Checkpoint Charlie - Trockland-Projekte

  • Charlie-Living | Hof | Trockland


    Bei schönem Sonnenschein konnte ich in den nun fast fertiggestellten Hof hineinschauen, bis mich der Blockwart stoppte. Nicht unfreundlich. Ich wäre gern noch tiefer reingegangen.


    Trotz augenscheinlicher Nähe, hab ich nicht das Gefühl gehabt, dass es einem schwer fällt zu atmen.

    Der Bürotrakt an der Zimmerstrasse wird im EG mit einem Restaurant bespielt. Die anderen Gewerbeeinheiten sind ebenso vermietet.










    Alle Bilder von mir und gemeinfrei.

  • Die Kommentatoren sind allesamt wenig bis gar nicht überzeugt:

    Die negativen Kommentare passen überhaupt nicht zu den Bildern, da die Bilder ein Beleg dafür sind, dass das architektonische Ergebnis überzeugend ist.


    Inwiefern die nach oben verjüngende Form den Tageslichteinfall wirklich verbessert, kannn ich nicht beurteilen. Aber ich kann sagen, dass ich die "wilde Schlucht" ziemlich stark finde. Die Beschreibung als "wilde Schlucht" ist nicht nur leeres Gerede, sondern sieht wirklich wie ein wilder Canyon aus. Des Weiteren ist positiv anzumerken, dass auch die Freiraumgestaltung bzw. die Pflanzungen in der Schlucht gelungen sind.


    Leider muss man die Nutzung negativ beurteilen. Wenn bei dieser Wohnanlage von Concierge-Dienst die Rede ist, weiß jeder, in welche Richtung es geht. Es sollen wohlhabende Zielgruppen angesprochen werden. Mit allen negativen Auswirkungen (Stichwort: Gentrifikation).


    Fazit: Die Nutzung muss kritisch gesehen werden. Aber die Architektur überzeugt.

  • < Trotzdem habe ich diesem Projekt in dem Voting für den Berliner Architekturpreis 2020 meine Stimme gegeben. Auch unter Berücksichtigung aller negativer Aspekte ist dies eine aussergewöhnliche wenn nicht die aussergewöhnlichste Wohnanlage in Berlin. Die Gestaltung hebt sich von allen anderen Objekten dieser Kategorie ab, und ich möchte meinen, man muss auch nicht immer und immer und immer das Wohl der lieben Kinder berücksichtigen. Es muss auch Wohnraum für kinderlose Menschen geben, Leute die noch alles vor sich haben und noch nicht gesattled sind. Für diese ist dies annehmbar und gut.

  • ^Ok, dann kinderloses Wohnen. Aber was soll dann diese Kinderspielplatzattrappe im Hof? - Alibi? Und wer von den Ambitionierten will den wirklich in solch schlecht geschnittenen Wohnungen mit kaum nutzbaren Balkonen leben? Und das bestimmt nicht für ein Handgeld.


    Ich finde ja auch dass die Draufsicht so einiges hat. Aber bei Überprüfung der tatsächlichen Verhältnisse, fällt dieses Projekt (leider) ziemlich weit runter.

  • Ernsthaft? Kinderloses Wohnen? Dann können wir ja auch barrierefreie Zugänge streichen, man muss ja nicht immer und immer und immer das Wohl der Rollifahrer berücksichtigen.

    Und auf mietpreisgebundene WE verzichten wir dann auch mal. Man muss ja nicht immer und immer und immer das Wohl der Schlechtbezahlten berücksichtigen.

  • Der Spielplatz ist trotzdem das Grauen schlechthin. Auch die Grundrisse sind wenig ansprechend. Alles in allem mehr Schein als sein.

    Wieso? Ich habe eine Wasserpumpe mit Sandkasten und ein Trampolin gesehen. Beides mögen Kinder sehr. Aber natürlich sind das Alibi-Spielgeräte, um die Vorschriften zu erfüllen. Sehr viel kinderreiche Familien werden dort nicht wohnen. Wenn ich die "Spielplätze" bei manchen kleineren Wohnungsbauprojekten anschaue, dann ist das hier schon richtig kreativ.

  • Ich finde den Bau von der Architektur her sehr gelungen, es ist wirklich mal was "Gewagteres" und macht auf den Bildern einen sehr interessanten und spannenden Eindruck. Der Canyon bzw. die Schlucht hat was!

    Dass es keine Wohnungen für Durchschnittsfamilien oder gar Einkommensschwache ist, steht außer Frage und auf einem anderen Blatt.

    Und die Gesamtbewertung der Anlage würde ich nun wirklich nicht von einem Spielplatz abgängig machen.

  • ^ Das macht ja auch niemand. Es ist eben ein Teilaspekt. Viel schwerer wiegen die zum Teil schwierigen Grundrisse und die kaum nutzbaren Balkone. Das hat eben sehr viel mit meiner Bewertung der Architektur zu tun.

  • ^ bei dem aufgezeigtem Grundriss einer zwei Zimmer-Whg. muss man durch das WC oder über den Balkon, wenn man zum Schlafzimmer möchte. Wobei dann die Balkontür von aussen sich öffnen lassen bzw. schließen lassen müsste. Sieht nicht so aus, als wäre das WC nochmal abgetrennt.


    Mir gefällt die Wohnanlage nicht wirklich gut. Die Gebäude sind von der Kubatur gelungen aber m.E. zu dunkel geraten. Alle Teile des Ensembles haben die gleiche Höhe, nehmen sich gegenseitig das Tageslicht weg. Hier müsste es ein Umdenken in der Baupolitik geben. Höhere Bebauung ermöglichen, dafür mehr freie Zwischenräume. Ausserdem gibt es viel zu wenig Parkplätze.

  • Hier müsste es ein Umdenken in der Baupolitik geben. Höhere Bebauung ermöglichen, dafür mehr freie Zwischenräume. Ausserdem gibt es viel zu wenig Parkplätze.

    Aber ist das nicht genau das, was im DDR-Städtebau praktiziert wurde? Die alten, engen Gründerzeitviertel wurden nach dem Krieg abgeräumt und durch großzügige Zeilenbebauung ersetzt. Es wurden vielfach 11-Geschosser errichtet, hier und da mal ein 18 oder 21 Etagen umfassendes Punkthochhaus, dazwischen viel Freifläche und Parkplätze. Und nun? Heute sind das die Gebiete, in denen alle nach Verdichtung schreien.

  • Das kommt natürlich maßgeblich auf 2 Faktoren an.


    1. Waren die Freiflächen im Städtebau der DDR im Verhältnis zu den entsprechenden Gebäuden oft überdimensionert - Mehr Freiflächen muss jetzt nicht auf Hellersdorfer oder Marzahner Verhältnisse anspielen.


    2. Besaßen sie wenig Aufenthaltsqualität - ich denke da an ungepflegte Grünzüge in Marzahn (im Speziellen jedoch in den 80'ern und 90'ern) oder an großzügig betonierte Flächen für verschiedene temporäre Nutzungen.


    Beispiele aus dem Städtebau, gerade in Asien, zeigen doch, dass eine Kombination aus höherer Bebauung und mehr Freiflächen durchaus attraktive Ergebnisse erzielen kann. Ich denke da zum Beispiel an Tseung Kwan O (Hong Kong). Zugegeben: Auf Sattelitenbildern wirkt das ganze wie ein dystopischer Albtraum - Vor Ort löst sich dieser Eindruck jedoch durch eine ansprechende Gestaltung relativ schnell auf, da es abwechslungsreich geplant und vor allem mit ausreichendem Aufwand gepflegt wurde und wird.


    Mod: Sinnloses Vollzitat des Vorposts gelöscht.

  • Grünflächen sind in Deutschland im Allgemeinen und in Berlin im Speziellen unterdurchschnittlich schlecht gepflegte und unterhaltene Anlagen, sofern es sich nicht gerade um einen alten Landschafts/Kurpark handelt oder den Schmuckpark/garten eines Schlosses o.ä..

    Von daher wird Riegelklotzarchitektur mit Grünfläche hierzulande immer nach Trabantenstadt aussehen. Selbst in High-End-Luxusquartieren stellt die Bepflanzung und Freiraumgestaltung meist nur Kirschlorbeer in rauen Mengen, Hainbuchenhecke und etwas Rollrasen, von Betonplattenwegen durchzogen, dar.

  • Ich glaube nicht, dass die gezeigte Fotostrecke von DerBe aktuell ist. Wenn ich mir die Bepflanzungen ansehe sieht das eher nach März/April aus. Da sieht alles noch ein wenig unbunt und dröge sus. Ich kann mir gut vorstellen, dass die geschwungenen Wegen mit der einrahmenden Bepflanzung mit Laub und Grün und Blüh sehr attraktiv wirken. Es könnte fast ein grüner Canyon sein. Wer geht hin und macht aktuelle Bilder?

  • ^ Glaube ich auch. Die Fotostrecke im Baunetz zeigt, dass man sich hier mit den Grünflächen (am Boden und auf dem Dach) wirklich Mühe gegeben hat: Nix Rollrasen und Hecken, sondern Bodenpflanzen, Büsche und Bäume, auf dem dach auch Blumen. In ein paar jahren sieht das sicher klasse aus – gute Pflege vorausgesetzt.

  • ^ bei dem aufgezeigtem Grundriss einer zwei Zimmer-Whg. muss man durch das WC oder über den Balkon, wenn man zum Schlafzimmer möchte. Wobei dann die Balkontür von aussen sich öffnen lassen bzw. schließen lassen müsste. Sieht nicht so aus, als wäre das WC nochmal abgetrennt.


    Mir gefällt die Wohnanlage nicht wirklich gut. Die Gebäude sind von der Kubatur gelungen aber m.E. zu dunkel geraten. Alle Teile des Ensembles haben die gleiche Höhe, nehmen sich gegenseitig das Tageslicht weg. Hier müsste es ein Umdenken in der Baupolitik geben. Höhere Bebauung ermöglichen, dafür mehr freie Zwischenräume. Ausserdem gibt es viel zu wenig Parkplätze.

    Das ist nicht ganz richtig.

    Ich denke, Du hast da die Schiebetür übersehen, die direkt an der Fensterfront einen direkten Zugang zum Schlafzimmer ermöglicht. Von daher ist muss man nicht durch das Badezimmer oder den Balkon,um in das Schlafzimmer zu kommen.