Flughafenausbau: S-Bahn-Anbindung (geplant)

  • Einerseits: ja, eine Verdichtung des Regionalverkehrs ist vor Inbetriebsnahme der SFS F <> MA nicht möglich. Andererseits übersiehst du m.E. die Verbindung des RE 70 F <> MA über die Riedbahn, die das T3 von Süden her anbindet und damit die Fernverkehrslinien zum T1 Fernbahnhof entlastet.

    Der RMV schreibt in seinem Entwurf für die Fortschreibung des Regionalen Nahverkehrsplans:

    Dekoratives Anführungszeichen

    In einer Potenzial- und Machbarkeitsstudie wurde nachgewiesen, dass es der prognostizierte Nachfrageanstieg im SPNV auf den Linien rund um den Flughafen Frankfurt nicht erlaubt, den durch das Terminal 3 erwarteten zusätzlichen landseitigen Verkehr auch noch über die bestehenden Angebotsstrukturen aufzunehmen. Technisch-wirtschaftlich ist ein Ausbau des Flughafen-Regionalbahnhofs am Terminal 1 ausgeschlossen. Deshalb soll mit einer Gleisverschwenkung aus der Riedbahn ein neuer Bahnhof am Terminal 3 gebaut und für S-Bahn- und Regionalverkehr ausgelegt werden. Die Linie S7 kann bis zur Fertigstellung der NBS Rhein/Main – Rhein/Neckar nur im Abschnitt Frankfurt Hauptbahnhof – Terminal 3 mit zusätzlichen Fahrten zum bereits vorhandenen Halbstundentakt ergänzt werden. Solange der Fernverkehr die Riedbahn befährt, ist zwischen Terminal 3 und Riedstadt-Goddelau nur ein Status-Quo-Angebot im Regional- und S-Bahn-Verkehr möglich

    Entwurf_RNVP_S..228

    Ansonsten würde ich sagen, auch hier gilt: Angebot schafft Nachfrage. Wer's am Ende bezahlt steht noch auf einem ganz anderen Blatt.

  • Die weiter oben geäußerte Hoffnung, die S-Bahn-Anbindung werde vielleicht zeitnah angegangen, erfüllt sich nicht. Der Bau der S-Bahn-Anbindung wird nicht vor 2025 beginnen, nach Fertigstellung der 3. Baustufe Knoten F-Stadion, wofür in diesem Frühjahr das PFV beginnen soll. Allerdings lässt sich an der Situation vor Ort schon gut zeigen, wo sie liegen wird. In einem älteren Querschnitt durch T-3, PTS-Station und Parkhaus liegt sie in einfacher Tiefenlage zwischen PTS-Station und Parkhaus. Dafür gibt es seitens Fraport außer der Trassenfreihaltung keinerlei Bauvorleistung.

    Grafik: Fraport

    In der Realität sieht die Trasse so aus:

    Bei der 3-stöckigen Container-Anlage im Hintergrund wird sie nach rechts Richtung Zeppelinheim abbiegen. Zwischen den Stützen mit dem gelben LKW wird nach Süden Richtung Walldorf abbiegen:

    Die Bauvorleistung von Fraport dort war die entsprechend tiefe Gründung der Brückpfeiler. Blick nach Süden:

    Bilder von mir

  • Die Deutsche Bahn hat die Vorplanung der Schienenanbindung europaweit ausgeschrieben. Gegenstand der Ausschreibung ist die Planung der Eisenbahnstrecke unter Berücksichtigung der des Baugrunds und der Umweltsituation. Ziel ist es, bis Ende des nächsten Jahres eine Vorzugsvariante festzulegen. Das anschließende Planfeststellungsverfahren für die Anbindung soll 2025 beginnen. In Bezug auf die Fertigstellung gibt es bisher keine Aussagen.

    Quelle ist ein Artikel der FAZ. Die Deutsche Bahn hat eine Website zum Projekt "Bahnprojekt Anbindung Terminal 3" eingerichtet.

    Die Kosten der Vorplanung übernimmt das Land Hessen. Nach wie vor ist unklar, wer die weiteren Kosten tragen soll. Fraport hält den Gleisanschluss unter Verweis auf die von ihr finanzierte 5,6 Kilometer lange neue PTS-Linie für nicht notwendig. Bekanntlich wird so eine Verbindung zwischen dem neuen und den bestehenden Terminals in nur acht Minuten möglich.

    Interessant auch die Aussage im FAZ-Artikel, wonach eine unterirdische Station für die Züge beim Bau des Terminals sogar schon berücksichtigt werde.

  • ^ Das hat Herr Köhler aus dem DAF, denn zuletzt im Vorvorbeitrag konnte er das lesen und sehen. Berücksichtigt wurde sie im Sinne von Trassenfreihaltung, aber Bauvorleistungen von Fraport gibt es nicht.

  • SPNV-Anbindung T3: Lph 3&4 gestartet

    Im Sommer 2021 wurde die Grundlagenermittlung und Vorplanung für den S-Bahn-Anschluss des Terminal 3 an mehrere Ingenieurbüros vergeben, vorfinanziert durch das Land Hessen. Seitdem hat sich öffentlich nichts getan, die Projektseite ist so jungfräulich wie eh und je, frm plus erwartungsgemäß ebenso und die Fraport schweigt das Thema immer noch tot. Wir erinnern uns: Land und Fraport wollen, dass der jeweils andere die Baukosten trägt.

    Nun gibt es doch ein Lebenszeichen des Projekts. Die Optionen für weitere Planungsphasen aus der 2021er Ausschreibung wurden offenbar gezogen, konkret die Lph. 3 &4. Dies geht zumindest aus einer Stellenanzeige der DB Netz für einen Projektingenieur hervor, dessen Aufgabe es unter anderem sei, "die auftragskonforme Durchführung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung" zu überwachen.