Neubau Apartmenthotel Kennedyallee (12 Etagen / 2020)

  • Neubau Apartmenthotel Kennedyallee (12 Etagen / 2020)

    An der Kennedyallee 87 – das ist die Spitze des Hochhausdreiecks zwischen Stresemannallee und Straßheimstraße, siehe auf der Karte – wird ein 12-geschossiges Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Den Auftrag für den Entwurf haben Eike Becker Architekten (Berlin) erhalten, die wir hier in der Region bspw. vom FAZ-Hochhaus an der Europaallee, vom ma'ro (Goethequartier) und vom Vitopia Campus Kaiserlei kennen. Oberhalb der Gastronomie und Büroflächen sollen ab dem zweiten Obergeschoss 190 Services Apartments entstehen. (Q) Projektentwicklerin ist die Prime Management GmbH & Co. KG. Die Architektur hat ihre Reize, vor allem glättet sie die unruhig gezackte derzeitige Front zur Kennedyallee. Ohne größeren Nutzwert werden die Loggien zur vielbefahrenen Verkehrsader sein:



    Bild: Eike Becker_Architekten, Berlin


    Ähnlicher Blickwinkel im Juli 2016:



    Bild: epizentrum

  • Super, ein weiteres Schandfleck verschwindet. Das neue Gebäude macht einen frischen und modernen Eindruck. Wenn das Erdgeschoß zu Einzelhandel wird belebt das die Ecke auch noch ordentlich.

  • Die Planung passt aber halt leider genausowenig wie der bestehende Schandfleck in die zwar ziemlich mitgenommene aber trotzdem immer noch durchaus mondäne Villengegend. Schon gar nicht harmoniert es architektonisch auch nur ansatzweise mit der Villa Kennedy direkt gegenüber an der Kennedyallee oder den ebenfalls sehr prägenden Altbauten auf der anderen Seite der Stresemannallee. Könnte genausogut im Europaviertel stehen (und würde dort wahrscheinlich tatsächlich sogar noch das Niveau heben). Dazu wird der Neubau auch noch deutlich höher als der Bestand. Wie man sowas erlauben kann frag ich mich...
    Das einzig positive in meinen Augen ist, dass ausnahmsweise mal kein Vorkriegsbau weichen musste sondern ein wirklich furchtbarer Klotz beseitigt wird, gegenüber dem die Fassade nicht mehr so furchtbar hässlich ist und der Stadtraum klarer gefasst wird (allerdings auch nicht sonderlich attraktiv, zumal mit langer eintöniger Glasfront und ziemlich großen nutzlosen grauen Abstandsflächen).

  • Das passt überhaupt nicht. Waren die Planer eigentlich mal selbst vor Ort? Auf der Visualisierung sind ein Auto und viele Menschen zu sehen. Das Foto von epizentrum zeigt hingegen die Realität: Sehr viele Autos (meist stockender Verkehr) und keine Menschen. Dazu passen die schon angesprochenen Loggien, auf denen sich keiner freiwillig aufhalten werden wird.


    Schön ist der Bestand nicht, aber unauffällig und von den Bäumen verdeckt. Die Planung ist deplatziert und in meinen Augen keine Verbesserung.

  • Ich habe mit dem Gebäude keine Probleme. Das ist eine klare Verbesserung. Da stört es auch nicht, dass die Gebäude auf den gegenüberliegenden Straßenseiten deutlich niedriger sind. Die breiten Straßen habe so oder so eine trennende Wirkung, sodass es für mich kein Erfordernis einer "Harmonie" mit der gegenüberliegenden Bebeauung gibt. Die Hochhäuser an der Messe harmonisieren ja auch nicht mit der Bebauung des südlichen Westends oder der nördlich des Hauptbahnhofs.

  • Hier ein Blick aus Nordosten in Richtung der Stresemannallee. Zumindest entlang der Stresemannallee hat sich der abzureissende Bestand einigermaßen gut eingefügt. Wie dies der Neubau lösen will ist derzeit (noch) nicht erkennbar:



    Bild: Marty

  • Ist bezüglich des geplanten Neubaus in der Kennedyallee 87 schon bekannt, welche Gebäude des Altbestandes weichen werden?


    Direkt an das Gebäude 87 schließt sich ja das Gebäude Stresemannallee 28 an, welches ebenfalls einen sehr runtergekommen Eindruck macht... Äusserlich ansprechender als das Gebäude Kennedyallee 87, ist es näher betrachtet in einem desolaten Zustand. Es wird wohl schwerlich möglich sein, das Gebäude 87 abzureissen und am Gebäude 28 nichts zu machen...


    Link zu Streetview: Das weiße Gebäude in der Mitte...

  • Der AWR-Bauzaun bestätigt die Vermutung, dass auch die 13-geschossige Stresemannallee 28 zum Neubauprojekt gehört, das in #603 vorgestellt wurde. marty-ffm hatte es in #608 von Norden erwischt, hier noch ein Schuss von der anderen Seite:



    Im Hintergrund ist die Rückseite der Kennedyallee 87 zu sehen. Weil sie bald verschwinden, nachfolgend noch Detailbilder der jeweiligen Fassaden:


    Bild: http://www.dafmap.de/d/serve.py?2018/EPI_85A5187.jpg Bild: http://www.dafmap.de/d/serve.py?2018/EPI_85A5188.jpg
    Bilder: epizentrum

  • Mittlerweile ist die Fassade weitgehend "zurückgebaut" worden und zumindest das Gebäude auf der Ecke präsentiert sich leergeräumt.





    Bilder: von mir


    In der kommenden Woche muss zunächst die Tiefgaragendecke abgebrochen werden, die über den Gebäudegrundriss hinausragt, und die Tiefgarage verfüllt werden, damit ein 130 t schwerer Großbagger aufgestellt werden kann. Das wird dann (nach Auskunft des freundlichen AWR-Mitarbeiters) ein 974er Liebherr sein, also so einer. Vom höheren Gebäudeteil sollen 5 Geschosse mit Minibagger von oben abgebrochen werden, bevor dann der 974er den Rest von unten erledigt.

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    Kleine Ergänzung


    Falls das bisher noch nicht klar geworden ist (ich konnte es zumindest eben in den vorherigen Beiträgen nicht mehr finden):


    Auch die Kennedyallee 89 steht inzwischen leer, verliert derzeit ihre Fassade und wird dem Abbruchbagger zum Opfer fallen.



    Foto: von mir

    Hier bei GoogleMaps.

  • Die Abbruchgenehmigung (X-2017-130-5) bezieht sich laut ausgehängtem Bauschild auf "3 Bürogebäude (Hochhäuser) mit Tiefgarage", das sind die Häuser Kennedyallee 87 und 89 und die Stresemannallee 28, d.h. das auf #628 zusehende 13-stöckige weiße Bürohochhaus (hinter dem gelben Container) wird auch fallen, ist schon eingezäunt.


    © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Stand 09.2018, © Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation, Rotfärbung von mir

  • Die im ersten Beitrag gezeigte Visualisierung war wohl schnell wieder von der Website der Architekten verschwunden (sofern sie von dort stammt). Das ließ vermuten, dass der Entwurf im Frühjahr noch nicht final war und daher zurückgezogen wurde. Jedenfalls zeigt das Unternehmen Vitcorp Limited mit Sitz in London, das offenbar auf der Projektentwicklerseite beteiligt ist, eine andere Version der Planung. Hauptunterschied ist, dass der Bau über zehn Geschosse bis zur Spitze Kennedyallee und Stresemannallee vorgezogen ist. Auch ist das erste Obergeschoss zur Kennedyallee nicht mehr durchgehend verglast. Die Loggien sind hier nach Nordwesten eingedreht statt nach Nordosten wie auf der Ansicht im Eingangsbeitrag, was aus meiner Sicht unverständlich ist, denn erklärter Zweck der Drehung ist das Ermöglichen eines ungehinderten Blicks auf die Skyline.



    Bild: Eike Becker Architekten


    Die Briten bezeichnen das geplante Gebäude als Apartment-Hotel mit fünf Sternen.

  • ^ Die Drehung der Loggien ist tatsächlich seltsam, erschwert sie ja gerade den Blick auf die Skyline. (Außer, in London meint man mit Skyline die schöne Silhouette, die der Taunus und das Heizkraftwerk West bieten.) Das PDF, welches die gezeigte Visualisierung enthält, wurde übrigens im Dezember 2017 erstellt. Die Visualisierung aus Beitrag #1 erschien in einer News-Meldung auf der Architekten-Website im April 2018 (und verschwand dort nach 2-3 Tagen wieder in der Versenkung). Von den Hausnummern und der Baumasse her scheint das Bild aus dem Vorbeitrag dennoch plausibel. Wie auch immer, der finale Entwurf wird nicht lange auf sich warten lassen; das Architekturbüro kennt man als äußerst kommunikationsfreudig.


    Im PDF stehen noch zwei Eckdaten: die Nutzfläche von 11.000 Quadratmetern und die (evtl. hinfällige) geplante Fertigstellung 2020.

  • Das Bauschild weist als Bauherrschaft eine Fa. Prime Management GmbH & Co KG, vertr. d. SIC Properties GmbH, Bergmannstr. 71-72, 10961 Berlin aus. SIC ist die persönlich haftende Gesellschafterin der Prime KG. Geschäftsführer der SIC ist Benjamin Blackman, der auch einer von zwei "Machern" (Inhaber? Geschäftsführer?) der Vitcorp Ltd. in London ist. Blackman ist bisher anscheinend vor allem in Berlin und in den neuen Bundesländern unterwegs gewesen (weiß Google).


    Als Projektsteuerer ist eine Filiale von cdm smith consult tätig, die auch als Entwurfsverfasser für den Abbruchantrag firmieren. (cdm smith ist zur Zeit in großen Umfang für Fraport in Sachen T3 unterwegs).

  • Wie in #13 vermutet, gibt es auf Instagram und der Architekten-Website eine aktualisierte Ansicht der Front:



    Demnach war die Visualisierung in #1 die aktuellere Planung. Ganz neu hinzugekommen ist die Bepflanzung von Loggiatrennern - wie überhaupt mehr Büsche und Bäume zu sehen sind, auch auf dem schiffsbugartigen Vorsprung am 7. OG. Die beiden Sockelgeschosse sind großzügiger verglast. Detaillierter:



    Das Rendering der Westseite offenbart den kompakten Grundriss eines kurzschenkeligen Dreiecks. Dass die Stresemannallee 28 allerdings ausgegraut dargestellt wird, kann nur bedeuten, dass ihre Nachfolgerin zu einem anderen Bauprojekt gehören bzw. von einem anderen Architekten entworfen wird. Gleiches gilt für die ebenfalls in Abbruch befindliche Kennedyallee 89:



    Bilder: Eike Becker Architekten (im Format leicht angepasst)


    Die Rede ist nun von 182 Apartments (ehemals 190) und einer Bruttogeschossfläche von 18.814 Quadratmetern. Der Bauantrag sei eingereicht.

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    Achtung, epizentrum! (Ich habe gestern lange über der Visualisierung gebrütet, bis ich's kapiert hatte, obwohl ich die Ecke gut kenne.)
    "Ausgegraut" ist im Hintergrund die Stresemannallee 30 und rechts die Kennedyallee 93. Beide bleiben ja tatsächlich stehen. Hier mal der Blick mit Streetview.
    Genau in Bildmitte die abzubrechende Kennedyallee 89, rechts dahinter in weiß die Rückseite der bleibenden Stresemannallee 30 und rechts im Vordergrund die bleibende Kennedyallee 93.


    https://abload.de/img/kennedykreww.jpg
    Bild: Google StreetView, Markierung von mir

  • Es tut sich was auf der Baustelle, der Abbruch schreitet voran

    Aktueller Blick auf die Baustelle:




    Verstärkung bringt ein Liebherr 974, der Arm ist wohl noch unterwegs.


  • Action!

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    Arm und Abbruchzange sind mittlerweile angekommen und mit dem "Rest" vereint worden.
    Seit heute geht's zur Sache, und mit spärlicher Bewehrung und zementarmem Beton hat das Bauwerk dem Gerät nicht viel entgegen zu setzen. Bald wird hier die erste Lücke klaffen:



    Bild: von mir

  • Weiterer "Baufortschritt"

    Nachdem die erste Schneise gechlagen ist wird die Kennedyalee 87 nun hinter vorgehangenem Vorhang allmälich dem Erdboden gleich gemacht.



  • Die Kennedyallee 87 ist mittlerweile in einen Haufen Bauschutt verwandelt worden, und die Stresemannallee 28 präsentiert sich straßenseitig eingerüstet. Dort wird wohl derzeit die Fassade zurückgebaut.



    Gestern wurde allerdings auch der große Abbruchbagger (der 974er) abtransportiert.
    Es wundert mich, dass nicht mit dem Abbruch der Kennedyallee 89 weitergemacht wird und hier offenbar so lange andere Arbeiten anstehen (oder gar eine Pause?), dass sich der Abtransport des "Großen" lohnt.




    Bilder: von mir