Freiraumgestaltung Berliner Schloss/Humboldt-Forum

  • Berliner Architekturforum, mehr sinnfrei, seriös als sachlich, gemeinsam, zum Wohle aller Menschen. Gibt's das bitte zur Abwechslung mal wieder mehr? Wäre nämlich deutlich weniger anstrengend!

  • ^Jawoll. Du als leuchtendes Beispiel solltest da voran gehen.

    Ansonsten bin ich auch dafür, es mal entspannter angehen zu lassen und nicht alles bierernst zu nehmen.

  • ^Jawoll. Du als leuchtendes Beispiel solltest da voran gehen.

    Ansonsten bin ich auch dafür, es mal entspannter angehen zu lassen und nicht alles bierernst zu nehmen.

    Komischer Humor, aber egal. Wie oft sich schon über diesen komischen Stil beklagt wurde, spricht wohl eher nicht gegen mich, aber wir wollen das Thema nicht weiter vertiefen. Themenwechsel!


    Zum eigentlichen Thema:

    IIch bleibe dabei, dass es repräsentativ aussieht, aber überhaupt nicht für den Alltag zu gebrauchen ist das Areal. Längeres Verweilen in einem Café vor Grün ist halt nicht gewünscht oder möglicherweise vergessen worden in der Planung?


    LG, Euer Patrick

  • < Grün ist teuer und pflegeintensiv und das Café befindet sich ja bekanntlich auf dem Dach. Ich bin schon sehr gespannt.

    Und Grün hast Du zudem auf fast 500 Meter Länge zwischen Fernsehturm und Humboldt Forum und dann noch gleich nebenan im Lustgarten und vor der Alten Nationalgalerie und das Kastanienwäldchen hinter der Neuen Wache und die Grünflächen am Café Populaire und auch gleich hinterm Staatsrat ... nicht zu vergessen die schöne Weide gleich unterhalb des Cafés an der Stella-Seite des HF und das Birkenwäldchen direkt an der Nordfassade. Du siehst, es wird garnicht so ungrün.

  • Na die Weide wirkt doch eher wie ein Versehen - die hätte man auch weglassen können- das unmittelbare Umfeld aus Plätzen und Straßen ist nunmal recht farblos - der Lustgarten besteht mehr oder weniger nur aus ner Ansammlung von Rasenparterres mit Baumflanke rechts und links in funktion einer pflegeleichten lümmelwiese ist da gärtnerisch wenig los da war zu Zeiten Schinkels mehr gärtnerische Leistung sichtbar und hier endet auch der einzige mittelbare, beziehungsfähige, grössere Grünraum zum Humboldtforum. Die Anlage hinterm Staatsratsgebäude und am Prinzessinenpalais gehört nicht mal zum Wahrnehmungsraum des Schlossumfeldes. Ob zu viel oder zu wenig Grünflächen im Schlossumfeld existieren wird wohl auf ewig ein streitbares Thema bleiben da prallen einfach unterschiedliche Vorstellungen vom Bespielen des Schlossumfeldes aufeinander.

  • Nun lasst doch der Weide ein paar Jahre Zeit. Wenn die groß ist, wird das auch gut aussehen.


    Ansonsten bin ich recht optimistisch, dass der Platz sich in Post-Corona-Zeiten rasch beleben wird mit Gruppen von Menschen, die Musikern zuhören u.ä. und das Steinerne gar nicht mehr so zum Vorschein kommt. Den Neptunbrunnen wünsche ich mir mittelfristig allerdings auch an seinen alten Platz zurück.

  • Zu Zeiten Schinkels sah es quasi aus wie heute: Rasen, Bäume, eine Fontäne und die Granitschale. Kein Wunder: Der aktuelle Zustand ist stark an Schinkels Entwurf angelehnt.

    Ich kenne Grafiken aus der Zeit im 1830/40 da sind die Parterres mit kleinen Rondells bepflanzt und mit kurz gehaltener Bepflanzung umsäumt zum Schloss schließt er mit einer Zweireihigen Baumreihe ab die ich zugegebener Maßen gar nicht vermisse- die heutige Geometrie ist sicher eine gute Anlehnung und auf jeden Fall besser als der vormalige Steinplatz aber gärtnerisch bleibt es doch recht simpel einer robusten Beanspruchung untergeordnet und irgendwie fehlt von der Schlossseite ja nun eine Eröffnung über die Straße hinweg- das hatte ehedem die Schlosssterasse übernommen die Räume Schlossumfeld und Lustgarten an dieser Stelle bleiben dadurch in sich abgeschlossene Areale der logische Bezug eines Lustgartens zum Schlossbau stellt sich dadurch gar nicht ein für mich.

  • Worin liegt das Problem? Haben einige Angst, dass das Stadtzentrum zur menschenleeren Steinwüste verkommen könnte und dass man im Zentrum zur dringenden Belebung und Diversifikation beliebig viele Sport-, Trimm-dich-, Unterhaltungs-, Freizeit- und Spielplätze für Erwachsene aufbauen sollte?

    Mein Gott, warum eigentlich nicht?

    Der James Simon Park gegenüber der Museumsinsel und der Monbijou Park haben dafür schon eine lange Tradition!

    Wissen Sie nicht, dass es dort regelmäßige Open Air Tanzabende gibt mit einer herrlichen Atmosphäre?

    Schon in der Vorkriegszeit stand dort der große Zirkusbau!

    In New York gibt es z.B. den Park hinter der Grand Libery wo es von der Tischtennisplatte bis zur Open Air Bibliothek für Jedermann einige Freizeitangebote gibt, die sehr beliebt sind!

  • Beispiel: Köln leistet sich einen gigantischen Grüngürtel, prachtvoll geschmückte Grünanlagen (Roncalliplatz) am Dom, am Heumarkt und den unzähligen Weihern - WARUM also nicht auch in Berlin? Bei uns scheitert es immer am Geld.

    Man kann es langsam nicht mehr hören!

  • < .... am Geld auch, aber in Berlin ist die Gartenkultur verloren gegangen. Die Geringschätzung fand leider in den frühen 2000er Jahren ihren Anfang, als der damalige Senat jeglich Pflege, Gestaltung und Erhaltung durch die Grünflächenämter und sogar diese selbst, eingestellt und aufgelöst hat. Wenn ABM Kräfte für die Parks und Gärten zuständig sind, was will man da erwarten. Es hat sich gebessert die letzten Jahre, aber dennoch eine Art Kulturbruch der seinerzeit stattgefunden hat. Extrem betrüblich, das und wahrlich kein Ruhmesblatt des Wowereit-Senats!

  • ^ Stimmt schon. Aber der Senat hat das damals ja nicht aus Jux und Dollerei gemacht (Höhö, bescheren wir dem blöden Volk mal verkommene Parks!), sondern weil die Stadt pleite war. Die Ursachen dieser Pleite sind komplex, der Bankenskandal ein zentraler, aber nicht der einzige Faktor. Ganz erholt hat sich Berlin davon bis heute nicht. Aber es gibt, wie Du sagst, Zeichen der Besserung. Zum Beispiel die Sanierung des Volksparks Friedrichshain – dazu werde ich, sobald das Wetter passt, mal einen ausführlichen Beitrag machen.


    Rund ums Humboldtforum ist Gartenkultur m.E. nur am Schinkelplatz möglich. Der Lustgarten selbst ist – ohne Corona – viel zu sehr Nutzfläche, um Gartendenkmal zu sein.

  • Beispiel: Köln leistet sich einen gigantischen Grüngürtel, prachtvoll geschmückte Grünanlagen (Roncalliplatz) am Dom

    Wo ist denn der Roncalliplatz eine prachtvoll geschmückte Grünanlage bitte??

    Das ist der Domplatz. Der ist mit Verlaub eine mindestens so große "Steinwüste" wie behauptet wird, dass es hier das HF Umfeld ist. Nur dass sich in Köln keiner aufregt weil das freie Domumfeld so wie es ist geschätzt wird und auch ermöglicht dort große Konzerte und Veranstaltungen stattfinden zu lassen!

    Wir haben das Gartendenkmal von Schloss Charlottenburg als Barockgarten , den Britzer Garten, den Tiergarten mit dem Rosengarten, dem englischen Garten und der Luiseninsel, die Gärten der Welt, den Botanischen Garten, die Gärten der Liebermannvilla, doe Pfaueninsel, Schloss Glienicke, die Babelsberger Schlösser, Potsdam mit Sanssouci, etc. etc.

    Und nur weils am HF nun keine Blumenrabatte gibt, hat Berlin keine Gartenkultur, nee is klar!

    Und was für eine Heuchelei im Forum: Kleingärten gehören auch zur Gartenkultur, aber hier wird ja regelmäßig bejubelt wenn die nächste Kleingartenkolonie planiert wird um Wohnraum zu schaffen und wenn's darum geht das HF Umfeld in Vorkriegszustand zurück zu versetzen, wird die Gartenkultur der betroffenen Parks und Plätze auch nicht berücksichtigt.

    Aber ich vergaß, dem ein oder Anderen sind die vorgenannten Orte ja wieder zu sehr in irgendeiner unbedeutenden "Peripherie" von Berlin gelegen....

    Aber in Stuttgart ist einer der bedeutendsten Barockgärten Deutschlands in Ludwigsburg gelegen und nicht im Stadtzentrum...

  • Kleingärten gehören auch zur Gartenkultur, aber hier wird ja regelmäßig bejubelt wenn die nächste Kleingartenkolonie planiert wird um Wohnraum zu schaffen und wenn's darum geht das HF Umfeld in Vorkriegszustand zurück zu versetzen, wird die Gartenkultur der betroffenen Parks und Plätze auch nicht berücksichtigt.

    Du kannst doch nicht private Kleingärten gegen eine Begrünung öffentlicher Stadträume ausspielen. Ich hab z.B. überhaupt gar nichts von "Gartenkultur in Kleingärten", da ich kein Kleingartenbesitzer bin und die Mehrheit der Berliner auch nicht. Kleingartenbesitzer sind idr priviligierte Alt-Berliner. Priviligiert, weil sie seit Jahrzehnten auf ihren Grundstücken sitzen und man als Neu-Berliner fast keine Chance hat so ein Grundstück zu erhalten. Auch der Verweis, dass es durchaus üppige Grünanlagen (Schloss Charlottenburg, Botanischer Garten ect.) in der Stadt gibt, nutzt mir wenig, wenn ich als Tourist oder Besucher vor dem Stadtschloss stehe und mich frage, warum der Schlossplatz so schmucklos und kahl wirkt.

    Ich verstehe den recht starken Dissenz in der Frage sowieso nicht. Mehr Grün am Schloss? Why not, that's a no brainer for me. Grundsätzlich schaue ich lieber auf Büsche und Blumenbeete, als auf Gehwegsplatten und Pflaster.


    Das Grünflächenamt ist in Berlin übrigens durchaus stark, nur nicht wenn es um die Pflege ihrer Anlagen geht. Es wird sogar eingesetzt um das Grundgesetz bzw. die Demonstrationsfreiheit zu umgehen, wie ich aus alter Jugend-Erfahrung weiß. Wenn die Berliner Polizei keine Handhabe mehr gegen Demonstranten (keine Versammlungen) hat, ruft sie das Grünflächenamt an. ;)

    Als Schlusswort muss ich aber anmerken, dass sich die Pflege der Grünflächen Berlins wie ich finde in den letzten ~10 Jahren durchaus verbessert hat. Vielleicht weil die Stadt nicht mehr ganz so pleite ist, vielleicht auch weil RRG hier mehr Wert drauf legt, aber ich habe den subjektiven Eindruck, dass sich mehr gekümmert wird als früher.

  • Ich finde auch, dass sich der Zustand der meissten öffentlichen Grünanlagen in den letzten Jahren stark verbessert hat. Am HF fehlt jetzt noch der 2te Teil der Schlossterrassen und die Baumpflanzung an der U Bahn Station, lasst das Grün da doch erstmal wachsen! Zumal es rundherum weitere Parks und Grünflächen gibt!


    Ich habe selbst keinen Kleingarten denke aber dass die Kleingärten an sich aber wohl zur Gartenkultur Berlins gehören. Ich verstehe im Übrigen nicht diese negative Einstellung "privilegierter Alt-Berliner*innen" gegenüber nicht! Herrje, auf eine Kleingartenparzelle wartet man in vielen Städten Jahre, das ist nichts Berlin typisches! Warum sollen langjährige Bürger einer Stadt eigentlich nicht Privilegien haben gegenüber Bewohnern die nach kurzer Zeit von Dannen ziehen? Welcher Neid kommt da auf?

  • Am HF fehlt jetzt noch der 2te Teil der Schlossterrassen und die Baumpflanzung an der U Bahn Station, lasst das Grün da doch erstmal wachsen!

    Genau deshalb gibt es zur Gestaltung der Lustgartenseite auch den geringeren Streit, zumal der eigentliche Lustgarten ja wirklich zum direkten Umfeld gehört bzw. so empfunden wird.


    An der Schloßplatzseite sieht das sehr nachvollziehbar doch etwas anders aus, was die heftigere Kritik aus meiner Sicht auch gerade deshalb rechtfertigt.



    Zumal es rundherum weitere Parks und Grünflächen gibt!

    Das ist wohl so...

    ...nur werden diejenigen die sich am/im HF bewegen und sich vielleicht im dortigen Umfeld auch wohlfühlen wollen davon wenig berührt sein, wenn sie vor der Südfassade außer der "Granitbankreihe" eigentlich nichts (die schöne Fassade natürlch ausgenommen) vorfinden was einer Aufenthaltsqualität zuträglich wäre.



    Gruß, Jockel

  • Die Baumaßnahmen an den Außenanlagen des Humboldtforums arbeiten sich aktuell von der Schlossbrücke in Richtung der nahezu fertiggestellten U5-Zugänge (Aufzug und Treppe) vor. Obwohl man die Fotos auch in den U5-Strang einstellen könnte, passen sie aufgrund des direkten räumlichen Zusammenhangs doch auch ganz gut in diesen Strang.

    Aufgrund des auf Oktober/November 2021 verschobenen Eröffnungstermins der U5-Station 'Museumsinsel' bleibt abzuwarten, wann der restliche, bisher noch ausgesparte Abschnitt westlich des Schlosses angepackt und umgestaltet wird. Dieser Bereich wird bisher teilweise noch für die Baustelleneinrichtung genutzt.


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    Die abgebildeten Fotografien sind durch mich am 18.05.2021 aufgenommen worden und bei Gebrauch mit ©RianMa zu kennzeichnen. Vielen Dank.

  • Der Ubahn Eingang wird langsam fertig


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    Das einsame Bäumchen macht sich langsam


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    Irgendwie hat man den Eindruck bei der Südseite hatten sie keine Lust mehr sich was auszudenken.

    Ne Steinbank als einziges Gestaltungselement ist vielleicht schon etwas dürftig so sehr ich auch den Gesamtentwurf für das Umfeld ganz gut finde.

    Darin keine Option für den Brunnen zu erkennen, fällt bei aller Objektivität schon etwas schwer.


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  • Mir ist erst die Tage aufgefallen, dass man als weiteres "Gestaltungselement" farblich höchst unauffällige, blassgraue Gartenstühle zwischen den Bäumen vor dem Schloss und und auch unten an der Spree verteilt (und angekettet) hat. Fehlt nur noch ein Grill...anklicken zum Vergrößern!



    Bilder (c) Betonkopf