Elbtower 245 Meter [im Bau]

  • Die Mopo spielt dieses Thema auch gefühlt dauerhaft hoch und runter und stellt jedes mal wieder die Frage nach dem Scheitern, nur um dann wieder zu erwähnen, was die SIGNA ja mehrmals schon bekräftigt hat: Die SIGNA Retail (wo Karstadt zugehört) und die SIGNA Real Estate (wo die Immobilien, u.a. der Elbtower drunter fallen) sind zwei unabhängige Geschäftsbereiche (http://www.signa.at/de/unternehmen/). Zudem geht die SIGNA wohl davon aus, dass bis zur Fertigstellung 2025 dieses zu erwartenden Tief bei der Nachfrage an Büroflächen wohl überwunden sein wird.
    Ein Restzweifel wird aber sicher bis zur Fertigstellung bestehen bleiben...


    Da gibt es im Übrigen auch sehr kontroverse Ansichten, ob es überhaupt zu einem derart tiefen und langfristigen Einschnitt im Bürosektor kommen wird. Die Art und Weise der Nutzung dieser Flächen wird sich sicherlich verändern, viele Aufgaben werden auch von zuhause aus zu erledigen sein und sich Mo. - Fr. von 9 bis 17 im Büro aufhalten zu müssen, ist ja bereits heute schon nicht überall mehr gang und gäbe. Aber irgendwo sehen, glaube ich, viele Firmen auch einfach die Notwendigkeit sich vor Ort auszutauschen und damit eine Art Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Zudem bezweifel' ich, dass viele Leute gern dauerhaft von zuhause arbeiten. Damit hat man überhaupt keine örtliche Abgrenzung mehr von Arbeit und Freizeit und damit wohl auch einen eingeschränkten Erholungsfaktor (nach dem Motto: Ich bin jetzt zuhause, jetzt kann ich abschalten). Ich würde auch stark hinterfragen, ob die Produktivität vom Home Office mit der am eigentlichen Arbeitsplatz übereinstimmt.


    P.S.: Im Zusammenhang mit den bau-vorbereitenden Maßnahmen haben sie vor einigen Tagen übrigens mit der Kampfmittelsondierung für den Bereich am Elbtower begonnen.

  • Ich denke das Gebäude wird schon Mieter finden, auch wenn die Konjunktur gerade die Kurve macht. Es sind die modernsten, schönsten (allein der Aussicht wegen) und prestigeträchtigsten Büroräume Hamburgs, die dort entstehen. Jeder Mieter wird sich mit Freuden und Stolz auf die Homepage schreiben, im "Elbtower" zu residieren und die üblichen Verdächtigen (Kanzleien, Finance, Fintech, Insurance) werden sich dort schon einfinden, da hab ich wenig Zweifel.

  • Ich (aufgewachsen in Hamburg, seit fast 15 Jahren in Frankfurt zu Hause) gehöre einer der angeführten Berufsgruppen an. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass das Prestige eines markanten Gebäudes durchaus ein wichtiger Faktor der Selbstvermarktung ist (sowohl gegenüber Kunden als auch dem eigenen Nachwuchs).


    Mindestens genauso wichtig ist aber die Lage. Zahlungskräftige Mieter wie Anwälte, Banker etc. schätzen es, ihre Netzwerke mit kurzen Wegen pflegen zu können. Nicht ohne Grund konzentrieren sich in Frankfurt seit gut zehn Jahren die wesentlichen Kanzleien direkt neben dem oder auch im Bankenviertel, in maximal 5 Minuten Fußdistanz zum Opernplatz. Einer der großen Verlierer dieses Trends war der immer noch spektakuläre Messeturm, dem nach und nach die solventen Mieter abhanden kamen und für den jetzt mit großem finanziellen Aufwand eine optische Aufwertung durchgeführt wird, die jedoch nichts an der B-Lage ändert.


    Als alter Hamburger finde ich den Elbtower sehr spannend und wünsche dem Projekt viel Erfolg, aber aus den genannten Gründen frage ich mich, wer sich für diese Randlage begeistern wird. Und eine Randlage wird es für absehbare Zeit bleiben, trotz der Ausdehnung der Hafencity. Wir sprechen hier nicht etwa von einem zweiten Canary Wharf.

  • ^^ Randlage kann man so nicht sagen, denn die Hafencity wird am Elbbrueckenzentrum ein grosser Buerostandort und bis 2030 entsteht dort eine massive Bebauung aus Bueros, Hotels, Tagungs-Zentrum und Wohnungen.


    Der Vergleich mit dem Messeturm hinkt insofern, als dass es in Hamburg anders als in Frankfurt keine Alternativen zum Elbtower in Innenstadtlage gibt. Wer als Alleinstellungsmerkmal in Hamburg ein Buero hoeher als Etage 20 haben wil der muss (!) ins Elbbruecken-Zentrum, in den Elbtower oder nebenan in eines der anderen neuen Hochhaeuser.


    Fuer groesse Mieter die ein paar Tausend Quadratmeter Flaeche in hoher Qualitaet haben wollen gibt es in der Innenstadt aktuell wenig bis gar nichts, das in den kommenden drei bis fuenf Jahren in 1A-Lage auf den Markt kommt.


    Die letzten grossen Luecken werden aktuell geschlossen (Springerquartier, Johann-Kontor, Alter Wall, Ueberseequartier) . Danach wird's eng!

  • Das Elbtower-Konzept sieht auch kein Luxus-Hotel vor. Fuer eine Top-Hotel ist die Lage auf viele Jahre noch zu dezentral.

    Ich habe mir einmal erlaubt, aus einem früheren Beitrag von Dir zu zitieren. Offenbar hattest Du - jedenfalls was die Hotelnutzung betrifft - ein ähnliches Gefühl wie ich jetzt in Bezug auf die Premium-Mieter. Sicherlich sind die Bedürfnisse dieser Nutzergruppen nicht identisch, aber reichlich Überschneidungen gibt es (Geschäftskunden dürften als Zielgruppe von High-End-Hotels nicht unwesentlich sein).


    Der Elbtower ist (so die HafenCity Hamburg GmbH) der "Abschluss am östlichen Ende des Quartiers Elbbrücken". Daher finde ich die Einschätzung des Standorts als "Randlage" nicht unangemessen. Hammerbrook, Rothenburgsort und Veddel werden auf längere Sicht kein attraktives Hinterland sein.


    Ich bin daher weiterhin skeptisch, ob allein der Blick aus mehr als 100m Höhe die Nachteile der Lage aus Sicht der prospektiven Mieter überwiegen wird. Hinzu kommt, dass den Nutzern der hohen Etagen in Hamburg - bei allem Respekt - optisch nicht viel geboten wird. Wiederum aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass in Frankfurter Bürotürmen Räume mit Sicht auf Teile der Skyline weitaus beliebter sind als solche mit Blick über flach bebaute Gebiete.


    Um dem Argument zuvorzukommen - sicherlich hat sich Signa dieselben Fragen gestellt und sich dennoch für ein maßgebliches Investment entschieden. Daher finde ich die - in diesem Thread bisher aus meiner Sicht viel zu kurz gekommene - Diskussion der Standortqualität und die Argumente für den Standort auch sehr interessant.

  • ^^ korrekt. Aber der Haupt-Unterschied ist eben: Es gibt mit dem Vier Jahreszeiten, dem Fontenay, dem Atlantic, dem Park Hyatt und vielen anderen kleineren (Jacob, Tortue) eben in Hamburg schon etliche Top Hotels in bevorzugten (also entweder sehr zentalen oder sehr schönen) Lagen.


    Ein Top-Hotel hätte an den Elbbrücken keinen Markt, zudem entsteht schon direlt nebenan ein sehr großes Kongresshotel der gehobenen Mittelklasse (vier Sterne).


    Einen echten Wolkenkratzer mit großen zusammenhängenden Mietflächen gibt es aber in Hamburg nicht und es gibt somit ein Alleinstellungsmerkmal.


    Zum Ausblick kann ich nur sagen, dass der Vergleich mit Frankfurt hinkt, weil es am Standort des Elbtowers einen einmaligen Blick auf die Stadt, den Fluss hinab, und über den Hafen geben wird. Der Blick ist besonders, nicht obwohl, sonder gerade weil der Turm außerhalb der direkten Innenstadt legt.


    Ich finde zum Beispiel immer wenn ich mal dort in Meetings bin den Blick aus Frankfurter Hochhäusern stets sehr öde, weil das Panorama außer ein paar Hochhäusern (die im Vergleich zu Dubai, New York, Hong Kong oder meinetwegen Shanghai auch eher mau sind) für mich nichts Spannendes bieten hat. Geschmackssache halt...

  • Ich glaube auch, um die Qualität des Ausblicks in den oberen 50% muss man sich eher keine Sorgen machen. Die amphibische Landschaft ringsherum sieht schon klasse aus.


    Ich frage mich eher grundsätzlich, welchen Büroflächenbedarf es nach Corona noch geben wird. Ich arbeite selber in einem Versicherungskonzern, und mein Eindruck ist, dass sehr wohl mit Interesse registriert wird, dass die Produktivität nicht darunter leidet, dass seit Monaten > 85% der Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten.


    Wer wird sich für die unteren 50% der Flächen interessieren? Wer für die Flächen in den umliegenden Gebäuden, und werden diese überhaupt noch alle realisiert? Wenn das unmittelbare Umfeld ein Marketingproblem bekommen sollte, wird sich das auch auf den Tower auswirken.

  • Ich denke gar nicht mal, dass es so ein krasses Marketingproblem im Umfeld geben wird. Die meisten der angedachten Hochpunkte drum herum sind ohnehin bisher als regionale Firmenzentrale/Verwaltung (siehe Vattenvall) oder für spezielle Angebote (siehe Präventionszentrum BGW und VBG, u.a. für Tagungen) vorgesehen und weniger für Dienstleistungen, die größtenteils auch online abgewickelt werden können. Klar kommen dann noch so Bürogebäude à la "Edge Hafencity" dazu, aber bei denen wird es sicher auch möglich sein mit einer Außendarstellung von einerseits sehr variablen Büroflächen und andererseits eben auch mit höchsten Ökostandards für sich zu werben. Damit kann sich dann eine Firma eben auch "schmücken". Gleiches gilt für die Wildspitze ("Deutschlands höchstes Holzhochhaus"). Da baut man dann eben auf andere Alleinstellungsmerkmale als nur die reine Höhe. Dass es da jemals so viel Trubel geben wird wie in Canary Wharf.. da brauchen kann man auch ehrlich rangehen, das wird nicht passieren.


    Apropos reine Höhe: Ich bin der Meinung, mal im Grundstückskaufvertrag von der Stadt mit der SIGNA gelesen zu haben, dass sie sich dort haben reinschreiben lassen, dass es im Umkreis von - lass mich lügen - 2km keinen weiteren Hochpunkt geben darf, der mehr als halb so hoch ist wie der Elbtower. Was dann auch darauf schließen lässt, dass sich die SIGNA hier ein Alleinstellungsmerkmal angeln konnte. Habe den Punkt leider auf die Schnelle nicht finden können aber wer will, kann ja mal reinschnuppern:

    https://community.codeforhambu…btower-mit-anlagen1/20579


    Zur Lage vielleicht noch: Ja der Elbtower ist vielleicht gesamtstädtisch betrachtet nicht so in einer 1A-Lage Zentrumslage, aber im Zusammenhang mit der gesamten Entwicklung von Billebogen bis hin zum Kleinen Grasbrook und eben der HafenCity kann man schon sehen, dass er eine Art Bindeglied zwischen den neuen Stadtteilen darstellt, zumal er weithin sichtbar sein wird und jeder, der mit dem Auto oder Zug aus Richtung Süden kommt wird den Turm als Eingang zur Stadt (nicht böse gemeint an alle Harburger, Wilhelmsburger, usw ;)) wahrnehmen und auch eine ausgezeichnete (wenn nicht gerade überlastete) Anbindung über bisher drei Linien (U4,S3,S31, evtl. ja mal ne S32 oder S33) mit einer Fahrzeit von 4-5 Min vom Hbf ist keine schlechte Grundlage. Und beim Ausblick gebe ich Midas recht. Der Blick auf den Hafen, den Fluss, die Elphi... da darf man schon einmal ein bisschen Stolz versprühen.. das ist was anderes als auf eine 0-8-15 Skyline zu schauen (natürlich meine subjektive Einschätzung). Und den Wasserblick hat man auch in den unteren Stockwerken - wobei die untersten wohl bemerkt größtenteils ohnehin für Hotelnutzung, Fitness und Spa und derartiges vorgesehen sind und weniger für Büro.

  • Hamburg ist generell recht dezentral, daher denke ich nicht dass die Lage ein großes Problem ist sofern ein solches Gebäude nicht gerade in Wandsbek steht oder Stellingen und die Verkehrsanbindung top ist.

    Und das ist denke ich gegeben, die HafenCity gehört doch zu "den Adressen" in Hamburg in Sachen Prestige. Die Lage am Wasser hilft ebenso und die Verkehrsanbindung ist top Notch -- in 7-8 Minuten mit der U4 am Jungfernstieg, in 5-6 Minuten mit der S3/31 am Hauptbahnhof und quasi direkter Anschluss an A1, A7 und A24. Und die unmittelbare Nachbarschaft im Elbbrückenquartier ist auch nicht von schlechten Eltern.

  • Ich bin der Meinung, mal im Grundstückskaufvertrag von der Stadt mit der SIGNA gelesen zu haben, dass sie sich dort haben reinschreiben lassen, dass es im Umkreis von - lass mich lügen - 2km keinen weiteren Hochpunkt geben darf, der mehr als halb so hoch ist wie der Elbtower.


    Eine solche Zusicherung wäre nicht zulässig, weil sie die Willensbildung des Souveräns, der die Planungshoheit innehat, in unzulässiger Weise binden würde, auch zu Lasten anderer Grundstückseigentümer. Aber in etwas abgeschwächter Form gibt es das Alleinstellungsmerkmal durchaus. Ziffer 0.8 der Präambel lautet:

    Unter Beachtung der herausragenden Stellung dieses Stadtentwicklungsprojektes soll ein herausragendes, skulpturales Gebäude besonderer architektonischer und baulicher Qualität mit einer Höhe (inklusive Spitze und Technikaufbau) von bis zu 235 m über der Bemessungsebene (8,70 m ü NHN) mit weiteren Gebäuden auf dem errichtet werden, das sich deutlich von bereits bestehenden Hochhäusern international abhebt, ohne jedoch die klassische Hamburger Stadtsilhouette zu beeinträchtigen. Dieses Gebäude soll seiner Höhe nach zukünftig einzigartig in Hamburg bleiben.

    Einmal editiert, zuletzt von tunnelklick () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Ich hatte mich auch schon gewundert. Seit wann ist es möglich, dass ein Grundstückseigentümer hunderten von Nachbarn vorschreiben kann, wie sie zu bauen haben. Sollte die Stadt sich auf eine solche Zusicherung einlassen, dürften am Ende Schadensersatzansprüche zu Lasten des Steuerzahlers entstehen.

  • Vielleicht war es etwas falsch ausgedrückt. Der Grundstückseigentümer selbst kann das natürlich nicht verlangen, aber von Seiten der Stadt ist es ja letztlich auch wahrzunehmen, dass man nichts weiteres in der Größenordnung vor hat und das auch so kommuniziert. Aber jap, dann eben auf diesem Wege, dass es in der Präambel festgehalten bzw. etwas umschrieben formuliert wird ;).


    Wie gesagt, meine sowas in die Richtung gelesen zu haben, dass man sich in gewisser Weise und natürlich mit den rechtlich zulässigen Instrumente da schon sein Alleinstellungsmerkmal festgehalten hat und das eben auch von Seiten der Stadt. Man macht schon ziemlich deutlich, dass es ein Unikat bleiben soll, vielleicht nicht indem man alles andere ausschließt aber dass auf absehbare Zeit gesehen da nix an den Turm ranreichen soll (bspw. in der Mitteilung des Senats vom 19.06.2018: https://www.buergerschaft-hh.d…73/hafencity_elbtower.pdf, S. 2: "...soll jedoch für die nächsten Generationen das einzige in dieser Höhenklasse bleiben."). Bleibt natürlich zu diskutieren was zu dieser Höhenklasse gehört und wo sie anfängt/aufhört, aber denke das hat sicherlich nicht negativ dazu beigetragen ein Unternehmen zu finden, dass sich für die Finanzierung und die Umsetzung bereiterklärt, wenn hier indirekt dann ein Alleinstellungsmerkmal von der Stadt so gut zu wie gegeben ist. Und das ist ja seit jeher in der Ausschreibung, beim Wettbewerb usw. immer wieder deutlich geworden. Es soll auf längere Zeit das einzige Vorhaben in der Größenordnung bleiben.

  • Nun denn, ich habe mit der 0-8-15-Skyline nicht FFM im Speziellen ansprechen wollen. Ich hatte tatsächlich eher Städte wie Houston oder Vancoucer im Kopf, wo gefühlt ein Hochhaus dem anderen gleicht - wobei in Vancouver z.B. natürlich wiederum die besondere Lage ihr Übriges dazu beiträgt (auch hier wieder alles meine subjektive Meinung). Wenn man dann eben im Gegensatz zu FFM vielleicht keine Hochhaussilhouette aufweisen kann (und auch wenn), dann ist es doch völlig legitim sich über ein einzelnes, aussagekräftiges Hochhaus zu freuen, wenn es an einem derartig besonderen Standort verwirklicht wird.


    Und ich kann leider nicht einschätzen, was da genau aus Ihnen spricht, aber ich konnte jetzt weder einen Gedanken bzgl. "Weltstadt" in meinem Beitrag ausfindig machen, noch habe ich ausgedrückt, dass Hamburg durch den Elbtower etwas besonderes wird und der Tower einzigartig wäre. Aber genauso, wie ich Ihrem Kommentar entnehmen kann sich über FFMs stetig wachsende Skyline zu erfreuen, werde ich mich wohl auch freuen und meinen Stolz ausdrücken dürfen, wenn Hamburg eine gute Chance nutzt, um sein Repertoire an Anziehungspunkten zu erweitern und seine eigene Art Skyline zu erweitern. Diese Ansicht werden Sie mir auch nicht absprechen können - im Übrigen genauso wenig, wie ich die Ihre anzweifeln möchte und werde. Im Gegenteil, ich finde es toll zu sehen, dass Sie für Ihre Stadt so zu brennen scheinen und auch ich freue mich auf die Fertigstellung des FOUR und bin auf dessen Wirkung im gesamtstädtischen Kontext gespannt.

  • Heute stand in der Print-Ausgabe der "Bild-Hamburg":

    "Elb-Tower nur Luftschloss?"


    Nach wie vor ist kein Bauantrag gestellt. Angeblich soll jetzt im 4. Quartal der Bauantrag gestellt werden. Laut Bild hat die Bürgerschaft für die Baugenehmigung Hürden aufgestellt. Danach muss mindestens ein Drittel der Büroflächen für fünf Jahre vermietet sein....


    Da Corona bedingt die Nachfrage nach Büroimmobilien schwächelt, wird Investor Rene Benzko bestimmt abwägen, ob sich der Bau noch rechnet. Für unsere Baugemeinde bedeutet das, abwarten und hoffen.


    PS. Leider konnte ich den entsprechenden Artikel nicht online recherchieren.

  • Der Artikel steht hier.


    Wir wissen ja, dass fundierte Recherche nicht zu den Stärken dieser Zeitung gehört. Ein Blick in den Kaufvertrag, der in einem der vorigen Posts verlinkt ist, lesen wie, dass der Bauantrag 20 Monate nach Wegfall der aufschiebenden Bedingung (= Zustimmung der Bürgerschaft zum Kaufvertrag) gestellt werden muss (Ziffer 8.5.4 des Vertrages). Die Bürgerschaft hat im März 2019 zugestimmt, d.h. der Bauantrag mus bis zum 31.12.2020 gestellt werden. Folglich ist die Bauherrschaft mit der Erfüllung vertraglicher Pflichten derzeit eher nicht in Verzug.


    Von Nachweis der Vorvermietung ist in dem Vertrag nichts zu lesen, nur von diversen Finanzierungsnachweisen zu unterschiedlichen Projektphasen und Sicherheiten; die müssen bisher alle vorgelegt worden sein, weil der Senat den Kaufvertragsonst der Bürgerschaft nicht zur Zustimmung hätte vorlegen dürfen.

  • Der von tunnelklick verlinkte Artikel ist vom 8. April. Die von prinzali zitierten Passagen des aktuellen Print-Artikels (offenbar aus der Ausgabe vom 24. August) dürften sich daher auf neuere Ereignisse beziehen.

  • ich würde trotzdem mal behaupten, dass an den Zweifeln nicht viel dran ist, zumal ja mehrere Zeitungen auch vor 2-3 Wochen davon berichteten, dass sich der Herr Kühne mit 250 Mio. bei der SIGNA Real Estate eingekauft hat und damit auch einen Anteil am Elbtower besitzt und somit ja auch "frisches Geld" reinkommt und noch ein "dicker Fisch" an der SIGNA beteiligt ist.


    https://www.mopo.de/hamburg/po…le-des-elbtowers-37136518


    Zudem wird im Artikel erwähnt, "dass die Vermarktung der Elbtower-Büroflächen erst im vierten Quartal 2020 startet".

    Alles eher Indizien, dass an den Zweifeln wenig haltbares dran ist. Der finale Tag des Bauantrags für Ende des Jahres lässt in die gleiche Richtung argumentieren. Die Bild möchte sicherlich mal wieder polarisieren, wie sie es ja seit jeher tut.

    SIGNA wird sich sicherlich dieses Prestigeding nicht so einfach nehmen lassen.

  • Es gibt Neuigkeiten vom Elbtower:


    Gestern wurde auf dem Hamburger Transparenzprotal der Nachtrag zum Kaufvertrag vom 24.09.20 veröffentlicht.

    Ich kenne mich mit Baukaufverträgen nicht so gut aus, es liest sich aber so, dass zum einen auf die von der Hamburger Bürgerschaft geforderten Nachbesserung eingegangen wird (Keine Anmietung durch die Stadt, Aussichtsplattform etc.) und somit die "aufschiebenden Bedingungen für den Kaufvertrag" erfüllt sind.


    Folgende Eckwerte kann man auch entnehmen:


    Maximal 245 Meter Höhe


    Flächen oberirdisch (> 8,70m ü. NHN):
    (i) Büro: ca. 91.100m²
    (ii) Hotel/Boardinghaus: ca. 10.900m²
    (iii) Publikumsflächen 1: ca. 12.900m²
    (iv) Publikumsflächen 2: n/a
    (v) Technik: ca. 7.300m²

    Flächen unterirdisch (< 8,70m ü. NHN):
    (i) Büro zugeordnete Flächen: n/a
    (ii) Hotel zugeordnete Flächen: ca. 600m²
    (iii) Publikumsflächen 1: ca. 3.300m²
    (iv) Technik: ca. 11.300m²
    (v) Stellplätze (ca. 500), Anlieferung, Lager, Technik: ca.22.300m²

    Flächen gesamt:
    (i) Büro: ca. 91.100m²
    (ii) Hotel/Boardinghaus: ca. 11.500m²
    (iii) Publikumsflächen 1: ca. 16.200m²
    (iv) Publikumsflächen 2: n/a
    (v) Technik: ca. 18.600m²
    (vi) Stellplätze (ca. 500), Anlieferung, Lager, Technik: ca.22.300m²


    Vielleicht hat jemand die Zeit und die Expertise die wichtigsten Punkte nochmal rauszuarbeiten. Da steht noch sehr viel mehr drin, auch zum Marketing, Mobilität und besonderen Qualitätsvorgaben.

  • ^ Die wichtigste Änderung des Vertrages ist die vorzeitige Übergabe des Baugrundstücks an die Käuferin. Da sich bei den nach Abschluss des Grundstückskaufvertrages durchgeführten Bodenuntersuchungen herausgestellt hat, dass die für die Gründung notwendigen Großbohrpfähle im Bereich des Hochhauses deutlich länger als ursprünglich geplant sein müssen, gestalten sich die Vorlaufs- und Gründungsarbeiten zeitaufwändiger, als bei Vertragsabschluss angenommen. Der Boden weist eine höhere Variabilität und in tieferen Lagen inhomogene Schichten auf. Durch eine längere Vorlaufs- und Gründungsphase wird die – aufgrund des unterschiedlichen Setzverhaltens der horizontalen zu den vertikalen Bauteilen – entstehende Setzungsdifferenz innerhalb des Bauvorhabens durch eine entsprechende Gründungskonzeption gemindert. Auf diese Art und Weise wird auch eine größere zeitliche und konstruktive Realisierungssicherheit erreicht.


    Damit die aufwändigeren Gründungsarbeiten die Fertigstellung nicht insgesamt verzögern, soll damit früher begonnen werden können. Das Baugrundstück wird aber derzeit zum Teil noch für den Bau des benachbarten S-Bahnhofs benötigt, weshalb die Käuferin hinnehmen muss, dass das Baugrundstück bei Beginn der Gründungsarbeiten nicht ganz leergeräumt übergeben wird. Da die Käuferin den Bauplatz verändern will, bevor sie Eigentümerin geworden ist, muss ein entsprechender Gestattungsvertrag gesondert geschlossen werden.


    Die Gebäudehöhe ändert sich nicht (max. 245 m), aber die BGF des Gebäudes erhöht sich, da oberhalb des breiten Gebäudefußes im Bereich des schlanken Schaftes des Gebäudes eine Optimierung der „Regelgeschossfläche“ zugunsten effizienterer Büroflächen mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der Verkäuferin abgestimmt wurde. Die Zahl der Geschosse (inklusive des Geschosses für die Aussichts- und Besucherebene) hat sich innerhalb der Höhengrenze um sieben Geschosse, insbesondere durch die Reduzierung der Aufbauhöhe der Geschossdecken und durch die Anpassung an die geplanten Nutzungen, erhöht.


    Der Nachtrag regelt dann noch Einzelheiten für die Besucher- und Aussichtsplattform; es wird sichergestellt, dass mindestens zwischen 10 und 20 Uhr eine Benutzung ohne Konsumzwang möglich ist, der Zugang muss aber nicht entgeltfrei sein, Eintrittsgeld darf also verlangt werden. Entsprechende Zugangsrechte für die Öffentlichkeit sind entsprechend grundbuchlich zu sichern. Die Vorplanung geht jetzt von einer Lage der Aussichts- und Besucherebene im 55. Geschoss oder oberhalb dessen mit lediglich einem nutzbaren Geschoss oberhalb der Aussichts- und Besucherebene aus.