Covivio-Hochhaus am Alexanderplatz (138 m | in Bau)

  • Ich habe vor einigen Tagen als Privatperson Covivio per E-Mail zur Fassadenfarbe des Sockels und der neuen Visualisierung angefragt und erhielt vorhin folgende Antwort:

    „Sehr geehrter Herr…

    wir möchten Sie darüber informieren, dass die aktuelle Visualisierung auf dem Bauschild nicht der finalen Bemusterungsgrundlage entspricht. Hintergrund ist ein Fehler eines Nachunternehmers, der derzeit bereits korrigiert wird.

    Bitte berücksichtigen Sie, dass das gezeigte Bild daher nicht den tatsächlichen Ausführungsstand widerspiegelt und lediglich als vorläufige Darstellung zu verstehen ist.

    Für Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    …“


    Es bleibt damit also bei dem hellen Grauton gemäß der Musterfassade, welche sich an der Ecke Alexanderstr./Karl-Liebknecht-Str. befindet.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Der ist nicht breiter als das Alexanderhaus und schon gar nicht breiter als der Galeria-Kaufhof-Bau Einzig die Höhe variiert.

    Hinter dem Alexanderhaus soll aber auch kein gestutzter Turm von nur 130m Höhe entstehen. Wenn ich mich recht erinnere wurde das hier im DAF aber ausgiebig diskutiert, dass dadurch die Proportionen leiden und der Sockelbau viel stärker in den Vordergrund rückt.

    Dass es nun doch nicht das dunkle grau wird ist immerhin eine positive Nachricht; insofern danke A. W.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    dass dadurch die Proportionen leiden und der Sockelbau viel stärker in den Vordergrund rückt.

    Das liegt auch daran, dass das HH so weit nach hinten versetzt wurde. Es in den Sockel vom Alex ausgehend harmonisch einzubinden, finde ich grundsätzlich anspruchsvoll. Das hat man hier nicht gut gelöst. Es wirkt auf mich als hätte man hier zwei Gebäude verschiedener Baujahre "zwangsverheiratet". Ich hätte einen ähnlichen Ansatz wie beim Tower185 in Frankfurt favorisiert. Siehe: Bild

    Der Investor wollte aber unbedingt ein Sockelgebäude haben, das er mit Mini-Apartments bis an die Decke vollklatschen kann. Damit war die geschlossene Brotkastenform ja im Grunde schon vorgegeben. Hate to say it, aber hier wird uns zum Verhängnis, dass der Alexanderplatz dem Investor offenbar kein attraktiveres Angebot machen konnte, als, ich sags mal böse aber passend "Kleinvieh zu melken".

  • ^^ Dafür entsteht aber ein HH hinter der Galeria. Und dieses führt zu ähnlichen Proportionen. Es bleibt also dabei, daß vermeintliche Monster ist gar keins. Was nichts über die Architektur aussagt.

  • ^

    Der Mynd Tower entsteht sogar minimal weiter zurückgesetzt vom Platz als der Covivio Turm. Finde ich das schlimm? Nö!

    Hauptaufgabe des Mynd Tower ist schließlich einen sichtbaren Abschluss an der Westseite des Alex-Areals und mit der Lage direkt an der K-L-S, neue spannende Sichtbeziehungen zu bilden. Die vielen Fotoupdates zeigen jetzt bereits schon, dass hier ein großartiges Stück urbane Stadt mit fast schon klassischem New Yorker Hochhausfeeling entsteht. Besonders die Sichtbeziehungen mit dem Stadtbahnviadukt und dem Bahnhof haben es mir angetan. Dass zudem die Fassade attraktiv gestaltet wird rundet das ganze Projekt für mich positiv ab.

  • Schon klar Bato. Nun muss man sagen, dass auch der Covivo-Tower einen Abschluss darstellt. Nämlich den östlichen. Also hat der Mynd kein Alleinstellungsmerkmal. Was das überhaupt mit dem Sockel zu tun haben soll? -Ich weiß es nicht.

    Im Übrigen hätte ich auch die 150 Meter bevorzugt. Ich habe die leise Hoffnung, dass der Turm nicht bei exakt 130 Meter endet. Wunschdenken.

  • Die Fassaden Mock-ups wurden nicht geändert zuletzt hier


    pt8xusv8.jpg

    Berlintypisch wurde die Fassade schon beschmiert:

    lpjw6ydz.jpg

    Die Wohnungen im Sockelbau bekommen goldene Fensterrahmen:

    lub7s64m.jpg


    Etwas versteckt angeklebt gibt es noch zwei Schilder der Firma Dobler Metallbau mit weiteren Details

    der Hochhausfassade:

    auzv7kkf.jpg


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    3iqsbjhe.jpg

    Alle Bilder von mir © Merlin

  • ^ Diese messingfarbene Elemente sind die senfgelben Cordsofas der Baubranche: Billiger Kurzzeittrend. Warum nicht etwas zeitloser? Das hat Möbelhauscharakter.

  • ^

    Ganz einfach: es lässt sich am günstigsten und schnellsten industriell fertigen. Damit die Wohnungen und Büros in der Vermietung nicht zu teuer werden, sind aufwändige Fassadenmaterialien anscheinend nicht gewünscht.

    Dekoratives Anführungszeichen

    138 Meter sind inzwischen die offizielle bestätigte Höhe (Quelle hier).

    Komischerweise finden sich in keiner der angegebenen Quellen die 138m. Vielmehr ist von 134m die Rede.

    Naja, lassen wir uns einfach überraschen. 4m mehr oder weniger sind jetzt auch nicht entscheidend. 😀

    Einmal editiert, zuletzt von Batō (25. Juni 2025 um 11:47) aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler korrigiert.

  • Erstaunlich finde ich, wie stark die Qualität und allgemeine Ästhetik zwischen Covivio und Mynd voneinander abweicht.

    Wir bekommen scheinbar ein positives Beispiel mit klarer Gliederung, schöner Farbigkeit und guter Materialität und ein negatives Beispiel mit verbastelter und billiger Anmutung.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ganz einfach: es lässt sich am günstigsten und schnellsten industriell fertigen.

    Messingfarbene Rahmen sind günstiger als schwarze oder weiße? Oder gar graue? Irgendetwas, das nicht 80s oder Möbelhaus schreit? 😂 Das hat weniger etwas mit dem Preis als mit (schlechtem) Geschmack zu tun. Oder damit, dass die Trends, die bei der Planung vor zehn Jahren aktuell waren, es heute logischerweise nicht mehr sind. Bei den Bauzeiten und lähmenden Genehmigungsverfahren in Deutschland sollte man erst recht nur zeitlos bauen.

    Mit ein paar veränderten Details / Farben könnte der Covivio Tower echt noch was werden, aber SO eben nicht..

    Hier fehlt neben den Messingrahmen nur noch pinkes LED-Licht und wir stehen vor einer Shisha-Bar im Essener Norden.

  • jered1993 Du hast es scheinbar wirklich mit den (unnötigen) Reflexen gegen andere Städte? Ja, das ist ein wichtiger Standort in der Deutschen Hauptstadt. Und nein, das ist nicht Darmstadt und auch nicht Essen, übrigens auch nicht Düsseldorf, Mannheim, Potsdam, Stralsund... Und jetzt? Was genau sagt uns das? Wir reden hier doch von einem knapp 140m hohen Turm plus großformatigen Sockel, die beide dem Maßstab des Alexanderplatz entsprechen. Und über den Entwurf eines renommierten Architekturbüros, welches vom Rang und Namen her absolut würdig für so eine Aufgabe an diesem Standort ist. (Manche waren ja gar der Meinung, dass man Alex ohnehin nichts mehr retten und damit umgekehrt auch nichts mehr falsch machen kann).

    Der Rest ist dann eben Geschmack, zumindest da sind wir uns also einig.

    Und gerade Sauerbruch Hutton ist ja dafür bekannt, dass sie in Sachen Geschmack schon mal (deutlich) mehr wagen als andere Büros. Bisher ging das oft in Richtung mehr Farbigkeit - teils auch sehr poppige und knallige Farben. Ich vermute jetzt aber mal, dass eine Farborgie am Alex auch reichlich Kontroversen und ggf. heftige Kritik erzeugt hätte - mich eingeschlossen. So ähnlich wie bei Gehry und den Formen/ Proportionen. Einfach weil es nicht zum Standort gepasst und diesen nochmals unruhiger/disharmonischer gemacht hätte.

    Du gehst jetzt eher den umgekehrten Weg und verlangst zeitlose "Farben" wie schwarz, weiß und grau. Womit sich das Rad einmal voll dreht und wir zurück wären bei: Im Zweifel lieber gar keine Experimente. Immerhin sind die 3 beliebtesten Autofarben in Deutschland laut Google ebenfalls grau, schwarz und weiß. Fällt halt nicht auf und lässt sich gut weiter verkaufen. Aber dann kann man halt umgekehrt auch nicht wirklich meckern, wenn 80% aller Autos oder Fassaden bieder-zurückhaltend und im wahrsten Sinne des Wortes eintönig daher kommen.

    Wohlgemerkt ist doch mE deutlich erkennbar, DASS Sauerbruch Hutton hier in der Grundtendenz durchaus auf eben diese zeitlose Schiene setzt: Wir haben hier doch stark überwiegend graue, schwarze und weiße Töne in verschiedener Helligkeit bzw. Dunkelheit. Dazu kommen dann aber eben noch einige Akzente (wie das "Lichtband" zwischen den beiden Turmhälften) und eben auch diverse Ausflüge in Richtung sanfte Naturtöne (Beige, Sandbraun, Champagner etc) einerseits und (Edel-)Metall-Look (Messing, Silber, Gold etc) andererseits sowie auch die (wiederum bürotypisch) scheinbar fast zufällige Anordnung der verschiedenen Farbtöne. Für mich sind das übrigens auch alles eher dezente und zeitlose Töne, die zudem auch mit anderen Bauten am Standort korrespondieren und dadurch optisch vermitteln.

    Wie viel wir hier bereits anhand der Visualisierungen und Fassadenmuster über Farben diskutieren zeigt ansonsten doch eins: Dass hier eben nicht einfach der nächste mausgraue Schuhkarton hochgezogen wird. Und dass man vermutlich - gerade bei etwas Mut zum Ausbrechen aus dem Einheitslook - nie jeden Geschmack treffen wird. Ich persönlich bin jedenfalls froh, dass hier ein Kompromiss aus zurückhaltender Schlichtheit und einem dosierten Hang zur Extravaganz versucht wurde. Inwiefern das optisch gelingen wird, muss man abwarten. Mindestens auf die Umsetzung - und vielleicht in dem Fall auch zusätzlich bis zu einem gewissen Gewöhnungseffekt.

    Auf jeden Fall besitzen der bestehende Hotelturm, das MYND-Projekt und der Covivo-Doppelturm bis auf die rechteckige Grundform und eine ähnliche Höhe wenig Ähnlichkeit - und das begrüße ich ausdrücklich.

    Einmal editiert, zuletzt von jan85 (26. Juni 2025 um 07:21)

  • jan85 Inwiefern ist es ein Problem oder gar unlogisch oder unnötig, prominente Plätze in der Hauptstadt mit anderen (unbedeutenderen) Städten zu vergleichen, um zu verdeutlichen, dass hier meiner Meinung nach provinziell designt wird? Ich finde mein Vergleich mit der Shisha-Bar im Essener Norden bringt es ziemlich auf den Punkt. Da musst du natürlich nicht mitgehen ;)

    Und du versuchst jetzt einen Vergleich aufzustellen, der sagt: Entweder wir bauen hässlich, aber wenigstens mutig, oder es werden eben wieder "mausgraue Schuhkartons"? Das kannst du doch nicht ernst meinen.

    Man kann doch mehr erwarten für einen prominenten Platz in der Hauptstadt (bitte beruhigen, Jan - ich weiß, du liebst diese Referenzen) als mit Messing (!?) zu experimentieren und ein per se ja ganz okay geratenes Gebäude noch irgendwie billiger aussehen zu lassen. Da wäre ich an solchen Orten wirklich vorsichtiger.

  • Mal einen Punkt jenseits der Farbwahl: Ich finde durch die schiere Menge an Material, den vielen einzelnen Elementen und den verhältnismäßig kleinen Öffnungen wirkt die Fassade des Sockelbaus sehr erdrückend. Auch die vorgelagerten Solarelemente der Turmfassade wirken wie davorgetackert und stören durch ihre vertikal versetzte Position die dahinterliegende Fensteröffnung. Warum schiebt man die Solarelemente nicht ca. 75cm nach oben, damit sie in der gleichen Flucht wie die horizontalen Fassadenteile liegen? Das würde die Gestaltung erheblich aufräumen ohne auf die plastisch gliedernde Wirkung der herauskragenden Solarelemente zu verzichten.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich finde mein Vergleich mit der Shisha-Bar im Essener Norden bringt es ziemlich auf den Punkt.

    Der Vergleich ist daher abwegig, als die Material- und Farbbezüge am Alexanderplatz und Umfeld auf der Hand liegen: Die Sockelgeschosse und Eingangsbereiche der Behrensbauten mit schwarzem Serpentin und Messingfenstern, die Ziffern der Weltzeituhr, die Fenster der umgebenden Ostmoderne mit Kino International und Pavillons auf der Karl-Marx-Allee etc.

  • … was mich irritiert ist, dass auf @Merlin‘s zweiten Bild, Musterfassade des Sockelbaus, auch hier zwei unterschiedliche Grautöne gezeigt werden, ein dunklerer oben ein hellerer unten. Und auch beim dritten Bild wird ein dunklerer und ein hellerer Grauton verwendet. So ganz klar scheint mir die Entscheidung also noch nicht.

  • Camondo : Der Alex liegt (leider 😉) auf meinem täglichen Arbeitsweg, deshalb sehe ich die Musterfassaden recht häufig in real bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen und muss sagen, dass die unterschiedlichen Grau-Töne in Realität etwas weniger drastisch wirken als auf den Fotos. Mir waren sie aber auch schon aufgefallen und ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass beide Grau-Töne genau so verwendet werden sollen, also dass die Fassade keinen einheitlichen Grauton erhält, sondern verschiedene Abstufungen. Meiner Meinung nach könnte das in der Fläche durchaus gut aussehen und weniger monoton als ein einheitlicher Farbton.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ... Warum schiebt man die Solarelemente nicht ca. 75cm nach oben, damit sie in der gleichen Flucht wie die horizontalen Fassadenteile liegen? Das würde die Gestaltung erheblich aufräumen ohne auf die plastisch gliedernde Wirkung der herauskragenden Solarelemente zu verzichten.

    Ich glaube mich zu erinnern, dass dies im Ergebnis der mehreren Runden durch das Baukollegium so gekommen ist. Ich meine, es hatte etwas mit der gewünschten Verschattung der Räume im Sommer zu tun...