Bundesbank-Zentrale: Erweiterung zum Campus & Sanierung (geplant)

  • Ein kleines Detail "am Rande" ist mir noch aufgefallen:
    An den beiden Rändern in Ost und West sind im Freiflächenplan noch Reserveflächen eingezeichnet mit jeweils 13000qm BGF.


    Überschlägig haben ihre Grundflächen jeweils die Größe von einem Viertel der Summe der neuen Hochhausflächen.
    Wenn ich von 60000qm BGF in den Hochhäusern ausgehe (13000 sind ungefähr ein Viertel davon) hieße das - man möge mich bei grobem Irrtum bitte korrigieren - dass hier langfristig ähnlich hohe Hochhäuser zu erwarten wären, falls die Bundesbank weitere Mitarbeiter an diesem Standort konzentriert oder qua neuer Aufgaben hinzugewinnt.


    Ich finde die Orte gut gewählt, da sie zum Gesamtkonzept einer Innenhofsituation gut passen.

  • Bemerkenswert:
    Die Konzentration von so vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an diesem Standort bringt auch ein deutlich größeres Verkehrsaufkommen mit sich. Schon jetzt staut sich der Verkehr zu den Stoßzeiten erheblich und auf Buslinie 34 kommt es dadurch zu teilweise erheblichen Fahrplanabweichungen.


    Variante a:
    Viele kommen mit dem Auto und nutzen die Tiefgarage, was die Verkehrssituation auf der Wilhelm-Epstein-Straße und dem Zubringer von der Rosa-Luxemburg-Straße (Rückstau) verschärfen dürfte


    Variante b:
    Man hofft auf mehr Nutzer des ÖPNV. Hier kollidiert der Entwurf dahingehend mit der an anderer Stelle (wie ich finde zurecht) als intelligenter eingestufte Route der Ginnheimer Kuve unter dem Grüneburgpark. Diese wäre nicht mehr möglich, da neben dem Geldmuseum eine KITA eingeplant ist. Genau dort wäre aber die U-Bahn-Querung der Wilhelm-Epstein-Straße angedacht. Oder anders gesagt: mit dieser Planung wäre die Route am Europaturm (günstig, aber bei weitem nicht so wirksam) quasi festgelegt.
    Solange keine dieser Routen existiert werden die Buslinie 34 (oben bereits genannt) und die U-Bahnen auf der A-Linie (Haltestellen Dornbusch und Miquel-/Adickesallee) mit zusätzlichen Nutzern konfrontiert. An letztgenannter dann künftig noch zusammen mit den zusätzlichen Fahrgästen vom erweiterten Uni-Campus und der noch kommenden Schule.


    Die Verkehrsanbindung sollte auf jeden Fall deutlich mit in den Fokus genommen werden, wenn man die MA-Zahl auf dem Campus quasi verdoppelt. Hier auch der Auftrag an die Stadt, entsprechende Planungen nicht auf die lange Bank zu schieben (passiert ja leider öfters mal), sondern den Zeithorizont vielleicht aufeinander abzustimmen und nicht erst mit der Bahn anfangen, wenn die Bundesbank fertig ist. Die Uni braucht die Anbindung ohnehin schon früher (jetzt?).

  • Mir gefällt der Entwurf gut.
    Die Baukörper formen einen Korridor, der den Blick auf das Hauptgebäude lenkt.
    Nun muss nur noch die konkrete Gestaltung in einer optisch an das Haupt-
    haus angelehnten Architektursprache erfolgen und alles passt.


    Ist zu hoffen, dass diese Verdichtung auch eine Entwicklung im Umkreis nach
    sich zieht. So wäre eine Verdichtung der Wohngebiete wünschenswert sowie
    ein Lückenschluss der U-Bahn sinnvoll (Ginnheimer Kurve).

  • Von dem Konflikt mit der Stadt Frankfurt wegen möglicher Hochhäuser war keine Rede. Hingegen wurde die historische Bedeutung des Bestandsbaus in den Mittelpunkt gestellt.


    Eben !
    Der Bestandsbau ist der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Projektes. Er ist der "Mittelpunkt" und das in jeder Hinsicht der Betrachtung.
    Aus diesem Grunde kann die weitere Bebauung auf dem ganzen Gelände nicht dergestalt angeordnet werden, dass dieser Mittelpunkt gleichsam "in die zweite Reihe rückt" (wie nach der jetzigen Studie).
    Die ganze Ansicht von Norden her muss auf der ganzen Breite des Bestandsbaus komplett frei bleiben. Der Blick von Norden, d.h. von der Zufahrtsstrasse her ist die historische Ansicht der BuBa, so wie die BuBa in Berichterstatungen und Fernsehsendungen in der Regel gezeigt wird. Eventuelle Neubauten (egal ob die "Campus-Lösung" oder ein Hochhaus) können aus diesem Grunde überhaupt nur auf der Südseite errichtet werden.


    Die Anordnung der Baumassen nach der jetzigen Studie ist so erbärmlich schlecht, wie wenn man einen Ministeriums-Bau in Berlin direkt auf die Wiese vor den Reichstag setzen würde.
    Symptomatisch für Ffm. , dass diese krasse Fehlkonstruktion hier nicht auf Anhieb erkannt und sofort verworfen wird !


    PS:
    Baut gerne Euren heissgeliebten "Campus". Aber bitte dort, wo er hingehört: Auf die Südseite, "hinter die Leitplanken". Die Südseite ist hier die "Rückseite des Mondes". Da kann gebaut werden, ohne den historischen Bestandsbau der BuBa optisch zu trüben ober eben (wie jetzt angedacht) gar komplett "wegzubauen".

  • Man mag über die Entwürfe streiten, aber alles südlich des Haupthauses zu bauen macht aus vielerlei Gründen überhaupt keinen Sinn!


    1. Wenn man einen Blick auf den Lageplan wirft, wird deutlich, dass ein Großteil des Areals eben nördlich des Gebäudes liegt und die Südseite des Areals gar nicht ausreichen würde, die benötigte Geschossfläche komplett zu ermöglichen.


    2. Der Zugang zum Areal erfolgt über die Wilhelm-Epstein-Straße, also von der Nordseite. Es erscheint eher unlogisch, dann alle Büros an die südlichste Ecke und damit ganz ans andere Ende der Liegenschaft zu quetschen.


    3. Wenn man die Südseite des Haupthauses zubaut ist das gleich doppelt blödsinnig. Erstens verschattet man große Teile des Gebäudes und nimmt ihm damit Tageslicht und die natürliche Belichtung der Büroflächen. Bei der Nord-Südausrichtung macht es also auch diesbezüglich mehr Sinn, auf der Nordseite zu bauen, von wo ohnehin kein Schattenwurf aufs Haupthaus entsteht. Und zweitens ist es gerade eine Besonderheit des Haupthauses, dass man von dort eben den Blick auf die Stadt hat. Wie schon früher hier erwähnt die Assoziation der "Bankenaufsicht".


    4. Gerade die "Leitplankenansicht" ist etwas besonderes. Wenn man von Westen über die A66 in die Stadt fährt, ist es nach dem Europa-Turm ein ganz markantes Gebäude zur Linken. Und ich weiß von vielen, die nicht mal wissen, was es ist.


    Entscheidend ist, dass das Hauptgebäude als solches erhalten bleibt und an der äußeren Erscheinung nichts groß geändert wird. Ich denke, damit ist die historische Bedeutung berücksichtigt und zugleich wird die Möglichkeit genutzt, das Areal neu zu erschließen und sinnvoller zu nutzen. Und es bleibt ja auch noch abzuwarten, wie letztlich die Gebäude gestaltet werden.

  • Die Führung durch die Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse - gestern war die Erste - ist unbedingt empfehlenswert. Abgesehen von den fachkundigen Erläuterungen zum Wettbewerb allgemein und zu den einzelnen Arbeiten im Besonderen, gibt es von jedem Entwurf ein Modell, das einen räumlichen Eindruck liefert und die Qualitäten und Schwächen besser erkennen lässt als nur die Pläne und auch den Vergleich der Entwürfe besser ermöglicht.


    Auf die europaweite Ausschreibung hin haben sich 15 Büros gemeldet, davon sind 9 Büros ausgewählt worden, von denen aber nur 6 einen Entwurf abgegeben haben. Die jetzigen Arbeiten sind rein städtebauliche Entwürfe, es war kein Architekturwettbewerb, es ging darum zu ermitteln, ob und wie das geforderte Raumprogramm, die Baumassen mit den Sicherheitsanforderungen und allen anderen Vorgaben der Bundesbank darstellbar wäre. Es geht darum, den Campus insgesamt neu zu strukturieren, die nicht oder weniger sicherheitsbedürftigen Einrichtungen, etwa Kita, Gästehaus, Parkhaus, Pressezentrum so anzuordnen, dass der Sicherheitsbereich verkleinert und der Campus teilweise geöffnet werden kann, dabei war zu beachten, dass das Hauptgebäude und die Hauptkasse bestehen bleiben. Angesichts dieser Anforderungen wird schnell klar, warum einige Entwürfe nicht gewonnen haben, die Modelle decken Stärken und Schwächen ganz gut auf. Klar wurde auch, dass die gestellte Aufgabe sehr anspruchvoll war und von einigen Büros nach eigener Angabe anfangs stark unterschätzt wurde; das erklärt vielleicht, warum nur sechs von neun eingeladenen Büros geliefert haben.


    Zu den Vorgaben gehörte übrigens nicht „kein Hochhaus“, obwohl klar war, dass die Stadt einem Hochhaus eher kritisch gegenüber steht, bestand insoweit kein Denkverbot. Wenn ein Hochhaus einen überzeugenden Beitrag zur Erfüllung der Anforderungen hätte liefern können, hätte die Büros das sicher verstärkt gemacht, Schneider+Schumacher sehen z.B. einen 120m-Turm vor, West8 einen solchen von 85m.


    Zu erfahren war auch, dass der Zentralbankstandort zu Zeiten, da in Frankfurt noch an der Perspektive gearbeitet wurde, evtl. Bundeshauptstadt zu werden, den westlichen Abschluss von so etwas wie der Regierungsmeile bilden sollte, die sich von der Eckenheimer Ldstr. bis zum Grüneburgpark entlang von Adickes- und Miquelallee entwickeln sollte. Die ersten Entwürfe haben deshalb die Hochhausscheibe um 90° gedreht und den Eingang von Osten her, die Zufahrt über die Miquelallee vorgesehen. Im Zuge der Planungen für die Rosa-Luxemburg-Straße und des Miquelknotens (auf der Grundlage des GVP 1962) ist der Bau dann gedreht und von Norden her erschlossen worden.


    Ein Wettbewerb zum Ausbau des Campus in den 90er Jahren, der auch ein Ergebnis hatte, ist im Hinblick auf die sich abzeichnende Währungsunion mit EZB-Gründung usw. nicht weiterverfolgt worden. Der preisgekrönte Entwurf hatte wohl, so kams am Rande zur Sprache, einen großen vogelnestartigen Rundbau vorgesehen.


    Am Ende der Führung kann man jedenfalls ganz gut nachvollziehen, warum der Heide-Entwurf gewonnen hat.


    Übrigens: die Führung schließt mit einem Rundgang durch den 13. Stock des Bundesbank-Hochhauses, was uns einen Einblick in die Qualitäten des Gebäudes gibt. Abgesehen von einem absolut tollen Skylineblick (trotz Dunkelheit) gibt es viel Kunst zu sehen und Möbeldesign der ausgehenden 60er Jahre, großteils designed von den Architekten, die das Hochhaus entworfen haben, Innen und Außen sozusagen aus einer Hand. Sehenswert!


    Trotz seines Alters ist das Haus in einem bemerkenswert frischen Erhaltungszustand, keinesfalls gibt es den Eindruck eines Sanierungsfalls. Man sieht sofort, dass viel Geld für Erhaltung und Pflege aufgewendet wurde, das Hochhaus wird von den Bundesbankern deshalb auch als Symbol ihrer "Stabilitätskultur" angesehen. Obwohl nicht unter Denkmalschutz stehend, behandeln sie's wie ein Denkmal. Das war auch von den Teilnehmern des Wettbewerbs zu beachten


    Die Frage nach einer besseren ÖPNV-Anbindung war auch angesprochen worden: dieser Aspekt war nicht Gegenstand des Wettbewerbs, spielte insoweit keine Rolle, aber auf der Arbeitsebene wird zwischen Bundesbank und Stadt gewiss auch darüber gesprochen. Angesichts der Erweiterung des Campus auf 5.000 Arbeitsplätze wird natürlich sehr schnell deutlich, dass von den diskutierten Varianten des Stadtbahn-Lückenschlusses die Ginnheimer Kurve zweifellos die bessere Variante sein dürfte, aber das ist ein anderes Thema.

  • ^^ Absolute Zustimmung. (^ Zu Deinem Beitrag gibt es Überschneidungen, die ich hier noch herausschneide.)


    Auch meine Eindrücke von der Führung gestern möchte ich mitsamt ein paar Telefonschnappschüssen mit Euch teilen (und tunnelklick für Gedächtnisstützen danken). Der Wettbewerb selbst war ein kooperativer Wettbewerb. Die 6 Büros, die am Ende Entwürfe abgaben, sind: Schneider + Schumacher, Behnisch Architekten & Schulze + Grassov, AS+P Albert Speer + Partner, Henn, West8 und Ferdinand Heide Architekten - jeweils zusammen mit Landschafts- und/oder Verkehrsplanern, die ich hier nicht weiter aufführe. West8 aus den Niederlanden ist übrigens das einzige nicht-deutsche Büro, das teilgenommen hat. AS+P wiederum kennen das Gelände noch gut, da sie 1992 einen ovalförmigen Erweiterungsbau ("Vogelnest") neben der Hauptkasse vorgesehen hatten, der allerdings aus verschiedenen Gründen verworfen wurde - u.a. wegen der sich konkretisierenden Pläne für eine Europäische Zentralbank.


    Neben der Schaffung der enormen Bürofläche von 130.000 Quadratmetern waren sehr vielfältige Aspekte zu berücksichtigen: Pressezentrum, Gastronomie, Kita, Gästeappartements, Sport, Logistik, Freiflächen, Verkehr, einige weitere Funktionalitäten sowie - wichtig - ein Sicherheitskonzept.


    Gesetzt war, dass das Hauptgebäude und die Hauptkasse - beide Teil der ursprünglichen ABB-Bebauung von 1967-1972 - stehenbleiben sollen. Schnell war klar, dass an sich gute Gebäude wie etwa der Nordbau an der Wilhelm-Epstein-Straße, aus verschiedenen Gründen nicht zu halten sind. Wenn es beispielsweise um Sichtachsen geht, steht der teilaufgestelzte Bau im Weg.


    Eine Kantine ist bekanntlich im südlichen Anschluss an das Hauptgebäude vorhanden. Weitere Gastronomie sollte jedoch über das Gelände verteilt angeboten werden, bei Heide unter anderem mit dem "Gastro-Pop-Up" im Pavillon südöstlich des Hauptgebäudes - dem einzigen Hochbau zur Miquelallee hin.


    Die Frage nach einem neuen Hochhaus hat tunnelklick angesprochen. Der Bundesbank war bewusst, dass der Hochhausrahmenplan ein solches an dieser Stelle nicht vorsieht (auch wenn das nicht im Sinn eines Bebauungsplans bindend ist), und dass auch die relevanten Vertreter der Stadt einen höheren Turm so weit abseits der Cluster ungern sehen. Dennoch wurde ein Turm nicht ausgeschlossen, falls er zu einer schlüssigen Lösung geführt hätte.


    Eine Anmerkung zur bestehenden Topologie. Das Hauptgebäude steht auf einer breiten Achse, die sich in einer Höhe über die gesamte Länge des Geländes zieht. Der Boden der Hauptgebäude-Lobby ist auch gestalterisch mehr oder weniger Bestandteil dieser Achse. Das Hauptgebäude selbst ist im Prinzip von beiden Seiten "bespielbar". Die Südseite ist natürliche Schauseite zur Stadt, die Haupterschließung erfolgt dennoch "von hinten" über die Wilhelm-Epstein-Straße und das weit entfernte Pförtnerhaus. Ursprünglich sollte die Erschließung von der Miquelallee erfolgen, die zu Zeiten der Überlegungen, Frankfurt als Hauptstadt zu wählen, als repräsentative, wenn auch beschauliche Meile der Regierungsgebäude gedacht war. Die Bundesbank hätte dann um 90 Grad gedreht gestanden, mit Blick über dieses Regierungsviertel. Schließlich entstand das Schnellstraßenkleeblatt, der Plan wurde gedreht und die Haupterschließung erfolgte über den Norden. Ergänzend zur Auffrischung: Der Campus liegt leicht hügelig auf der Ginnheimer Höhe, die aber bekanntlich in Bockenheim liegt.


    Zur Veranschaulichung der aktuellen Situation zunächst das Bestandsmodell mit dem Blick von Süden:



    Rechts vor dem Hauptgebäude kann man gut den Wildwuchs der mittlerweile über 10 Jahre stehenden, mehrgeschossigen Provisorien bestaunen. Größerer Kontext mit den Tafeln im Hintergrund, die links den Bestand und rechts den Gewinnerentwurf zeigen:



    Ein Blick auf die nördliche Bebauung mit der Hauptkasse ganz rechts (davor ein relativ neuer Container-Riegel zur temporären Unterbringung von Flächen, die in der Hauptkasse gerade saniert werden), oben der Nordbau von Jürgen Engel und rechts daneben das Geldmuseum. Der nordöstlichste Zipfel des Geländes wird aus naheliegenden Gründen Hundewiese genannt, stellt aber eine Reservefläche dar, die in den Entwürfen unterschiedlich bebaut werden soll.



    Bilder: epizentrum


    Gebaut werden soll in drei parallelen Projektsträngen mit möglichst wenigen Abhängigkeiten zueinander. Ich meine, das sind die Campus-Erweiterungen mit neuen Büros etc., die aufwendige Sanierung des Hauptgebäudes sowie die verkehrliche Umstellung (Tiefgarage etc.). Das Enddatum 2027 ist nur anvisiert, planen kann man erst nach dem Architekturwettbewerb.


    Der nächste Schritt wird ein Architekturwettbewerb für die neuen Gebäude sein. Bekanntlich handelt es sich bei den Beiträgen um städtebauliche Entwürfe mit Volumenmodellen der Gebäude. Auch die Planung der Hauptgebäude-Sanierung wird nun begonnen.


    P.S.: Eine penetrant wiederholte Einzelmeinung macht sie nicht zu einer Wahrheit. Im Gegenteil führt sie bei vielen Foristen schlicht dazu, die entsprechenden Beiträge zu überlesen. Ausgrenzende Herablassungen wie "Euer heißgeliebter Campus" schaden zusätzlich.

  • Mitbewerber

    Schneider + Schumacher lassen den vorhandenen breiten Streifen durch das Gelände frei und sehen links und rechts davon die Hauptbebauung vor. Auf der Westseite entsteht ein kompaktes Bürogebäude mit 4 verbundenen Riegeln und 6 Innenhöfen, auf der anderen Seite ein 120 Meter hoher Büroturm sowie einzelne Gebäude für Geldmuseum, Logistik etc. Die Kita soll auf der Hundewiese errichtet werden. Der Turm wäre die Dominante bei diesem Entwurf:



    Behnisch sehen einen Teppich aus vielen kleineren Gebäuden vor, die unterschiedlich angeordnet sind, sodass Plätzchen und Gassen entstehen. Sie wollen bewusst die große Weite auflösen, den Autverkehr verbannen und sich gleichzeitig dem Hauptgebäude unterordnen. Im Norden entstehen öffentliche Bereiche (Kita wieder auf der Hundewiese, Geldmuseum, Presse, Konferenzzentrum, Gastronomie, Sport, Gäste, Logistik), im Anschluss daran das Sicherheitszentrum, mehrere Büro- und Gastronomiegebäude. Im Südosten ebenfalls recht prominent drei Büro- und ein Gastronomiegebäude (zusätzlich zur Kantine). Explizit ist von begrünten Dächern die Rede, sodass eben eine Patchwork-Landschaft entstehen soll. Ein Nachteil dieser Lösung ist die starke Versiegelung und dass am Ende doch 2- bis 6-geschossige Häuser über den ganzen Campus verteilt stehen und das Hauptgebäude bedrängen:



    AS+P halten die Achse bis auf ein vergrößertes Pförtnerhaus ganz im Norden frei und setzen auf einen strengen Entwurf mit einem kammartigen Büroensemble im Westen, aus dem vier höhere Baukörper (drei gleich große, zur Wilhelm-Epstein-Straße ein höherer) aufragen. Sie stehen parallel zum Hauptgebäude, verdecken die Sicht damit zu einem Teil und dominieren das Ensemble. Flachere Gebäude entstehen an den Fluchtlinien um die Hauptkasse herum, und die Hundewiese soll einem abgerundet dreieckigen Hochparkhaus (mit weiten Wegen zu den Büros) weichen:



    Henn Architekten (Website) sind die einzigen, die alle Büros in einem Büro zusammenfassen. Es fiel - positiv gemeint - das Wort Büromaschine; denn die entsprechenden Funktionalitäten seien vorbildlich in dieser einen rechteckigen Einheit zusammengefasst, die sich westlich der bestehenden Achse von Norden bis nahe dem Hauptgebäude entlangzieht, mehr als 6-geschossig ist (habe ich nicht behalten) und drei Innenhöfe hat. Östlich entstehen, wie bei anderen Büros, Einzelgebäude mit weniger sicherheitsrelevanten Funktionen. Im Südosten soll ein flaches Gebäude enstehen (auf dem Bild nicht zu erkennen):



    Vom West8-Entwurf habe ich leider kein Bild geschossen. Er fällt aus dem Rahmen, weil er einen 85 Meter hohen Turm diekt südlich vor dem Hauptgebäude vorsieht. Problem ist, dass die Nähe seltsame Blickbeziehungen nach sich gezogen hätte (von Büro zu Büro und von der Ferne auf das Gebäude-Pärchen) und aufgrund seiner Schlankheit dann doch wieder einige Gebäude auf dem nördlichen Campus notwendig gemacht hätte. Zumal er noch weiter von der Haupterschließung entfernt steht als die anderen Gebäude. Die nördliche Bebauung wäre sehr locker ausgefallen, aber dennoch mit einer hohen Versiegelung verbunden gewesen. Schön wäre allerdings eine Verkehrsachse (eine Art Röhre) durch die gesamte Länge gewesen. Das Büro - siehe Website - hat seine Ursprünge in der Landschaftsgestaltung, später kam Stadtplanung dazu.


    Dem Heide-Entwurf widme ich einen separaten Beitrag.

  • Gewinnerentwurf (Ferdinand Heide Architekten)

    Der Heide-Entwurf besticht mit ganz klaren Leitgedanken: Er behält das Hauptgebäude als Dominante ebenso bei wie den 90 Meter breiten Streifen, der sich von Norden bis zum Süden des Geländes zieht. Es gibt Bebauungsblöcke mit erkennbaren Fluchtlinien und vor allem ein schlüssiges Sicherheitskonzept, das öffentliche und wenig sicherheitsrelevante Nutzungen komplett an den Nordrand (Wilhelm-Epstein-Straße) legt. Zunächst einmal das Modell:



    Heide Architekten ziehen Parallelen zu "ihrem" Campus Westend. Bestimmend ist hier wie dort ein liegendes Hochhaus - die beiden einzigen in Frankfurt übrigens. In die Nähe dieser Qualifizierung kommen noch das Hotel Intercontinental (auch von ABB), vielleicht auch die Welle hinter der Alten Oper und das Squaire am Flughafen.


    Zur Realisierung der Büroflächen mussten große Gebäude her, das war klar. Der Kniff besteht nun darin, sie nicht parallel zum Hauptgebäude zu setzen, sondern im rechten Winkel zu ihm. Gleichzeitig behalten sie die relativ geringe Tiefe (17 Meter beim Hauptgebäude, wenn ich richtig gehört habe) bei, sodass zwischen den Gebäuden Lücken entstehen, durch die das Hauptgebäude zu jeder Zeit zu sehen ist. Diese Blickachsen werden lebendig ausfallen und einen großen Tiefeneindruck bewirken. Wer schon einmal zwischen Kastor und Pollux hindurchgeschaut hat, bekommt eine Ahnung, was gemeint ist.


    Die Hochhäuser haben die gleiche Höhe wie das Hauptgebäude, nämlich "knapp 60 Meter", jedoch 17 Geschosse (statt 13). Etwa in nördlicher Verlängerung der Außenkanten der Hauptkasse stehen die beiden schmaleren Hochhäuser parallel zueinander. Das breitere (aber ebenso tiefe) Hochhaus wird ganz im Westen errichtet. Die Außenkanten aller Hochhäuser bilden ein bereits von weitem erkennbares Rechteck, das den Campus wie ein Ensemble aus einem Guss erscheinen lassen wird. Die neuen Hochhäuser ordnen sich unter und bilden zusammen mit dem Hauptgebäude ein größeres Ganzes.


    Die Schauseite zur Stadt wird komplett freigehalten. Nur ein flacher Gastro-Pavillon ("Gastro-Pop-Up") entsteht südöstlich vom Hauptgebäude so, dass er die Sicht nicht mehr verdeckt, sobald man die Zeilen-Wohngebäude östlich der Bundesbank passiert hat.


    Über die gesamte Breite des Geländes wird eine zweigeschossige Tiefgarage entstehen mit Rampen, die noch vor der Sicherheitszone liegen. Das hat den Vorteil, dass trotz doppelter Parkplatzzahl (ca. 1.420 an dieser Stelle) die morgendlichen Autoschlangen vermieden werden, die sich zur Zeit aufgrund der Sicherheitskontrollen bei der Einfahrt bilden. Das Pförtnerhaus an der Wilhelm-Epstein-Straße entfällt, die Sicherheitskontrollen finden in Verschlägen links und rechts des breiten Grünstreifens statt. Dazwischen liegen weitere Rampen zur Tiefgarage.


    Auf der Hundewiese (und noch halb über der Tiefgarage) steht die Kita mit einem Zugang von Norden und einem "Drop-Off"-Bereich von Süden. Das Geldmuseum scheint stehen zu bleiben. Es befindet sich an der aktuellen Stelle, also leicht zurückversetzt und ist im Plan wie ein Bestandsbau markiert. Das wäre eine Kostenersparnis. Alle weitere Funtionen sind in den flacheren Sockelgebäuden zu Füßen der Hochhäuser untergebracht.


    Nachfolgend noch die Schautafel in höherer Auflösung mit größtenteils gerade noch lesbarer Beschriftung für weitere Entdeckungen von Entwurfdetails: (Klick!)



    Bilder: epizentrum

  • Danke für diesen fatastischen Beitrag! Ich selbst tendiere zu den Lösungen mit Hauptachse. Zwar kann man sich fragen, ob die BB in ihrem Äusseren so viel Aufmerksamkeit überhaut verdient, aber in ihrer Bedeutung tut sie es, und sie ist ein Ikone der alten BRD. Also soll man sie ruhig aus jeder Richtung heraus stellen. Was die Verteilung und Höhen des Campus angeht sehe ich keinen Entwurf, der etwas deutlich besser macht als alle anderen. Mir würden ein paar höhere Klötze gefallen, letztlich ist die Ausführung aber viel wichtiger.

  • Die anfangs negativen Kritiken kann ich schon nachvollziehen, da zu Beginn nur der erste Grobentwurf zu sehen war und dort die drei neuen Hochhäuser perspektivisch verzerrt dargestellt sehr dominant erschienen.


    Wo sonst, als in einem Forum kann man denn ein negative Meinung sagen? Ich denke das ist doch der Zweck eines Forums. Oft sind doch die negativen Meinungen die Interessantesten.


    Mit den jetzt vorliegenden Informationen wirkt der Entwurf besser als der Rest.


    So wie ich das sehe bleibt vom Bestand nur das Geldmuseum und das Hauptgebäude erhalten.

  • Der Heide-Entwurf gefällt mir und versöhnt mich etwas wegen der abgewiesenen Hochhausvariante. Auch das Sicherheitskonzept macht Sinn.
    Gut, dass der breite Grünstreifen als Achse erhalten bleiben soll.


    Nun hoffe ich aber, dass beim Fassadenwettbewerb/Architekturwettbewerb der Betonbrutalismus vom Haupthaus nicht noch weiter fortgesetzt wird.
    Was hier reichen würde, wären klare Kuben, glatte Glasfassaden, EG+1.OG und Groundscraper in Stein, der sich am oberen Abschluss der Hochhäuser in einem breiten Streifen wiederholt. Mehr braucht es nicht.

  • Ergänzend zu den guten und ausführlichen Beiträgen von tunnelklick und epizentrum von mir noch ein paar andere Ansichten der Modelle.


    Aus nordöstlicher Richtung die aktuelle Situation...


    ... mit der Gegenüberstellung des Gewinnerentwurfes von Heide:


    Öffnung zur Stadt: Während der Führung wurde erwähnt das die Bundesbank sich mit dem Campus-Projekt zur Stadt hin öffnen möchte. Darunter ist zu verstehen das nicht das Haupthaus von der Stadt sondern das Bundesbankareal als solches - also der neue Campus - für die Bevölkerung offener und zugänglicher werden soll. Deshalb wird das bestehende Sicherheitskonzept geändert mit dem Ziel das möglichst wenige Einrichtungen im höchsten Sicherheitsbereich untergebracht sind.


    Sichtbarkeit des Haupthauses: Eine gute Sichtbarheit während der Vegetationsperiode des Haupthauses im Nahbereich, also aus Fußgängerperspektive, ist bisher weder von der Miquelallee noch von der Wilhelm-Epstein-Straßen aus gegeben. Vom Bundesbankareal, also über die Achse vom Haupteinganges zum Hauptgebäudes ist dies jedoch gegeben. Außer bei Heide kann ich mir vorstellen das das noch gut bei Schneider + Schumacher und Henn funktionieren könnte.
    Mit dem Campus-Projekt soll aber nicht das parkartige des Areals gesteigert werden. Eine Dachbegrünung der niedrigeren Gebäude wurde von den Teilnehmern, mit Ausnahme von Behnisch, deshalb auch nicht präsentiert. Behnisch erschien es wohl schon jetzt oportun ihren Entwurf diesbezüglich zu "pimpen" da dieser die höchste Flächenversiegelung aufweist.


    Einheitliche Fassadengestaltung: Ein Resultat des anstehenden Architekturwettbewerbes könnte voraussichtlich sein das die einzelnen Gebäude von verschiedenen Büros entworfen werden. Also eine mögliche Analogie zum neuen Unicampus wie epizentrum schon schrieb.


    Die beiden Entwürfe mit HH von Schneider + Schumacher (links) und West 8 (rechts):
    Bild: https://abload.de/img/img_81952ikkqz.jpgBild: https://abload.de/img/img_81972mxk7o.jpg


    Heide
    Bild: https://abload.de/img/img_820122qjim.jpgBild: https://abload.de/img/img_82102mbjam.jpg


    Schneider + Schumacher
    Bild: https://abload.de/img/img_81502s0jcb.jpgBild: https://abload.de/img/img_81472u3jwo.jpg


    Behnisch
    Bild: https://abload.de/img/img_81632xqk54.jpgBild: https://abload.de/img/img_81402wgknr.jpg


    AS+P
    Bild: https://abload.de/img/img_81752wdj0g.jpgBild: https://abload.de/img/img_81802y8j7t.jpg


    Henn
    Bild: https://abload.de/img/img_81732uojd4.jpgBild: https://abload.de/img/img_81692ltkiy.jpg


    West 8
    Bild: https://abload.de/img/img_8153285kuu.jpgBild: https://abload.de/img/img_81562uakrr.jpg
    Bilder: main1a

  • ^ Super diese Zusammenstellung! Und sehr informativ, besten Dank dafür.


    Wir wissen nicht, welchen Stellenwert die Freihaltung der Südseite des Hauptgebäudes für den Auftraggeber hatte oder hat. Aber wenn man sie weitestgehend freihalten wollte, zeigt der Entwurf von Schneider+Schumacher, dass dies eigentlich ohne Hochhaus nicht zu funktionieren scheint; außer Heide, der ein klitzkleines Pavillönchen auf die Südseite platzierte, konnte kein anderer Entwurf das Raumprogramm ohne Gebäude auf der Südseite realisieren.

  • Finde die Vorschläge merkwürdig. Zum Bestand passen wenige große Bauten möglichst am Rand des bestandsbaus. Finde alle Vorschläge haben zu viele Gebäude. Man könnte den bestandsbau auch mit flūgeln erweitern, wie Heide es angedeutet hat. Schumacher ist halbwegs ok Heide geht auch noch, beides nach meinem Geschmack aber mit ordentlich verbesserungspotential.


    Ansonsten sollen sie doch den bestandsbau einreißen und können dann das ganze Gelände mit 0815 Kleinkram zubauen. Dann ist's stimmig.

  • ^ Ja, das könnte man, wenn man den Wert des Hauptgebäudes im Ensemble mit der bauzeitlichen Hauptkasse, den städtebaulichen Kontext und ein paar andere Vorgaben außer acht ließe, die der Bundesbank wichtig sind.


    In Ergänzung zu dem im Strang vorhandenen Bildmaterial nachfolgend zwei Luftaufnahmen aus fast genau südlicher Richtung, einmal das großräumige Ensemble mit dem Europaturm:



    Und das Hauptgebäude alleine:



    Bilder: epizentrum

  • Gegen eine eventuelle Bebauung auf der Südseite des Bestandsbaus wurde der Einwand erhoben, das wäre auch wegen der Belichtung problematisch. Bei genauer Betrachtung liegen die Dinge allerdings ziemlich andersherum, wie die folgenden Bilder belegen:


    Hier ein aktuelles Bild des Bestandsbaus aus der SüdOst-Perspektive. Man sieht eine geradezu traumhafte Belichtung der BuBa und eine ebenso großzügige Weite auch (und vor allem) auf der Südeite des Bestandsbaus. Allerdings geht etwas nördlich davon der BuBa-Zaun durch das Gelände, d.h. auf dem linken Teil des Bildes sieht man schon Teile der Miquelanlage. Hier käme ggf. eine "Gebietsabtretung" von der Miquelanlage an die BuBa in Betracht, wenn eine intensivere Süd-Bebauung z.B. aus Sicherheitsgründen problematisch wäre, weil das BuBa-Grundstück zu schmal wäre. Desweiteren ist zu erwähnen, dass das Gelände nach Süden leicht abfällt, was zusätzlich günstig für eine Bebauung wäre. Im Rahmen einer "Campus-Lösung" könnte ich mir hier niedrigere Gebäude vorstellen, die finger-ähnlich vom Stammhaus nach Süden ausgreifen. Höhe max. halb zu hoch wie das Haupthaus.
    http://abload.de/image.php?img=img_4418tekrc.jpg



    Auf dem nächsten Bild sieht man den überraschend grossen Schattenwurf des massiven geschlossenen Gebäuderiegels nach Norden hin bis fast an die Grenze des Geldmuseums (Strassengrenze). Ob sich dort wirklich eine "Campus-Stimmung" einstellen würde, mag jeder für sich beurteilen.
    http://abload.de/image.php?img=img_4414e8k2u.jpg


    Auf dem letzten Bild ein Eindruck des Haupthauses leicht in der Schrägperspektive.
    Dieses Bild erscheint mir deswegen interessant, um zu verdeutlichen, dass die Gebäude-Anordnung nach Heide bislang nur in der Ideal-Sicht (direkte Draufsicht von Norden) in einzelnen Beispiel-Bildern gezeigt wurde. Aus der Schrägsicht würde man natürlich noch deutlich weniger vom Haupthaus sehen, als ohnehin schon auf den bislang gezeigten "Ideal-Ansichten".
    Ganz grundsätzlich sollte man die Klötzchen-Modelle nicht in hellen Farben, sondern durchaus realitätsnäher zumindest in Grau-Tönen zeigen. Trotz des strahlenden Wetters macht die BuBa schon einen ziemlich sinistren Eindruck (jedenfalls auf der Nordseite). Zusätzliche Gebäude werden jedenfalls auf der dunkleren Nordseite nicht durchschlagend heller wirken.
    Auch auf diesem Bild sieht man die Schatten-Grenze des Bestandsbaus, die erst kurz vor der Linie des Gebäude-Riegels an der Strassenseite endet.
    http://abload.de/image.php?img=img_4404y7j6n.jpg

  • Bundesbank startet Architektenwettbewerb für neuen Campus

    Nach einer heutigen Pressemitteilung von Bundesbank und der Stadt Frankfurt am Main besteht Einigkeit darüber, dass das von Ferdinand Heide Architekten entwickelte städtebauliche Konzept für die Bundesbank-Zentrale im Rahmen des geltenden Planungsrecht zulässig ist. Eine entsprechende gemeinsame Erklärung wurde heute unterzeichnet. Eine Änderung des Bebauungsplans ist demnach nicht erforderlich.


    Die Bundesbank hat bereits einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben (siehe Link unten). Entschieden wird der Wettbewerb voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres.


    Einzelheiten zur gemeinsamen Erklärung in einer heutigen Mitteilung der Stadt Frankfurt:


    [INDENT]Die Deutsche Bundesbank und die Stadt Frankfurt haben eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Beide Parteien sind sich demnach einig, dass das weiterentwickelte städtebauliche Konzept von Ferdinand Heide Architekten für die Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main im Rahmen des geltenden Planungsrechts darstellbar ist. Somit sind die planungsrechtlichen Grundlagen gegeben, das Konzept im Rahmen eines Architektenwettbewerbs umzusetzen. Die Bundesbank hat die erste Phase des Architektenwettbewerbs nun im EU-Amtsblatt ausgeschrieben.


    Die gemeinsame Erklärung zum städtebaulichen Konzept unterzeichneten Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann und Mike Josef, Dezernent für Planen und Wohnen der Stadt Frankfurt. "Auf Grundlage des überarbeiteten Gestaltungskonzepts können nun alle weiteren Planungsschritte erfolgen, ohne dass das geltende Planungsrecht geändert werden muss – etwa hinsichtlich der Gebäudehöhen oder der Position der Gebäude auf dem Grundstück", sagte Planungsdezernent Josef. Das Hauptgebäude der Bundesbank-Zentrale soll kernsaniert und durch mehrere Neubauten ergänzt werden. Gemäß dem Konzept von Ferdinand Heide Architekten, welches der Bundesbank-Vorstand Ende 2018 aus insgesamt sechs Entwürfen ausgewählt hatte, wird keine der Neubauten das markante Hauptgebäude überragen.


    "Die gemeinsame Erklärung gibt uns Planungssicherheit für die Phase des Architektenwettbewerbs bis zu einer Baugenehmigung", erklärte Beermann.


    Mit einer EU-weiten Bekanntmachung hat die Bundesbank nun die erste Phase des Architektenwettbewerbs initiiert. Architekturbüros, die bereits Entwürfe für das städtebauliche Konzept eingereicht hatten, wurden direkt zur Teilnahme eingeladen. Unter den Bewerbern, die die Mindestkriterien erfüllen, wird Ende 2019 ein Auswahlgremium aus externen Fachleuten und Vertretern der Bundesbank weitere Teilnehmer anhand von Referenzprojekten auswählen. Maximal 30 Teilnehmer erreichen die zweite Runde. Voraussichtlich Mitte 2020 wählt ein fach- und sachkundiges Preisgericht aus den eingereichten Entwürfen sechs Preisträger aus. Der Vorstand wird in der Folge über den Zuschlag an einen oder mehrere Preisträger entscheiden. Die prämierten Entwürfe werden in einer öffentlichen Ausstellung vorgestellt. [/INDENT]


    Der oben eingehend vorgestellte Rahmenplan von Ferdinand Heide Architekten:



    Grafik: Ferdinand Heide Architekten / Deutsche Bundesbank


    Die Ausschreibung findet sich hier.


    PS: Ein besondere Delikatesse hält die Bundesbank in Form eines Farbfilms (MP4) von der Erbauung des heute "Haupthaus" genannten Gebäudes bereit, unter anderem mit der Grundsteinlegung im November 1967.