Wohnquartier Winsstraße 18 [in Planung]

  • Wohnquartier Winsstraße 18 [in Planung]

    Und noch ein paar Infos zu den Geschäften der TLG. Laut BW wurde das Grundstück Pappelallee 45 verkauft. Der Kaisers dort soll einer Wohnbebauung mit bis zu 150 Wohnungen weichen. Nähere Infos konnte ich leider nicht finden.


    Auch das Grundstück Winsstraße 18-20 - ebenfalls Kaisers Standort - soll verkauft werden. Ein Exposé gibt es hier (pdf).


    Neben dem Projekt in der Pappelallee beabsichtigt die TREI Real Estate auch den Bau eines Wohnquartiers auf dem Grundstück Winsstraße 18 - 20. Weitere Details finden sich mittlerweile online bei der KVL Group:

    Die Zielgruppen für den neu zu schaffenden Wohnraum sind Singles und Paare in jeder Lebenslage, sowie Familien. Die aktuell geplanten 163 Mietwohnungen werden als 3-5 Zimmer-Wohnungen mit gehobenem Standard geplant. Wo immer es möglich ist wird mit durchgesteckten Wohnungen gearbeitet. Tiefgaragenstellplätze, ein parkähnlich gestalteter Innenhof und hochwertige Materialien in den öffentlichen Flächen runden das hochwertige Gesamterscheinungsbild ab.


    Die Architektur sieht mir nach Nöfer aus und wirkt sehr wertig:



    (C) KVL Bauconsult GmbH

  • ^Das ist wirklich kein kleineres Projekt. Die Fassaden versuchen abwechslungsreich zu sein aber durch das Dachgeschoss wirkt es eher wie ein zusammenhängendes Gebäude. Leider ist das Erdgeschoss nicht zu sehen. Interessant wäre es auch wie die nötige Zufahrt zu den Gebäuden im Blockinneren gelöst werden soll.

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    Vielleicht hilft diese Minigrafik:



    (C) KVL Bauconsult GmbH


    Bzgl. DG: ich denke, dass wird man als Fußgänger wegen des zurückgesetzten Staffelgeschosses gar nicht großartig merken.

  • Ich finde es schon bemerkenswert, dass es den Architekten um Höhne und Nöfer gelungen ist, so etwas wie einen Berliner Stil zu kreieren. Man muss den Stil nicht mögen, es gibt auch an diesen Bauten sicher das ein oder andere zu kritisieren, aber man weiß sofort, aus welcher Feder die Bauten kommen und dass sie nach Berlin gehören.


    Ich finde das in Anbetracht der zunehmenden Uniformität rund um den Globus schon eine Leistung. Vieles davon wird vermutlich in 30 Jahren wieder weg sein, aber das ein oder andere könnte als signifikates Sinnbild einer speziellen Berliner Epoche mal ein Denkmal werden. Ich finde das anerkennenswert!

  • ^ Mittlerweile sind diese Art Gebäude ”aus einer Feder“ in Anbetracht der Häufung und der sich immer wieder wiederholenden Stilmittel genauso uniform wie alle anderen auch. Inzwischen finde ich es nur langweilig und auch ein bisschen billig mit diesen ganzen Riemchenorgien und dem hohlen Klang der gedämmten Fassade.

  • Ich finde das in Anbetracht der zunehmenden Uniformität rund um den Globus schon eine Leistung. Vieles davon wird vermutlich in 30 Jahren wieder weg sein [...]


    Nur was ökonomisch nicht mehr verwertbar ist, wird zügig wieder weg sein, der Rest wird solange es geht, genutzt.
    Mir gefällt dieser Stil aber auch, er passt auch ganz wunderbar zu den schönen Altbauten in der Winsstr./Marienburger Str..
    Ist nicht jeder Baustil irgendwie uniformiert? Da bin ich bei Camondo.
    Ein Liebeskind hätte ich mir aber dort auch nicht gewünscht.

  • Zunächst muss ich die klare Ausbildung von fünf Einzelhäusern positiv hervorheben. Hier wurde grundsätzlich das städtebauliche Gefüge des gründerzeitlich geprägten Winsviertels berücksichtigt. Ich finde im Gegensatz zu Rainer Tee, dass die zurückgesetzten Staffelgeschosse durch die Aufnahme von Klinkerverkleidungen und durch Vor- und Zurücksprünge diese Hausbildung und -ablesbarkeit noch verstärken.
    Es ist durchaus so, dass diese klassischen Stilmittel recht häufig Verwendung finden. Das Eckgebäude mit seiner vertikalen Lisenenstruktur erinnert dabei stark an das spitze Eckgebäude im Winkel Schönhauser Allee/Cantianstraße. Dennoch variiert es hier durch die Eckbetonung im Staffelgeschoss und einen anderen Klinker. Vielleicht hätte man noch expressivere Details in den Klinker einarbeiten können. Als naheliegende Referenz gäbe es dafür etwa die Grundschule an der Marie in der Christburger Straße. Jede der einzelnen Fassade macht einen zeitlosen und eleganten Eindruck. Das kann man als langweilig bezeichnen. Ich finde es an diesem Standort durchaus zufriedenstellend. Mir gefällt es.

  • Ich finde es schon bemerkenswert, dass es den Architekten um Höhne und Nöfer gelungen ist, so etwas wie einen Berliner Stil zu kreieren. Man muss den Stil nicht mögen, es gibt auch an diesen Bauten sicher das ein oder andere zu kritisieren, aber man weiß sofort, aus welcher Feder die Bauten kommen und dass sie nach Berlin gehören.


    Ich bin da ganz bei Camondo. Das was hier als vermeintlich Berliner Stil postuliert wird, findet sich in allen größeren Städten wieder. Ein bißchen Klinker, ein abgerundeter Balkon, fertig ist die Laube. Einfach mal einen Blick nach FFM werfen. Es ist ermüdend langweilig.

  • Langweilig sind für mich die immer gleichen Rasterklötze die man verteilt im ganzen Lande in den sog. Europacitys etc. findet. Gepaart mit überdimensonierten Baukörpern sorgen diese für urbane Ödnis.
    Das hier besprochene Projekt zeichnet sich dagegen durch Abwechslungsreichtum aus und wie schon diverse andere derartige Projekte gezeigt haben fügen sie sich sehr gut in den Bestand. Außerdem laufe ich nicht die ganze Zeit durch Gegend und klopfe die Fassaden ab nur um festzustellen, dass sie hohl klingen. Vorgehängte Fassaden gibt es schließlich nicht erst seit heute.
    Hinzu kommt, dass sich die Projekte dieser Art weit in der Stadt verteilen. Im Stadtraum kann ich daher keine übermäßige Anhäufung solche Projekte feststellen.

  • ^Ich sehe die immer gleichen Stilmittel bei solchen Projekten. Land auf Land ab. Gebaute Langeweile eben. Dass die Rasterklötze auch nicht viel besser sind, stellt ja niemand in Abrede. Um die geht es aber auch gar nicht.

  • Ersteinmal ist es Nöfer und anderen die in diesem Stil bauen gelungen ihren Namen in Verbindung mit diesem Stil zu bringen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber daraus gleich einen “Berliner Stil“ zu kreieren finde ich völlig überzogen.
    In den 80er bis in die 2000er Jahre gab es auch einen Berliner Architekten dessen Gebäude man auf Anhieb durch ihren ganz spezifischen Stil, ich möchte fast sagen ihre Poesie erkennen kann. Die aber im Vergleich mit diesen Trutzburgen heutzutage die jedem Wohnungseigentümer zu seinen ganz persönlichen ”Führerbalkon“ verhelfen, sehr viel freundlicher und auch individueller rüberkommen. Ich rede von Hinrich Baller, der in den Westberliner Bezirken vorwigend Schöneberg, Charlottenburg und auch Kreuzberg gewirkt hat. Diesem und Christoph Langhof und vielen anderen jungen zukunftweiseneden Architekturbüros gelingtt vielmehr wenn überhaupt so etwas wie eine Verkörperung eines urbanen Stils der einen noch an die Architektur von heute in ihren unterschiedlichen Ausprägungen gerade auch im Wohnungsbau glauben und hoffen lässt. Auch in Anbetracht der Tatsache dass der Wohnungsbau in den letzten Jahrzenten nicht gerade ein “Champ d'honneur“ war wo man sich seine Sporen verdienen konnte.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Hinrich_Baller

  • ^Ja der Baller. In den 90er wurde der aber trotzdem belächelt. Mit seinem Spätwerk, den Rosengärten, hat er es dann auf die Spitze getrieben. Nicht zu seinem Vorteil. Ich persönlich mag die frühen Bauten des H.B. Etwa das Wohngebäude in der Lietzenburger Str.

  • Um die geht es aber auch gar nicht.


    Indirekt ja schon da wir uns hier auch darüber unterhalten was man öde findet und was nicht. Ich finde auch, dass man innerhalb der Architektengruppe die solche traditionelle Stilmittel in ihre Entwürfe einfließen lassen Unterschiede erkennen kann. Förster bspw. arbeitet mit klar profilierten Klinkerfassaden, langgezogenen Gesimsen und betont damit stark die Horizontale. Nöfer setzt dagegen mehr auf die Vertikale und größeren Putzfassaden. Die Unterschiede lassen sich sicherlich noch weiter herausarbeiten.


    Die Mischung machts halt wie so oft. Und da spielen Projekte wie dieses ihre Stärken aus weil sie im Blockrand, gebaut auf großer Fläche, trotzdem eine abwechslungsreiche Kleinteiligkeit mit wertiger Optik einfließen lassen.


    ”Führerbalkon“


    Das bezieht sich jetzt auf welche Projekte genau.

  • ^ du hast gefragt. So liefere ich Beispiele für “Führerbalkone“, solche wie ich sie nicht mag und die denen der Balkone von Nöfer & Co sehr Nahe kommen. ;-)