Stiftshöfe statt Burgpassage (2025-28)

  • Ich hoffe wirklich dass man hier keine 0815 austauschbare Architektur wählt dafür ist die Lage einfach zu wichtig. Insbesondere für die Schulanbau der Kleinen Burg wäre etwas anspruchsvollere Architektur mit Bezug zu den umliegenden Gebäuden wünschenswert und nicht nur der übliche Betonklotz.

    Die Anordnung der Baukörper ist jedenfalls erstmal gewöhnungsbedürftig.

  • Hier noch eine aktuelle Aufnahme vom Gymnasium Kleine Burg aus auf den Hinterhof mit den für den Abriss vorgesehenen Bestandsgebäuden im nordöstlichen Bereich der bisherigen Burgpassage. Hier sollen das vorgesehene Wohngebäude und der Erweiterungsbau der Schule errichtet werden:

    24-Burgpassage.jpg

    (Bildrechte liegen bei mir.)

    Einmal editiert, zuletzt von Ted Mosby (12. April 2024 um 12:30) aus folgendem Grund: Fehlerkorrektur

  • Die Stadt Braunschweig hat gestern ein Projektbüro für den Umbau der früheren Burgpassage zu den „Stiftshöfen“ eröffnet: https://www.braunschweig.de/politik_verwal…stiftshoefe.php

    Aus diesem Anlass berichtet auch die „Braunschweiger Zeitung“ über das Projekt und kann dabei mit neuen Infos und Abbildungen aufwarten (https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/…html?kc=success; ggf. Paywall).

    Siehe dazu auch die folgende Broschüre der Stadt, offenbar für die Expo Real gedacht: https://www.braunschweig.de/exporeal/Stift…schuere-Web.pdf

    Die wichtigsten Neuigkeiten zusammengefasst:

    • Im April dieses Jahres beginnt der Abriss der Burgpassage; dieser soll bis Jahresende abgeschlossen sein
    • Avisierter Fertigstellungstermin der „Stiftshöfe“: Ende 2028
    • Bezug des Neubaus des Gymnasiums Kleine Burg: Beginn des Schulhalbjahres Anfang 2029
    • Kosten: ca. 95 Mio. Euro, davon 35 bis 40 Mio. für die Schulerweiterung, die die Stadt zahlt. Alt- und Neubau werden durch einen Übergang baulich verbunden.
    • Der Ankauf der weiteren Flächen und die übrigen Projekte sollen über Kredite finanziert und an Investoren verkauft werden, sodass keine weiteren Kosten für die Stadt entstehen.
    • In zwei neuen Wohngebäuden sollen 25 Eigentumswohnungen in Größen von 65 bis 70 Quadratmetern entstehen und je nach Ausstattungen in unterschiedlichen Preiskategorien verkauft werden.
    • Die historischen Gebäudefassaden zum Ringerbrunnen hin und, auf der Südseite, am Hutfiltern sollen erhalten bleiben.
    • In dem Gebäude am Hutfiltern sollen Büros untergebracht werden, gleichzeitig soll es drei Eingänge erhalten, die auch Zugang zu einem Restaurant mit Innenhof und einem Hotel bieten.
    • Der Hotelneubau wird durch einen Investor errichtet und von Motel One für 25 Jahre gemietet. Er soll über rd. 160 Zimmer verfügen. Der Vertrag zwischen Stadt und Motel One soll im März unterschrieben werden.
    • Für das Hotel sind 15 Parkplätze geplant.
    • Zwischen den Gebäuden entstehen begrünte Innenhöfe, etwa die Hälfte des 4.500 Quadratmeter großen Geländes soll nach dem Neubau aus Grünflächen bestehen. Die Innenhöfe sollen über die Straße Kleine Burg öffentlich zugänglich sein.
  • Herzlich Willkommen im Forum, le7031.

    Tja, da werden gerade Tatsachen geschaffen. Schade.

    Ich denke, es tut der Innenstadt nicht gut, wenn diese 'Abkürzung' nicht mehr existiert.

    Denn dadurch ist von der Schulstraße bis zum Damm eine gefühlte Weltreise. Das schadet m.M.n. dem Umsatz der Betriebe in der Innenstadt, weil Gelegenheitskäufe dadurch eingeschränkt werden.

    Aus dem 'Wenn ich schon mal in der Stadt bin' wird ein 'Jetzt nochmal dahin laufen? Nee, echt nicht!'.

    Es gab durchaus auch Ideen, die man mit dem Bestand hätte verfolgen können, zum Beispiel die einer Markthalle. Da wäre auch noch etwas Platz für die Schulerweiterung gewesen.

    Die Lage ist eigentlich viel zu gut, viel zu wichtig, um so exkludiernde Nutzungen dort aufzubauen.

    Aber nun...

  • Ja, es ist nicht optimal. Dennoch sollten wir nach all den Jahren jetzt nach vorne schauen.

    Wir haben noch weitere Probleme und da könnten überall noch eure Konzepte integriert werden, z.B.

    Horten Ensemble / Magni

    Bohlwegfassaden

    usw.

  • Ja ganz traurige Geschichte, nachdem erst Jahre nichts ging und dann diese Notlösung vorangebracht wurde.

    Die Burggasse mit der Kleinbebauung wäre ästhetisch gewesen.

    Nun werden es 3 nichtssagende Blöcke mitten im mittelalterlichen Zentrum, die ebenso auf irgendeiner grünen Wiese schnell hochgezogen werden könnten.

    Was macht Braunschweig mit seiner ehrwürdigen Innenstadt?

  • ^

    Es werden die beiden schönen, alten Fassaden an den Straßenseiten nicht abgerissen, was zuvor geplant war. Das wiegt alles andere auf, was man vielleicht kritisieren kann. Aber ehrlich gesagt finde ich das neue Konzept auch generell überzeugender. Wäre in der Krise des stationären Einzelhandels eine weitere Einkaufsstraße langfristig tragfähig gewesen? Ist die multifunktionale Nutzung für Schule, Hotel und Büros (eines Tages auch als Wohnungen umnutzbar) nicht das, was eine Innenstadt braucht, weil es Leben und Kaufkraft im Zentrum bindet? Müssen Fassaden, die wenig Wirkung auf den öffentlichen Raum haben, eine "ehrwürdige" Gestaltung haben? Ist die frühere Wegeverbindung, die es vor der postmodernen Burgpassage im "mittelalterlichen Zentrum" nicht gab, wirklich so essentiell? Kommt es den mittelalterlichen Straßen nicht vielmehr zugute, wenn man sie nicht mehr abkürzen kann?

    Lediglich die voraussichtlichen Dächer der Neubauten finde ich unangebracht. Wenigstens war man ehrlich genug, die hässlichen Technikaufbauten auch zu visualisieren, das verdient ja fast eine Auszeichnung für transparente Kommunikation.

  • Visualisierungen hin oder her. Ob das wirklich irgendwann so aussieht wie es dort dargestellt ist bleibt abzuwarten.

    Es gibt drei Dinge die ich schon einige Jahre nicht mehr ernst nehmen kann. Zeitangaben. Kostenangaben und Visualisierungen.

    Und das der lokale und stationäre Einzelhandel in der Krise ist hat duzende Gründe. Das würde hier jetzt zu weit führen.

  • stimmt, markoma. Das würde viel zu weit führen.

    Die Wirtschaft kommt seit 3 Jahren nicht vom Fleck, die Stadt ist de facto pleite und die Menschen im Braunschweiger Land geben weniger für Essen gehen und Bummeln aus.

    Interessant ist, wenn man über den Tellerrand blickt, dass es in den Nachbarländern anders aussieht.

    Volle Städte, volle Malls, nette Restaurants -> GB, F, CH, Skandinavien etc.

    Und Braunschweig ist nicht gewachsen, wir stagnieren bei 250 000 Einwohnern.

    Kaum neue Wohngebiete, wenige freie Wohnungen usw.

    Markoma, dein Beispiel mit den immer wiederkehrenden Ankündigungen, BS-Trakehnenstr. Stöckheim Bauplanung.

  • Der Abriss der Burgpassage ist abgeschlossen. Das berichtet die „Braunschweiger Zeitung“ (https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/…abgerissen.html; ggf. Paywall). Laut Bericht sollen die Bauarbeiten für die neuen „Stiftshöfe“ im Sommer 2026 starten. Bis dahin wolle die Stadt den Burgmühlengraben, der unterhalb der bisherigen Passage verläuft, sanieren sowie eine alte Fernwärmeleitung versetzen.

  • Aktueller Blick auf das Areal

    Der Abriss ist abgeschlossen, von den nachfolgenden Baumaßnahmen jedoch noch nichts in Sicht:

    BS-4-26.jpg

    Dafür gibt es nun auch im Straßenraum eine Ansicht der künftigen Gestaltung:

    BS-5-26.jpg

    (Die Bildrechte liegen bei mir.)

    Einmal editiert, zuletzt von Ted Mosby (11. Mai 2026 um 12:58) aus folgendem Grund: Fehlerkorrektur