Karstadt-Areal am Bahnhofplatz [Spekulationsthread]

  • Ein Abriss eilt ja eigentlich auch nicht, der HBF ist frühestens 2025 fertig, der Königshof 2020 (?). In der SZ steht, der neue Eigner zielt genau wegen dieser Bauvorhaben auf eine hohe Wertsteigerung des Grundstücks ab. Ein Abriss ist also wohl nur noch eine Frage der Zeit. Beim Kaufhof am Marienplatz stehen die Zeichen ja eher auf Denkmalschutz :lach:

  • Benko und der HBF-Karstadt:

    Der Shopping Magnat Rene Benko steigt nun auch beim Karstadt hinterm Königshof mit ein. Die Beteiligung soll über ein 50/50 Joint Venture mit der Investmentfirma RFR , die den Komplex jüngst für aufsehenerregende 250 Millionen Euro erworben hatte, gebildet werden. Die Kartellbehörde muss noch zustimmen.


    Das Schicksal des 1971 geborenen Monstrums zwischen Königshof und altem Kaufhauskopfbau, ist damit wohl beschlossen. Architekt war Fred Angerer.


    Die Stadt begrüßt eine dadurch möglich attraktive Verbindung zwischen neuem HBF, neuem Königshof und Altstadt.


    http://www.sueddeutsche.de/mue…ch-den-karstadt-1.3186624

  • Mod.: Vorhandene Beiträge dazu aus dem Ludwigsvorstadt-Thread zu einem neuen Thread zusammengefasst.


    Nun besitzt die Firma "SIGNA Prime" das Areal zu 100 Prozent:


    Das Objekt Karstadt am Bahnhofplatz in München bietet einmaliges Entwicklungspotenzial direkt im Herzen Münchens, am Münchner Hauptbahnhof. Hier wird von SIGNA Prime der noch verbliebene 50-%-Anteil übernommen. In zentraler Lage in München, zwischen Hauptbahnhof und Stachus, entsteht eine attraktive Gesamtverbindung vom Hauptbahnhof bis zur wichtigsten Einkaufsmeile Münchens an der Neuhauser Straße. Die Schützenstraße wird so zur Verlängerung der Neuhauser Straße, einer der bedeutendsten Einkaufsstraßen in Deutschland. Mit der geplanten Sanierung des Hauptbahnhofs sowie der Erweiterung der S-Bahn-Stammstrecke wird die Schützenstraße noch weiter an Bedeutung gewinnen.


    Quelle: https://www.signa.at/de/news/g…portfolio-an-signa-prime/

  • Signa gibt weiteres Vorgehen bekannt:


    2021 startet die Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus am HBF, hierzu zieht sich Karstadt in den Anbau aus den 70er Jahren zurück.

    Anschließend wird Karstadt wieder in den Altbau einquartiert und der 70er Jahre Koloss abgerissen. Erhalten bleiben jedoch die TG und unteren Anlieferungsflächen.

    Künftig soll dort ein durchmischtes Quartier mit Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und Büros entstehen. Aktuell bereitet Signa zusammen mit der Stadt laut eigener Aussage "auf Hochtouren" das Bebauungsplanverfahren vor.


    https://www.immobilien-zeitung…rossprojekte-kommen-voran (nur mit Anmeldung)


    Schön, dass es hier vorangeht, auch wenn die Informationspolitik Signas regelmäßig zu wünschen übrig lässt. Überraschend finde ich, dass die TG erhalten bleibt; netter Nebeneffekt: Die Bauzeit des neuen Quartiers dürfte sich dadurch um 1-2 Jahre verkürzen.



    DAF-Team: Status könnte von Spekulation auf "in Planung" geändert werden. Danke.

  • Es wird konkret beim Karstadt Neubau am Hauptbahnhof.

    Inzwischen wurden dem Stadtrat vom Investor Benko die neuen Pläne vorgelegt Mit dem Ergebnis, denke ich kann man zufrieden sein, der düstere Block zum Stachus hin, soll mit Fenstern geöffnet werden und es soll ein dreistöckiges Walmdach ! geben. Zusätzlich eine gläserne Passage, die den langen Block in der Mitte teilt.


    https://www.bild.de/regional/m…ahnhof-74892202.bild.html


    https://www.merkur.de/lokales/…-rathaus-zr-90170836.html

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    Das ist besser als ich erwartet hatte. Zum einen; Wundersamerweise kein Flachdach und keine Einheitsfassade. Zum anderen: Die unpassende Brücke zum Altbau kommt weg, womit dieser wieder mehr Prägnanz verliehen bekommt.


    Auf den Bildern geht das nicht eindeutig hervor, aber Signa scheint sich an die Höhe des neuen zehnstöckigen Königshofs anzupassen; auf der gesamten Länge bis zum HBF vor, wird das damit ein ziemlich mächtiger Klotz - aber ein in meinen Augen gefälliger.


    2024 Start der Arbeiten am 70er Jahre Bunker, wie kann Benko da 2025 schon fertig sein??? Oder wird das ein Umbau a la HdM Elementum?


    Vorher / Nachher:


    2.webp






    copyright: Allmann Sattler Wappner, Quelle: https://www.bild.de/regional/m…ahnhof-74892202.bild.html

  • Das mit dem Dach find ich sehr gut.

    Meine Meinung :

    Leider ist die Höhe vom Dach sehr gross im Bezug zur Wandhoehe.

    Evtl soll die Traufhöhe mit der Brechstange erhalten bleiben?

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    Ich find´s grad gut, dass sich das Dach hier nicht versteckt. Walm- oder auch Mansarddächer gibt es heute viel zu selten, und wenn, dann oft nur verkrüppelt und somit kaum wahrnehmbar (vgl. Weinstraße 7). Das Dach wie hier als herausgestelltes Gestaltungsmerkmal finde ich spannender als noch ein Regelgeschoss.


    Die vier kleineren Gebäude in der Schützenstraße scheinen erstmal erhalten zu bleiben, schade um sie wäre es nicht.


    @Mods: So langsam könnte das Thema auch aus der Lounge herausgenommen werden :)

  • Der aktuelle Bestand war jahrzehntelang ein abgreuliche Verschandelung der Innenstadt in prominentester Lage zwischen dem Hauptbahnhof und dem lebendigsten Platz der Stadt (Stachus). So gut wie jeder Münchner und jeder Tourist kommt hier vorbei, für viele Reisende ist diese Abscheulichkeit der erste Eindruck der Stadt. Diese Neuentwicklung zusammen mit dem HBF-Neubau wird das Stadtbild einen gewaltigen Satz voranbringen.


    Bei all dem teilweise berechtigten Gejammer über Stillstand und Kleinmut in unserer Gesellschaft: Diese Entwicklung, das Werksviertel, Freiham, das endlich gestartete Projekt Bayernkaserne und viele andere kleinere und mittlere Vorhaben, die sich schon in oder nahe am Baustart befinden (Sendling, Perlach usw) - das alles zusammen macht mich gerade sehr zufrieden.


    :59:


    (Das muß an nämlich auch mal sein können: zufrieden.)

  • Danke derzberb,


    Um hier zufrieden zu sein, muesst ich in meinem Hirn sämtliche kreativen Bereiche stilllegen.


    Die momentane Epoche hier muesste für Phantasielose, Romantiker und Gegner ein Paradies sein.

    Seltsamerweise sind die aber auch ständig aufgebracht???


    Gruss von Schachbrett.

  • Ich glaube, daß das, was in den nächsten 10 Jahren (angekündigterweise und teils schon im Vorgang) passieren wird, die letzten Jahrzehnte seit etwa 1970 oder 1980 bei weitem übertrifft an Qualität und Größe (U-Bahn-Bau mal ausgenommen).


    Natürlich könnte immer alles viel besser sein.


    Im übrigen sind die Probleme in München bzw Deutschland und Europa auch nichts Einzigartiges. In Kalifornien ist es ebenso sehr schwierig geworden, Infrastrukturprojekte durchzubringen. Menschen und Investoren kehren inzwischen dem Silicon Valley zunehmend den Rücken, weil das Leben (insbesondere Mieten und Immobilienkaufpreise) horrend geworden sind. Manche Menschen nehmen jeden Tag 6 bis 8 Stunden Arbeitsweg in Kauf, weil sie an Stelle einer 3-Zimmer-Mietwohung in San Francisco für 4500$ lieber ein Haus in 200km Entfernung für 1500$ abbezahlen. Ich selbst spiele auch schon mit dem Gedanken, mir in Augsburg Wohneigentum anzuschaffen, da ich mir in München nichts leisten kann. Ich verlasse meine Stadt nur sehr ungerne, aber man muß halt mit der Realität klarkommen als erwachsener Mensch. Andere Menschen müssen ihren Kontinent verlassen um zu überleben.


    Alles wird (einigermaßen) gut.


    (Ich bitte um Vergebung für das Abdriften vom Thema. @mod: Die letzten 1 bis 2 Beiträge vielleicht verschieben?)

  • @Karstadt Altbau:


    Gestern ist mir das nicht aufgefallen, aber Signa scheint bei der Sanierung des Altbaus tatsächlich das hässliche über dem Erdgeschoss umlaufende Dach, welches in den Nachkriegsjahren angebracht wurde, zu entfernen und darüber hinaus die simplifizierte rechteckige Schaufensterfront durch klassische Rundbögen zu ersetzen. Wenn auch mit Sicherheit nicht originalgetreu, so wird das Erscheinungsbild künftig wieder deutlich näher am Vorkriegszustand liegen. Im Forum Stadtbild Deutschland hat jemand sogar ein digitales 3D-Modell des "Warenhaus Hermann Tietz" erstellt :thumbup:.


    derzberb:


    Ich sehe das ähnlich. In diesem Jahrzehnt werden zahlreiche stadtbildverändernde aber auch funktional bedeutende Projekte realisiert, würde fast sagen so viele wie in den letzten 40 Jahren nicht mehr. Zum einen haben viele prominente Gebäude der Nachkriegszeit inzwischen ihre Halbwertszeit erreicht, zum anderen löst sich nun innerhalb der nächsten 10 Jahre ein Teils des Investitionsstaus der letzten hauptsächlich von politischen Diskussionen und Planungsprozessen geprägten 15 Jahre allmählich auf.


    Bei den jetzt anstehenden Projekten denke ich etwa an die 2. Stammstrecke, die Achse der drei Neubauten HBF - Karstadt - Königshof, die Umgestaltung des Gasteig, den Neubau des Konzertsaals am Ostbahnhof inkl. Vollendung des Werksviertels, in der Altstadt speziell an die Öffnung der Alten Akademie, Fertigstellung U-Bahnhof Sendlinger Tor und das Verschwinden der ewigen Schandflecke Sattlerplatz, Falkenturmstraße und VKB am Max-II-Denkmal, die (endlich erfolgende) Neukonzeption des riesigen Stadtmuseums, die (mit Glück) bis Ende des Jahrzehnts vollendete Sanierung und die Wiedereröffnung des Dt. Museums / Haus der Kunst.


    Daneben gibt´s einige interessante Wohn- und Bürobaugroßprojekte wie Bayernkaserne, Opes-Ingenhoven, Weiterentwicklung der Hochhausachse BVT - Imfarr, Ex-Betonwerk Sendling, Entwicklungen Marsfeld (BR, Telekom, Google, Gerichtskomplex Nymphenburgerstr.), Neubau der Großmarkthalle nach HENN, die SAP-Arena, Abriss und wie auch immer gearteter Wiederaufbau des epocheprägenden Arabellahochhauses, den Umbau der Paketposthalle hin zum kulturellen Forum, mit politischem Willen auch mit tatsächlicher Umsetzung der ersten Münchner Wolkenkratzer (erfüllt mit 155 m knapp die Definition), das Experiment Vertical Garden und viele weitere in den einschlägigen Threads zu findende Entwicklungsprojekte.

    Auch zunächst eher unscheinbare, für mich persönlich aber schon lange herbeigesehnte Vorhaben wie die Sanierung der Feldherrnhalle, die Umgestaltung des U4 HBF-Bahnsteigs oder die Bebauungen entlang des östlichen Bahnkorridors (BfB, Haidenauplatz) werden umgesetzt.

    Bei der Tram stehen u.a. die lange geplanten West- und Nordtangenten im Programm, bei der Bahn der Bau des neuen Regionalzughalts Poccistraße und - immerhin - ein erster Abschnitt des S-Bahn Nordrings.


    Zwar nicht vollendet, aber gegen Ende des Jahrzehnts noch beginnend, folgen dann, soweit Stand heute, die Bauarbeiten für den viergleisigen S8-Tunnel und die U9 - mal schauen inwiefern die Stadt die hierzu notwendigen Milliarden auftreiben kann. Die U5 will ja auch noch nach Freiham und die U4 nach Englschalking verlängert werden, nicht zu vergessen die hochtrabenden Expansionspläne der Trambahn. Beim ÖPNV wird der Investitionsstau wohl nie ein Ende finden... diesbezüglich kommt es dem ÖPNV-Ausbau zwar zugute, schade finde ich es um die erstmal nicht weiter verfolgten weiteren Autotunnel auf dem Mittleren Ring und den auf Eis gelegten E-Garten Tunnel trotzdem.

  • Ich muss zugeben, erst wollte ich motzen. Drüber, dass die jetzt vorgestellten ersten Pläne so arg bieder und konservativ daherkommen und dass ich die Proportionen mit dem sehr hohen Walmdach irgendwie ungünstig finde.


    Aber eigentlich ist es so doch tatsächlich ganz passend. Zum einen kommen mit dem neuen HBF und dem neuen Königshof sehr auffällige, moderne Entwürfe in der Ecke und zum anderen schadet dort ein hochwertiges und klassisches Gebäude auch nicht. Die Prielmayer aber auch die Schützenstraße können eine zeitlose Aufwertung gut brauchen, von daher Daumen hoch.


    Wer künftig mit der Bahn in München ankommt und auf dem direkten Weg zum Marienplatz ist, bekommt endlich ein einladendes Entrée.

  • Wer künftig mit der Bahn in München ankommt und auf dem direkten Weg zum Marienplatz ist, bekommt endlich ein einladendes Entrée.

    Ist die Schützenstraße eigentlich eine stärker frequentierte Verbindung (bspw. für Touris)? Ich selbst laufe vll. ein mal alle fünf Jahre dort lang, kann das daher nicht einschätzen.

    Die Prielmayer aber auch die Schützenstraße können eine zeitlose Aufwertung gut brauchen, von daher Daumen hoch.

    Dadurch wird der Justizpalast auch nicht mehr derart in Mitleidenschaft gezogen. Das war bislang wahrlich zum Schreien. Mit der offenen Erdgeschosszone und der neuen Querungsmöglichkeit zur Schützenstraße wird das eine ganz neue Qualität erzeugen. Die Fassade hätte gerne noch graziler gestaltet werden können, will mich aber auch nicht beschweren, zwischen fast schon futuristischen, historisierenden, barocken und spätgotischen Nachbarn geht der konservative Mittelweg für mich auch absolut in Ordnung.

  • Ich würde schon sagen, dass die Schützenstraße gut frequentiert wird, aber es besteht noch viel Potential.


    Aktuell macht sie nen relativ schäbigen und dunklen Eindruck. Auf jeden Fall muss mit dem neuen Karstadt Gebäude auch endlich das Pflaster, die Begrünung und die Beleuchtung erneuert werden.


    Ich hoffe auch, dass man die Luitpoldstraße komplett zur Fußgängerzone macht. Durch diesen kleinen Abschnitt und durch die Baustelle hat das Eck leider mehr die Optik eines Hinterhofs samt den eher abschreckend wirkenden Menschen die dadurch angezogen werden.


    Wenn dann noch der Bahnhofsvorplatz autofrei wird und man es ordentlich ausschildert, wirds die Leute aber automatisch in die Straße ziehen.

  • Die Prielmayerstraße war ist durch den langen fensterlosen Betonriegel eine der dunkelsten und schäbigsten Orte der Stadt - und das, obwohl auf der anderen Straßenseite ein Prachtstück wie der Justizpalast steht! Durch den Umbau wird das jetzt eine der besseren Ecken der Stadt. Was für eine Aufwertung!

  • Vor 7 Jahren hat noch ein Architekt mit einer abwechslungreichen Farbgestaltung versucht , dem verschlossenen Kasten etwas mehr Freundlichkeit zu verleihen.


    Wie man immer noch sieht, ist aus dem Projekt auch nichts geworden, Gott sei Dank ist das auch in der Zukunft nicht mehr nötig. Prima Entwicklung.