Flughafenausbau: PTS-Neubaustrecke

  • Erweiterung des PTS-Systems ("Skyline") wird ausgeschrieben

    Mod: Weil der Ausbau des Passagier-Transport-Systems alle Terminals betrifft, erschien ein eigener Strang sinnvoll. Aus dem schon wesentlich länger bestehenden Ausbau-Thread, in dem es hauptsächlich noch um den Bau des Terminals 3 geht, wurden die einschlägigen Beiträge seit März 2015 hierher verschoben. In den Beiträgen #39 ff. stellt tunnelklick die Situation und den im Mai 2018 aktuellen Planungsstand sehr übersichtlich und umfassend vor. (sch)
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    Es läuft weiterhin alles auf den (baldigen) Bau des T3 hin: Wie die FNP in ihrer gestrigen Printausgabe berichtete, bereitet FRAPORT derzeit die Ausschreibung für die Verlängerung des Passagier-Transport-Systems (PTS) zum neuen Abfertigungsgebäude vor. Dieses soll ebenerdig entlang der Autobahn 5 verlaufen! Mit 80 Stundenkilometern können die Züge dann die Passagiere in 9 Minuten vom Terminal 2 zu Terminal 3 befördern.


    Wie Fraport-Ingenieur Alexander Heinrich mitteilte, wird die Verlängerung der Bahn "systemneutral" ausgeschrieben, d. h., dass nicht sicher sei, ob Bombardier (die die bisherige "Skyline-Bahn" am Flughafen entwickelten und auch heute noch mit rund 50 Mitarbeitern am FRA dauerhaft betreiben und warten) auch den Zuschlag für die Erweiterung bekommt. "Notfalls fahren wir 2 Systeme nebeneinander. Das wäre nicht schlimm", wird Heinrich zitiert. Fest stehe aber bereits jetzt: Die neue Bahn wird moderner!

  • Gut (und für mich neu) ist, dass diese direkte Anbindug an das PTS für die Flugsteige C und D mit separaten Ebenen ausgeführt wird. D.h. ich gehe davon aus, dass man in Zukunft von Flugsteig A nach D kommt ohne den Sicherheitsbereich verlassen zu müssen. Ein Fußweg existiert dafür nämlich nicht. Da im Bereich D auch die USA-Flüge der LH abfliegen wäre das eine wesentliche Verbesserung beim Umsteigen. Und eine ziemliche Verkürzung der Wege, denn zu Fuß dauert das ziemlich lange...

  • Nö. Bereich D ist schon Terminal 2 und von dort aus gehen keine LH Flüge los. Optisch gibt es zwar C-Gates (C13-C16), die aussehen, als wären sie im Bereich D, sind aber fußläufig als C-Gates von Terminal 1 zu erreichen.


    Aber auch diese C-Gates sollten an das PTS angebunden werden.

  • BigBird : ok, dann sind das halt die C-Gates, aber um von T1, Abschnitt A da hin zu kommen muss man eben aus dem Sicherheitsbereich raus. Daher wäre eine Anbindung von diesen mittels PTS schon eine ziemliche Verbesserung.

  • Ein Anbindung von C an das PTS wäre ein deutliche Verbesserung, da stimme ich dir zu.


    Allerdings muss man, um von A nach C zu kommen, den Sicherheitsbereich nicht verlassen. Der Weg ist zwar wenig intuitiv (mit PTS nach B und dann den Fußweg B --> C nehmen) und umständlich, aber möglich. Man spart sich so die Sicherheits- und Passkontrolle.


    Grundsätzlich wäre die direkte C Anbindung an das PTS natürlich deutlich besser und soll ja auch kommen.



    Hat schon jemand etwas über eine Anbindung von A Plus an das PTS gehört?

  • Guter Punkt. Das PTS ist getrennt in Non-Schengen und öffenlich/Schengen. Ich nehme mal an dass das so bleibt. Das würde bedeuten, das man die 2. Sicherheisprüfung nur umgehen kann in dem man den Non-Schengen -Teil des PTS benutzt. Das wäre aber wohl ok, weil man ja eh nach Non-Schengen müsste um z.B. in die USA zu fliegen.


    Aber bzgl. deiner Frage: ich gehe davon aus, dass der Bahnhof wird wie alle anderen auch und daher auch eine öffentliche Anbindung hat.

  • Naja, der Bahnhof in A ist nicht "öffentlich". Die eine Hälfte des Zuges bleibt bei der Fahrt von/nach A immer leer.


    In der Ausschreibung wird übrigens nur 1 Bahnsteig, welcher zwischen den bestehenden Gleisen liegen soll, erwähnt. Damit ist eigentlich klar, dass es (vorläufig) nur zu einer Anbindung "Airside" kommen wird.

  • Wenn ich mich recht erinnere, soll das bestehende PTS für das jetzt auch die Station gebaut werden soll, zukünftig rein "Airside" sein.
    Die zweite PTS-Linie, die am Fernbahnhof beginnt, an der C-Station und am Terminal 2 parallel zur bestehenden verläuft, und schließlich am T3 endet, soll komplett öffentlich sein. In einigen Aspekten durchaus sinnvoll, aber trotzdem nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn auch wenn im T3 sich zukünftig wohl die Airlines versammeln werden die nicht zur Star-Alliance gehören, die Anzahl der Umsteiger zwischen diesen und zumindest der LH ist nicht zu unterschätzen.

  • Interessant. Es wäre auch spannend zu wissen wie viele Passagiere tatsächlich zwischen Star Alliance und anderen Airlines umsteigen.
    Spontan würde ich vermuten, dass die meisten dieser Umsteiger dann Schengen-Passagiere sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand aus Non-Schengen nach FRA fliegt um mit einer anderen Airline (die zumdem dann einer anderen Allianz angehört) weiter nach Non-Schengen zu fliegen.

  • PTS Non-Schengen ist nicht sauber

    Das PTS-System besteht aus zwei Wagen, denen jeweils eigene Bahnsteige zugeordnet sind. Der eine Wagen ist für Schengen-Umsteiger ("Inland") und öffentliche Nutzer wie z.B. auch Umsteiger zu den Bahnhöfen. Der andere Wagen ist für Non-Schengen-Umsteiger ("Ausland"). Beide Wagen sind "nicht sauber", d.h. Nutzer müssen immer noch anschließend sicherheitskontrolliert werden. Dies liegt u.a. an dem dezentralen Sicherheitskontrollen im T2.


    Das bedeutet, dass die Station C für Non-Schengen-Umsteiger zwar die Wege verkürzt, eine Sicherheitskontrolle nach Verlassen des PTS bleibt aber weiter erforderlich.


    Non-Schengen - Non-Schengen Umsteiger müssen übrigens fast immer sicherheitskontrolliert (Ausnahme z.B. USA) werden, weil man den Sicherheitsstandards in diesen Ländern nicht traut. Von einem sauberen Non-Schengen-PTS würden nur Schengen - Non-Schengen - Umsteiger profitieren, da diese vorm Betreten der PTS-Ausreisen könnten und dann nicht noch einmal sicherheitskontrolliert werden müssen.


    Der Begriff "Airside" ist hier nicht eindeutig. Der Non-Schengen-Wagen ist zwar hinter der Grenzkontrolle aber vor der Sicherheitskontrolle.


    Natürlich gibt es auch Umsteiger zwischen STAR und anderen Airlines. Es sind aber nicht viele. Man muss nur zählen, wie viele Leute im Non-Schengen-Wagen zwischen T1 und T2 sitzen.


    Das PTS zum T3 wird genauso konzipiert sein. Wenn die T2-Nutzer ins T3 ziehen, ändert sich eigentlich nicht viel, außer man bekommt eine 5 Minutenlange kostenlose Flughafenrundfahrt spendiert und das T2 kann endlich so genutzt werden, wie es ursprünglich konzipiert wurde: als Non-Schengen-Terminal für die Großraumflugzeuge der Lufthansa.

  • Ausschreibung Passagier-Transport-System veröffentlicht

    Die Fraport AG hat Ende September die Planung, Lieferung, Bau und Inbetriebnahme des "vollständigen, schlüsselfertigen Passagier-Transport-Systems einschließlich Zulassung durch die Aufsichtsbehörden und sämtlicher zugehöriger Projektierungs- und Managementleistungen" ausgeschrieben. Der Ausschreibungstext enthält einige interessante Informationen. Unter anderem die, dass alle das Passagier-Transport-System (PTS) umfassenden Leistungen aus einer Hand kommen sollen: Planung und Bau der Strecke, Lieferung der Fahrzeuge und auch deren Betrieb für mindestens fünf Jahre. Die hier schon angesprochene räumliche Trennung der Fahrgastkategorien in Schengen und Non-Schengen wird bestätigt. Weitere Einzelheiten:


    • zweigleisige Trasse mit einer Gesamtlänge von 5.550 Metern
    • davon 3.450 Meter auf Stützen inklusive Rampen und Stationsbereichen und
    • 2.100 Meter ebenerdig
    • mit bis zu vier Stationen und einer
    • systemspezifischen Werkstatt mit Abstellanlage


    • Transportkapazität von mindestens 3.200 Schengen-Fahrgästen und 2.900 Non-Schengen-Fahrgästen, jeweils pro Stunde und Richtung im Umlaufbetrieb
    • ganzjährig ein ununterbrochener 24-Stunden-Betrieb mit einer Mindesttaktzeit von 120 Sekunden
    • kleinere Taktzeiten bis zu 90 Sekunden sollen möglich sein
    • die Betriebsgeschwindigkeit soll 60-70 km/h betragen


    • Zweirichtungsfahrzeuge von nicht mehr als 2,85 Meter Breite
    • frei kuppelbare Fahrzeuge
    • Zuglänge von maximal 60 Metern
    • Einsatz von automatischen Bahnsteigtüren
    • das PTS soll (auch in den Ausbauabschnitten) führerlos sein


    • Planungsbeginn im März 2017
    • Realisierungsbeginn im Juni 2018
    • Inbetriebnahme voraussichtlich im dritten Quartal 2022
  • Zum PTS: Stellt das neue System eine Verlängerung der Bestandsanlage dar oder läuft es autark? Letzteres wäre mit einem Umstieg in T2 verbunden, um zwischen T3 und T1 zu wechseln.

  • Sie treffen sich zwar in T2, aber man muss umsteigen. In ferner Zukunft könnte die neue Linie auch bis zum Regionalbahnhof verlängert werden, hatten wir neulich hier schon mal diskutiert.

  • Es wurde ja erwähnt, dass es bis zu 4 Stationen in einem eigenständigen System geben soll. Terminal 1, Terminal 2, Terminal 3 und am Übergang über die A3 (Airrail Terminal). Wenn alle Stationen fertig gestellt sind muss man demnach nicht im T2 umsteigen.

  • Nicht ganz. Im Vollausbau die erste Station im Süden des Übergangsbauwerks zum Fernbahnhof / The Squaire (am dafür vorgesehenen Stutzen), zweiter Halt an der PTS-Station C, deren Bau noch 2015 beginnen sollte, dritter am Terminal 2 und vierter am Terminal 3.

  • ... oder damit, noch ein bisschen simpler:



    Grafik: Logplan GmbH



    "ICE" ist die erwähnte erste Station am Übergangsbauwerk. Der "Stutzen" als Anschluss einer PTS-Station auf einem Ausschnitt aus einem Fraport-Pressebild markiert:



    Bild: Fraport AG Fototeam Stefan Rebscher, Markierung: Schmittchen