Via Culturalis

  • An St. Maria im Kapitol soll in den nächsten Jahren eine Freitreppe gebaut werden, die die Kirche schön inszenieren soll und weniger als Ort zum Verweilen gedacht ist. Eine Mauer und die Garagen direkt an der Kirche sollen dafür abgerissen werden. Der letzte Stand war, dass nächstes Jahr mit der Umgestaltung begonnen werden soll, im neuesten Artikel der Rundschau ist nun vom Frühjahr 2019 die Rede.


    https://www.rundschau-online.d…nstadt-entstehen-28882268


    Übrigens: soll langfristig gesehen nicht auch die Wohnbebauung um die Kirche abgerissen werden, um St. Maria im Kapitol wieder freizustellen?

  • hallo beisammen,
    ich stelle die frage, ob die kirche tatsächlich mal frei gestellt war und ob es tatsächlich sinn macht diese freizustellen. als früheres kloster wird sie umringt gewesen sein mit einer klostermauer, nebenan wird eine pfarrkirche gestanden haben. die ost-west-achse gab es in früheren zeiten nicht. dort war alles dicht bebaut. ich finde die bebauung gar nicht schlecht. sie übernimmt die aufgabe dort die ehemalige begrenzung aufzuzeigen und die kirche nicht allein dastehen zu lassen.
    ich finde köln besticht in seinen besten momenten gerade durch seine enge und dichte. es wird der stadt nicht gerecht wenn man immer alles freistellen will, was schon immer eingebaut war (siehe auch die frühere diskussion um die rathausfreifläche).
    die treppe kann ich mir ganz nett vorstellen, ist der jetztige zustand dort doch sehr mau.

  • Für die Via Culturalis liegt jetzt ein umfangreiches Handbuch vor. Die Via Culturalis wird darin als Lupenraum und somit als Weiterentwicklung des Masterplanes von 2009 bezeichnet. Weitere Lupenräume sind die Komödienstraße, MAK/WDR-Areal und die Ehrenstraße.


    Inhalte des Handbuches sind u.A.:
    - Stadtmöbilierung
    - Übersicht der vergangenen, aktuellen und zukünftigen Bauprojekte
    - Verlauf und Erläuterung der Via Culturalis
    - Pflastergestaltung


    Interessant ist auch, dass einmal die gesamte Via Culturalis von der entwickelten Pflasterung bedeckt sein soll. Wenn man diesen Bereich dann von der Hohe Straße betritt, soll auf dem Boden die Aufschrift "Via Culturalis" angebracht sein.


    Das knapp 40MB große Handbuch gibt es hier zum Download: https://ratsinformation.stadt-…/vo0050.asp?__kvonr=86549

  • In Köln Visionen verwirklichen zu wollen ist grundsätzlich sinnlos und schon zum Scheitern verurteilt, bevor man sich überhaupt erste Gedanken gemacht hat. Egal wie genial eine Vision erscheint.

  • ^Das ist die richtige Einstellung, so bringt man städtebauliche Veränderungen voran.


    Aber Scherz beiseite: Das Dokument ist lesenswert und es stellt - für "Masterplan"-Verhältnisse - noch nicht mal überzogene Ansprüche, sondern scheint mit vertretbaren Mitteln umsetzbar.


    Allerdings erfordert es langfristig das, woran es in Köln üblicherweise mangelt: Kontinuierliche Kontrolle der Einhaltung dieser sinnvollen Vorgaben.


    Warten wir mal ab, ob das so durch die Ausschüsse kommt.

  • Diese Ecke ist leider ein totaler Schandfleck. Diese Tiefgarageneinfahrt, der kleine Durchgang zur Hohe Str. zwischen Außengastro und Ramschläden und gegenüber vom Gürzenich ein großer Parkplatz. Hier muss nicht viel passieren, dass es zu einer Aufwertung kommt. Am Parkplatz gibt es jedoch einen schönen Baumbestand, sodass sich mit einer schönen Bepflasterung und ein paar Bänken schon ein netter Platz herstellen ließe. Ich bin gespannt auf die Pläne!

  • Ich sehe das Projekt eher skeptisch. Mir würde es besser gefallen, den grauen Kasten Richtung „In der Höhle“ gleich abzureißen und in das Gesamtprojekt zu inkludieren. Die ehemalige Straßenführung aus mittelalterlicher Zeit könnte so wieder besser hergestellt werden, statt da jetzt ein Gebäude, das sich zwischen den von der Kirche gehaltenen Parkplatz und die Einfahrt zur Tiefgarage zwängen muss, hinzustellen. Zumal der grauen Kasten auch aus ästhetischer Sicht ohnehin schnellstens abgeräumt werden sollte.

  • Alternativvorschlag Quatermarkt

    Bei mir stellen sich Freud' und Leid ob der Möglichkeit einer Aufwertung des Quatermarkts und der angedachten Lösung gleichermaßen ein.


    Ohne Hoffnung dort großes Gehör zu finden, würde ich der Stadt Köln gerne ein Alternativkonzept vorlegen. Was haltet Ihr davon? Würde mich über Rückmeldungen sehr freuen.




    größer: https://abload.de/img/quatermarktuebersicht8jkzk.jpg


    Bildquelle (Vorlage): Stadt Köln / Stadtplanungsamt



    KONZEPT
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    Vernetzung der Stadträume
    Der beigefügte Vorschlag sieht eine Verzahnung von Shopping-Quartier (Hohe Straße, Schildergasse) und Via Culturalis durch eine Verlängerung der Straße „In der Höhle“ in Richtung Kirchenruine St. Alban als fließenden Übergang zwischen beiden Stadträumen vor.


    Platzposition
    Der eigentliche Platz „Quartermarkt“ befände sich nun auf Höhe der Kirchenruine und wäre als solcher erstmals seit Kriegsende wieder durch klare Ränder definiert. Wenn die Straße „In der Höhle“ künftig auf den Kirchturm zuliefe, ergäbe sich zudem eine attraktive Sichtachse von der Hohe Straße aus, die Passanten dorthin einladen und die Urbanität des Stadtgefüges maßgeblich erhöhen würde.


    Mischung aus kultureller und gewerblicher Nutzung (Block A & B)
    Seit längerem wird gemunkelt, das Kölner Karnvealsmuseum - ein für Köln wichtiges Museum, das am Maarweg, fernab der Besucherströme, ein absolutes Schattendasein führt - würde über kurz oder lang einen Neubau im Zentrum Kölns erhalten. Welcher Standort wäre dafür besser geeignet als direkt am Gürzenich, dem Epizentrum des Karnevals, in der Achse der Via Culturalis - als zusätzlicher kulturelle Anziehungspunkt eben dieser -, wo das Museum obendrein mit erhöhter Laufkundschaft rechnen könnte. Im Übersichtsplan ist dies Block B.


    Die Traufhöhe des neuen Karnevalsmuseums sollte sich zur Gürzenichstraße hin am DorintHotel orientieren, ebenso über einen kleinen, komplementären Arkadengang in Richtung Günther-Wand-Platz verfügen, um so von Osten aus eine Torsituation in Richtung Schildergasse herauszuarbeiten. Die anderen rückwärtigen Gebäude des Blocks - zur großen Sandkaul bzw. Straße „In der Höhle“ hin - sollten sich an der traditionellen Kölner Traufhöhe orientieren, um so den Übergang zum denkmalgeschützten „Monte Christo“-Hotel (Große Sandkaul 2) und der Hohe Straße insgesamt zu erzählen. Zur Kostenkompensation des Museumsumzugs und Neubaus wird vorgeschlagen, die neu entstehenden Bauflächen für eben diese kleinteiligen Bauten an Investoren zu verkaufen.


    Dem Investor aus Frankfurt - und ggf. den Besitzern, die Gebäude im Quartier aufgeben müssten - könnte man Block A als Kompensation für ihren bisherigen Besitz zur Verfügung stellen. Die Architektur des Klinkerbaus mit traditionellem Dach aus der Visualisierung des Frankfurter Investors gefällt und harmoniert gut mit dem angrenzenden Haus Neuerburg. Der Neubau könnte diesen Stil beibehalten und statt dessen versetzt auf dem Grundriss des Blocks A realisiert werden - dort sogar um ein Geschoss erhöht, um mit der Kubatur von Haus Neuerburg zu korrespondieren. Die Aufwertungspotential in Richtung „Große Sandkaul“ ist enorm. Mit etwas Verhandlungsgeschick könnte es außerdem gelingen, den bisherigen Besitzern diesen Tausch durch die Möglichkeit auf mehr Fläche in attraktiveren Bauten schmackhaft zu machen und das Vorhaben damit finanzierbar zu gestalten.
    Zusätzlicher Vorteil: Die Tiefgarage unter dem Quatermarkt könnte in ihrer bisherigen Form weitestgehend erhalten bleiben und müsste nicht verstärkt werden.

  • Dein Vorschlag würde mir sehr gut gefallen. Die Herstellung der Sichtachse von der Hohe Straße Richtung Quatermarkt wäre ein toller Zugewinn. Am wichtigsten an dem Projekt ist in meinen Augen, wie du schon geschrieben hast, die Herstellung von klaren Platzkanten für den Quatermarkt. Aktuell zerlaufen diese durch die unsäglichen Blumenbeete und den Übergang zu den Parkplätzen. Deinen Vorschlag fänd ich super :daumen:

  • ^^ Hallo Paulick,


    mir gefällt deine Idee der Verlegung von "In der Höhle" ebenfalls sehr gut. Das würde zu einer klareren Wegstruktur beitragen und eine spannende Sichtachse aus der Schildergasse heraus erzeugen. Kleinteilige Parzellierungen mit entsprechend gestalteten Gebäuden: Auf jeden Fall und soviel wie möglich! Den Quatermarkt zu einem gut gefassten Platz zu entwickeln ist dabei absolut erforderlich. Allerdings erscheint dieser mir in deiner Karte als etwas zu klein bzw. die Baufelder (insbesondere von Block B) als zu mächtig. Die umgebenden Gebäudemassen könnten für den kleinen Platz erdrückend wirken und diesen stark verschatten. Zumal ja die Tiefgarageneinfahrt leider wohl auch noch weiterhin einen Teil dieser Fläche einnehmen wird.


    Die Grundidee finde ich jedenfalls klasse, vielen Dank für deinen aufwändigen Beitrag! :daumen:

  • Sinnvoller Vorschlag

    Sehr schöner Alternativvorschlag. Städtebaulich in jedem Fall die reizvollere Lösung im Gegensatz zu dem in der Presse vorgestellten Solitär, der den Platz einnimmt, in der Architektur jedoch angemessen erscheint. Besonders die neue in das Quartier führende Sichtachse von der Hohe Straße aus (bisher nur EG Passage) die sich zum Gürzenich und den Museen hin leicht öffnet, trägt zur Aufwertung bei. Kleinteiliger Einzelhandel, angedeutet durch die Fugen, würde gut hier herein passen.


    Problematisch erscheint mir die Umsetzung solch eines Vorschlages durch die vielen Berührungspunkte, teilweise Überschneidungen mit dem Bestand. Solch eine relativ komplizierte Gemengenlage der Eigentumsverhältnisse und Nutzungen schreckt Investoren häufig ab, wenn sie nicht auch die Nachbargrundstücke mit erwerben können. Ob sich die betroffenen Grundstückseigentümer mit dem Investor hierüber einigen könnten und mit machen ist fraglich. Wünschenswert wäre es! Leider siegt jedoch Kommerz und wirtschaftliche Aspekte oft vor sinnvollen stadträumlichen Konzepten.

  • Die Arbeiten zum Bau der Freitreppe an der Pipinstraße vor St. Maria im Kapitol haben begonnen.
    Prompt ruft dies Anwohner auf den Plan, die einen Baustopp fordern, da sie (sinngemäß) um 'die Intimität des Platzes vor St. Maria im Kapitol fürchten', da durch die Freitreppe 'eine Öffnung hin zum Kneipentourismus und zur Massenbegehung' geebnet werde.


    Der Architekt Ulrich Coersmeier verweist (m.M.n.) zurecht darauf, dass die Freitreppe nicht isoliert betrachtet werden dürfe und verweist auf den seiner Meinnung nach notwenigen Bau der U-Bahn an dieser Stelle.
    Nur die unterirdische Linienführung der Ost-West-Bahn an dieser Stelle ermögliche eine Freistellung der Pipinstraße vom Autoverkehr, der dann auf der Augustinerstraße gebündelt werden könne, was eine Platzgestaltung und Zusammenführung von Elogiusplatz, Hermann-Josef-Platz und Augustinerplatz an der Pipinstraße ermöglichen würde.
    Die Pipinstraße würde zur Fahrradstraße / Fußgängerbereich.


    https://www.ksta.de/koeln/frei…nwohner-in-sorge-32890330

  • Diese Reaktion nach Baubeginn ist ja mal wieder typisch. Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Sanierung der Mauer genauso viel kosten würde wie der Bau dieser Treppenanlage. Städtebaulich ist eine Treppe dagegen mehr zu befürworten als eine Mauer. Wenn man von der Via Culturalis kommt, steht die Kirche durch die Treppe auf einem kleinen Podest. Die Leute denken wahrscheinlich, die Stadt will dort jetzt einen zweiten Rheinboulevard bauen. Schön ist auch, dass die Parkplätze am Straßenrand dort wegfallen und der Gehweg verbreitert werden soll.

  • Wenn man es richtig machen will und es rechtlich geht (dachte ich mir gestern bei dem Artikel), wäre von meiner Seite gar nichts nichts gegen einen Abriss der 60 Jahre alten Nachkriegshäuser einzuwenden, um die 1000 Jahre alte romanische Kirche (1060 vollendet glaube ich) würdig freizustellen - Problem gelöst!

  • Architektur vs. Städtebau


    Ich finde die Häuser zwar architektonisch sehr gelungen und ein gutes Stück Nachkriegsarchitektur, jedoch sollte man auch immer den städtebaulichen Kontext berücksichtigen.


    Hiernach passten die niedrigen und verschachtelten Häuser nie wirklich in diesen weiten und langen Stadtraum. Dieser verlangt eher nach einer höheren klaren Stadtkante.


    Ich denke aber nicht dass es soweit kommen wird, dass man die Gebäude abreisst. Da diese sicher einen Ensembleschutz haben.


    Herr Attenbergers Meinung bzgl. der Treppe kann ich allerdings nicht teilen auch wenn ich durchaus seinen Kritikpunkt verstehe. Allerdings finde ich dass diese Treppe den Stadtraum, ordnet, einfasst und offener werden lässt. Kurzum er wird einladender.


    Die Sorgen der Anwohner finde ich schlechtweg ungerechtfertigt und borniert.

  • Neues von der Via Culturalis

    Schöner Beitrag zur Via Culturalis - weiß hier eigentlich irgendwer, wie die Geschichte zw. dem Investor des Laurenz Carrees (dieser unsägliche Alleingangsversuch den Bebauungsplan durch eine kleinen miesen Trick auszuhebeln) und der Stadt (die das zum Glück gemerkt und gestoppt hat) weitergegangen ist bzw. geht? Das ist ja ein ganz wichtiger Baustein dort - wenn da sowas hinkommt wie bspw. am HBF in Bonn dann gute Nacht... das fehlt leider in dem Artikel... wie ich sowieso finde, dass diese unglaublich wichtige Stelle und der Versuch des Investors, der wirklich ein Hammer-Vertrauensbruch ist!, medial total unter den Tisch gefallen ist... warum?


    https://www.koelnarchitektur.d…de/news-archive/24871.htm