Immeo(FdR)-Areal am Alexanderplatz

  • Es scheint auf dem Baufeld langsam loszugehen, geschäftiges treiben dort heute mit einigen Baumaschinen... zumindest ist das Baufeld nun umzäunt und alle provisorischen Verkaufsbuden und auch der Club "Oase" mit der großen Terrasse sind bereits abgegrissen und entfernt worden.

  • Der Turm von Sauerbruch rechts neben dem ParkInn wird auf jeden Fall gebaut, ich kenne jemanden, der an der Projektplanung beteiligt war. (Noch) nicht öffentlich bekannt ist, dass derselbe Investor auch den Turmbauplatz links neben dem ParkInn bebauen möchte, für diesen Turm gibt es auch bereits konkrete Entwürfe. Da das Gesamtvorhaben (beide Türme) auf 10 Jahre angelegt ist, rechne ich mit einem zeitversetzten Baustart des zweiten Turms nach Fertigstellung des Ersten. So ähnlich wie es mit Zoofenster und Upper West realisiert wurde.


    Bauchschmerzen macht mir immernoch die "Einheitshöhe" dieser drei in-Reihe-stehenden Gebäude, die mit 130,125,130 Gefahr laufen, mehr wie eine Wand zu wirken, denn wie ein Ensemble. Wenn der Kaufhof-Turm gegenüber auch noch mit 130m kommt, dann haben wir vier relativ dicht beieinander stehende Gebäude mit derselben Höhe und denselben (flachen, unakzentuierten) Dachabschlüssen. Das wird quasi fast so dicht wie das "Four" Projekt in Frankfurt, nur mit 4x130. So hätte man in Frankfurt nie geplant.

  • ^ Die Baustelle ist inzwischen deutlicher abgegrenzt. Anlass genug, noch einmal den jetzigen Zustand festzuhalten, bevor er bald (hoffentlich) für immer Vergangenheit sein wird. Obwohl recht stattlich, blieben die Bäume neben dem Park Inn meinem Eindruck nach immer eigentümlich unauffällig, ja beinahe unsichtbar. Nun, bald werden sie auch realiter unsichtbar geworden sein.



    Hier noch ein Eindruck vom freigeräumten Platz, den bis vor Kurzem der "Club Oase" belegt hat. Man kann ganz gut sehen, dass die Bäume eigentlich einen recht dichten und schattigen Ort schufen, was aber auch und gerade wegen des schäbig-prolligen "Club Oase" nie wirklich zur Geltung kam. Gut, dass er sang- und klanglos verschwunden ist.



    Bilder von heute & von mir & gemeinfrei

  • Anlass genug, noch einmal den jetzigen Zustand festzuhalten, bevor er bald (hoffentlich) für immer Vergangenheit sein wird


    schön wär's wenn es so wäre! Diese Vergangenheit hier auf dem Bild in all ihrer Mediokrität bleibt uns nicht nur erhalten sonder wird der neue Fixstern.

  • Die Fassadengestaltung des Bauvorhabens ist am 29.4. als Wiedervorlage Thema im Baukollegium:


    TOP 2: 16:00 Uhr Fassadengestaltung Hochhaus (Wiedervorlage)
    Alexanderplatz, Baufeld D3 ..


    Diesbzgl. Protokoll wurde noch nicht veröffentlicht auf: https://www.stadtentwicklung.b…/de/sitzungen/index.shtml


    Allerdings wurde bereits am 14.02.2019 - also vorher - ein Bauantrag zur "Errichtung eines Hochhauses am Alexanderplatz Baufeld D3" (Alexanderstraße 4) gestellt, aber bisher wohl noch nicht genehmigt: https://www.berlin.de/ba-mitte…antraege-februar-2019.pdf
    Q: https://www.berlin.de/ba-mitte…fsicht/artikel.684599.php




    Im Übrigen das Protokoll der 66. Sitzung des Baukollegiums Berlin am 05.12.2017: https://www.stadtentwicklung.b…tokoll_alexanderplatz.pdf

  • Hier scheinen nun tatsächlich erste Arbeiten auf dem Grundstück zu beginnen. Heute wurde auf dem vorderen Teil des Grundstücks der Bodenbelag aufgerissen und Bohrungen durchgeführt:





    Der Bauzaun wurde in der Zwischenzeit von Street-Art-Künstlern gestaltet:




    Quellen: Eigene Aufnahmen

  • Inzwischen wurde auf das Protokoll von der Sitzung des Baukollegiums im März hochgeladen. In ihr gibt es eine neue Visualisierung zum Turm, die meines Wissens nach so noch nicht veröffentlicht wurde. Die beiden Türme werden etwas „blauer“ und die Fassade wurde auch leicht veröffentlicht. Finde ich so nochmal deutlich gelungener.


    Hier das Protokoll samt Visu:
    http://www.stadtentwicklung.be…_protokoll_hh_alex_d3.pdf


    Zum Vergleich ein RBB Artikel mit der Visu nach der 2. Wettbewerbsstufe:
    https://www.rbb24.de/wirtschaf…-covivio.htm/alt=amp.html

  • ^ Super, interessanter Fund, vielen Dank!


    Die Änderungen scheinen mehr den Sockelbau und die Gliederung von dessen Fensterflächen zu betreffen, weniger den Turm. Auch hier sehe ich eine Verbesserung. Schön ist auch ein Ausdruck aus dem Protokoll, der mir noch nicht geläufig war: "midcentury-modern".


    Was mich etwas stört oder jedenfalls nicht auf Anhieb überzeugt, ist der Höhenunterschied des Sockels zum westlichen Sockel des ParkInn und des zweiten Covivio-Projekts. Hier überzeugt mich auch der ovale Bau auf diesem anderen Sockel (noch) nicht.

  • ^ Ja, wobei nicht der Sauerbruch-Hutton-Sockel zu hoch, sondern der andere zu niedrig ist. Die Traufhöhe um den Platz wird ja von den Behrens-Bauten vorgegeben und vom Kaufhof, der Saturn-Sünde und dem neuen Turm aufgenommen. Nur diese eine Ecke soll niedrig bleiben. Das stört die Raumwirkung erheblich – sowohl zum Alexanderplatz als auch zur Alexanderstraße hin.


    Was diese kleine Kuppel oder Muschel darstellt, habe ich noch nicht verstanden. Sieht aus wie ein Konzertsaal oder so ähnlich. Keine Ahnung, ob da wirklich eine Planung hintersteht, oder ob das nur ein Platzhalter ist.

  • ^ Ja, genau, das hatte ich eigentlich sagen wollen: nicht der Sauerbruch-Hutton-Sockel ist zu hoch, sondern der andere zu niedrig. Aber wer weiß, vielleicht stellt sich heraus, dass genau eine solche Abweichung von der einheitlichen Traufhöhe zur Belebung des Eindrucks beiträgt. Ich glaube das nicht, schließe das aber im Moment auch noch nicht ganz aus.

  • Dem schließe ich mich auch an. In dem eigentlich Bebauungsplan/Kohlhoffplan ist ja auch eine Gasse zwischen dem ParkInn und dem zweiten Convivio Turm vorgesehen. Diese wäre eine Verlängerung der Alex-Wedding-Straße über die Alexanderstraße und würde das ganze Viertel etwas mehr miteinander verbinden. Dass sie jetzt wegfallen soll finde ich schade, weil ja der Riegel von TfG auf der anderen Seite bald ja abgerissen wird.


    Auch stört mich diese niedrige Ecke am Sauerbruch/Hutton Entwurf sehr. Das ist doch gerade das Problem am Alex momentan, dass das ParkInn so einen niedrigen Sockelbau hat, der keinen Bezug zu den anderen Gebäuden hat.

  • Ich könnte mir zur neuen Sockelgestaltung des Park-Inns nur vorstellen dass der Turm nicht angefasst werden soll. Bei einem höheren Sockel würde ja ein kleiner Teil der Fassade in den Hinterhof fallen. Was ich persönlich jetzt auch nicht so tragisch fände.

  • Das war auch so geplant. Gescheitert ist dies vorläufig an der Weigerung von Primark, vorzeitig aus der Mieteinheit heraus zu gehen. Daher bleibt der Sockel am Park Inn in der Kubatur so wie er ist. Bei Sauerbruch Hutton war man darüber sehr frustriert.

  • Wie lange hat Primark denn noch einen Mietvertrag (und müssen sie für den Hochhausbau nicht ohnehin teilweise ausziehen)? Im Anschluss könnte der Sockel doch problemlos vergrößert und an den Kaufhof bzw. die Neubauten der Hochhäuser angepasst werden?

  • Irgendwas mit 10 Jahren, glaube ich. Aber der Sockelbereich wird nach dem teilweisen Rückbau eine neue Fassade bekommen. Die wird wohl nicht nach wenigen Jahren wieder beseitigt werden.

  • Frage Nr.1:
    Warum hat man mit Primark einen noch 10 Jahre laufenden Mietvertrag geschlossen, wenn man an dieser Stelle in einem kürzeren Zeitraum bauliche Änderungen vornehmen möchte?


    Antwort:
    Wahrscheinlich haben die Vertragsparteien bei Vertragsschluß selbst nicht daran geglaubt, daß hier so bald Änderungen eintreten werden.


    Das führt zwangsläufig zu Frage Nr. 2:
    Warum will Immeo ein Hochhaus entwickeln, wenn man für die entsprechende Fläche noch gar kein grünes Licht von allen Beteiligten (z.B. den langfristigen Mietern) erhalten hat?


    Ganz ehrlich! Ich kann doch nicht mit einem Projekt beginnen und einfach mal darauf spekulieren, daß alle Mieter schon freiwillig die Mietflächen räumen werden. Wie naiv ist das? Sind da nur Amateure am Werk?

  • ^ Mit ein bisschen Recherche und Nachdenken kommt man zu anderen Antworten:


    Auf Frage 1) Weil der Investor, der den Mietvertrag mit Primark abgeschlossen hat, dort nie bauen wollte. Das war die Blackstone-Gruppe, aber die hat das Areal vor ein paar Jahren an FdR (heute Covivio) verkauft. Covivio wollte von Anfang an und so schnell wie möglich bauen – an Alt-Mietverträge sind sie aber natürlich gebunden. Das ist das ganze Problem.


    Auf Frage 2) Erstens weil sie dann sofort loslegen können, sobald der letzte Altmieter geht. Mit Entwurf, Projektplanung, Baurecht, etc. zu warten, bis das Gebäude vollständig entmietet ist, würde eine Verzögerung von Jahren bedeuten. Zweitens evtl. auch, um öffentlich Druck auf Primark zu machen: Wenn ein derart zentrales Projekt an der Sturheit einer einzige Firma scheitert, bedeutet das für diese einen Imageschaden. Das dürfte die Kompromissbereitschaft erhöhen.


    Ich finde dieses Vorgehen weder naiv noch amateurhaft, sondern entschlossen und zielstrebig.