Covivio-Areal am Alexanderplatz

  • Vielleicht hätte man den 2. Weltkrieg nicht beginnen sollen. Daraus resultierende Architekturstiländerungen, Tiefbunker, Zerstörungen, Systemkämpfe, wirtschaftliche Verwerfungen etc. könnten durchaus zur Verzögerung beigetragen haben. Aber wenn man 1929 alles bei der kaiserlichen Bebauung belassen hätte, wäre das alles wohl mumpe gewesen.

  • ^ Sinnvoll ist es, zuerst bei Primark nachzufragen und danach ein teures Büro wie Sauerbruch Hutton mit einem Entwurf zu beauftragen.


    Was ist daran zielstrebig, wenn man mit offenen Augen an die Wand läuft?


    Der Entwurf ist das Ergebnis eines Wettberwerbs. Niemand wurde hier direkt beauftragt.

  • Außerdem geht es gar nicht um den Sauerbruch-Hutton-Turm, sondern um den Sockel. Dass der gestutzt wird, scheint kein Problem zu sein – jedenfalls habe ich noch nirgends gelesen, dass die Bauvorbereitungen ins Stocken geraten wären. Nur eine komplette Schließung nebst Rauswurf der Mieter scheint derzeit nicht zu klappen.


    Und selbst wenn man aus ein paar Kilometer Entfernung die Kugel und ein HH auf gleicher Hoehe sieht, verursacht das auch keinen Augenkrebs, fuer mich einfach nur ein Vorwand.


    Fragt sich nur: Vorwand wofür? (Frage ich ohne Zornesfalten und kühlen Geistes.)

  • Der Entwurf ist das Ergebnis eines Wettberwerbs. Niemand wurde hier direkt beauftragt.


    So weit ich mich erinnere hatten Sauerbruch Hutton zuerst einen Direktauftrag zur Potentialanalye des gesamten Grunderwerbs D1,D2,D3 von Covivio. Die Planung zum Sockel des Park Inn stammt glaube ich daraus. Folgend wurde ein geladener Wettbewerb zu D3 durchgeführt, welchen Sauerbruch Hutton durch Gottes Fügung und ob des besten Entwurfs gewonnen haben.

  • ^Ich kann darüber nichts im Netz finden. Für nähere Informationen wäre ich aber dankbar. Allerdings ist eine Potentialanalyse auch kein Entwurfsauftrag.

  • Zwei Fotos von heute vom Baufeld D3.


    Im folgenden Bild kann man Kellermauereste einer älteren Vorkriegs-Bebauung erkennen:



    Hier noch ein Bild, das aktuelle Arbeiten weiter östlich der Baustelle dokumentiert.



    Da auch das Baufeld D1 (westlich anschließend am Park Inn) abgesperrt ist und im Baufeld E1 neben dem Alexa (MonArch) Vorarbeiten stattfinden, verstärkt sich doch langsam der Eindruck, dass jene Hochhausbebauung rund um den Alexanderplatz, die so lange erwartet wurde, bis man aufgehört hat, daran zu glauben, nun doch langsam losgeht.


    Nachtrag: Wenn ich das richtig deute, hat das Bauvorhaben für D3 im August die Baugenehmigung erhalten.


    Bilder von mir & gemeinfrei.

    2 Mal editiert, zuletzt von ElleDeBE () aus folgendem Grund: Wichtige Zusatzinformation angefügt.

  • Sie haben die Baugenehmigung und wollen erst in einem knappen Jahr mit dem Bau beginnen?


    Könnte wetten, dass es hier so sein wird, wie man es gewohnt ist in Berlin .
    Agromex, Alexander Tower, Estrel usw
    Man könnte beginnen, wartet aber lieber auf den St Nimmerleintag und schiebt es vor sich hin

  • ^ Naja, warten wir es ab. In diesem Fall muss ja erst ein Teil des Hotel-Sockels abgerissen werden. Auch die Bäume müssen weg. Kann mir vorstellen, dass sich diese Arbeiten ein halbes Jahr hinziehen. Und dann sind wir ja schon im 2. Quartal 2020.

  • Ich habe mich einmal wieder auf den Alexanderpatz getraut und habe von einer Verkäuferin erfahren, dass schon länger die Rede davon sei, dass Primark und die anderen Läden, die nicht unter der überdachten Passage angesiedelt sind, Ende des Jahres schließen sollen. Allerdings würden die Meldungen immer wieder wechseln, es handelt sich daher um nicht viel mehr als um ein Gerücht.


    Ich habe auch gleich neuen Stoff mitgebracht. Die Neuigkeit zuerst: Die Erdarbeiten erstrecken sich mittlerweile auch auf der Nordseite des Primark, entlang der Alexanderstraße. Auch hier scheint man auf altes Kellermauerwerk gestoßen zu sein.





    Hier noch drei Bilder vom eigentlichen Baufeld D3, wo es auch weiter geht:





    Und hier noch ein unscharfer Blick rüber zur Baustelle des Monarch, wo die Arbeiten langsam Zug aufnehmen.


  • Leute, ich meine mich zu erinnern, dass geschrieben wurde, es gäbe noch einen alten Friedhof an dieser Stelle und dieser erst archäologisch untersucht werden müsste. Deshalb wohl die lange Zeit bis Baubeginn.

  • Wurde der Alte St.-Georgen-Friedhof nicht schon beim Bau der Tiefgarage unter der Alexanderstraße ergraben? Also etwas nordöstlicher?





    Bild selbst zusammengebastelt aus Straubeplan 1910 und aktueller Karte vom Senat.

    Einmal editiert, zuletzt von Spreetunnel () aus folgendem Grund: Bildergänzung

  • Schade, der alte Entwurf war etwas eleganter..... ich will ja kein bashing betreiben, aber der jetztige Entwurf sieht einfach nur wieder typisch "gelüschert" aus .... warum muss es immer nur ausschließlich das Rastermuster sein? Warum dürfen es keine eleganten, langen Lamellenbänder sein etc ?


    Solange es aber nur dabei bleibt, ist es noch annehmbar...

  • Weil der Ist-Zustand so unbefriedigend ist und ich mir seit Veröffentlichung der ersten Skizzen von Kolhoff Anfang der 90er Jahre im "Stern" eine Bebauung herbeisehne, wurde ich, denke ich, mit der Zeit so unkritisch, dass mir fast alles, was eine endliche Bebauung versprach, gefallen wollte.


    Bei nüchternem Blick muss ich aber doch sagen, dass sich immer deutlicher eine vollkommen austauschbare und dazu auch, wegen der vielen zwischenzeitlichen Kompromisse, unstimmige Bebauung abzeichnet. Das betrifft nicht nur den verkorksten Sockel des Park Inn, sondern auch die einfallslose Monotonie der fast gleichhohen Hochhäuser und die m.E. ziemlich belanglose Gestaltung des Sauerbruch-Hutton-Entwurfs.


    Diese Bebauung trägt leider nichts dazu bei, aus dem Alexanderplatz, immerhin ein exponierter und namhafter Platz, dazu auch die Hauptverkehrsader der deutschen Hauptstadt, etwas Zukunftsweisendes, Inspirierendes oder auch nur Charakteristisches zu machen.

  • Bei nüchternem Blick muss ich aber doch sagen, dass sich immer deutlicher eine vollkommen austauschbare und dazu auch, wegen der vielen zwischenzeitlichen Kompromisse, unstimmige Bebauung abzeichnet. ... , sondern auch die einfallslose Monotonie der fast gleichhohen Hochhäuser und die m.E. ziemlich belanglose Gestaltung des Sauerbruch-Hutton-Entwurfs.


    Ich sehe es genau umgekehrt. Der Entwurf ist gerade deswegen stimmig, weil er auf Verrücktheiten a la Gehry-Kleeblatt verzichtet. Unstimmig und verkorkst ist wohl eher das Kleeblatt von Gehry. Die Kritik, daß der Entwurf zu monoton sei, kann ich gut nachvollziehen. Aber auch ein monotoner Entwurf kann elegant werden, wenn er gut ausgeführt wird.