Elbtower (245 Meter | ab 2021)

  • Hier ein interessantes Abendblatt-Interview mit dem Architekten Christoph Felger, der als Partner zusammen mit Chipperfield den Elbtower entwickelt hat.


    https://www.google.de/search?s…b..0.0.0....0.RlcRPkT38Ec
    (Einfach den Artikel "Elbtower wird ein haus für alle Hamburger" in der Suchliste anklicken)


    Vorweg: ich weiß nicht, ob es hier schon erwähnt worden ist, aber laut Christoph Felger sollte der Tower ursprünglich nicht nur voluminöser, sondern auch sage und schreibe 30m höher werden. Davon war der ehem. Oberbaudirektor nicht so begeistert und pochte auf eine Überarbeitung. Mit der jetzigen Variante waren dann alle - so auch die Architekten selbst - sehr zufrieden.

    Einmal editiert, zuletzt von spoonetti () aus folgendem Grund: Tippfehler-Korrektur

  • ^ Danke für den Link zu dem interessanten Interview mit Christoph Felger!


    Ich zitiere mal daraus:

    Zitat

    Felger: Dieses Gebäude ist mehr als ein hohes Bürogebäude. Der Elbtower hat viel mehr mit einem Wahrzeichen als mit Marktnot zu tun. Er hat schon allein durch seine Dimension eine Signalwirkung. Diese wird dadurch noch unterstützt, dass laut Vertrag in den nächsten 50 Jahren in unmittelbarer Nähe des Elbtowers keine weiteren Hochhäuser entstehen dürfen.


    War das bekannt? Das hieße ja, dass ein Hochhaus-Cluster im Umfeld der Elbbrücken ausgeschlossen wäre. Und zuminest für Baufeld 120 (35 Etagen) westlich des neuen Bahnhofs muss ja offensichtlich eine Ausnahme vorgesehen sein.

  • ^^ Das war 'im Grundsatz bekannt', ohne dass Details wie zum Beispiel der genaue raeumliche Geltungsbereich und die Dauer oeffentlich gemacht wurden.


    Natuerlich bezieht sich der Ausschluss auf weitere Solitaere die ueber die heutige Planung hinausgehen. Den bis zu 35 Etagen hohen Gebaueden auf der Westseite der Bahn steht nichts entgegen. Ebensowenig meines Wissens den bis zu (ca.) 30 Etagen am Ost-Ende des Kleinen Grasbrook, mit denen man vielleicht ab 2030 rechnen darf.


    Ich schaetze der Vertrag sagt sinngemeass, dass fuer 50 Jahre kein Gebauede in dem Bereicht gebaut werden kann das von der Hoehe her naeher als (z.B.) 100m an den Elbtower heran kommt. Schliesslich will man sein Alleinstellunsgmerkmal nicht verlieren.


    Kurz: Niemand wird vor 2075 einen 'Elbtower 2' bauen (duerfen).


    Und auf ganz lange Sicht gilt ansonsten im Zweifel: 'contracts are like hearts, they are made to be broken'

    Einmal editiert, zuletzt von Midas () aus folgendem Grund: Tippfehler

  • So sehr ich von der äußerlichen Gestaltung des Elbtowers angetan bin, muss ich der Planung hinsichtlich keiner weiteren Hochhäuser im unmittelbaren Umfeld große Zweifel entgegenstellen.
    Hochhäuser funktionieren und stechen gerade dann heraus, wenn sie architektonisch in ihre Umgebung einbezogen werden.
    Es gibt in meinen Augen zahlreiche Beispiele wie das Radisson am Dammtor, das ehemalige Unileverhaus in der Neustadt oder um noch ein promineteres Beispiel zu nennen: den Tour Montparnasse in Paris, die zeigen, dass alleinstehende Hochhäuser deplatziert wirken.
    Man sollte in dem Zusammenhang allerdings auch nicht die bereits erwähnten Hochhäuser am östlichen Ende des Baakenhafens (Baufeld 120 etc.) außer Acht lassen. Das aus der Perspektive des Baakenhafen entstehende Wechselspiel zwischen den niedrigeren Hochhäusern im Vordergrund und dem weitaus höheren Elbtower im Hintergrund, könnte durchaus interessant werden. Jedoch befürchte ich, dass die Ansicht aus anderen Perspektiven wie z.B. der südlichen Elbseite weniger eindrucksvoll ausfallen wird. In Bezug auf die Hochhäuser fehlt es hier meiner Meinung nach an urbaner Dichte. Die Abstände zwischen den Hochhäusern so weit von einander entfernt, sodass wahrscheinlich nur mühsam ein Eindruck eines städtebaulichen Zusammenhangs zwischen Elbtower und östlichem Baakenhafen enstehen wird.

  • Ich hoffe mal, dass mittelfristig ein Zusammenhang mit dem Elbbrücken-Cluster und langfristig mit dem kleinen Grasbrook entsteht. Abgesehen davon wäre The Shard in London ein Gegenbeispiel. Es gibt zwar noch die Hochhäuser am Nordufer der Themse, aber The Shard ist trotzdem ganz klar ein Solitair und ganz klar das höchste.

  • Jetzt wissen wir auch was an der Stelle des Elbtowers vorgeschlagen wurde aber nicht gebaut wird: Die unterlegenen Entwuerfe des Wettbewerbs wurden bekannt gemacht.


    Siehe hier fuer Bilder


    Die unterlegenen Entwuerfe werden bis zum 18. Maerz im Infocenter Kesselhaus gezeigt.


    Falls ein Freiwilliger Zeit und Lust hat Bilder hochzuladen und einzubinden: http://gerchgroup.com/news/unser-beitrag-zum-elbtower/

  • Also da hat meiner Meinung nach mit Abstand der beste Entwurft gewonnen!


    Ist ja erschreckend wie uninspiriert die anderen Entwürfe rüberkommen. Ich finde die Entwürfe von Hadi Teherani und Daniel Libeskind echt grottig.


    Hatte eigentlich nicht damit gerechnet, dass mir bei diesem Wettbewerb tatsächlich der Sieger am besten gefällt. Eine schöne Erleichterung irgendwie!

  • Den Chipperfield-Entwurf sehe ich auch als eine gute Wahl.


    Von der Formensprache her gefällt mir der Snohetta-Entwurf am besten. Allerdings finde ich ihn für das Projekt Elbtower unpassend, da sich der höchste Gebäudeteil meiner Meinung nach nicht genügend von der Gesamtfigur abhebt.
    In einem anderen HA-Artikel ist der Snohetta-Entwurf noch aus einer anderen Perspektive zu sehen:
    https://www.abendblatt.de/hamb…ollte-Elbtower-bauen.html

  • ^^ [Mod:Bitte unnötiges zitieren vermeiden! nikolas]


    Dort haben die Entwürfe von Teherani (48%) und Snoehetta (40%) bisher die meisten Zusprüche der hiesigen Leserschaft erhalten. Der Siegerentwurf hat in dieser Umfrage mit nur 6% ziemlich mau abgeschnitten.
    Aber das kann ja auch egal sein. Die Entscheidung ist getroffen. Egal, was für Umfragen und Umfragewerte es im nachhinein gibt. Ich persönlich bin ohnehin nicht dafür, dass in jeder stadtplanerischen Angelegenheit die Bürger mitentscheiden können. Zu viel Demokratie kann ein Land, bzw. eine Region auch lähmen. Aber das nur mal nebenbei.


    Ich persönlich finde die Entwürfe von Teherani und Snoehetta auch nicht schlecht, bin aber mit dem Siegerentwurf auch sehr zufrieden.

  • ^^ Ich habe mir alle Entwuerfe in der Ausstellung im Detail angesehen. Meiner Meinung nach...


    > hat der beste Entwurf gewonnen


    > hat die Ueberarbeitung (etwas niedriger und deutlich schlanker) dem Sieger-Entwurf sehr gut getan - auch wenn ich gern mal spassenshalber eine Variante 'schlanker aber mit der urspruenglichen Hoehe' gesehen haette.


    > ist der Entwurf von Snohetta nicht so schlecht, wie ich anhand der ersten Render gedacht hatte. Ich haette ihn im Nachhinein auf Platz zwei gesetzt, was mich selbst ueberrascht hat.


    > ist der Libeskind-Entwurf unfassbar schlecht und armselig - schlimmer noch als ich anhand der ersten Bilder befuerchtet hatte.


    > ist der Hadid-Entwurf extrem furchtbar - da stimmte vorne und hinten nichts. Architekturkotze vom feinsten (Entschuldigung fuer die Ausdrucksweise)

  • ^^ Naja, diese Abendblatt-Umfrage ist allerdings eine komplette Farce, bei der es um nichts anderes geht als Online-Clicks und dann billig aus dem Ergebnis wieder einen Print-Artikel zu zimmern.


    Die Frage ist: Auf welcher Basis sollen denn die Leser abgestimmt haben? Die Entwuerfe waren ja zum Zeitpunkt der Online-Umfrage noch gar nicht oeffentlich ausgestellt. Von daher ist das Ergebnis der Umfrage dann auch kommplett willkuerlich und beliebig. Das Abendblatt hatte sich ja nichtmal die Muehe gemacht die konzeptionellen Unterschiede der diverses Wettbewerbsteilnehmer im Detail darzustellen, denn schliesslich ging es beim Wettbewerb eben NICHT nur um die Architektur, sondern auch um Nutzung und Konzeption. Je nach Sieger, waere der Turm zum Beispiel entweder ein Hotel, ein Buerohaus, ein Konferenz-Center oder gar ein Wohnturm (bzw eine Mischung all dessen geworden).


    Anderes Thema: Der Siegerentwurf vor und nach der Ueberarbeitung.



    Bild: ich


    Uebrigens hat der Elbtower nun auch ein offizielles Logo / Signet:



    Bild: davidchipperfield.com

  • Vielen Dank Midas!
    Um so mehr ich vom Entwurf sehe, desto mehr gefällt er mir. Grade durch die 3 Dimensionalität kann man einen ganz guten Eindruck gewinnen.

  • Kann das echt sein, dass wir das bislang vergessen haben? Die Funktionale Aufteilung des ganzen Gebaeudes:



    Bild: David Chipperfield Architects

  • Blick nach norden, entlang der S-Bahn:



    Bild: David Chipperfield Architects


    Bicl von Innen nach oben:



    Bild: David Chipperfield Architects

  • ^^ Danke für das Nutzungsschema, Midas! Ich füge noch hinzu, dass Chipperfield-Architekt Christoph Felger in dem oben (#41 von spoonetti) verlinkten Abendblatt-Interview eigens ausführt, dass man die oberen Etagen so gestalte, dass eine öffentliche Nutzung (Bar/Restaurant/Aussichtsetage) zumindest möglich wäre.


    Bleibt es aus meiner Sicht zu hoffen, dass sich für diese Geschosse entsprechende Mieter finden, die dies umsetzen. Wenn schon ein derart symbolkräftiger Hochbau in Hamburg errichtet wird, sollte es meines Erachtens auch einen möglichst großen öffentlichen Mehrwert geben. Mal ganz abgesehen davon, dass dies die Akzeptanz des Elbtowers in der eher hochhauskritischen Öffentlicheit erhöhen könnte, hat Hamburg ja nun auch nicht so viele Aussichtspunkte. (Mir fällt in dem Zuammnhang immer die bedauerliche Situation am Heinrich-Hertz-Turm ein...)

  • ^^ In dem Zusammenhang ist es erwaehnenswert, dass, soweit ich mich recht erinnere, in diesem immerhin auch 35-Stockwerke hohen Haus westlich des Elbtowers eine (halb-)oeffentliche Nutzung (Bar, Restaurant, Aussichtsplattform) vorgesehen ist. Vielleicht ist sie im Wettbewerb sogar vorgeschrieben?


    Es ist in dieser Lage glaube ich fast 'egal' ob man 35 oder 55 Stockwerke hoch steht - der Blick ueber die Hafencity nach Hamburg muesste fast gleichermassen beeindruckend sein.