B-Hub Friedrichshain/Stralau

  • B-Hub Friedrichshain/Stralau

    Auf Stralau soll am S-Bahn-Ring parallel zur Kynaststraße ein Bürokomplex mit 7/10 Stockwerken entstehen:


    https://www.b-hub.de/


    https://www.gruenderszene.de/a…s-international-2016-8512


    https://www.immobilienscout24.de/expose/103022191/#/



    Bauherr ist wohl die Streletzki-Gruppe, Architektur Barkow/Leibinger.


    Bauzeit: April 2018 bis Frühjahr 2020.


    Im Netz wird das Projekt als Bürofläche für Startups beworben. Ich hoffe, dass die Hipster dann auch alle schön brav mit dem Singlespeed-Rad oder der S-Bahn (Ostkreuz) kommen. Sonst dürfte der Verkehr morgens und nachmittags interessant werden. Die Kynaststraße ist jetzt ja schon bekannt aus dem Verkehrsfunk ...

    2 Mal editiert, zuletzt von klute () aus folgendem Grund: Links ergänzt

  • Dieser "fast 300 Meter lange Gebäude"-Riegel erinnert mich an den mit rund 550 Metern noch längeren Riegel parallel zu den Bahngleisen in der Europacity: http://www.deutsches-architekt…php?p=558969&postcount=50
    Baustart dort ebenfalls noch 2018 - und neben dem Hauptbahnhof soll's in der Nähe auch noch einen neuen S-Bahnhof (der neuen Linie S21, pardon "City S-Bahn"..) geben.


    Zwölfgeschossige Türme und Loggien als Fassadeneinschnitte sind im "Quartier Heidestraße" vorgesehen (siehe auch unter Projektnr. 20 in: http://www.stadtentwicklung.be…acity_ProjektBlaetter.pdf) - ebenfalls mit einer Fassade aus Sichtbeton, allerdings ohne die weißen Keramikelemente wie hier: https://www.b-hub.de/architektur/


    Jedenfalls angesichts der Dimensionen spannend zu sehen, was aus beiden wird - und ob ein "Overkill" eintritt..

  • Fein, fein! So wars doch immer gedacht; ein fetter geschlossener Gewerbegebäuderiegel entlang der Kynaststraße, um die Wohnbebauung vom S-Bahnlärm und der Ödnis des Bahndamms abzuschirmen. ça y est!


    Start-Up und Friedrichshain das geht ja auch ganz gut zusammen. Und v.a. wird diese öde Mono-Wohnstruktur auf der Halbinsel ein wenig aufgemischt. Jetzt noch ein paar Spätis in die Erdgeschossflächen intergriert und der Stralau-Ausflügler muss sich sein Bier nicht mehr aus Kreuzberg mitbringen. ;)


    Und gleich noch das "Sea-Life" hinterhergeschoben und die Rummelsburger Bucht bekommt endlich eine geschlossen-bauliche Fassung.


    Also mir gefällts, was Barkow Leibinger da so aus der Feder gezaubert haben. Hoffen wir auf zügige Umsetzung!

  • ...Jetzt noch ein paar Spätis in die Erdgeschossflächen intergriert...


    Das war auch meine Hoffnung: dass in dem Bau-Riegel das Erdgeschoss weitgehend mit Gewerbe- (=Verkaufs-) Flächen versehen wird. Sieht aber leider nicht so aus, Nur ein (kleiner) Markt und ein Bäcker; Öffnungszeiten unklar.


    Ansonsten stimme ich Dir zu: Schon als wir uns für den Kauf hier (Fischzug Ecke Glasbläser) interessierten, habe ich den (damals angeblich "bis zu 7-geschossigen") Bauriegel als willkommene Abschottung gegen den Lärm der S-Bahn (und der eventuell noch zu erwartenden Autobahn) gesehen. Und ich bin froh, dass die Brache wegkommt, die bislang zu vielfältiger "geduldeter" Nutzung einlud.


    Schließlich wird sich mit Vollendung der Bebauung (SeaLife, Hauptstraße, Markgrafendamm) und dem Anschluß der Gebäude-Höhen an den Bereich ("Media-Spree") zwischen Elsenburücke und Warschauer Straße vielleicht auch das Empfinden durchsetzen, dass die Gegend ums Ostkreuz nicht Stadtrand, sondern echter Innenstadtbereich ist. Der Bahnhof selbst repräsentiert das nach dem Umbau schon ziemlich gut, nur das südliche Umfeld ist noch ein wenig "terra incognita"

  • ^ich kann dich beruhigen. Nach kurzem Blick auf die Homepage, würde ich beim Supermarkt von ca. 1200m² ausgehen. Das ist ein ordentlicher Rewe oder Edeka.

  • Ich kann noch nicht mal wirklich erklären warum, da ich ja eigentlich wirklich kein Fan von modernen Gebäuden bin, aber der Entwurf gefällt mir einfach.


    Was ich aber nicht verstehe: Auf dem Entwurf sieht es so aus, als läge der ganze Riegel direkt an der Spree - das kann doch aber nicht sein. Der Entwurf liegt eher entlang der Gleise und das Kopf/Fuß-Ende liegt dann entweder an der Spree oder am Rummelsburger See.

  • Vollständiger: Schirmt die Anwohner nicht nur vor S-Bahn-Lärm und der Ödnis des Bahndamms ab, sondern auch vor dem zukünfigen Lärm der Stadtautobahn, die dort bescheuerterweise dirket durchs Wohngebiet gebaut wird. :nono:

  • Endlich, es passiert was! Entwurf sieht aus wie ein Parkhaus, aber der besseren Sorte. Und mit ein paar hippen LED-Lichtgirlanden könnte das Raster nachts als Screen aktiviert werden: zum Beispiel die Bewertungen der Startups als Blasen in den Berliner Himmel aufsteigen lassen.

  • An ein Parkhaus denke ich hier ehrlich gesagt überhaupt nicht. Die Formensprache ist zwar recht reduziert aber für so eine Lage und Funktion mE doch gelungen. Es sieht zudem durch das zuständige Architekturbüro nach einer wertigen Ausführung aus. Da reichen ein paar Kniffe als Auflockerung und Abwechslung schon aus. Gerade die Öffnung zum Wasser hin finde ich aber sogar sehr gefällig. Mit den öffentlichen Wassergärten des Coral World Komplexes könnte sich die Gegend in der Tat zunehmend mausern. Einzelhandel ist zudem ebenso wünschenswert wie gut 3.000 Arbeitsplätze. Die abschirmende Funktion kommt noch als Bonus hinzu. Städtebaulich eine sehr gute Lösung.

  • ^ Na, ob die wirklich gebaut wird, steht doch in den Sternen. Der Senat will es jedenfalls nicht. Mit etwas Glück geht die Zeit über die alten Pläne hinweg.


    Mit etwas Glück ist dieser Senat bald weg und das für die Entwicklung der östlichen Stadtgebiete notwendige Schnellstraßenprojekt wird realisiert. Alles eine Frage der Sprech- und Denkweise. ;)


    Wenn überhaupt würde die Autobahn dort in Troglage verlaufen, weil sie anschließend den Bahndamm unterquert. Zweifelhaft, ob man da jenseits des Bahndamms auf der anderen Seite noch was hört. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig man von der A100 am Südkreuz hört, je weiter man sich von der Trasse entfernt.

  • ...würde ich beim Supermarkt von ca. 1200m² ausgehen. Das ist ein ordentlicher Rewe oder Edeka.


    Klingt gut; besser wäre aber, wenn wirklich große Teile des Erdgeschosses (z.B. alles außer dem Entree) für kleinteilige (!) gewerbliche Nutzung zum Nutzen des Endkunden vorgesehen wären: Diverse Läden, Cafes, Restaurants, Eisdiele, auch mal ne Kneipe, Apotheke, Arztpraxis, Zeitschriften/Späti, Post- oder Bank-Filiale.


    Dass so etwas auch in sehr hochwertigen Innenstadt-Lagen möglich ist, zeigen zum Beispiel die Straßen Am Kaiserkai und Überseeboulevard in der Hamburger HafenCity.


    Stattdessen hier: Eine endlose Büro-Schlange mit Arbeitsräumen bis hinein ins Erdgeschoss. Gerade mit dem notwendigsten Gewerbe versehen, um die dort arbeitenden Mitarbeiter rudimentär zu versorgen. Für die Nachbarschaft oder Besucher kein Gewinn. Nur mit dem zusätzlichen Verkehr in rollender und ruhender Form wird man sich arrangieren dürfen.

  • ^Ein großer Supermarkt und eine Bäckerei in unmittelbarer Laufdistanz sind doch auf jeden Fall ein Gewinn für die Anwohner. Dazu wie gesagt die Funktion als optischer Abschluss und als Lärmpuffer. Mit dem Coral World Projekt und dem Haus der Wasserwirtschaft kommen dann ja noch attraktive Parkanlagen in direkter Wasserlage sowie weitere Infrastruktur hinzu. Letzteres soll neben Büros und einem Hotel mit 120 Zimmern auch ein Ärztehaus (sicherlich inklusive Apotheke, das ist bei so etwas praktisch immer der Fall), einen Bio-Markt und ein Café beherbergen. Interessant finde ich, dass auch das Haus der Wasserwirtschaft von Streletzki verantwortet wird. Der scheint also auf die Gegend zu setzen. Mit dem Ostkreuz und der neuen Attraktion von Coral World hat man ja auch schon zwei feste Größen, die Menschen in die Gegend spülen werden. Büros, Wohnungen und Hotels/ Jugendherbergen entstanden und entstehen ebenfalls in zunehmender Zahl. Jede neue Infrastruktur wie bspw ein großer Supermarkt (oft ein Anker für weitere Ansiedlungen von Einzelhandel) wird den Effekt vergrößern. Man kann also davon ausgehen, dass die Nahversorgung insgesamt ein gutes Niveau erreichen wird. Und falls es nicht reicht, ist man doch durch die Verkehrsanbindung schnell an vielen anderen interessanten Standorten.


    Ich finde, hier wird auf sehr hohem Niveau geklagt. Büroflächen braucht Berlin ähnlich dringend wie neuen Wohnraum. Eine Unterversorgung mit Einzelhandel sehe ich jedoch nicht, zumal ohnehin immer mehr Umsatz online abgewickelt wird.

  • ^ Viele Läden und Bistros werden von den Mitarbeitern naher Büros in der Mittagspause frequentiert. Auf der verlinkten Webseite werden Büros im EG angeboten, dort könnten lieber Bistros oder auch eine Bäckerei geplant werden - dafür hätte der Mini-Turm etwas höher als bloß 9 Geschosse sein können. (Mit 9 Bürogeschossen wird ohnehin die baurechtliche Hochhausdefinition samt Brandschutz-Konsequenzen überschritten, dann könnte man genausogut 10-12 daraus machen.)
    Aber auch so gut, dass zumindest durch verschiedene Höhen der sehr, sehr lange Bau etwas differenziert wird - die Fassadengestaltung ist beinahe einheitlich.


    Ich hoffe übrigens, dass die darüber angesprochene Autobahn nicht kommt - autogerechte Städte sind endgültig out.

  • Bau-Lcfr : Es soll doch auch eine Bäckerei im Erdgeschoss geben oder habe ich das falsch verstanden? Generell bin ich ja auch dafür, dass sich möglichst viele Gebäude im Erdgeschoss für die Stadt öffnen aber bei solchen Bürogebäuden ist das leider absolut nicht die Regel. Oft genug gibt es da gar keine entsprechenden Flächen. Zudem muss man hier ja nicht alle Erwartungen auf ein Gebäude abwälzen. Ein großer Supermarkt und eine Bäckerei bringen sicher etwas Belebung. Wenn die Bäckerei klug/ ambitioniert ist, kann sie ja auch Bistrotische aufstellen und ggf Eis und guten Kaffee anbieten. Das muss man abwarten. Ansonsten wird es bei entsprechender Nachfrage halt anderswo ein Angebot geben.


    Die Formensprache ist sicher Geschmacksache. Es ist nun einmal zunächst EIN langer Riegel - eine bewusst geschlossene Gebäudeeinheit. Dafür finde ich den Entwurf nicht mal so schlecht. Immerhin gibt es ein paar Kniffe, die es auflockern. Kleinteilig oder gar heimelig sieht natürlich anders aus. Aber das hatte ich hier auch nie wirklich erwartet.

  • Das Bauvorhaben macht bestimmt Sinn und wird hoffentlich zeitnah umgesetzt.
    Allerdings hält sich meine Begeisterung in Grenzen, sicherlich kein fürchterlicher Bau aber, ich hätte mir keinen so langen und doch recht langweiligen Riegel gewünscht.
    Vielleicht ein oder zwei Hochpunkte mehr und ebenso eine stärkere Gliederung des Gebäudes und der Fassaden hätte ich besser gefunden.
    Ich mag auch keine langen Gebäuderiegel, die sich mäanderartig entlang schlängeln, lieber klare Formen mit einem oder zwei akzentuierten Knicks.

  • ^^ Das EG könnte durchgehend für Nicht-Büros-Gewerbe vorgesehen werden. Ich kenne Bürogebiete, wo zuwenig Gastronomiefläche eingeplant wurde und allerlei "Burgertrucks" sowie ähnliche Buden rumstehen, was nachteilig wirkt. Sollten Mieter für alle EG-Flächen ausbleiben, gäbe es noch Optionen wie eine kleine KiTa - ich kenne KiTas in den EGs der Neubau-Bürobauten (für die Angestellten ganz praktisch). Oder ein Fitness-Studio. Notfalls kann man immer noch die Räume in Büros umfunktionieren, doch mit anderen EG-Funktionen wirken Gebäude lebendiger - besonders wichtig, wenn es sich um derart lange Bauriegel handelt.

  • Ein 3-minütiger "Abendschau"-Beitrag beleuchtet die Entwicklung der Rummelsburger Bucht: https://www.rbb-online.de/aben…g-rummelsburge-bucht.html
    Demnach lebten dort vor der Wende nur 350 Menschen, heute über 4000 Haushalte. Das Ende von Zwischennutzungen z.B. durch Clubs sei beendet.
    Laut Bezirksbaustadträtin flossen 70 Mio. Euro in die Sanierung der verseuchten Industrie-Brachen und des Rummelsburger Sees. Eine zufällig vorbeikommende Passantin kritisiert die fehlende Nahversorgung, obwohl "jeder Quadratmeter" bebaut würde.
    Der britische Metropolenforscher Charles Landry äußert sich zur Gentrifizierung.


    Der Boden des Sees ist unverändert voller Schadstoffe: https://www.tagesspiegel.de/be…aufgestellt/20221190.html
    "Baden verboten"-Schilder stehen demnach auch an zwei Stellen des Paul-und-Paula-Ufers - also dort, wo jenes "Haus des Wassers" entstehen soll.
    Lichtenbergs Umweltstadtrat meint, lediglich die Sedimente auf dem Boden des Sees seien "verunreinigt", nicht jedoch das Wasser. Und im Übrigen sei der Bezirk für die Prüfung der Wasserqualität "nicht zuständig".


    Tickt da eine (chemische) Zeitbombe?

  • ^Die Verunreinigung der Bodensedimente ist doch nicht neu, sondern leider inzwischen ein ewiges Thema. Es gab zig Analysen und Lösungsansätze. Die Kosten und die Zuständigkeiten haben bislang alle wirkungsvollen Anstrengungen verhindert. Das Haus des Wassers ist da aber kein Widerspruch. Es soll ja gerade auf den nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser und Ökosystemen am und im Wasser aufmerksam machen. Da gehört dann auch die unmittelbare Nachbarschaft dazu.


    Zur Nahversorgung wurde ja bereits einiges geschrieben. Es entstehen ja zeitnah ein Ärztehaus, ein großer Supermarkt, ein Bioladen, eine Bäckerei und ein Café komplett neu. Dazu ist das Wohngebiet ja verkehrstechnisch großartig erschlossen. Die hohe Bebauung, die statt des Wasserhauses erst geplant war, wollte man auch nicht. Aber selber so nah an der Innenstadt großzügig wohnen wohl schon. Man kann es auch übertreiben mit der Anspruchshaltung. Oder für gelegentliche Freizeitaktivitäten und Arztbesuche mal ein paar Meter laufen/ fahren, ohne zu jammern. Das ist in vielen anderen Wohngebieten nicht anders. Das ist zudem bei der Wohnortwahl schon absehbar gewesen, dass hier keine großen EKZ oder sonstige große Nahversorgungsknoten entstehen, sondern primär eben Wohnungen, Büros o.ä. und dafür eben dicht daneben und leicht erreichbar alles andere. Jetzt entstehen schon einige zusätzliche Angebote und nebenbei noch ein schöner kleiner Park direkt am Wasser - und immer noch wird gemeckert (aber auch über jedes Projekt was womöglich hätte entstehen können). First World Problems...