WATERKANT Berlin (östliche Wasserstadt Spandau)

  • ^ WATERKANT Teilprojekt 3

    Inzwischen wurden fast alle Neubauten soweit fertiggestellt, dass die Gerüste abgebaut werden konnten. Im Vergleich zu dem WBM-Quartier gleich gegenüber auf der Westseite der Daumstraße sind die Gewobag-Neubauten mit den hellen Klinkerfassaden gefälliger.


    Ein paar Eindrücke, beginnend von Nordosten und Norden an der Rhenaniastraße und dann ums Eck herum, die Daumstraße runter nach Süden:


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    Blick nach Süden:


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    Die Nordwestecke:


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    An der Daumstraße:


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  • Es tut mir leid, aber für mich sehen sie (trotz Klinkerfassaden) eher aus wie Gefängnisblocks. Ich hatte mehr von der Gewobag erwartet.

  • ^ Ich musst gerade laut lachen, denn beim Anblick der Bilder (Danke dafür) war meine erste Assoziation "Jugendarrestanstalt". Ein paar Aspekte sind im Prinzip gar nicht schlecht, trotzdem ist der Gesamteindruck trauriger als bei manchen Gebäuden, bei denen man sich noch weniger Mühe gegeben hat.

  • Blick nach Süden:waterkant3_03.jpg

    Kann mir jemand sagen welche Dschungelpflanze die Architekten geraucht haben um so eine asymmetrisch-chaotische Fensteranordnung Fensterunordnung zu produzieren? Was soll das Gebäude darstellen, eine liegende Sanduhr? Je länger ich es anschaue, desto abscheulicher wird es. Wie das Gemälde "Die Toteninsel". Es ist obszön.

  • Berlinier 2.0 Mögliche Lösung des Rästels: Das Gebäude wurde "von Innen heraus" entworfen. Das ergibt bei unterschiedlichen Wohnungen auf den verschiedenen Geschossen dann ziemlich rätselhafte Fassaden. Von innnen könnten die Fenster aber alle genau an der "richtigen" Stellen angeordnet sein. Manche Architekten (und nicht-Architekten) finden es aber einfach nur langweilig, wenn die Fenster übereinander liegen. Ich weiß auch nicht, wer denen das eingehämmert hat...

    Den Vorrednern muss ich zustimmen, trotz Klinkern/Riemchen fehlt der Fassade entschieden an Plastizität. Balkone oder Loggien hätten hier für mehr Leben gesorgt, als aufgelöste Fensterachsen.

  • BV Am Salzhof

    Die DIBAG baut auf einem rund 36.000 m² großen Grundstück an der Daumstraße 50 in Berlin-Spandau


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    463 neue Wohneinheiten. Die Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen verteilen sich auf 14 Häuser. Das BV ist in der Nähe der Insel Eiswerder und schließt sich an das Projekt Waterkant an.


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    Eine Tiefgarage mit 211 Plätzen entsteht ebenso wie 1.000 Fahrradabstellplätze. Vermietung ist ab 2027 vorgesehen. Eine eigene Webseite gibt es auch: https://am-salzhof-berlin.de/


    So soll es aussehen:


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    Copyright: DIBAG


    Eintrag DAF-Karte

  • Daumstraße - 2. Bauabschnitt (WBM)

    Neben dem bereits seit mehreren Jahren fertiggestellten 1. Bauabschnitt (zuletzt hier, Lage DAF-Karte) wird - leider erst ab 2028 - der 2. Bauabschnitt angegangen. Die WBM errichtet dort weitere 5 Gebäude mit insgesamt 175 Wohnungen mit 1 - 4 Zimmern. Auch die denkmalgeschützte Fabrikhalle der Neuen Pulverfabrik soll „entwickelt“ werden.


    Bis es losgeht, vergehen allerdings noch stolze 3 Jahre. Der Baubeginn wird mit 10/2028 angegeben, im Sept. 2030 soll alles fertig werden. Visus werden (noch) nicht gezeigt,

    Dieser 2. BA entsteht auf den brachenartigen Freiflächen nördlich des 1. BA bis zur Pohleseestraße, also hier:


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  • WATERKANT Teilprojekt 3

    Zuletzt hier


    Inzwischen wird auch der Bereich entlang der Rhenaniastraße (OSM) bebaut:


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    Hier die Ecke Rehnaniastraße / Daumstraße: (OSM)


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    Die ersten der fertigen Blöcke entlang der Daumstraße (OSM) wurden bereits bezogen, die Außenanlagen sind teilweise schon provisorisch zugänglich:


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    Rechts die südlich abschießende Häuserreihe: (OSM)


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    Auf dem sich südlich anschließenden Quartier Am Salzhof (zuletzt hier) wurde das Bauschild aufgestellt und auch bei abendlicher Dunkelheit wird fließig gebaggert:


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  • Quartier Am Salzhof

    Siehe letztes Bild im Beitrag zuvor, anonsten hier


    Ein Überblick über das weite Baufeld, bisher ist man noch mit Erschließungs- und Erdarbeiten beschäftigt:


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    Die schrankengesicherte Baustellenzufahrt:


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  • BV Havellichter (BUWOG)

    Eines der letzten freien Baufelder in dieser Gegend wird nun auch bebaut. Es handelt sich um das Grundstück zwischen der Daumstraße 57 und der Havel, nördlich der CCC Studios. Siehe DAF-Karte.


    Die BUWOG errichtet hier das BV Havellichter, bestehend aus 11 Baukörpern, davon 7 Mehrfamilienhäuser mit 3 bis 5 Geschossen plus Staffelgeschoss, sowie 17 Reihenhäuser verteilt auf 4 Baukörper. Insgesamt entstehen 286 Wohnungen. Die Gebäude werden in Holz-Hybrid-Bauweise errichtet, teilweise erhalten sie Holzfassaden. Laut Senatsverw. für Stadtentwicklung soll die Erscheinung an alte Wikingerdörfer erinnern, bahauptet zumindest die MOZ. Die Buwog dementiert das aber.


    Das Quartier soll autoarm werden, eine TG mit rund 160 Parkplätzen ist aber geplant. Fertigstellung soll 2028 sein. Wir werden es sehen, ob das zu halten ist. Immerhin ist der Baubebinn bereits erfolgt.


    Die Lage direkt an der Havel ist durchaus attraktiv und die Gestaltung zumindest weniger schlicht als beim WBM-Quartier weiter nördlich.

    Einige Visus:


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    ©BUWOG

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    ©BUWOG

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    ©BUWOG

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    ©BUWOG


    Hier noch drei eigene Aufnahmen der Baustelle:


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  • Nun ist das Werk vollbracht, von der Wasserstadtbrücke bis zur kleinen Eiswerderstraße beherrschen nun ausnahmslos optische Schuhschachteln mit gestalterischem Minusanspruch das Feld. Ich gebe zu, beim Nordprojekt Waterkant hat man (oder hat Eike Becker) sich redlich bemüht, aber mit dieser unfassbar schönen Landschaft direkt an der Havel konnten weder die Architekten, noch die Bauherren, noch die Landschaftsarchitekten etwas anfangen.

    Ich übertreibe nicht, wenn ein Anflug von "Praca do Comércio" an manchen Stellen möglich gewesen wäre.

    Nichts passt zusammen, überall Insellagen, mal zu weit auseinander, mal zu eng wie an der nördlichen Daumstraße. Aber zum Glück gibts das obligatorische Nahversorgungszentrum mit Rewe, Rossmann und Co. Ein paar Cafes und mal etwas Sinnlichkeit am Wasser ist für die Verantwortlichen wohl schon zu abstrakt.

    Auf der gegenüberliegenden Seite der Havel beim Projekt Speicherballett ist der architektonische Anspruch zwar höher, aber mit der Wasserlage konnte auch hier keiner etwas anfangen.

  • Dem stimme ich zu, sehr schade, dass man nicht viel mehr kann als weiße Schachteln. Wobei das Weiß sogar noch in Ordnung geht. Das Problem ist die Schachtelbauweise.


    Die BUWOG wertet die Gestaltung mit den Holzfassaden noch ein wenig auf. Definitiv bringt dieses Material vorne Richtung Wasser ein wenig Charme in die Schlafstadt.

  • Ein immer wieder auftretendes Phänomen hier im Forum ist, dass wir Neubaugebiete voreilig anhand von Fotos verreißen, die einen Übergangszustand zeigen. Gerüste und Absperrungen werden gerade entfernt, der Rollrasen verlegt, die Häuser noch dunkel und verlassen, die neu gepflanzten Sträucher und Bäume wirken noch nicht richtig angekommen. Alles wirkt sehr steril und fast schon künstlich.


    Dann läuft man drei Jahre später mal so richtig und in echt durch solche Gebiete und denkt sich: "Hier zu wohnen, das hätte was...", denn das Viertel ist eingelebt, die Vegetation konnte sich entfalten und die Vorzüge des modernen Wohnungsbaus stechen stärker heraus. Auch hier wage ich das zu prognostizieren. Die Neubauten haben moderne Haustechnik, im Regelfall günstigere Grundrisse als Altbauten und sind energetisch effizient. Die Kleinteiligkeit erlaubt mehr Licht, mehr Vegetation, mehr Balkone und Terrassen. Zusätzlich werden etliche sichere, gemütliche und schnelle Fußwegrelationen durch das ganze Viertel geschaffen, während Autos in Tiefgaragen Platz haben. Von eher einfachen Wohngebäuden an der Hauptstraße bis hin zu Staffelgeschossen am Wasser wird es einen gewissen Mix an Quadratmeterpreisen geben, wodurch zumindest ein großflächiges Einkommensklassen-Ghetto verhindert wird. Zusammen mit durchgängiger Beleuchtung, integrierten Spielplätzen, Unterflur-Abfallcontainern und allem voran natürlich der Wasserlage an der Havel, haben wir hier ein absolutes Top-Wohnviertel. Es fehlt nur noch eine vernünftige ÖPNV-Anbindung.

  • JimmyMcGill, ihre Beurteilung beruht auf Zahlen, Daten und Werbesprech, einer rein technologischen Wahrnehmung der gebauten Realität. Ich wiederum bemängelte in meinem Beitrag vorher die Abwesenheit von Sinnlichkeit in Anbetracht dieser in Berlin einzigartigen Wasserlage. Bitte sehen sie sich die nüchterne Wirklichkeit im Nordabschnitt Waterkant (mit dem Turm an der Spitze) an, da hilft auch kein "integrierter Spielplatz", "Unterflur-Abfallcontainer" oder "Tiefgaragen Platz". Hier wurde die Wasserlage negiert. Eine Schlafstadt in XXL-Ausdehnung, deren Bewohner beim REWE und Rossmann im "Nahversorgungszentrum" ihr einziges urbanes Forumserlebnis haben. Ein urbaneres Zentrum, eine Art Marktplatz auf dem die Menschen zusammenkommen (und erst eine gemeinsame Stadtteilidentität bilden können) bleibt der Siedlung verwehrt.

  • Ich frage mich seit mehr als 20 Jahren warum Berlin keinen Ocean Drive wie Miami oder dem Wasser zugewandte Architektur wie am Zürichsee hat.


    Klar, über 200 Jahre waren die Berliner Gewässer in erster Linie stinkende Abwasser- oder Transportkanäle. Die Zeiten sind jedoch vorbei.


    Sicher, das Klima ist nicht so ideal wie in mediterranen Gefilden um eine Gastromeile ganzjährig zu bespielen. Aber dennoch müsste es möglich sein mit gezielter städteplanerischer Vision solche attraktiven Wohn- und Ausgehviertel am Wasser zu platzieren.

  • Schwammkopf Meine Beurteilung beruht auf dem Umstand, dass Architektur mehr ist, als nur Fassade und besonders solche Wohnungsbau-Projekte immer diversen Trade-Offs unterliegen. ich halte deinen Verriss für übertrieben.


    Ich gebe dir dahingehend recht, dass diesem Quartier ein ansprechendes lokales Zentrum fehlt. Das hätte man sicherlich deutlich besser lösen können. Auf der anderen Seite sind solche Zweckbauten mit den üblichen Filialen ein wiederkehrendes Phänomen und vielleicht eher den derzeitigen Marktstrukturen im Einzelhandel geschuldet, als das sie ein Versäumnis der Planer und Architekten sind.


    Apropos Anspruch und Wirklichkeit: Inwiefern ist ein Vergleich wie mit dem Praca do Comércio beim hier vorliegenden Projekt hilfreich? Auch wenn es nur ein "ein Anflug" sein soll, was auch immer du damit meinen magst. Der Praca do Comércio ist einer der größten und wichtigsten pombalinischen Plätze der portugiesischen Hauptstadt und ist in Maßstab, Nutzungsanspruch und Bedeutung auf einem völlig anderen Level. Ein wenig mehr Verankerung in der Realität würde den Debatten hier gut tun.


    Es stimmt auch schlichtweg nicht, dass Wasserlagen negiert werden oder Berlin keine dem Wasser zugewandte Architektur hätte ( Arty Deco ) . Entlang der Havel gibt es etliche Parks, Promenaden, Terrassen, Bootsanleger, Bootsverleihe, Spielplätze, Badestellen, etc.. Auch im Innenstadtbereich entlang von Spree, Landwehrkanal und Rummelsburger Bucht (Spreebogen, Tiergarten, Regierungsviertel, Gastro entlang des Schiffbauerdamms, Monbijoupark, Humboldtforum, Holzmarkt, weite Teile der Mediaspree, Treptower Park, Zillerpromenade in der Rummelsburger Bucht, usw. usf. Der Landwehrkanal ist fast durchgängig erschlossen. Eine "Negierung der Wasserlage" bzw. eine fehlende architektonische Zugewandtheit kann ich nur in Ausnahmefällen erkennen.

  • Apropos Anspruch und Wirklichkeit: Inwiefern ist ein Vergleich wie mit dem Praca do Comércio beim hier vorliegenden Projekt hilfreich? ...Ein wenig mehr Verankerung in der Realität würde den Debatten hier gut tun.

    Ich meine, dass ich mit beiden Beinen in der Realität verankert bin, wenn ich eine der wohl schönsten Wasserlagen Berlins betrauere, dass der Städtebau dieser Lage nicht im Ansatz gerecht wurde. In dieser einmaligen Havel-Landschaft von der Wasserstadtbrücke über die Seebrücke bis hinunter zur Eiswerder-Insel mit Blick auf die Türme der Altstadt Spandau wurde eine Jahrhundertchance nicht genutzt.


    Ein Städtebau durfte nicht stattfinden, stattdessen begnügt man sich (wie in vielen anderen Baugebieten) mit dem Auffüllen von Baugrundstücken. Ein zusammenhängender Städtebau, eine Idee die diese "Wasserstadt" zusammenhält gibt es nicht, außer die Unfähigkeit mit dem Ufer etwas anzufangen und der Notwendigkeit eines Nahversorgungszentrums. Und das hat erstmal alles nichts mit Architektur zu tun.


    Wenn ich von einem "Anflug" eines der wohl bekanntesten Plätze dirket am Meer spreche, dann möchte ich freundlich daran erinnern, dass wir uns ja wohl noch als Europäer in der europäischen Bautradition sehen können (?), oder wollen Sie mir das Abstellen von Kisten wie heute in den meisten Neubaugebieten in Berlin (Gartenfeld, Buckow, Marzahn-Hellersdorf, etc., etc...) als Städtebau verkaufen?

    Dieser "Anflug" hätte schon durch ein oder zwei Plätze zum Wasser hin möglich werden können, dazu noch ein Maß für Proportionen, für Weite und wieder Geschlossenheit, für Natur und Pflasterung. Wem das noch nichts sagt, der soll doch einfach den Berliner Stadtplan studieren, in den noch bestehenden Quartieren der Gründerzeit lassen sich viele Strukturen herauslesen (Platzabfolgen, Straßenzusammenhänge) die man für solche Neubaugebiete der Form angepasst adaptieren könnte. Wo ist das Neu-Charlottenburg, Neu-Friedrichshain- Neu-Kreuzberg, etc. Wenn sie jetzt sagen "geht nicht", dann frage ich sie, warum ging es denn früher und hat Orte mit Qualitäten erzeugt, die man nach weit mehr als 100 Jahren mehr schätzt als diese Kistenhausen? Es sind Ausreden, da unsere Stadtplaner sonst ja ihr Können mal unter Beweis stellen müssten.