Nidda und Niddabrücken

  • Nidda und Niddabrücken

    In Frankfurt werden zurzeit drei Niddabrücken als Ersatz für marode Brücken neugebaut. Ein paar abendliche Bilder, daher schon etwas dunkel...


    Die Brücke der Heddernheimer Landstraße zwischen Heddernheim und Eschersheim ([url=http://maps.google.de/maps?ll=50.158687,8.652116&spn=0.002,0.002&t=h&q=50.158687,8.652116]Luftbild[/url], altes Foto) wurde kürzlich abgerissen:



    Links ist eine Behelfsbrücke für Fußgänger. Zukünftig soll der Nidda-Radweg am westlichen Ufer unter der Brücke hindurch führen statt die Heddernheimer Landstraße zu kreuzen. Das war immer eine Engstelle, wenn sich an schönen Sommertagen Radfahrer, Fußgänger, Schwimmbad-Besucher und Straßenverkehr dort gekreuzt haben.


    Zwischen der Praunheimer Heinrich-Lübke-Siedlung und der Hausener Willi-Brundert-Siedlung ([url=http://maps.google.de/maps?ll=50.141707,8.618624&spn=0.002,0.002&t=h&q=50.141707,8.618624]Luftbild[/url]) wird ein neuer Fußgängersteg gebaut. Die alte Brücke steht noch und wird vermutlich nach Eröffnung der neuen Brücke verschwinden. Die Fundamente für die Widerlager sind in Bau:



    In Rödelheim wird ein weiterer Fußgängersteg zwischen Flußgasse und Brentanopark neugebaut ([url=http://maps.google.de/maps?ll=50.125481,8.615585&spn=0.002,0.002&t=h&q=50.125481,8.615585]Luftbild[/url]). Hier ist ein kleiner Urwald und schwierig zu fotografieren, trotzdem ein Versuch:



    Links ist das südliche Widerlager für die neue Brücke zu sehen und rechts das der alten Brücke, die schon längere Zeit weg ist. Als Provisorium diente eine Behelfsbrücke, die das THW aufgebaut hatte – im Hintergrund zu sehen. Die neue Brücke ist etwa 45 Grad gedreht und schließt am nördlichen Ufer in Höhe des Weges zum Rödelheimer Feuerwehrhaus an. Damit wird eine weitere Engstelle des Nidda-Radwegs behoben.


    (Bilder von mir)

  • Scheinbar hatten wir über die neue Brücke über die Nidda zwischen Alt Eschersheim und der Heddernheimer Landstraße noch keine Beiträge, zumindest habe ich nichts darüber gefunden. Die neue Brücke, welche an Ort und Stelle aus mehreren angelieferten Teilen montiert wurde, ist vor einigen Tagen an ihre zukünftige Position mittels mehrerer Schwerlastkräne eingehoben worden. Die neue Brücke entspricht erstaunlicherweise in ihrer Ausführung und Optik exakt dem etwa 100 Jährigen Vorgängerbau. Die Verkehrsübergabe soll noch im Mai erfolgen.


    Hier zwei Ansichten der Aktion am 23.02.2011:




    Der Zustand am 06.04.2011 mit hergestellter Fahrbahn:


    Einmal editiert, zuletzt von BEKU () aus folgendem Grund: Bilder ergänzt

  • zu 607 ein kleines Update:


    • Brücke ist soweit fertiggestellt (ein paar hundert Meter oberhalb des Aufnahmeortes des Bildes)
    • Das alte Niddawehr ist rückgebaut, einer der beiden Bauwerke an den Ufern scheint bestehen zu bleiben
    • die Staustufe wurde ebenfalls rückgebaut und lässt den Fluss jetzt fröhlich plätschernd fließen.
    • wo die Steine liegen soll wohl so eine Art Insel entstehen, welche über eine Brücke (ist in der Bildmitte am entstehen) zu erreichen sein wird.



    Leider nur ein Handybild.

  • Naturnaher Umbau der Niddawehre

    In Frankfurt wurde die Nidda in den 1920er und 1930er Jahren begradigt und durch den Bau von sechs Wehren reguliert. Die Wehre schützen zwar vor Hochwasser, sind aber ein großer Eingriff in die Natur. So wird die Nidda als Lebensraum für Fische durch die Wehre unterbrochen. Vor drei Jahren wurde in Rödelheim durch Bau einer Fischtreppe die Durchgängigkeit wiederhergestellt. Doch diese Einzelmaßnahme brachte bisher wenig, denn die Nidda war bereits kurz hinter Mündung am Höchster Wehr unterbrochen. Es ist daher geplant die Durchgängigkeit vollständig durch Umbau oder Rückbau aller Wehre wiederherzustellen.


    Höchster Wehr


    Ansicht im Sommer 2006:



    (Quelle: Wikimedia Commons, CC-BY-SA-Lizenz, Autor: Melkom)


    Das Höchster Wehr ist mittlerweile Geschichte, denn es wurde in den vergangenen Monaten zurückgebaut und durch ein Streichwehr ersetzt:



    Links gibt es eine Umgehungsrinne, welche die Fischwanderung ermöglicht.


    Der westliche Wehrpfeiler (Baujahr 1925) bleibt erhalten, der Rest des Fußgängerstegs dient nun als Aussichtsplattform:



    Als Ersatz für den Wehrsteg wurde wenige Meter flussaufwärts eine neue Fußgängerbrücke gebaut:



    Zum Schutz vor Hochwasser wurde bereits vor Abriss des Höchster Wehres in Sossenheim eine Überschwemmungsfläche geschaffen. Eine weitere Überschwemmungsfläche entsteht direkt angrenzend an das ehemalige Höchster Wehr am Nieder Ufer. Dazu wurde der Uferweg verlegt und verläuft nun um eine Baumgruppe, die wohl noch den ursprünglichen Verlauf der Nidda markiert. Die Überschwemmungsfläche erstreckt sich zwischen neuem Weg und Fluss.


    Auf dem Plan vom Bauschild sind die Maßnahmen übersichtlich dargestellt:



    Das Projekt kostet rund 3,7 Millionen Euro.



    Ausblick


    Das Sossenheimer Wehr soll als Ausgleichsmaßnahme für den Riederwaldtunnel im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens umgebaut werden.


    Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn ist als Ausgleich der Umbau der Wehre in Praunheim und Eschersheim geplant.


    Der Umbau des Hausener Wehr soll als Ausgleich für das Gewerbegebiet nördlich der Heerstraße im Rahmen des gerade laufenden Bebauungsplanverfahrens erfolgen, skizzierte Darstellung:



    (Quelle: Bebauungsplan Nr. 696, Stadtplanungsamt)


    (Bilder von mir, soweit nicht anders angegeben)

  • ^

    Eigentlich war ich auf der Suche nach den Informationen zu diesem Bauschild der SEF, betrifft Arbeiten des 1. BA am Nidda-Radweg zwischen Harheim, Bonames und Eschersheim. Dabei fiel mir das Bauschild in Torbens Beitrags als PDF (CAD Grafik, braucht etwas Ladezeit) in die Hände. Das PDF enthält weitere Detailinformationen zu den einzelnen Maßnahmen.


    Gegenüber des oben erwähnten Bauschilds, direkt am Ufer des Alten Flugplatzes in Bonames, macht sich ein neuer, tierischer Baumeister zu schaffen. Er saniert wohl auch an der Nidda mit :daumen: :) Der Biber ist zurück in Frankfurt, war im Januar auch in der FAZ zu lesen.


  • die Sperrung des Teilstücks zwischen Eschersheimer Freibad und Autobahnbrücke ist nun wieder ohne Federgabel befahrbar - allerdings dürfte die Freude nicht lange währen, es lässt sich schon erahnen an welchen Stellen die Wurzeln durch den Belag drücken werden.


  • neue Wegeführung in Heddernheim/Eschersheim an der Heddernheimer Landstraße - zukünftig verläuft der Weg unterhalb der Brücke. Sicher kein billiger Spaß, aber sicherlich für alle Verkehrsteilnehmer eine sinnvolle Maßnahme.


  • 4 Monate später ist der Durchgang unterhalb der Brücke so gut wie fertig, an den Geländern wird noch geschraubt sowie die Bepflanzung fertig gestellt. Der "Verschönerungsverein" war auch schon da.


  • Ersatzneubau Niddabrücke Rödelheim (ab 2015)

    Die 1928 erbaute Bogenbrücke über die Nidda in Rödelheim (Luftbild / Foto) muss erneuert werden. Für 2,4 Millionen Euro wird südlich des Stadtteilzentrums eine neue Brücke aus Spannbeton-Fertigteilen und einer lichten Weite von 29 Metern errichtet. Die Bauarbeiten sollen Anfang 2015 beginnen und 18 Monaten dauern. Währenddessen wird für Fußgänger und Radfahrer eine 45 Meter lange Behelfsbrücke westlich neben der bestehenden Brücke eingerichtet. Der motorisierte Verkehr kann auch während der Bauarbeiten zwei Spuren der Brücke nutzen.


    Sehr ausführliche Informationen finden sich in einer Bau- und Finanzierungsvorlage des Magistrats (PDF-Download). Spektakulär wird die neue Brücke wohl nicht (Klick auf Grafik öffnet PDF):



    Lageplan Brücke und Behelfsbrücke:



    Grafiken: Stadt Frankfurt am Main / Amt für Straßenbau & Erschließung

  • Planungsmittel für Hausener Wehr

    Zur Freigabe der Planungsmittel für das Hausener Wehr und dem Projektstand Eschersheimer und Praunheimer Wehr hier neue Infos:
    =29527021"]Stadt Frankfurt


    Hier gibt es Details zur Aufgabenstellung und zur Zeitschiene für Hausen.


    2015-2016 Entwurfs- und Genehmigungsplanung;
    2017-2019 Planfeststellungsverfahren;
    2020 Ausführungsplanung;
    2021-2022 Auftragsvergabe, Bau.

    2 Mal editiert, zuletzt von teofilo () aus folgendem Grund: Erweiterung des Artikles

  • Planungsleitungen Hausener Wehr vergeben

    Folgende Combo hat den Zuschlag erhalten:
    Bietergemeinschaft CDM Smith Consult GmbH/Krebs und Kiefer Beratende Ingenieure für das Bauwesen GmbH
    Hier zu lesen.

  • Wehr Sossenheim

    Offenbar wurde die Zuordnung des Wehrumbaus als Ersatzmaßnahme für den Riederwaldtunnel aufgehoben. Zudem ist die Finanzierung wohl dadurch vorangekommen.
    Amtliches hier.


    Der letzte link hat sich verschoben: Info

  • Projekt "Naturnahe Nidda"

    Die Stadt Frankfurt am Main, vertreten durch die Stadtentwässerung Frankfurt am Main (SEF), beabsichtigt im Zuge der Umsetzung der Konzeption „Naturnahe Nidda“ unter anderem die naturnahe Umgestaltung des Wehres Sossenheim. Im Sinne der von der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt am Main beschlossenen Konzeption „Naturnahe Nidda“ sollen die ökologischen Bedingungen an und in der Nidda so verbessert werden, dass sie den Anforderungen der Europäischen Wasserrahmen-richtlinie (WRRL) und des Wasserhaushaltsgesetzes(WHG) gerecht werden.


    Im Sinne der ökologischen Verbesserung der Nidda soll das Wehr Sossenheim umgebaut und der sog. Grill’sche Altarm, der südlich links der Nidda liegt wieder angeschlossen werden. Betroffen ist die Nidda unmittelbar flussabwärts der Autobahnbrücke A648 (ehem. Wiesbadener Straße), nördlich der Siedlung Neufeld (in der Nähe des RAMADA-Hotels im Niedwald).


    Für den Umbau des Gewässers ist ein Planfeststellungsverfahren erforderlich, im Rahmen dessen jetzt die Pläne mit allen Anlagen offen liegen. Die Kosten der Maßnahme werden mit rd. 5,5 Mio € angegeben.


    Für den Schnellzugriff:


    Lageplan
    Erläuterungsbericht
    Entwurfsplanung


    Mir scheint, dass die örtlichen Verhältnisse durch das Projekt nicht nur für die Fischlein, sondern auch für uns Flaneure und Radfahrer deutlich verbessert werden.

  • Danke für den ausführlichen Bericht.. Schon der Rück- und Umbau des Nieder Wehres hat diesbezüglich wahre Wunder bewirkt. Und der Grillsche Altarm hat nochmals eine ganz andere Dimension. Kennst du oder sonst jemand den Zeitplan für das Projekt?

  • Einen Zeitplan habe ich nicht gesehen. Beim Nidda-Renaturierungsprojekt scheint die Lage insgesamt etwas unübersichtlich, weil diese Maßnahme durchweg nicht von der Stadt Frankfurt bezahlt, sondern fremdfinanziert werden.(Q) Im Bereich Kalbach/Bonames ist ja schon was gemacht worden.
    Der Umbau des Praunheimer Wehrs ist als Ausgleichsmaßnahme im Zuge des 4-gleisigen Ausbaus der Main-Weser-Bahn festgesetzt, das steht im dortigen PFB aus dem Jahr 1998 drin.(Q)
    Ähnlich verhält es sich beim Sossenheimer Wehr, dessen Umbau als Ausgleichsmaßnahme im PFB für den Riederwaldtunnel festgesetzt wurde, diese Maßnahme wird also von Hessen Mobil bezahlt. (Q)


    Da aber bei beiden Verkehrsprojekten der Stillstand überwunden scheint, dürfte auch die Umsetzung absehbar anstehen, aber genaues ist mir nicht bekannt.

  • Betroffen ist die Nidda unmittelbar flussabwärts der Autobahnbrücke A648 (ehem. Wiesbadener Straße) [...] Mir scheint, dass die örtlichen Verhältnisse durch das Projekt nicht nur für die Fischlein, sondern auch für uns Flaneure und Radfahrer deutlich verbessert werden.


    Wobei viele Flaneure und Radfahrer nach der Umgestaltung des Sossenheimer Wehres wahrscheinlich noch einige Jahre darauf warten müssen diese Verbesserung entdecken und nutzen zu können. Denn das benachbarte Westkreuz ist sanierungsbedürftig. Angefangen mit der erwähnten Autobahnbrücke der A648 sollen nach und nach auch die anderen Brücken des Autobahnkreuzes saniert werden. So wie sich das aktuell andeutet, wird der Frankfurter Grüngürtel an dieser Stelle während der Bauarbeiten über Jahre hinweg unterbrochen sein, weil die Niddauferwege dafür voll gesperrt werden sollen und auf beiden Seiten zu Sackgassen werden. Geeignete Umleitungsstrecken sind bisher nicht vorgesehen. Es bleibt für eine Fahrt oder ein Spaziergang entlang der Nidda nur die Mögichkeit die Westerbachstraße oder Oeserstraße/Römerhof mit 1-2 km Umweg zu nutzen und die werden vor allem Flaneure, aber vermutlich auch viele Radfahrer meiden und sich andere Wege suchen.

  • keine schlechte Maßnahme, der Umbau des Nieder Wehres ist doch größtenteils sehr gelungen.


    Das ganze könnte sich noch etwas hinziehen, in diesem Artikel aus 8/16 ist von frühestens 2020 die Rede.


    http://www.fnp.de/lokales/fran…stens-2020;art675,2181291


    Zurück nach Sossenheim (bzw. Nied), das Wehr wird uns also noch eine Weile erhalten bleiben. Anders als beim Nieder Wehr kann wegen mir bis auf die Niddaquerung alles komplett abgerissen werden, reine technische Zweckbauten (ob die auch mal ein Dach hatten wie am Nieder Wehr?):


    Die geplanten Brücken werden dann in etwa an diesen Stellen errichtet werden: