Elbtower 245 Meter [im Bau]

  • 2 Meter dicke Pfeiler mit 73 m Länge. 55 m Schlitzwand. Das sind wirklich beeindruckende Zahlen. 2 Jahre für eine solche Baugrube sind durchaus realistisch. Das kennen wir ja schon aus Frankfurt

  • Definitiv neu ist die silberne "Box". Ob sich darin die Technik für die Betonit-Anlage versteckt, können sicherlich die Experten beantworten.


    Bin zwar kein Experte, nehme aber an, dass die Box der Wiederaufarbeitung des Bentonits dient. Das Bentonit wird als Stützflüssigkeit in den vom Schlitzwandbagger ausgehobenen Schlitz gefüllt. Wenn der Schlitz mit Bewehrung und Beton verfüllt wird, verdrängt er die Bentonitsuspension; sie wird abgepumpt und wiederverwendet. Das enthaltene Wasser wird ggf. gereinigt und ebenfalls wiederverwendet oder abgeführt. Auch die rückgeführte Bentonitsuspension wird aufbereitet, d.h. entsandet und im Labor auf seiner Wiederverwendungsfähigkeit untersucht. Wir dürfen annehmen, dass die hierfür erforderlichen Apparaturen dort aufgestellt wurden. Der weiße Container dürfte das Absetzbecken der Entsandungsanlage sein.


    P.S. : alles über Bentonit siehe hier: klick

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  • hier auch mal wieder aktuelle Tages-Bau-Bilder


    wasserseitig wird eine neue Spundwand eingerüttelt.



    und ein neues Stück Spundwand wird eingearbeitet:




    unheimlich viele Baufahrzeuge und Grundbauutensilien




    der Schlitzwandbagger hatte Ruhe



    interessant- hier wird bereits Beton in den ausgehobenen Schlitz eingefüllt.




    die silberne Box entpuppt sich als "Betonmaschine"


  • In der silbernen Einhausung steht eine Entsandungsanlage. Damit wird feiner Sand aus dem Bentonit entzogen. Das Bentonit kommt danach wieder in die Silos und kann für den nächsten Schlitz genutzt werden.

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  • auch im Dezember trübes Wetter- einige (un)kommentierte Bau-Impressionen.


    Ansicht Oberhafenkanal



    Im Hintergrund die Edges



    2 Pfahlbohrmaschinen sind auch schon vor Ort.



    Es wird noch eine weitere parallele Spundwand gerüttelt.



    Das Taucherschiff hilft beim Einrütteln der Spundwand.



    Baumaschinen-Park


    Bewehrungskörbe



    weitere Eindrücke




  • Hallo liebes Forum,


    Ich wohne auf der Veddel und bin gespannt wie es mit dem Bau des Elbtowers vorangeht. Bin trotz aller berechtigter Kritik für den Turm, es wird Zeit das in diesem Teil der Stadt mal was passiert :)


    Ich fahre selbst häufiger an der Baustelle vorbei, hab aber keine Ahnung vom Baugewerbe und dachte ich kann hier mal ein paar Fragen loswerden, die mir und meinen Kids gekommen sind.


    Diese "Spundwände", von den hier schon gesprochen wurde und die seit einer Weile eingesetzt werden: Bleiben die da unten drin, oder nimmt man die wieder raus?

    Wird da überhaupt, so wie man sich das vorstellt, eine große Grube ausgehoben in die dann ein Fundament gebaut (gegossen?) wird? Und wie tief wird der Turm überhaupt gebaut?


    Und gibt es so etwas wie einen Querschnitt auf dem man auch sieht wie der unterhalb der Erde aussieht (wär toll zum erklären für die Kids) - Ich hab in dieses PDF mit den Ansichtsbildern usw. geschaut aber nicht so richtig was gefunden...

    Vielen Dank schonmal und beste Grüße
    Valentin

  • ^ Schnitte und Ansichten findest du in dem von mir unter #249 verlinkten Dokument (Anlage A4 Schnitte und Ansichten)


    P.S: Darin kann man erkennen, dass 3 Untergeschosse gebaut werden; bei einer Geschosshöhe von +/- 3,00 m und einer Fundamentstärke von +/- 5,00 m kann man von einer Baugrubentiefe von nicht mehr als 15,00 m ausgehen (da die Untergeschosse aus gewachsenen Boden aufragen werden, eher etwas weniger). Die Bodenplatte wird dann, wenn die Armierung fertig ist, am Stück gegossen, Das kann schon mal 2 Tage dauern.

  • Diese "Spundwände", von den hier schon gesprochen wurde und die seit einer Weile eingesetzt werden: Bleiben die da unten drin, oder nimmt man die wieder raus?

    Ich kenne die Planung des Elbtower nicht im Detail, aber i.d.R. wird bei Hochhäusern dieser Größe heutzutage eine sog. Kombinierte Pfahl-Platten-Gründung (KPP) gewählt. Diese besteht aus bis zu 50 m tiefen Bohrpfählen aus Stahlbeton mit Durchmessern von ca. 1,20 m bis 1,80 m, die im Raster mithilfe von großen Spezialtiefbau-Bohrgeräten gebohrt werden. Darauf kommt dann eine mehrere Meter dicke Bodenplatte als Kopfplatte (ebenfalls aus Stahlbeton), worauf wiederum die Untergeschosse des Turms gesetzt werden. Die Bohrpfähle werden i.d.R. erst nach Aushub der Baugrube von der Baugrubensohle aus gebohrt, teilweise aber auch von der Geländeoberfläche (das hängt von den Umständen ab wie bspw. der Tiefe der Grube und der Zufahrtsmöglichkeit für die Geräte) . Evtl. wird aber auch eine Bohrpfahlwand aus überschnittenen Bohrpfählen als Baugrubenumschließung hergestellt (alternativ zu Spundwänden).


    Die Spundwände werden mit sog. Spundwandrammen eingebracht und - sofern das möglich ist - nach Schließung der Baugrube wieder gezogen (da bares Geld). Nur, wo das nicht möglich ist (weil man nicht mehr dran kommt oder die Vibration für nahe Bauwerke eine Gefahr darstellen könnte - verbleiben sie im Boden (sog. verlorener Verbau).

  • Der Hamburger Senat hat am 14. Dezember den B-Plan für den Elbtower beschlossen (B-Plan Hafencity 16). Damit kann nun die endgültige Baugenehmigung erteilt werden.


    Bisherige Bauarbeiten fanden unter einer Teil-Baugenehmigung statt - erteilt auf Grundlage der seit knapp einem Jahr bestehenden Planreife nach BauGB.


    planet29kst.jpg

    Bild: B-Plan HC16

  • Abseits der bautechnischen Diskussion bin ich wirklich gespannt, welche strukturelle Wirkung der Elbtower auf das städtebauliche Gefüge entfalten wird. Aus süddeutscher Sicht (Harburg) bietet sich die Chance, dass der Sprung über die Elbe einen neuen Impuls erhält, da sich das gefühlte (oder zumindest optische) Stadtzentrum weiter in Richtung Süd-ost verlagert. Wenngleich ich mir eigentlich keine großen Hoffnungen mache, dass der Tower + direktes Umfeld real als innerstädtisches Milieu reüssieren werden. Dürfe eher eine etwas dröge Angelegenheit werden wie das Mailänder Porta Nuova Viertel. Aber vielleicht platzt ja der Hamburger Hochbau-Knoten und wir bekommen a bisserl mehr Skyline in Hammerbrooklyn und dann korrespondierendes Echo im südlichen Binnenhafen. 2035 ist ja schon bald…

  • mangels webcam noch einmal eine aktuelle Bilderstrecke..



    zwischen den beiden Spundwänden wird der Baugrund verdichtet.



    eine Walze verdichtet den Untergrund...


    hier sieht man, wie der Dumper-Anhänger mit dem tragendem Material beladen wird.


    Auf diesem Bild sind die Spundwände deutlich zu erkennen.



    diverse Baumaschinen



    die Pfahlbohrer hatten gerade Pause.. aber es sieht so aus, dass ein Bohrloch gerade mit Beton verfüllt wird.



    auch die beiden "Liebherren" waren wohl schon in der "Weihnachtspause"


  • Das Bauunternehmen Lupp berichtet in der neuen Ausgabe seiner Firmenzeitschrift über den Auftragseingang Elbtower.

    Lupp-Report_2021.pdf


    Bis zu sieben Krane sollen das Bauwerk ab November 2022 errichten. U.a. werden 118.000m³ Beton, 27.000 to Bewehrung und 450 Fertigteiltreppenläufe verbaut.

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  • Auch von mir ein kleines Update des Elbtower-Areals, alle Bilder jeweils vom S-Bahnhof 'Elbbrücken' aufgenommen:img_4085akkxl.jpg

    img_40933ejzw.jpg

    Der aktuelle Zustand des ehemaligen Zollamtes gegenüber der Elbtower-Baustelle:
    img_4079nxkkl.jpg
    Bilder von mir/ Aufgenommen am 08.01.22

  • Danke Alunnats für dein Unterstützung! Ich habe auch noch einige aktuelle Ergänzungen!

    es wird wieder Beton in eines der Bohrlöcher gefüllt

    Überblick



    und für unsere Schlitzwandfreunde-- endlich habe ich mal den Bagger in Aktion gesehen!


    Der spezielle Greifer ist komplett in der Bentonit Lösung verschwunden.



    Nach gefühlten 3 Minuten wird er wieder nach oben gezogen.




    Ausladen!


    bis demnächst!