ar…e-of-tomorrow-interactive