Historische Mitte Köln

  • Historische Mitte Köln

    Da der Rat der Stadt nun einen konkreten Planungsbeschluss getroffen hat - und das Projekt mit weit über 100 Millionen Euro auch nicht gerade klein ist, erlaube ich mir, einen eigenen Strang für dieses Projekt zueröffnen.


    Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 03.05.2018 mit großer Mehrheit (SPD, CDU, Die Grünen ...) einen Planungsbeschluss für die "Historische Mitte Köln" auf Grundlage des Entwurf des Büros Staab-Architekten getroffen.
    Für die Planung wurden 5,4 Millionen € bewilligt. Der Baubeschluss könnte 2020 getroffen werden.


    Es wurde beschlossen eine Bauherrengemeinschaft mit der Hohen Domkirche zu gründen.
    Der Baukostenanteil der Stadt Köln wurde mit 116 Mio. € beziffert (der, der Hohen Domkirche mit 27,5 Mio.€).
    Die beiden Häuser sollen 2027 fertiggestellt und 2028 bezugsbereit sein.



    https://www.rundschau-online.d…te--am-dom-voran-30116278


    https://ratsinformation.stadt-…le.asp?id=647245&type=do&


    Und schon ist auch wieder eine Bürgerinitiative gegen das Projekt am Start - unter dem martialischen Namen " Dom KLOTZ STOPPEN!"
    Diese weckt bei mir nicht nur sofort Erinnerungen an die Bürgerinitiative "Mut zur Kultur" - für ein Bürgerbegehren gegen den Neubau des Schauspielhauses ... (Link zu der Gruppe im Rundschau-Artikel).


  • Und schon ist auch wieder eine Bürgerinitiative gegen das Projekt am Start


    ... ich kann diese ja nicht mehr ernst nehmen. Gibt es noch irgendwelche größeren Projekte die nicht wenigstens eine BI hervorbringen, die die Planungen auch gleich komplett ablehnen?


    Andererseits muss ich schon sagen: tolle Chance, tolles Projekt. Aber architektonisch doch sehr einfallslos (belanglos?) vor dem Hintergrund wie dies von einigen Akteuren als Jahrhundertprojekt „gefeiert“ wird.

  • Man sollte solche Initiativen schon ernst nehmen, haben diese doch schon Neubauprojekte zu Fall gebracht, aber die reine Gründung durch eine kleine Gruppe sagt noch nichts über deren Zulauf aus.


    Immerhin ist die jetzige Bebauung auch keine architektonische Glanzleistung, an deren Abriss wird sich im Gegensatz zu alter DDR-Architektur in Potsdam auch kaum einer aufregen. Um Gentrifizierung geht's auch nicht. Und ein bisher freier öffentlicher Platz wird ebenfalls nicht geopfert. Daran hat ja schon in Köln beim Rathausplatz oder zuletzt in Mainz bei der Erweiterung des Gutenbergmuseums der Protest entzündet. Beim Projekt Miqua steht zudem ja auch noch ein latenter Antisemitismus gegen das Projekt.


    Aus solchen Gründen kann also die Bürgerinitiative keinen Widerstand ziehen, der sich bis zu einer Ablehnung per Bürgerentscheid hochwiegeln ließe.


    Bleiben halt vor allem die Kosten - da sollte bis zum endgültigen Baubeschluss noch vernünftig gerechnet werden und zur Not auch Abstriche gemacht werden, damit ein zu teurer Neubau keinen Protest hervorruft, auch darf natürlich nicht der Anschein erweckt werden, dass Projekt würde mit Einsparungen, etwa bei Schulen, erkauft.


    Immerhin sollte bis zum Baubeschluss die Sanierung der Oper beendet sein, das MiQua soweit stehen - und auch der Bau der Erweiterung vom Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud bereits begonnen haben, so dass nicht aller Zorn auf die Historische Mitte als greifbaren Stellvertreter gehen sollte.


    Zu hoffen bleibt, dass an der Fassade noch nachgebessert wird. Letztendlich denke ich aber, dass die Kölner eher zu den Stoikern gehören und dass vor allem durch die Größe der Stadt es deutlich mehr Menschen mehr oder weniger egal ist, wenn ein belangloses Gebäude durch ein anderes ersetzt wird.
    Jedenfalls dürfte es der Initiative "Unser Roncalliplatz soll schöner werden" wohl deutlich schwerer fallen genügend Protestunterschriften zu sammeln, um das Gebäude zu verhindern, als etwa in Mainz.

  • Ex-OB Fritz Schramma schlägt vor, das Stadtmuseum am alten Standort zu belassen - das Zeughaus zu sanieren und zu erweitern.
    Am Standort "Neue historische Mitte" möchte er hingegen stattdessen einen Museumsbau für das Werk Gerhard Richters errichten.
    Bereits zu seiner Amtszeit habe es diesbgl. Gespräche mit Richter gegeben. Dieser habe sich nie abgeneigt gezeigt, erwarte von der Stadt aber ein konkretes Angebot. Andere Städte hätten bereits Interesse gezeigt und bei der Richter-Stiftung nachgefragt.
    Gerhard Richter ist einer der bedeutensten lebenden Künstler der Gegenwart.


    https://www.express.de/koeln/w…touristen-magnet-32914792


    Ich persönlich sehe für ein solches Projekt eher schwarz. Zum einen muss ein solcher Bau nicht nur finanziert (zuzüglich der dann nötigen Sanierung/Erweiterung des Zeughauses) - sondern auch unterhalten werden.
    Desweiteren sehe ich noch das aktuelle Trauerspiel um die Erweiterung des WRM für die Sammlung Corboud, in der wohl schon mit dem Abzug der Sammlung gedroht wurde, weil der zugesagte Erweiterungsbau nicht kommt.

  • Weiter geht es mit einigen weiteren Updates aus der Kölner City. Zunächst zur Kolumba, dem modernen Museum für religiöse Kunst. Das Gebäude, welches 2007 nach den Plänen von Peter Zumthor eröffnet wurde und an der Stelle der kriegszerstörten, spätgotischen Kirche St. Koluma stand, weißt nach 12 Jahren leider bereits massive Veränderungen und Schäden auf. Ich bin mal gespannt, wie man das in den Griff bekommt, Wasserschäden sind nicht ohne, man weiß, warum historische Bauten Gesimse hatten.



    Die Feuchtigkeitsschäden im oberen Fasadenbereich sind offenkundig



  • Die Fotos sind aber aktuell von dieser Woche. Folglich hat sich am Grundproblem wohl wenig geändert. Es sieht auf jeden Fall optisch extrem bescheiden aus. Da es scheinbar ein fortlaufendes Problem ist, muss man wohl leider davon ausgehen, dass hier auch bei der Planung etwas schief gelaufen ist. Schade, denn innen ist der Bau wirklich gelungen.

  • Das verstehe dann wer will. Das ist für mich keine Patina sondern sieht einfach nur extrem unschön aus und beeinträchtigt die Ästhetik des Baus enorm. Aber gut. Wenn der Architekt es so will ....