GreenGate (Kurt-Schumacher-Straße 24-28) [2.BA im Bau]

  • GreenGate wird demnach das erste für den Fall einer Influenzapandemie technisch vorgerüstete Bürohaus weltweit.

    Wer sich darunter nichts vorstellen kann. Im Flyer der Pressemeldung von rec, bzw. hier, findet sich folgende interessante Information dazu:

    "World´s first virus-prevented commercial building

    -Fever scan screening for all main doors

    -Additional high efficiency particulate air filters > 99,995 % for general areas
    -In wall built disinfectant dispensers with red light alert system on all internal main doors
    by individual sensor triggering
    -Restrooms fully operable contact-free by hand motion
    -Water-bound radiation cool ceilings systems including silent cooling avoiding typical
    air-condition collection of infectious organisms and allergens, such as dust mites
    -Antimicrobial door handles for hygienically safe protection against transmission
    of fungi bacteria and viruses
    -Air-autonomous first aid isolation room"


    Ein sehr erfreuliches und hochwertiges Objekt, was ich mit Spannung verfolge. :)

  • Zum Projekt "Green Gate" wurde für den 2. Bauabscnitt (10 Geschosse + 1 Luftgeschoss) jetzt eine 3. webcam installiert:


    https://baudoku.1000eyes.de/cam/greengate3/ACCC8EF9821E/


    Der 1. BA (7 Geschosse) ist im Rohbau seit ca. 3 Wochen fertiggestellt und verdeckt dadurch die Sicht auf die dahinterliegende Baugrube (scheinbar ebenfalls wieder 4 Untergeschosse). Denke es wird ohne größere Unterbrechung nit dem zweiten Bauabschnitt weitergehen. Der erste ist scheinbar bereits vollvermietet, wie auf einem Webebanner an der Fassade zu lesen ist.

  • ^Du hast recht behalten. Mittlerweile ist bereits schweres Gerät vor Ort. Mit den Gründungsarbeiten für den 2. BA wurde offenkundig bereits begonnen.


    latest35k0q.jpg

    Bildquelle: Webcam


    Der 2. BA bekommt ebenfalls vier Untergeschosse, drei davon für die geplante Tiefgarage.

    bildschirmfoto2020-11r8k3w.pngBildquelle: greengate-bonn.de/ MAG - Grundbesitz Bonn

  • Interitus , in dem Artikel steht, das Asbeck für die Aufstockung um die zweigeschossige Attika keine Baugenehmigung erhält. Den Bauantrag hat die Stadt für ein Jahr zurückgestellt und versteckt sich dabei hinter dem laufenden Änderungsverfahren des Bebauungsplans für das Gebiet (war als Sondergebiet "Hauptstadteinrichtungen" ausgewiesen). Denn nach Auskunft der Stadt "wirkt diese Rahmenkonstruktion [städtebaulich] wie eine Aufstockung des Gebäudes um zwei weitere Geschosse und ist auch planerisch als solche zu verstehen."


    Das ist zweifellos tatsächlich der Fall. M.E. würde die Attika den Proportionen allerdings sehr gut tun und wäre städtebaulich absolut wünschenswert. Diese hübsche Grafik verdeutlicht das Dilemma.


    Asbeck (schlauer Fuchs) zieht die Ökokarte, sagt, auf dem Dach sollte ein Wildgarten mit Bienen, Hummeln und Schmetterlingen als Rückzugsort für Vögel entstehen. Der Dachgarten habe mit der Universität betrieben und von Schulklassen zur Demonstration besucht werden sollen. Ich glaube ja, der Dachgarten hätte zu 98% den Büromietern zur Verfügung gestanden und der Wertsteigerung des Gebäudes und der Mietflächen gedient. Und irgendwer in der Stadtverwaltung gönnt ihm halt das Schwarze unter den Nägeln nicht. Mal sehen, wie das weitergeht...


    Ansonsten liegt der Bau im Zeitplan. Der I. BA soll Ende 2021 fertig sein und wird wohl vom Meinungsforschungsinstitut Infas, derzeit im Kanadahaus um die Ecke ansässig, bezogen. Der II. BA soll ein Jahr später fertig sein, Gespräche mit Mietinteressenten laufen.


    Der Rest des Artikels dreht sich um den Bonner Büromarkt, die Pläne von Post und Telekom und die Zukunft der Büromärkte im Allgemeinen angesichts der momentanen Lage (Tenor: in Bonn vorerst keine großen Veränderungen in Sicht).

  • rec Danke für die interessante Zusammenfassung.

    Mhm, dann sind wir mal gespannt, ob die Attika letztlich mit aufgesetzt wird oder nicht. Auch, wenn vermutlich eher ökonomische Zwecke dahinterstehen, fände ich nicht nur die Gesamtheit des Gebäudes mit Attika interessanter und aufwertender, sondern unterstriche auch nochmal Bonns wachsendes Etikett als ökologische "Klima-Stadt" (vor allem jetzt mit Zuschlag für die Ansiedlung des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersage (EZMW)).

    Außerdem: Je höher in Bonn gebaut wird, desto besser ;)

  • Es wäre wirklich schade, wenn die 2 aufgesetzten Luftgeschosse nicht kämen! Der Bau würde schlanker und damit wesentlich besser proportioniert.


    Auch wenn es ersichtlich erscheint >der schlauer Fuchs< (rec), dass diese Geschosse später jederzeit zu Bürogeschossen ausgebaut werden könnten, hoffe ich, dass die Bauaufsicht letztlich ihre Zustimmung gibt und es in Einklang mit dem Masterplan Bundesviertel steht,

    Gegenüber dem Urprungs-Entwurf mit den sieben Geschossen ist der jetzige Entwurf mit den optisch 11 Geschossen ja eine deutliche Verbesserung. Aber diese städtebaulich, ästhetischen Architektur Aspekte zählen bei der Genehmigung leider nur am Rande, da es letztlich nur um die Menge der Nutzflächen geht um einen Präzedenzfall in der Nachbarschaft zu vermeiden.

  • In der aktuellen H&G Ausgabe steht, dass die Stahlbetonkonstruktion von Green Gate, mittels Bohrphählen und Tiefengründung auf eine eventuelle spätere Aufstockung vorbereitet ist.


    Ein kluger Schachzug von Asbeck, womit er sich selbst etwas Spielraum gibt, falls er doch noch höher bauen darf. Längerfristig gesehen muss die Politik auch die Höhenbestimmungen anpassen, wenn das Bundesviertel weiterhin wachsen soll und den Bedarf an Büroflächen für Unternehmen, Behörden und Institutionen decken soll.


    Gleiches gilt auch für Wohnraum, der ja bekannterweise ein Problem in Bonn darstellt. "Mehr Mut zur Höhe", sage ich da nur. Es ist nicht zeitgemäß, wenn in Bebaungsplänen, wie der für das Johanniterviertel oder das Hochkreuzviertel zwei Höhenstockwerke eingeschrieben werden.


    Ich wäre auch für mehr Wohnraum im Bundesviertel, um das Viertel am Abend etwas mehr zu beleben. Dafür muss man Investoren Anreize und Möglichkeiten schaffen, und keiner wird in so einer exponierten Lage ein Projekt mit einer 50% sozialgeförderten Bauquote errichten.

  • Danke lumaya für die interessante Info! Ich hatte mich tatsächlich schon gefragt, ob das Gebäude statisch für eine Aufstockung vorbereitet wird bzw. hatte es schon fast erwartet.


    Die neue Ratskoalition scheint wild entschlossen, im Bundesviertel in größerem Umfang - überwiegend geförderten - Wohnraum zu realisieren. Meinem Eindruck nach ist man durchaus bereit, Investoren Anreize und Möglichkeiten zu bieten, wie du schreibst, um dieses Ziel zu erreichen. Asbeck sollte da mal mit dem ehrlichen Angebot vorfühlen, bei seinen künftigen Projekten ("Th!nk") auch Wohnungen zu bauen.


    Wünschenswert wäre die Aufstockung von GreenGate allemal: wegen der Proportionen - Asbeck wollte vor über 10 Jahren schon an der Ecke Churchill-/ Brüning-Straße ein Hochhaus bauen, das wurde verwehrt und stattdessen dieser ziemlich massige Riegel gebaut - und wegen der Fernwirkung bzw. "Erdung" des Post-Towers aus südlicher Blickrichtung.


    Nebenbei, mit der Formel "virussicheres Bürohaus" hat es das GreenGate in die SZ geschafft. Die neuartige Schutzausstattung macht wohl ca. acht bis zehn Prozent des Baupreises aus, weswegen der Quadratmeter Bürofläche im GreenGate 30 EUR kosten soll. Der höhere Mietpreis sei für die Unternehmen aber günstiger als der Ausfall von Mitarbeitern in einer Grippewelle. Asbeck will künftig bei allen seinen Neubauten diese Technik zum Einsatz bringen und ältere Objekte entsprechend nachrüsten. Das Konzept "virussicheres Bürohaus" soll außerdem patentiert werden (Q).

  • Auf der Baustelle des GreenGate wurden Bautaucher eingesetzt, um die Auftriebssicherheit gegen steigendes Grundwasser (Rheinhochwasser) herzustellen. Zu diesem Zweck wurde in den tieferliegenden Bereichen der Baugrube eine Betonplombe mit einer Stärke von 1,20m eingebracht.


    Mittlerweile konnte mit den Rohbauarbeiten begonnen werden.


    Youtube-Video mit tollen Drohnenaufnahmen.

  • Im General-Anzeiger findet sich ein Artikel zum Thema "virenfrei". Zusammenfassung: Ionisiering der Luft statt Filter. Außerdem wird die Höhe mit 9 Stockwerken angegeben.

    (Quelle)

    Einmal editiert, zuletzt von Marbn ()

  • Ionisierung ist auch eine Filterung, halt eine elektrostatische, die, wie die klassische Filterung, das was man nicht in der Luft haben will, an einem Ort bindet.

    Wenn dort keine regelmäßige ausreichende Reinigung stattfindet, ist es nur eine Frag der Zeit, bis die Schicht ausreichend ist, das Verfahren wirkungslos zu machen.


    Früher hatten die Meisten sowas im Wohnzimmer stehen, denn die alten Röhrenfernseher hatten tatsächlich die gleiche Wirkung (waren halt nicht für den Zweck gekauft und deswegen war das böseböseböse und Elektrosmog), was man daran sah, dass ein Großteil des feinsten Staubs sich auf der Front der Röhre und dem Möbel darunter ansammelte. Irgendwann war dann eine leitende Beschichtung auf den Röhren, die das milderte.

  • Die Fassade des ersten Greengate-Bauabschnitts zeigt sich nun ohne Gerüste. Am zweiten Bauabschnitt werden die vier Kellergeschoße der Tiefgarage betoniert.


    img_2611nyj41.jpg



    img_260940khe.jpg


    Alle Fotos: CPK_Bonn

  • Der Rohbau des 2. Bauabschnitts hat mittlerweile die Höhe des ersten Abschnitts erreicht. Beide überragen damit die Gebäude der Deutschen Welle und sind auch von der Beueler Seite aus zu sehen.

    Mit nochmal 2+2 Etagen könnte die Eckbebauung knapp die Höhe des Krans erreichen und wird noch deutlicher sichtbar. Im Bezug zum Post-Tower bleibt Greengate aber unscheinbar.


    bkp0mjvs.jpg

  • Ein aktuelles Foto vom Vorplatz des Post-Tower aus. Der hier rechte Gebäudeteil hat seine Endhöhe bereits erreicht, links fehlen noch 2 Geschosse sowie der Aufbau für den Dachgarten.

    ggatevnk1o.jpg

    Einmal editiert, zuletzt von Marbn ()

  • Es gibt mal wieder Neuigkeiten zum Dauer(streit)thema GreenGate:


    Die Stadt Bonn wird wohl, aufgrund eines Gerichtsbeschlusses, den zweistöckigen Dachaufbau (Dachgarten) genehmigen.


    Die Baugenehmigung für die Errichtung des Dachgartens ist am 28.11.2021 erteilt worden. Das geht aus der Beschlussvorlage DS-Nr. 212278 (Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 6719-2, Stadtbezirk Bonn, Ortsteil Gronau; „Kurt-Schumacher-Straße“) hervor. Demnach beabsichtigte die Verwaltung, den bestehenden Bebauungsplan Nr. 7920-22 aus dem Jahr 1982 aufzuheben und durch einen neuen Bebauungsplan Nr. 6719-2 zu ersetzen, der den Bau von Hochhäusern in seinem Geltungsbereich ausgeschlossen hätte.


    Daraufhin wurde am 7.12.2021 eine Bauvoranfrage zur Aufstockung des GreenGate auf 17 Vollgeschosse zuzüglich des zweigeschossigen Dachgartens gestellt. Diese Bauvoranfrage soll nun nach einer neuen Beschlussvorlage DS-Nr. 220195 gemäß § 15 BauGB zurückgestellt werden.


    Die Verwaltung will also den gleichen Hebel nutzen, mit dem man auch die Baugenehmigung zur Errichtung des Dachgartens zunächst versagt hatte und dann vor Gericht gescheitert ist. Auch diesmal räumt man ein, dass "es nicht ausgeschlossen [ist], dass entsprechende Zurückstellungsbescheide, wie in der Vergangenheit bereits erfolgt, beklagt werden". Im Falle einer erfolgreichen Klage wird in der Beschlussvorlage sogar vor Ersatzansprüchen von "erheblichem finanziellen Ausmaß" gewarnt.



    Meine Meinung: es wäre mehr als wünschenswert, wenn die Politik das Spiel der Verwaltung diesmal durchkreuzen und die Aufstockung auf 17 Vollgeschosse zulassen würde. Dieses ewige Trauerspiel und der Umgang mit einem der großen örtlichen Immobilieninvestoren schadet dem Image und dem wirtschaftlichen Erfolg der Stadt. Es ist unerträglich, dass Ersatzansprüche von "erheblichem finanziellen Ausmaß" bewusst in Kauf genommen werden.


    Die Stadt braucht hochwertige Büroimmobilien ("Landmark"-Projekte), um Top-Unternehmen in der Stadt zu halten und neue anzusiedeln. Das hat das Projekt "Neuer Kanzlerplatz" eindrucksvoll bewiesen. Der Standort an der Kurt-Schumacher-Straße ist bestens geeignet, um in die Höhe zu gehen. Es gibt kein stichhaltiges Argument dagegen. Der Verweis auf die Rahmenplanung, die ausdrücklich kein Planungsrecht ersetzt, ist keines. Im Sinne der Bürgerschaft sollte das kleinkarierte Hick-Hack nun beendet werden.

  • Dem kann ich nur beipflichten.Das Vorgehen der Verwaltung ist erschreckend. Die unflexible Auslegung des Rahmenplans nicht nachvollziehbar. Es wäre jetzt wenigstens konsequent, dem EZMW wegen zu geringer Höhe die Genehmigung zu verweigern.