Immeo(FdR)-Areal am Alexanderplatz

  • Das reißt mich aber nicht vom Hocker...


    Das Hochhaus ist okay, aber man hätte die Zwillingstürme stärker betonen sollen, als nur durch zwei unterschiedliche grau-braun Töne.


    Der Sockel ist ein besseres Saturn-Haus, da hätten wenigstens die drei Gewerbegeschosse optisch von den Wohnebenen abgehoben werden sollen.


    Wenn man dann noch die Abstriche hinzurechnet, die zwischen Wettbewerbsentwurf und dem fertigen Gebäude zu machen sind, wird es wohl nicht sehr schön.


    Zu hoffen bleibt, dass die 2. und 3. Preise vielleicht noch in den Entwurf einfließen.

  • Hier noch ein Video zur Visualisierung:


    https://www.youtube.com/watch?…msCWKK0IOknk2mH_lxY7xUj0o


    Der Sockelbau und das Hochhaus tuen dem Alex gut, da sie ihn wieder fassen.
    Die eigentliche Ausführung der Gebäude ist aber nur Mittelklasse. Das Sockelgebäude wirkt unrund und die Tüme zu dunkel und ohne Höhenabstufung.
    Die Türme sollten unterschiedliche Höhen haben. Evtl. einen auf 150m hochziehen. Der Sockelbau wirk zu eckig/scharfkantig. Zudem würde dem Sonnenschutz im Ladengeschoss ein kräftigere Farbe gut tun.
    Die Nutzung mit Geschäften und Cafes, sowie der Dachterrasse find ich super. Hoffentlich wird es etwas Gehobeneres als der übliche Alex-Trash.

  • Also ich finde vor allem das Sockelgebäude ganz ansehnlich. Der Turm. Naja. Zu befürchten ist nur, dass wie so oft in Berlin, das Gebäude bis zur Fertigstellung verschlimmbessert wird und hinterher eher was schlechteres, als was besseres am Alex entstehen wird.

  • Schlimmer geht immer. Es reißt mich jetzt auch nicht vom Hocker, aber ich finde es immerhin eine gute Fassung des Ensembles an dieser Stelle, das sich gut neben dem Hotelhochhaus einreihen wird. Zu wünschen bleibt aber, dass dafür der Gehry nicht realisiert wird und die übrigen Hochhäuser untereinander doch noch Höhenunterschiede aufweisen (100 - 150m).

  • Also der Sockelbau gefällt mir gar nicht, sehr konventionell, naja nicht ganz so katastrophal wie der Saturn. Ausserdem finde ich beeinträchtigen Sockelbauten meist die Ästhetik von Hochhäusern, das wird natürlich noch verstärkt wenn sie eh 'nur' 130 Meter hoch sind, aber das sieht jeder wohl anders.
    Das Hochhaus selbst ist gediegen aber mehr auch nicht.
    Wie ein Vorredner schon angemerkt hat, hätte ich mir auch gewünscht dass der Zwillingsturmeffekt viel ausgeprägter wäre. Verschiedene Höhen, im Idealfall forlaufend von einem zum anderen Teil. Vielleicht auch schlankere Türme, der angedeutete Einschnitt müsste stärker betont sein. Es gäbe so viele Möglichkeiten und bestimmt auch Beispiele.
    Diese Betonung der Architekten auf die Angleichung, Beziehung oder Ausrichtung auf die anderen Gebäude vom Alex halte ich für Marketing. Das ist einfach nicht möglich bei denn ganzen unterschiedlichen Baustilen usw. Aber das finde ich jetzt auch nicht so schlimm.

  • „Insgesamt sollen 500 Menschen in dem Gebäude wohnen, auf 11 400 qm Wohnfläche.“ – Also satte 22,8 Quadratmeter pro Person. Wahrscheinlich alles Micro-Appartements, wie im Video gezeigt.

  • ^ Genau das habe ich mich auch gefragt, es ist so vermittelt worden, für mich jedoch eine Zahlenangabe, der ich niemals trauen würde.
    Wenn es so sein sollte, dann sollten sie auch angeben, dass es Micro-Appartements sind.
    Wenn es aber keine sein sollten, also vielleicht nur zum Teil, denn bei einer Verdoppelung der Wohnungsgröße auf 46 m² müssten doch schon jeweils 2 Personen die Wohnung benutzen, um die 500 zu erreichen, dann halte ich diese Angabe für unglaubwürdig. Ich glaube nicht, dass junge Paare, wenn sie sich gefunden haben, mit 46 m² zufrieden sind. Man muss sich schon sehr lieb haben, um das prickelnd zu finden. Also nehme ich an, dass die 46 m² Wohnungen (falls es sie überhaupt geben sollte) von Singles bewohnt sein werden, dann sind es aber keine 500 mehr.

  • Das Hochhaus finde ich schick (vorausgesetzt, die übrigen werden nicht im selben Stil gebaut). So vermittelt es ganz gut zwischen den Behrensbauten auf der Westseite des Platzes und den zu erhaltenden DDR-Bauten im Osten (Berliner Zeitungshaus, Park Inn, Haus des Reisens). Den Sockel gefällt mir dagegen nur mäßig. Von einer gebauten Respektlosigkeit wie dem Saturn-Bau ist er zwar weit entfernt – von einer genaueren Auseinandersetzung mit dem Genius Loci spürt man aber auch nicht viel. Naja, anders als mit dem Saturn, werde ich mit dem hier leben können.


    Dass es Sockelbauten gibt, ist notwendig. Kollhoff hat sie vorgesehen, um sowohl den Alexanderplatz einzufassen, als auch den Blockrand in der Alexander- und der Liebknechtstraße zu schließen. Beides wäre mit isoliert stehenden Hochhäusern nicht drin. Schon wegen der trennenden Sockel kann mit dem "Zwillingsturm" übrigens gar nicht dieses Projekt gemeint sein. Wenn schon Zwilling, dann auf dem Bauplatz D1 (Europcar-Parkplatz). Der kommt wirklich direkt neben das Park Inn, allerdings mit einer um 90 Grad gedrehten Hauptachse.


    ...mag ich gar nicht an die von Kollhoff entworfenen Hochhäuser für den Alexanderplatz denken, die förmlich aus ihrem Sockel herauswachsen sollten:
    https://www.stadtentwicklung.b…ff_turmmodell_410x600.jpg


    Damit keine Missverständnisse entstehen: Die grandiosen Bauten auf den Darstellungen von 1993 sind keine "echten" Entwürfe – dafür war Kollhoff als Masterplaner nicht zuständig. Einerseits waren sie Platzhalter für spätere Bauvorhaben, mit denen es nach der Verabschiedung des Plans bekanntlich bald losgehen sollte. Außerdem waren sie eine künstlerische Vision, die zeigte, was Kollhoff selbst am Alex machen würde, wenn er Gelegenheit dazu bekäme. Teil des eigentlichen Masterplans waren diese Visionen m.W. aber nie: Selbst das verlinkte Detail-Modell für den Bauplatz D4 dürfte rechtlich nicht mehr sein als ein freundlicher Hinweis für Investoren, wie sie denn bauen könnten, wenn sie wollten.


    Ich bin, wie gesagt, ein großer Fan des Kollhoff-Plans inkl. Architektur-Träume. Wieviel lieber hätte ich seine Vision von D4 bekommen, statt Saturn mit verkorkstem Gehry! Allerdings gab es für die Umsetzung wohl von Anfang kaum Chancen: Zehn Hochäuser aus einem Guss zzgl. Sockelgebäude, errichtet im Stil der amerikanischen 20er-Jahre-Moderne – welcher Investor hätte genug Mut, Geld und Interesse gehabt, so etwas im kränkelnden Nachwende-Berlin in Angriff zu nehmen? Schade.

  • Man kann es positiv sehen weil es vermittelt. Ich finde es sieht dem ehemaligen Hotel Stadt Berlin zu ähnlich, als hätte sich in den Jahrzehnten nichts verändert. Zwei nebeneinderstehende Tetra Pak mit immer den gleichen Fenstern.

  • Ich persönlich finde den Turm ganz in Ordnung, dafür den Sockelbau ziemlich scheußlich. Dieser sieht zu plump, cluttered und auf die Horizontale betont aus, wo der Turm doch auf die Vertikale betont ist. Im Gesamtbild passt er somit überhaupt nicht zum Turm. Vom Alexanderplatz aus fällt das besonders negativ auf, von dort wirkt der Turm wie ein Fremdkörper, der auf den Sockel raufgepappt wurde.


    Ich verstehe nicht diese Manie, bei Hochhäusern mit Sockel die Fassade im Sockelbereich vom Turm abzuheben. Das sieht meiner Meinung nach von keiner Perspektive gut aus, schon allein, weil das Gebäude dadurch optisch an Höhe verliert.

  • ^Hm, ich finde den Turm auch nicht schlecht. Er erinnert mich an den Marienturm in FFM. Ein feines Gitter benetzt dort die Fassade und am Ende steht dort ein feingliedriges, klassiches, zeitloses Hochhaus. Hier wird es auf die Materialität und das Finishing der Pläne und Ausführung ankommen. Das gilt auch für den Sockel, den ich noch nicht so recht einordnen kann. Mit dem GSW-Hochhaus, für mich eines der schönsten in den letzten 30 Jahren in Berlin, hat das Büro Sauerbruch-Hutton eigentlich bewiesen, dass es Hochhäuser kann.


    Im Übrigen kann ich auch keine, sicherlich wünschenswerte, Verjüngung bei den beiden genehmgten 150ern erkennen. An der Höhe kann es also nicht liegen.

  • Ich will mal nicht zu viel meckern, sicherlich gäbe es andere klassischere oder futuristischere Umsetzungen aber so schlecht finde den Entwurf nicht. Kommt dann sicher nochmal auf die Materialien an.
    Gut finde ich aber das der Bau näher an der monströs breiten Straße steht und an dieser Seite ist ja dann auch kein vorgeschobener Alibisockel.
    Hoffentlich wird den zukünftigen Bewohnern auch vor dem Einzug klar gemacht das es direkt am Alex ist und mit vielen Events und Veranstaltungen auf dem Platz zu rechnen ist und es keine Verkehrsberuhigte Zone ist.

  • Hoffentlich wird den zukünftigen Bewohnern auch vor dem Einzug klar gemacht das es direkt am Alex ist und mit vielen Events und Veranstaltungen auf dem Platz zu rechnen ist und es keine Verkehrsberuhigte Zone ist.


    Na, das werden die Interessenten schon sehen, wenn sie das Haus besichtigen. Ich denke, die Lage zwischen Alex und Hauptverkehrsstraße dürfte ein Grund für die winzigen Wohnungen sein – vermutlich soll es ein Boardinghouse werden, in dem man nur kurzfristig (z.B. als Wochenendpendler) oder vorübergehend (während der Suche nach einer richtigen Bleibe) wohnt.

  • ^ Es werden etwa 220 Wohnungen im Gebäude entstehen, von der neun Quadratmeter großen Studentenwhg. mit Gemeinschaftsküche bis zur 100 qm großen Familienwohnung.
    So sollen zwischen 450 und 500 Menschen im Gebäude wohnen.


    Q: Morgenpost und RBB


  • Gut finde ich aber das der Bau näher an der monströs breiten Straße steht


    Das ist richtig gut. Die Alexanderstraße ist dann mit dem breiten Mittelstreifen immer noch breit genug, sie wird aber iregendwann von beiden Seiten deutlich begrenzt. Von dieser Seite, also von Osten, sieht das Gebäude auch noch am besten aus.


    Optisch und mit der Reduzierung des überdimensionierten Freiraums tut es der Gegend sicher gut. Bislang ist dieses Stück der Alexanderstraße für mich eine der unwirtlichsten Ecken der Stadt (dagegen wirkt der Molkenmarkt fast behaglich ;) ).

  • So sollen zwischen 450 und 500 Menschen im Gebäude wohnen.


    Naja, das sind so Marketing-Aussagen. Ärgerlich, wenn die Presse das unreflektiert übernimmt. 9 qm sind auch für eine Studentenbude verdammt klein. Ich habe mal in einem Studentenwohnheim aus den 50ern auf 9,5 qm gewohnt, aber da gab es Gemeinschaftsküche und -duschen. Hier auch, oder sollen Bad und Kochnische in den 9 qm enthalten sein? Und gibt es tatsächlich Familien, die sich eine Wohnung in so einem Objekt leisten können, dann aber mit 100 qm zufrieden sind? Ich habe so meine Zweifel, ob da am Ende mehr als 150 oder 200 Leute dauerhaft zu Hause sein werden.

  • .. Ich finde es sieht dem ehemaligen Hotel Stadt Berlin zu ähnlich, als hätte sich in den Jahrzehnten nichts verändert. Zwei nebeneinderstehende Tetra Pak mit immer den gleichen Fenstern.


    Es ist wie "Zurück in die Zukunft, Teil 2". Falsche Knopf gedrückt und in die falsche Zeit gelandet. Kollhoff wollte sich als Post-moderner an die Glanzzeit des Hochhausbaus aus den zwanziger und dreißiger Jahren orientieren. In der Zeit waren Hochäuser noch Hohe Häuser und bedienten sich von den Stillmitteln der tradierten Architektur, die in die Höhe gesteigert wurden.
    S+H ist jetzt am Alex vierzig Jahre später in den trüben Siebzigern der ausgelaugten Modernen gelandet. Die Zeit der Schuhkartons und Bauklötze.


    Mit ein wenig Glück gibt es irgendwann in der Zukunft dann wieder eine Post-Retro-Moderne, wenn der Leidensdruck unter der aktuellen Gestaltungsarmut wieder groß genug geworden ist. Der unglaublichen Publikumserfolg der winzigen Zahl an Reko-Bauvorhaben kommt nicht von ungefähr.

  • ^ So biegt man sich dann halt die Wirklichkeit zurecht: Das Empire State Building und das Rockefeller Center sind "eigentlich" nichts als abendländische Traditions-Architektur mit ein paar Stockwerken mehr, und der Sauerbruch-Hutton-Entwurf ist "eigentlich" wie aus den 70ern, auch wenn er einen Sockel hat und damit einen Straßenblock bildet, was in den 70ern städtebaulich völlig verpönt war.


    Ernsthaft, das passt doch vorne und hinten nicht! Die – tatsächlich grandiosen – amerikanischen Wolkenkratzer aus den 20er/30er-Jahren waren etwas sehr eigenes und lassen sich nur mit Gewalt einer wie auch immer definierten "Tradition" zuschlagen (anders als z.B. das Flatiron-Building von 1902, das tatsächlich noch wie ein 90 Meter hoher Gründerzeitler aussieht). Und der Entwurf für den Alex verweist mit der Turmfassade nicht auf die 70er-, sondern auf die 50er-Jahre, während der Sockel, dem Masterplan aus den 90ern entsprechend, an die Behrensplanung aus den 20ern anknüpft.


    Du machst es Dir sehr einfach mit Deinen Dichotomien: Was Du magst, ist Tradition; was Du nicht magst, ist Moderne – und zwar (Gott sei bei uns!) wie aus den "trüben 70ern". Nicht, dass die Unterschiede aus der Luft gegriffen wären. Wenn sie sich aber zu Schubladen verfestigen, verstellen sie den Blick auf die Differenz.