Stadtquartier 'Pankower Tor' [in Planung]

  • Pankower Güterbahnhof bleibt teilweise denkmalgeschützt, so das Verwaltungsgericht: https://www.tagesspiegel.de/be…t-abreissen/23882650.html
    https://www.rbb24.de/wirtschaf…icht-rundlokschuppen.html
    Video: https://www.rbb24.de/wirtschaf…denkmalschutz-berlin.html



    https://www.morgenpost.de/bezi…n-hier-Kraene-tanzen.html
    Demnach hat Investor Krieger es jetzt eilig, im Herbst 2021 sollen sich hier die Kräne drehen. Dann solle das Bebauungsplanverfahren, das im Herbst 2019 beginnen wird, beendet sein. Parallel dazu laufe die Änderung des Flächennutzungsplans. Ein Workshopverfahren mit sechs Architekturbüros soll Klarheit darüber bringen, wie das Quartier am Pankower Tor tatsächlich aussieht. Eine Jury küre Mitte 2019 den besten Entwurf.

  • Laut "Berliner Woche" vom 22.10.2019 hat die Bezirksverordnetenversammlung jetzt beschlossen, dass das Bezirksamt bis zum 30. November einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan fassen soll. So solle das Bezirksamt endlich in die verbindliche Bauleitplanung einsteigen und zugleich der Senat an seine Zusage erinnert werden, die nötige Änderung des Flächennutzungsplans für diesen Bereich vorzunehmen - noch sei dieses Areal Bahngelände.


    Wiederum gemäß "Berliner Morgenpost" vom 20.05.2019 liegt ein Ergebnis eines "Dialogverfahrens" offiziell vor. Besonders viel Rückmeldung wurde demnach zum Thema Verkehr verzeichnet; Konsens bestehe bei der Feststellung, dass die jetzige Verkehrsinfrastruktur eine Verbesserung brauche.


    Der Eigentümer des Areals verzichte auf eine Bebauung mit einer Shopping Mall und sei bereit, eine offene Bauweise auf kleinerer Verkaufsfläche als ursprünglich vorgesehen umzusetzen.

  • Mit Fotos der Brache berichtet die "Berliner Woche" vom 05.11.2019 erneut über das "Pankower Tor"; demnach wird nun auch noch in einem "Workshopverfahren" durch die Investorin, in Abstimmung mit Senat und Bezirk, ein Masterplan festgelegt werden, der als "zentrales Scharnier" zwischen B-Plan und Grundsatzvereinbarung zwischen Land und Investorin fungieren soll.

  • Der Tagesspiegel hat jetzt die Ideen der sechs Planerteams für das "Pankower Tor" vorgestellt. Nach langem Hickhack scheint es jetzt doch in eine finale Phase zu gehen.


    Ab sofort sollen die Entwürfe auf pankower-tor.de begutachtet und kommentiert werden können. Ich habe allerdings auf dieser etwas unübersichtlichen Seite die Entwürfe der einzelnen Büros (noch?) nicht gefunden.


    Dafür gibt es Abbildungen im Tagesspiegel. Ob der "normale" Bürger anhand der Massenstudien und der Komplexität der Bedingungen (Wohnen, Möbelmarkt, Schule, Naturschutz...) wirklich einen Favoriten finden wird oder es wieder eine reine "Expertendiskussion" wird, bleibt abzuwarten.

  • zumal es so aussieht als ob man mit der streng getrennten Staffelung von "Wohnen, Wohnen, Kultur, Arbeiten, Arbeiten, Einkaufen" mal wieder die Fehler der letzten 70 Jahre Stadtplanung widerholt.

  • Blockrand, Gastro&Gewerbe in den Erdgeschossen an der Hauptstraße/Achse, fertig ist's. Es könnte so einfach sein, aber nein, man muss ja tausend Jahre diskutieren und tolle Konzepte erarbeiten die gar nicht toller sind als das was wir alle kennen und lieben. Mich nervt sowas langsam irgendwie.

  • Der Sieger ist, wie zu erwarten, der Entwurf "Große Hofwelten" von 03 Architekten, denen eine gewisse Nähe zum Baukollegium unterstellt wird (surprise, surprise, Büro von Andreas Garkisch, der selbst bis 2017 im Baukollegium saß, wird u.a. von der Jury-Vorsitzenden Christa Reiche, die ebenfalls im Baukollegium Mitglied war, gewählt):


    https://plus.tagesspiegel.de/b…-tor-aussehen-211379.html


    Der ursprüngliche Entwurf, der in der zweiten Runde überarbeitet wurde und morgen präsentiert wird:


    https://www.pankower-tor.de/di…intauchen-bunte-hofwelten


    Die morgigen Online-Veranstaltungen im Überblick:


    https://www.pankower-tor.de/


    Der Nöfer-Entwurf (https://www.pankower-tor.de/di…container=%23main-content) ist aus meiner Sicht städtebaulich klar überlegen, aber dem Dunstkreis des Baukollegiums vermutlich viel zu klassischer urbaner Städtebau.

    Was ich am 03-Architekten-Entwurf am wenigsten verstehe: Es sollte ein offenes Entrée am Bahnhof Pankower Tor entstehen. Die - bisher - vorliegenden Entwürfe zeigen gerade dort einen geschlossenen Baukörper mit Einzelhandel im Erdgeschoss, also das genaue Gegenteil einer offenen Stadtlandschaft mit Geschäften.

  • Also ich bin gespannt auf die Überarbeitung, aber ich kann überhaupt rein gar nichts mit dem Siegerentwurf anfangen. Was soll das sein? So baut man vielleicht in den 00er Jahren auf der grünen Wiese, aber doch nicht mitten in Berlin in den 2020ern? Das ist pure Platzverschwendung, und der Grünraum wird nicht mal als solcher wahrgenommen werden können, weil er völlig zerfasert ist. Man man man, dazu noch der Vorwurf der gewissen Nähe zum Baukollegium und der Eindruck von piefigen Vetternschaften in der Berliner Politik/Verwaltung ist echt schwer abzuschütteln.

  • Und für das Ergebnis wurde nun ein Jahrzehnt geplant????????


    Ich sehe die Architekten konnten mit der Fläche an den Gleisen nicht viel anfangen, so gibt es eine etwas aufgelockert wirkende Straßenrandbebauung an der Granitzstraße. Das einzige was für mich jetzt eine Logik ergibt ist der "Urbaner Platz" mit 2 Zehngeschossern.

    Nun gut, Quartiersplanung von vorvorgestern. Und wieder dieses Paradoxon. Berlin ist mittlerweile dermaßen uninnovativ im Städtebau, dass man vor jeder Wettbewerbsentscheidung mit sicherer Hand den schlechtesten Beitrag auswählen kann - der wird mit Sicherheit auch gekürt.

  • Puh! Das ist ja ein Ding, positiv natürlich. Sehr merkwürdig, dass der Tagesspiegel das offenbar komplett falsch verstanden hat?


    Wobei der Nöfer-Entwurf leider im Verhältnis zum ersten Entwurf im Frühjahr auch deutlich verloren hat. Die Hochpunkte wurden überwiegend gestrichen, die Blöcke zusammengefasst. Trotzdem ist er aus meiner Sicht klar besser.


    Hier die beiden Gewinner:


    1. Platz: https://www.pankower-tor.de/si…fer_visualisierung4_0.jpg

    2. Platz: https://www.pankower-tor.de/si…3architekten_lageplan.pdf

  • Die Online-Vorstellung des Entwurfs kann man hier auch im Nachgang anschauen:



    Die Veranstaltung war gut moderiert und es wurde auf 90 % der Fragen eingegangen, was leider nicht sehr oft geschieht.

    Offenbar ziehen alle Akteure an einem Strang. Nöfer und Kohl haben gezeigt, dass sie sich sehr an klassischen städtebaulichen Vorbildern auch in Bezug auf die Nutzung orientieren. Das lässt hoffen, dass hier kein experimentelles Stadtquartier entsteht, welches am Ende an zu vielen Erwartungen zerbricht, sondern ein durchmischter und abwechslungsreicher urbaner Kiez. Trotzdem werden die Anforderungen des Klimawandels und der Verkehrswende gut integriert.


    Hoffentlich geht es "bald" los. Herr Kuhn sprach indirekt von einem frühesten Baubeginn 2024 nach Abschluss der B-Planung Ende 2023. Das ist allerdings schon das optimistischste Szenario.

  • Mich hat der Entwurf von 03-Architekten nicht umgehauen, der Entwurf von Nöfer ist aus meiner Sicht aber auch nicht aufregender. Gut, es gibt sowas wie eine zweite Reihe im Gebiet, das sehe ich positiver bei Nöfer, allerdings ist aus meiner Sicht der Platz am Pankower Tor bzw. "Urbaner Platz" nun etwas verunklart. Die übliche Angst vor Windmühlen, äh Hochhäuser, das kennen wir in Berlin.

    Ich hätte mir ein Zentrum in diesem Gebiet gewünscht, etwas Städtisches halt, nicht wieder ein Verlegenheits-Landschaftspark der üblichen Berliner Landschaftsplaner-Büros. Bin gespannt wer den pflegt.

    Für die Planung eines Jahrzehntes fühle ich mich bei dem Ergebnis veralbert.

  • ^ Es ist halt wunderbar einfach, sein Idealbild mit einem realen Konzept zu vergleichen und dann zu dem Schluss zu kommen: Mein Ideal ist viel hübscher. Das muss sich allerdings auch nicht mit dem Bau- und Planungsrecht herumschlagen, keine Investoren berücksichtigen, nicht auf drei Dutzend "Stakeholder" eingehen und keine Bürgerbeteiligung durchlaufen. Schau Dir einfach das Video an, und Du bekommst anhand der Bürgerfragen einen Eindruck, mit welch entgegengesetzten Wünschen und Vorstellungen es so eine Planung zu tun bekommt – Blöcke auf/Blöcke zu; Hochpunkte höher/Hochpunkte niedriger; mehr Ruhe für die Anwohner/mehr Leben im Quartier; Kreuzkröte umsiedeln oder den Lebensraum erhalten; etc. pp.


    Klar, mein Ideal ist das auch nicht. Aber wenn der Masterplan anspruchsvoll in Architektur umgesetzt wird und keine reine Schlaftstadt entsteht, sondern Cafés, Restaurants, Bäckereien & Co. integriert werden – dann geht da was.


    Die arrogant-abwinkende "Wenn nicht irgendwo mindestens 100 Meter entstehen, ist es Scheiße"-Masche geht mir tierisch auf den Senkel.* Sind denn Hochhäuser in der Ecke in irgendeiner Form städtebaulich relevant? Oder lässt sich hier nicht auch mit Traufhöhe und Blockrand einiges machen? Außerdem: Mit "Bin gespannt, wer den pflegt" kann man jede Parkplanung zerkloppen. Grün Berlin könnte "den" zum Beispiel pflegen. Die machen das vielerorts ganz hervorragend.


    * Und wenn 100 Meter vorgesehen sind, heißt es: "Dass hier nicht 180 Meter gebaut werden, ist sowas von deutsch."

  • ^Generell das Problem bei Adjektiven: Sie werten. Also, warum gefällt das das nicht, und: Was würde ich statt dessen vorschlagen. Ansonsten ist ein Beitrag einfach nicht konstruktiv.