Truderinger Str. / Hüllgraben Berg am Laim (863 WE, HH 50m) [in Planung]

  • Nur beim Paulaner Gelände gibt es keine Sozial geförderte Wohnungen, warum wohl? Oder weiß jemand andere Zahlen?

    Auch auf dem Paulaner Areal gilt die SoBoN, daher entstehen dort wie überall ganz regulär sozial geförderte Wohnungen (30 % der BGF).

  • Baustart


    Begonnen wurde mit der Baufeldfreimachung letzten Spätsommer, inzwischen sollten ein paar Baugruben erstellt sein. Auf Google Maps sind die Anfänge davon zu sehen, erstaunlicherweise ist aber StreetView aktueller als das Satellitenbild und zeigt bereits das gesamte Areal freigeräumt (abhängig von der Position auf der Truderingerstraße).


    Das Grundstück ist in zwei Hälften real geteilt:

    • Die westliche Hälfte mit ca. 435 Wohneinheiten und Gewerbe ist im Besitz der Büschl Gruppe (läuft dort unter "Park Immobilien Projekt Truderinger Straße GmbH & Co. KG"), wobei diese nach Fertigstellung einen Teil an die städtische Wohnungsbaugesellschaft verkaufen wird. Zur Fassadengestaltung von 195 Wohnungen beauftragt sind hier wohl "03 Architekten" (die bekanntlich auch den städtebaulichen Entwurf für das Gesamtprojekt gewonnen haben) und "Robert Meyer & Tobias Karlhuber Architekten" von 240 Wohnungen.
    • Die östliche Hälfte mit ca. 450 Wohneinheiten ist im Besitz der "Orplid GmbH & Co. KG", die ihr Projekt bislang auch ebenso nennt. Bzgl. Architektur findet sich im Netz "wgp Architektur", welche zumindest "1. Preisgruppe" angeben und einige Visualisierungen zeigen: https://www.wgp-muenchen.de/kopie-von-kls3

    Warum "Orplid"? Wohl wegen der geplanten Freilegung des Hachinger Bachs... https://de.wikipedia.org/wiki/Orplid_(FKK) ^.^

  • Schön, dass es hier endlich losgeht. Das Grundstück befindet sich in einer absoluten top Lage.


    Schade dass man dann zur Truderinger Straße hin nicht durchgehend etwas höher baut. Es wäre doch sinnvoll in der Nähe von S- und U-Bahnstationen eine möglichst hohe Dichte anzustreben. Fußläufig gut erschlossene Urbanität ist doch das beste Argument zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs. Je besser die Anbindung ans Schienennetz, desto eher lässt man das Auto mal stehen oder verzichtet sogar komplett darauf.


    Gut gemacht wurde das beim Hilton ums Eck direkt an der Station Berg am Laim, nicht ganz so gut ist dann leider der graue dreistöckige EKZ Block gegenüber geworden, sowie die ewige Brache dahinter. Ich frage mich warum sowas immer wieder passiert. Werden denn bei solchen Bauvorhaben die Entwürfe nicht darauf geprüft ob sie Urbanität eher fördern oder verhindern? Kurze Wege sind doch das A und O moderner Stadtgestaltung.

  • Unabhängig ob da jetzt eine Bebauung sinnvoll ist oder nicht. Aber hatte die Stadt nicht versprochen das Bürgerbegehren keine Grünflächen mehr zu bebauen so zu übernehmen? Soweit ich mich daran erinnern kann fiel dieses Projekt auch darunter. So kann man die Glaubwürdigkeit der Politik auch verspielen.

  • Rex,


    kann man machen, wenn man in den Stadtbereichen nahe der S-und U-und Fernbahnhöfe niedrige Gebäude durch wesentlich höhere Gebäude bzw. Hochhäuser ersetzt.

  • Rex


    Es wird immer schnell von verspielter Glaubwürdigkeit und verlorenem Vertrauen in die Politik gepoltert. Aber weder die Klatschmedien, noch die lautesten Schreihälse sind eine vernünftige Quelle.

    1. Ja, die Stadt hat die Positionen übernommen. Dabei muss jedoch jedes Vorhaben einzeln im Detail geprüft werden. Nicht nur hinsichtlich der Sinnhaftigkeit einer ausbleibenden Bebauung, sondern auch hinsichtlich der z.T. nicht unerheblichen Rechtsfolgen für bereits begonnene Planungen. Eine pauschale schwarz-weiß Entscheidung wäre unsinnig.
    2. Der Flächennutzungsplan (FNP) bestimmte für das vorliegende Grundstück in alter Fassung vor Planung des Neubauquartiers eine "Sportfläche", eine "Allgemeine Grünfläche" und ein "Reines Wohngebiet". Dabei beschränkte sich die "Allgemeine Grünfläche" auf den südlichen Rand, dort wo heute noch der Hachinger Bach unterirdisch verläuft.
    3. Der Flächennutzungsplan nach Planung des Neubauquartiers bestimmt eine "Allgemeine Grünfläche" und ein "Allgemeines Wohngebiet". Die "Allgemeine Grünfläche" wird dabei um einen Streifen zw. bisherigem "Reinen Wohngebiet" und "Sportfläche" beschnitten. Als Ausgleich wird die "Allgemeine Grünfläche" am Südwestende des Plangebiets um eine ähnliche Fläche erweitert.
    4. In der Folge ist der Flächensaldo der "Allgemeinen Grünfläche" nahe 0.
    5. Die im alten FNP eingetragenen, fiktiven "Vorrangigen Maßnahmen zur Verbesserung der Grünausstattung" entfallen im neuen FNP, da sie mit der Quartiersentwicklung umgesetzt werden.

    Vergleich des FNP vor und nach der Änderung:


    fnp1.png


    Unabhängig von den im FNP festgesetzten Nutzungen wurde das Grundstück bislang zum größten Teil als landwirtschaftliche Ackerfläche genutzt. Es fällt nicht schwer zu erkennen, dass der ökologische Mehrwert einer solchen Nutzung für Flora und Fauna marginal ist.

    Das 17-seitige Gutachten der Stadt ergibt hierzu:

    Das Planungsgebiet besteht zu großen Teilen aus Ackerflächen und intensiv genutzten Grünflächen. An den Rändern finden sich Ruderalfluren, Straßenbegleitgrün und Wege. Die vorhandenen Gehölzstrukturen bestehen im Wesentlichen aus Siedlungsgehölzen mit überwiegend einheimischen Arten. Eine detaillierte Untersuchung des Baumbestands hat ergeben, dass sich in drei Bäumen (Specht-)Höhlen befinden. Zwei dieser Bäume sind als amtliches Biotop kartiert. Diese Höhlenquartiere wurden im weiteren Planungsprozess vertiefend untersucht, mit dem Ergebnis, dass die Bäume zum Zeitpunkt der letzten Untersuchung im Dezember 2019 weder als Fledermaus- noch als Vogelquartier dienten und wurden zum Schutz vor einer späteren Besiedelung prophylaktisch verschlossen. Vorkommen artenschutzrechtlich relevanter weiterer Säugetiere, Totholzkäfer, Reptilien und Amphibien sind unwahrscheinlich, da sich die vorhandenen Strukturen auf Grund der Störungen durch die Nutzung der Flächen nicht als Habitat eignen.

    In einer abgeschobenen Fläche im Nordosten des Plangebiets sind Vorkommen des Nachtkerzenschwärmers und Wildbienen möglich, jedoch nicht bestätigt. Derartige sich verändernde Flächen stellen für die Arten keinen dauerhaften Lebensraum dar bzw. der Verlust solcher Flächen liegt im allgemeinen Lebensrisiko der Art. Es sind weder naturschutzrechtliche Schutzgebiete noch gesetzlich geschützte Vegetationsbestände vorhanden.

    Bezogen auf die Darstellungen des geltenden Flächennutzungsplans mit integrierter Landschaftsplanung ergeben sich unter Berücksichtigung der o.g. Maßnahmen durch die beabsichtigte Flächennutzungsplan-Änderung keine relevanten Änderungen in den Auswirkungen auf das Schutzgut Tiere und Pflanzen.

    Stattdessen ist mit der Freilegung des Bachs, zusätzlicher Pflanzungen diverser Bäume und Gehölze und der Aufweitung der Allgemeinen Grünfläche im südwestlichen Bereich des Grundstücks "eine Stärkung der übergeordneten Grünbeziehung und örtlichen Grünverbindung verbunden".


    Quelle: https://geoportal.muenchen.de/…5_truderinger_strasse.pdf

  • Ah okay! Intressant! Kannst du auch etwas zu anderen Grundstücken sagen wie zb das eine an der Landsbergerstraße und zum Erdbeerfeld Untermenzing?

  • Von der Freilegung des Hachinger Bachs wird seit ewiger Zeit geredet. Ich hoffe dass es endlich mal umgesetzt wird...

    Sinnvollerweise wird der wohl erst an die Oberfläche geholt, wenn die Gebäude fertiggestellt sind und es an die Gestaltung der Außenanlagen geht.