Elbtower (245 Meter | ab 2021)

  • Ich habe mir die Veranstaltung angetan. War insegsamt recht interessant, besonders die Darstellungen von Professor Bruns-Berentelg zur Gestaltung des rechtlichen Prozesses (Verfahren, Meilensteine, Rechtsicherheit, Finanzierung, etc) und von Oberbaudirektor Hoeing zum Allgemeinen, also zum Beispiel zur Findung des richtigen Entwurfes und zum weiteren Fine-Tuning des Elbtower-Designs.


    Auch das Publikum stellte ueberwiegend nachvollziehbare Fragen. Wie immer, in Hamburg unvermeidlich, gab es natuerlich auch ein paar der ueblichen Verdaechtigen mit den immergleichen Dummheiten. Ich fasse die drei daemlichsten Vorwuerfe mal in einem Satz zusammen:


    Gebaut werden soll ein riesiger Nazi (1) - Phallus (2), der am Ende dann komplett unnutzbar sein wird weil kurz nach seiner Fertigstellung die naechste Eiszeit (3) beginnt.


    Kein Scherz! Das kam in der Tat jeweils woertlich so in drei einzelnen 'Erguessen'.

  • ^^


    Ich hoffe das sich da noch was bewegt. Einem reinen Büroturm würde ich ablehnen und mich auf die Seite der "Nein Danke"-Fraktion schlagen.


    Es wird ja nicht irgendein Hochhaus, sondern das mit Abstand höchste Gebäude der Stadt, mit Garantie für ein paar Jahrzehnte wie Midas schreibt.


    Ich denke mal positiv, das Thema wird noch solange diskutiert, bis sich da was tut. Die Elbphi-Plaza als Alternative zu nennen ist wie ein verspäteter Aprilscherz. Da ist sogar der Skywalk auf dem Energieberg, der Energiebunker und der Wasserturm im Stadtpark besser.

  • ^^ Die Eiszeit wird allerdings sämtliche Flachbauten genauso treffen. Zum Glück kann der Mensch diese zumindest etwas verlangsamen - ich sollte wohl dieses Jahr noch ein paar Flugreisen buchen (CO2). Für Euch, für die am meisten gefährdete Metropole im hohen Norden.


    Ernsthafter - der Investor würde nicht bauen, würde ihm die Stadt keine Höhendominanz zusichern? Hätte Hamburg genügend Potential für Türme weit über 100 Meter, wären vermutlich hin und wieder mehrere entstanden. Ich vermute, dass auch ohne dieses Privileg der Turm eine Ausnahme bleiben würde - etwa in Düsseldorf wurde bereits seit Dekaden kein Hochhaus über 100 Meter gebaut. Ähnlich in Breslau bleibt der Sky Tower mit über 200 Metern alleine da - alle geplante (und vermutlich meist genehmigte) Türme über 100 Meter blieben auf dem Papier, das zweithöchste Hochhaus hat etwas um 70 Meter Höhe - und es wird vermutlich lange so bleiben, obwohl ständig kleinere Türme entstehen.

  • Enem reinen Büroturm würde ich ablehnen und mich auf die Seite der "Nein Danke"-Fraktion schlagen.


    Dann mach das und viel Spass dabei!


    Ich finde das aktuelle Konzept sinnvoll. Ob irgendwer irgendwo herunter gucken kann oder nicht ist in meinen Augen kein schluessiger staedtebaulicher Masstab.


    Oder anders gesagt: Wenn das Gebaeude an dieser Stelle stadt-strukturell sinnvoll ist, dann ist es das mit oder ohne Aussichtsplattform gleichermassen. Wenn es hingegen nicht sinnvoll sein sollte, dann gilt das ebenso.


    Die Logik 'mit Aussichtsplattform ist es sinnvoll - ohne ist es sinnlos', ist nicht ansatzweise schluessig. Das ist maximal eine Denke wie ein bockiges Kind:


    Menno, Wenn ich da nicht oben rauf darf, dann finde ich das eben jetzt doof!


    Das Foto in #77 zeigt uebrigens meiner Meinung nach sehr gut, wo eine Aussichtsplattform / Restaurant / Bar / Event-Etage technisch sehr gut integrierbar und reichlich spektakulaer waere. Hint: ich meine nicht den Elbtower.

  • Das ist allein schon dadruch gewährleistet, dass der Vertrag zwischen der FHH und der Signa Prime Selection eine Klausel beinhaltet, die der Bauherrin für X Jahre (30?) garantiert, dass im Umkreis von X.XXXm (?) um den Elbtower kein zweites Hochhaus entsteht, dass auf mehr als ca die Hälfte an den Neubau heranreicht.


    Das würde bedeuten dass in Hamburg keine Chance besteht in absehbarer Zeit einen interessanten Cluster zu formen. Wenn man das tatsächlich so vereinbart hat, dann ist die Hochhausentwicklung in Hamburg mit diesem Projekt direkt wieder am Ende. Das finde ich sehr schade. Unter diesen Bedingungen würde ich lieber auf den Elbtower verzichten und etwas bauen, das sich bei den umgebenden Türme besser einfügt.

  • ^ In dem weiter oben schon verlinkten Abendblatt-Interview mit Architekt Christoph Felger spricht dieser von der "unmittelbaren Umgebung" des Elbtower die laut Vertrag zwischen Signa und Hamburg für 50 Jahre von konkurrierenden Wolkenkratzern frei gehalten werden solle. Was immer das jetzt konkret heißt. Wäre schön, wenn der Vertragtext irgendwo auftauchte...


    https://www.abendblatt.de/hamb…-fuer-alle-Hamburger.html

  • ∆∆
    Natürlich habe ich übertrieben Midas. Allerdings überzeugt mich das Nutzungskonzept nicht. Büro ist nun wirklich das einfallslosete was man in dem Gebäude in der Menge unterbringen kann. Und die Nutzung des Basements (E-Sprotsarena, was immer das sein soll) finde ich auch nicht optimal.


    Und löse das Rätsel bitte auf, wo Du Dir das besser integrierbar hältst. Doch nicht im kleineren Turm auf der anderen Seite der Gleise. Das sehe ich nicht so. Derartige Flächen gibt es in Hamburg schon zu Hauf. Im Emporio, Atlantichaus, Tangotowers, Empire Riverside, Radison, und hoffentlich bald wieder im Heinrich-Hertz-Turm.



    Sehe ich auch so Jai-C. Auf dem Grasbrook sollte zumindest ein 150m Turm entstehen. Der böte sich dann auf Grund seiner südlichen Lage auch für ein Aussichtsplattform an.

  • Und löse das Rätsel bitte auf, wo Du Dir das besser integrierbar hältst.


    Baufeld 120


    Derartige Flächen gibt es in Hamburg schon zu Hauf.


    Entgegen Deiner falschen Aussage gibt es aktuell kein einziges Restaurant / Bar / Aussichtsplattform von mehr als 30 Etagen Hoehe in Hamburg, schon gar nicht 'zu Hauf'.


    Was immer das jetzt konkret heißt. Wäre schön, wenn der Vertragtext irgendwo auftauchte...


    Transparenzportal Hamburg


    Das würde bedeuten dass in Hamburg keine Chance besteht in absehbarer Zeit einen interessanten Cluster zu formen.


    Keine Chance ist der falsche Ausdruck. Es gab irgendwann eine bewusste Entscheidung zwischen den Varianten 'Cluster' und 'Solitaer' und man hat sich dann ganz bewusst die fuer den Solitaer entschieden.

  • Midas Du hast geschrieben

    Zitat von Midas


    wo eine Aussichtsplattform / Restaurant / Bar / Event-Etage


    Baufeld 120
    Entgegen Deiner falschen Aussage gibt es aktuell kein einziges Restaurant / Bar / Aussichtsplattform von mehr als 30 Etagen Hoehe in Hamburg, schon gar nicht 'zu Hauf'.


    Nicht in der 30 Etage, aber in ähnlicher Höhe, wäre da die Weinbar 26 im 26 Geschoss des Radisson blu.
    Auch im Emporio gibt es im obersten Geschoss eine Eventfläche.
    Spektakulär aus fast 100m über der Elbe ist sicher der Blick aus dem "20up" im Empire Riverside. Etwas höher noch das "Clouds and Heavens Nest" in den Tanzenden Türmen. Und auch die Turmbar im Hotel Hafen ist zwar nicht so hoch hat aber eine super Aussicht.
    Eine kleine Auswahl


    Und irgendwann wird der Heinrich-Hertz-Turm dann vielleicht auch wiedereröffnet ...


    Was an der Aussicht bei Baufeld 120 spektakulär sein könnte kann ich nicht nachvollziehen.


    Mit der bisher geplanten Nutzung wird der Elbtower für die meisten Hamburger und Touristen nur eine Gebäude in der Skyline sein. Ich wüsste nicht warum ich ihn besuchen sollte.

  • Ich wüsste nicht warum ich ihn besuchen sollte.


    ^^ Eben! Das ist ja das was Du die ganze Zeit nicht verstehen magst: Du sollst ihn ja auch gar nicht unbedingt besuchen. Es wird im Wesentlichen ein Buerohaus mit Hotelnutzung. Die Bueroangestellten und Hotelgaeste sollen und werden ihn in erster Linie nutzen und somit 'besuchen'.


    Davon abgesehen ist deine Aufzaehlung von allerlei Orten mit 'Guter Aussicht auf Hamburg' doch in der Tendenz eher ein Beleg dafuer, dass Hamburg ggf andere Dinge 'dringender' braucht als ausgerechnet noch eine Aussichtsplattform. (?)

  • Also ich persönlich fänd es schon ganz gut, wenn es eine Aussichtsplattform gäbe. Das wäre doch eine super Attraktion sowohl für Hamburger als auch Touristen. 233m sind schon ein ganz anderer Schnack als 70-80, und eine Aussichtsplattform auf dem "Elbtower" was viel besondereres als auf dem Riverside o.ä.
    Außerdem hätte auch der gewöhnliche Bürger etwas von dem Projekt. Und ich finde schon, dass viele Leute derart einfach gestrickt sind, dass es wirklich dafür ausschlaggebend ist ob sie das Teil doof oder Klasse finden.


    Das Haus soll ja so geplant sein, dass eine spätere Nutzung der Spitze als Aussichtsplattform möglich ist, das reicht mir persönlich schon. Früher oder später kommt das dann sowieso, sofern das ganze Gebäude am Ende überhaupt so kommt.

  • ^ Für die Akzeptanz der Hochhäuser ist es generell wichtig, wenn auch ein Jedermann etwas vom Projekt haben kann - das ist nicht nur die Aussichtsplattform-Frage, sondern auch Gastronomie in den unteren Geschossen.


    Wie wird hier die unmittelbare Umgebung definiert? Unter dem Abendblatt-Link kann ich nur lesen, dass ich zwei Wochen lang umsonst lesen darf, wenn ich mich jetzt registriere. Nur so, aus Neugier - wie weiter oben ausgeführt, ich erwarte eh keine Flut der Wolkenkratzerprojekte weit über 100/150 Meter Höhe, wenn solche in so vielen Jahren davor ausgeblieben sind. Und falls - außerhalb der Hafencity dürfte man?
    (BTW: Was sagt der Hamburger Hochhausrahmenplan? Gibt es überhaupt welchen?)

  • ^ Praktischer Hinweis zum Abendblatt-Link: Kopier die Headline und gib sie bei Google ein. Dann kommst Du auf das entsprechende Google-Suchergebnis, das auch frei zugänglich ist. Bei der Funke-Mediengruppe muss man mit Trick 17 arbeiten...:lach:


    Aber ich muss Dich auch schon wieder enttäuschen: Im Interview wird die "unmittelbare Umgebung" nicht definiert. Das von midas erwähnte "Transparenz-Portal" wäre möglicherweise ein Weg, den Vertrag zwischen Signa und der Freien und Hansestadt einzusehen. Allerdings führte eine erste kurze Suche meinerseits dort noch nicht zum gewünschten Ergebnis.

  • ^ Durch den Trick 17 konnte ich nach den Nazi-Penisen und neuer Eiszeit noch einen Gegenvorwurf erfahren - eine Partei Namens CDU meint, 600 Parkplätze für 3000 Beschäftigte seien zu wenig. (Die christliche Partei richtet sich wohl nach dem Evangelium des Heiligen Daimlers, wo steht: Auto fahren wirst Du.) Den Vorwurf sehe ich kaum intellektueller als die anderen - ich kenne Firmen in der Düsseldorfer Innenstadt, die sogar weniger als für 20% der Leute Parkplätze besorgen, nämlich nur für die obersten Bosse. Dann kommen die Leute halt mit dem ÖV. Ich kannte früher Vorstadt-Firmen, die Parkplätze dutzendweise für Lau mieten konnten - und die Leute kamen mit Autos, selbst in die Nähe einer S-Bahn-Haltestelle. Die Lage hier ist so gut erschlossen und die Wege im kompakten Hamburg so kurz, dass es durchaus zumutbar ist, wenn 80% der Leute mit dem ÖV kommen - und die Hamburger Staus reduzieren.


    Den letzten Satz in der Antwort des Architekten würde ich der Christlichen Autofahrerpartei ins Stammbuch schreiben - endlich mal schnallen, dass es in Metropolen sehr gut ohne Karre geht. In Stockholm und Zürich hat er die ersten Tiefgaragenpläne genauso reduziert.

  • ..., dass Hamburg ggf andere Dinge 'dringender' braucht als ausgerechnet noch eine Aussichtsplattform.


    Sicher braucht Hamburg andere Dinge dringender als eine Aussichtsplattform auf dem höchsten Gebäude der Stadt, z.B. die Verlängerung der U4 nach Wilhelmsburg.
    Aber ich bin was die Aussichtsplattform angeht optimistischer als bei der U4, schon weil ich denke das es schwer wird die oberen Etagen optimal als Büroraum zu nutzen.


    Überall auf der Welt gibt es in den höchsten (oder ehemals höchsten) Gebäuden solche Plattformen. Warum sollte das in Hamburg nicht möglich sein?


    ^Bau-Lcfr:
    Ich finde 600 Stellplätz absolut ausreichend, da U- und S-Bahn einen Steinwurf entfernt liegen. Die meisten Besucher, Hotelgäste und Angestellten werden die Bahnen nutzen. Habe mir gestern einmal City Nord - Seevetal mit dem Auto angetan. Verstehe nicht, wie man das täglich über sich ergehen lassen kann.

  • ^Verjüngung nach oben, hoher Mietpreis, Hamburg typische Unternemensstruktur (eher klein).


    Der Anteil von reinen Bürotürmen unter Hamburgs Hochhäusern vergleichsweise gering.
    Es gibt viele Hotels (z.B. Radisson, Riverside, Motel one) und viele mit Wohnnutzung (Mundsburg 1 & 3, Kristall, Pamalie 35, Gorch-Fock-Haus).
    Oder mit beidem (Elphie).

  • Ach soo, na klar! Sorry. Ich hatte ganz vergessen, dass die Signa Prime Selection nur Hamburger Kleinunternehmen in der Zielgruppe hat, die ja alle der ungeschriebenen Regel folgen ausschliesslich in Haeusern zu mieten die sich auf keinen Fall nach oben verjuengen. Logisch!


    Dann bleibt wohl letztlich doch keine andere Option als oben eine Currywurstbude mit Aussichtsplattform zu bauen. So ein Pech. ;)

  • (...) Die Lage hier ist so gut erschlossen und die Wege im kompakten Hamburg so kurz, dass es durchaus zumutbar ist, wenn 80% der Leute mit dem ÖV kommen - und die Hamburger Staus reduzieren.


    Ich gebe Dir in den meisten Punkten Recht. Die Lage an den Elbbrücken wird künftig gut erschlossen sein – wenn die U-Bahn Ende des Jahres dort Station macht und die S-Bahn ihren zusätzlichen Halt bekommt. (Noch kann man allerdings Touristen in der Ecke durch den Unort zum benachbarten Holiday Inn irren sehen. Nicht schön bei den mehrspurigen Schnellstraßen.)


    Aber Einspruch in puncto "kompaktes Hamburg": Eher nicht so kompakt für eine Stadt von rund zwei Millionen Einwohnern. Niedrige Bevölkerungsdichte, viele Schnellbahn-Löcher.


    Den letzten Satz in der Antwort des Architekten würde ich der Christlichen Autofahrerpartei ins Stammbuch schreiben - endlich mal schnallen, dass es in Metropolen sehr gut ohne Karre geht.


    Die CDU braucht halt immer etwas länger.

  • ^


    Im Kontext mit dem Elbtower empfehle ich auch mal einen Blick in den Masterplan Elbbruecken zu werfen.


    Der ist zwar schon gute zehn Jahre alt, aber an seinen grundsaetzlichen Zielvorstellungen hat sich nicht so furchtbar viel geaendert. Vieles ist nach wie vor in selber oder aehnlicher Form gueltig.