Deutsche Oper am Rhein (Wettbewerb entschieden)

  • Also auch wenn die Architektur an sich ganz cool ist muss ich schon sagen, dass Düsseldorf hier wirklich eine Chance völlig liegen lässt. Hier wird ein mehr oder weniger 2020er 0815 Bau wie er überall stehen könnte entstehen.

    Für die Deutsche Oper am Rhein hoffe ich dass der Neubau in Duisburg wenigstens spektakulär wird.

  • Völlig unmaßstäblich. Ein gigantischer, langweiliger grauer Klotz, mit schießscharten Fenstern. Da ist ja selbst der Vorgängerbau aus den 1960er noch besser und das will was heißen...

  • ^ Nur zur Klarstellung: Der "Vorgängerbau aus den 60ern" wurde 1873 -1875 nach Plänen von Ernst Giese errichtet. Aus dieser Zeit stammt noch das (natürlich heute vollkommen unzeitgemäße) Bühnenhaus.

    Nach vorübergehender Nutzung als Landtag (1946) wurde 1954 -1956 der Zuschauerraum neu gestaltet und die Oper 1957 wieder eröffnet. Die angebauten Treppentürme an der Hofgartenseite stammen aus den 90er Jahren.

    Das Gebäude steht im Übrigen wegen der in der Monumentalarchitektur seltenen Verknüpfung von Traditionalsismus und Elementen der Nachkriegszeit unter Denkmalschutz.

    Im Prinzip ergibt sich mit der Standortverlagerung die Chance, das Denkmal zumindest in Teilen zu erhalten.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Nur zur Klarstellung: Der "Vorgängerbau aus den 60ern" wurde 1873 -1875 nach Plänen von Ernst Giese errichtet.

    Mit "Vorgängerbau aus den 60ern" wird Sir Moc das Gebäude des früheren Kaufhofs gemeint haben, das jetzt am Ort der künftigen Oper steht.

  • RP-Online berichtet heute (wie üblich hinter Paywall) darüber, dass der zweitplatzierte, HPP seinen Entwurf überarbeitet hat und diesem gute Chancen eingeräumt werden - die endgültige Entscheidung soll im Mai fallen.

    Beim überarbeiteten Entwurf der HPP-Architekten für die neue Oper ist die Fassade jetzt einheitlich und die Passage geschlossen:

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    Quelle: HPP Architekten

    Die Treppen in der Kulturgalerie verbinden die öffentliche Bereiche:

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    Quelle: HPP Architekten

    Die Dachterrasse neben dem Restaurant ist ein Highlight des Komplexes:

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    Quelle: HPP Architekten

    Der Opernsaal soll zwei Ränge bekommen, heute hat die Oper drei Ränge.:

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    Quelle: HPP Architekten

  • Oh, ich fasse es nicht, es gibt also wirklich Hoffnung! Hat die (zu recht) zerreißende Kritik die Stadt nochmal dazu bewegt, das Ergebnis offen zu halten?

    Es ist sicher nicht der absolut stärkste Entwurf, den ich je gesehen habe, aber um Meilen besser als der von Snøhetta! Der HPP-Entwurf würde die Gegend dort richtig aufwerten, aufhellen und modernisieren. Die riesige Blatt-Fassade finde ich sogar echt originell – hat Wiedererkennungswert. Einzig das Interior des Snøhetta-Entwurfs finde ich ansprechender und besonderer. Alles, was der Wehrhahn nicht braucht, ist ein weiterer grauer Klotz, der sich der tristen brutalistischen Gegend anpasst und null Akzent setzt. Auch, wenn der Entwurf von einem angesagten Star-Architekten stammt.

    Bitte lass die Stadt vernünftig sein!

  • Also ich fand vorher und auch immernoch den Entwurf von HPP besser, da ich denke dass er sich dort eleganter in die Gegend eingliedert. Die Überarbeitung gefällt mir allerdings nur teilweise. Von innen finde ich es sehr passend mit dem vielen Holz. Von außen fand ich es vor der Überarbeitung etwas besser, da die beiden sichtbaren Fassaden eine unterschiedliche Fassade hatten, was m.M.n. mehr Abwechslung nochmal reingebracht hat. Bin gespannt wie man sich entscheidet und ob es evtl. noch andere Anpassungen gibt.

  • Ich trauere noch immer dem Entwurf für den Medienhafen von RKW nach (hier zur Erinnerung: https://www.duesseldorfer-anzeiger.de/duesseldorf/de…au_aid-56876259).

    Gerade jetzt, wo der Entwurf für die Hamburger Oper in der Hafencity veröffentlicht wurde.

    Der RKW-Entwurf hätte ein echtes Wahrzeichen werden können! Eine echte „Oper für alle“. Und jetzt, egal ob HPP oder Snøhetta, wird das Ganze irgendwo im grauen Nirgendwo untergehen.

    Ich erinnere mich an damalige Begründung zur Ablehnung: Im Medienhafen sei die Oper nicht richtig angeschlossen. Die Hamburger Oper wird in einem Stadtteil liegen, der noch gar nicht gebaut ist.. Schon bemerkenswert, was in anderen Städten so möglich ist und wieviel vermeintlicher Idealismus in Düsseldorf wieder im Weg steht.

    Ganz zu schweigen von den Kosten: RKW hat die Kosten ihrer Oper am Medienhafen auf ca. 280 Million Euro geschätzt. Selbst, wenn dieser Betrag heute nochmal angestiegen wäre, sagen wir auf 500 Million, läge das noch weit unter dem Preis der Snøhetta-Oper. Aber gut, jetzt werden ca. 1 Milliarde Euro für einen mittelklassigen Entwurf ausgegeben – an einem Ort ohne jegliche Strahlkraft.

    Vertane Chancen sind leider nicht selten im Stadtbau, aber das hier ist wirklich das härteste Beispiel, das mir in Erinnerung ist.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich erinnere mich an damalige Begründung zur Ablehnung: Im Medienhafen sei die Oper nicht richtig angeschlossen.

    Die Begründung, dass die ÖPNV-Anbindung im Medienhafen gegen eine Oper dort sprach (zudem ein Entwurf, den ich optisch auch nicht ansprechend fand und der an dieser Stelle wie ein Fremdkörper wirken würde), ist für mich vollkommen nachvollziehbar.

    Absolut nicht nachvollziehbar ist für mich dein Vergleich mit der ÖPNV-Anbindung der geplanten Oper in Hamburg auf dem Baakenhöft.

    Wie kommst du darauf, dass die Oper in einem Stadtteil liegen soll, der noch gar nicht gebaut ist?

    Hier der direkte Blick auf das Gelände (einfach mal auf der Stelle drehen und sich umschauen) - zudem Bushaltestelle direkt vor der Tür und die U-Bahn-Haltestelle Hafencity Universität ist in 300m Entfernung auf der anderen Seite der Brücke.

    Ob der Hamburger Standort für eine Oper so gut gewählt ist, wird sich zeigen - meiner Meinung nach muss so etwas zentraler in der Stadt liegen.

  • Also mir gefällt der überarbeitete Entwurf von HPP auch besser, sieht jetzt nicht so Bunkermäßig aus wie der von Snøhetta.

    Aber können wir uns solche Träumereien überhaupt leisten, angesichts der vielen maroden Straßen, Brücken, Schulen und Kulturbauten in Düsseldorf?

    Kann man nicht die alte Oper nach einer ganz strikten Planung sanieren, ohne das alles aus dem Ruder läuft, für die paar Leutchen die da reingehen?

    Wir sind nicht Hamburg, und haben auch keinen Milliardär der da mal eben 300 Mio. spendiert.

    - Ein Bau in dieser Größenordnung könnte uns mehr schaden, als das was er uns an Ansehen bringt.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Wie kommst du darauf, dass die Oper in einem Stadtteil liegen soll, der noch gar nicht gebaut ist?

    Der Stadtteil Baakenhöft ist noch nicht vollständig erschlossen und bebaut, ganz im Gegenteil zu dem

    Teil des Medienhafens, wo RKW die Oper vorgeschlagen hat. Hamburgs Oper liegt zudem

    weitaus entfernter vom Stadtzentrum als der besagte Standortvorschlag im Medienhafen.

    Düsseldorf ist relativ klein. Weil man von ein paar Punkten der Stadt aus dann 10 Minuten länger gebraucht hätte als zum Wehrhahn, kannst du die Entscheidung nachvollziehen? Das kannst du doch beim besten Willen nicht ernst meinen.

  • ^ Die Vergleichsdiskussion mit Hamburg macht für mich keinen Sinn mehr, da liegen wir in der Beurteilungen der Gegebenheiten meilenweit auseinander.

    Dass der Standort im Medienhafen nicht passend ist, ist mein voller Ernst - für mich ist aber nicht nur ein Faktor (ÖPNV-Anbindung) entscheidend, das Gesamtpaket stimmt da einfach nicht.

    Zudem hat sich die Nutzung entscheidend geändert, da die neue Oper kein reiner Opernstandort werden soll, ist eine gute ÖPNV-Anbindung jetzt schon sehr wichtig.

  • ^ Und man könnte an der ÖPNV-Anbindung nicht etwas ändern? Für eine Oper? Doch, könnte man. Sogar ohne riesigen Aufwand.

    Und genau, eben weil die Oper nicht nur eine reine Oper sein soll, hätte ich den Medienhafen bevorzugt – gerade dort müsste mal etwas mehr (kulturelles) Leben neben After-Work Events und Mittagspausen einkehren. Und das Wasser und die Lage hätten doch per se schon einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger sowie Touristen gebracht – ganz im Gegenteil vom Werhahn. Alles andere ist doch Zynismus und Abgeklärtheit. Aber sei’s drum, es wird im Zweifel nicht mehr zu ändern sein. Es tut trotzdem noch immer weh.

  • Letztendlich ist das alles nur Blockrandbebauung. Eine städtebauliche Ikone ist so doch von vorneherein ausgeschlossen. Dafür 1 Mrd. Euro hinzulegen, ist eigentlich nicht vertretbar.

    Wenn es der Wehrhahn als Standort sein soll, sollte man die Höhenplanung noch mal überdenken. Mit einem höheren Gebäude ließe sich an dem Standtort vielleicht eher Solitärwirkung entfalten, und das muss der Anspruch sein, bei einem 1 Mrd.-Invest.