ehem. Coca-Cola-Areal: SEETOR CITY CAMPUS

  • ehem. Coca-Cola-Areal: SEETOR CITY CAMPUS

    Auf Nordbayern.de findet man einen Artikel über das ehem. Coca-Cola-Gelände an der Ostendstraße/Ecke Gustav-Heinemann-Straße. Sontowski plant dort einen Mix aus Gewerbe und Wohnungen und auch ein Siegerentwurf eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs ist dort abgebildet.
    Sicher eine Aufwertung der markanten Kreuzung, auch wenn mehr möglich wäre.

  • ehem. Coca-Cola-Areal: SEELEVEL


    Quelle: Sontowski & Partner


    Finde ich auch, das gezeigte Architekturmodell ist durchaus passend für die Lage. Immerhin baut die WBG gegenüber ebenfalls bald ein neues Kundenzentrum in einem 7-Geschosser, und der Riesenkomplex der Nürnberger Versicherung bleibt Platzhirsch (vergleiche Beitrag 21 Foto 1 und 3). Großvolumiger sollte es auch keinesfalls werden.


    Was aus dem mageren Modellfoto nicht gut erkennbar wird ist die beabsichtigte Baukörpergliederung. Denn ein geschlossener, langegezogener Riegel an der Ostendstraße sieht nicht nur bescheiden aus, sondern das macht die breite und sehr stark frequentierte Ausfallstraße optisch enger. Eine lang gestreckte Fassade sollte eine kleinteilige Gliederung haben, sonst wirkt das auf Autofahrer schnell wie ein Tunneleffekt. Wer einmal die Berliner Avus entlang an den alten Zuschauertribünen entlang gefahren ist versteht was ich meine. Ich bin mir sicher das der Wettbewerb auch hier schon Eindrücke liefert, aber das wird leider nicht ersichtlich.


    Sonst stimme ich absolut zu, eine sehr erfreuliche Aufwertung der Lage. Auch die Erweiterungsoption auf das aktuell noch von der Kirche genutzte, nördlich liegende Gelände ist nachvollziehbar.

  • ehem. Coca-Cola-Gelände: SEELEVEL


    Sontowski & Partner macht es m.E. vorbildlich, mit der Öffentlichkeitsarbeit. Ok, fast, aber auf jeden Fall besser als viele andere. In einer gut gelegenen und frei zugänglichen Ausstellungshalle direkt am Bauplatz sogar mit ausreichend Besucherparkplätzen werden die Wettbewerbsergebnisse für das Großprojekt "Seelevel" ausgestellt. Erst gestern berichtete die NZ über die Ausstellung, die bereits seit einer Woche geöffnet ist. Letzter Besichtigungstag ist morgen, Samstag, von 12-17 Uhr in der Ostendstraße 115, im ehem. Würth-Haus.


    Zu sehen gibt es dort den Wettbewerbssieger sowie die übrigen Wettbewerbsbeiträge, die sich im Grunde sehr ähnlich sind, der Auftrag schien klar formuliert gewesen zu sein. Modelle wie das oben illustrieren die Schautafeln.

  • Wettbewerbsergebnisse SEELEVEL

    Die Präsentation der Wettbewerbsergebnisse war auf hohem Niveau, und wie schon gesagt waren die Wettbewerbs-Eckdaten wohl klar formuliert. Denn von Baumasse und Kubatur her sind sich die Entwürfe sehr ähnlich. Ganz anders als beim eher schüchtern präsentierten Wettbewerbsergebnis zur Regensburger Straße, von der die Öffentlichkeit kaum was zu sehen bekommen sollte.


    Für diejenigen, die keine Gelegenheit hatten sich die Ausstellung selbst anzusehen hier eine kurze Vorstellung der Entwürfe.


    1. Preis, Vorschlag 1004, RKW Rohde Kellermann Wawrowsky Düsseldorf:



    Der bereits in der Presse vorgestellte Sieger ist auch aus meiner Sicht der vielversprechendste. Er kommt nicht monoton daher, sondern bemüht sich um eine postmodern-urbane Kleinteiligkeit durch einzelne Fassadenabschnitte. Der Komplex wirkt daher wie eine gewachsene Blockrandbebauung aus einzelnen Bauabschnitten.



    Die Zeichnung zeigt eine zweigeschossige Tiefgarage und verdeutlicht auch, dass man bewusst nicht so monumental bauen wird wie die Nürnberger Versicherung.



    2. Preis, Vorschlag 1012, Hillmer & Sattler, München:



    Eine Brise zu monumental, die Fassadenreihe zur Ostendstraße erinnert etwas an die Südkaserne (BAMF).



    Im Innenbereich hat man wohl vom Tuchergelände abgeschaut.



    3. Preis, Vorschlag 1002, KSP Jürgen Engel, Frankfurt Main



    Der Entwurf nimmt die Struktur der Nürnberger Versicherung auf und stellt den Turm nicht direkt an die Ecke oder in den Hof, sondern etwas weiter Nördlich und ordnet ihm einen Vorplatz zu, der von der von der Gustav-Heinemann-Straße erreicht wird - wo aktuell noch das Würth-Gebäude steht.



    Engere Wahl, Vorschlag 1007, Wörner Traxler Richter Architekten, Dresden



    Die übrigen, bereits in den Vorrunden aussortierten Entwurfe:


    1001, Oliv Architekten und Ingenieure, München:



    1003, Gruber und Kleine-Kraneburg Architekten, Frankfurt:



    1005, HRH Hübsch Ramsauer, Nürnberg:



    1006, Kappler Sedlak Architekten, Nürnberg:



    1008, Baum - Kappler Architekten, Nürnberg:



    Die Ecksituation zur Straße finde ich nicht gut gelöst. Das Modell wirkt durchaus ansprechend, aber es zeigt auch, dass zwei echte Hochhäuser wohl eine bessere Gliederung ergeben hätten als die fünf Halbhochhäuser. Dadurch wird es nur unnötig dicht und dunkel im Innenbereich.



    1009, Allmann Sattler Wappner Architekten, München:



    1010, Ortner & Ortner Baukunst, Nürnberg:



    1011, AllesWirdGut Architektur, Wien:



    1013, Dömges Architekten AG, Regensburg:



    Genau soetwas habe ich gemeint, mit monumental-monotoner Straßenfassade, die keinerlei Blickfang bietet und an der man eher schneller vorbei möchte. Die eigentliche Landmarke auf dieser Visualisierung ist der WBG-Block, der weder zum Bauprojekt dazu gehört, noch mit seinem 7 Stockwerken eine Landmarke im eigentlichen Sinne darstellt.


    Großen Dank an Sontowski & Partner, die hier kein Geheimnis um die Wettbewerbsergebnisse gemacht haben. So kann man sich einen guten Eindruck davon verschaffen, was unsere Architekten für Vorschläge geliefert haben. Und auch ob man die Entscheidung mitträgt als betroffener Bürger, der das Ergebnis mindestens optisch aushalten, aber eher sogar als Nutzer erleben muss.

  • Danke

    Vielen Dank nothor für diesen und alle anderen stets informativen Beiträge. Ich kann mich deiner nur anschließen. Der Siegerentwurf gefällt mir auch am meisten!

  • 1005 wäre auch ein Knaller gewesen .. wegen der Höhe. Aber den Sieger find ich auch Klasse.


    Bleibt zu hoffen daß das gegenüberliegende Gelände (Chemie) auch noch in dieser art bebaut wird

  • Das Hochhaus in den Entwürfen ist etwa so hoch wie der Norikus, also knapp 20 Geschosse. Das ist auch völlig in Ordnung und nicht zu niedrig. Städtebaulich war auch seitens der Stadt ein Hochhaus gewünscht, daher verstehe ich den 2. Preis auch nicht so ganz, weil sich der eben mehrere mittelhohe Baukörper anbietet anstatt eine Landmarke, und das übrige Gelände etwas luftiger bebauen zu können.

  • nothor
    Danke für die Infos und die Bilder


    1007 finde ich noch gut. Endlich tut sich was in der Ecke!



    (schade, ich war zur Zeit der Ausstellung zweimal in der Nähe, habe davon aber nichts gewusst)


  • (schade, ich war zur Zeit der Ausstellung zweimal in der Nähe, habe davon aber nichts gewusst)


    Gern geschehn, in der Stadt passiert so viel, es lohnt sich auf jeden Fall darüber zu berichten. Auf der Ausstellung war so wenig los, dass man problemlos mit den "Aufpassern" bzw. Betreuuern ins Gespräch kommt. Unisono wird dann berichtet dass kaum Besucher kommen, an dem Freitag, an dem ich dort war waren es wohl über den gesamten Tag keine 25. Als Besucher war ich ne halbe Stunde alleine dadrin. Selbst davon Wind bekommen habe ich erst am Vortag aus der Zeitung, da lief der Wettbewerb aber schonseit Samstag!!! Das ist mir nun schon bei 3 oder vier größeren Wettbewerben so gegangen.


    Ich frage mich schon woher man eigentlich über soetwas informiert werden soll, wenn nicht aus der Zeitung? In Facebook krieg ich solche Infos jedenfalls nicht. Und die NN/NZ berichtet oft erst kurz vor Ende der Ausstellung davon. Hier kann man noch viel Öffentlichkeitsarbeit leisten! Wenn beim FCN jemand nen eingewachsenen Zehnagel hat bekomme ich das über nordbayern.de ne halbe Stunde später geliefert....

  • Architektenwettbewerb Seetor-Fassaden: Zwei Entwürfe prämiert


    Bereits im vergangenen September präsentierte die Sontowski & Partner Group den städtebaulichen Gewinnerentwurf für die künftige Bebauung des ehemaligen Coca-Cola Areals. Die Fassadengestaltung der rund 18.000 Quadratmeter umfassenden Büro- und Gewerbeflächen wurde nun ebenfalls in einem Architektenwettbewerb entschieden. Zwei Entwürfe wurden prämiert – welcher umgesetzt wird, hängt vom künftigen Mieter ab.


    Mehr unter:
    https://www.sontowski.de/2017/…zwei-entwuerfe-praemiert/

  • SEETOR-Fassaden

    Danke für den Hinweis!


    Hat man denn den Projektnamen für das Areal geändert, bislang firmierte das doch unter "Seelevel". Egal, die Fassadenentwürfe passen beide ganz gut zu dem bisherigen, was im Wettbewerb gezeigt wurde. Ich bring die Visus mal hier herein:


    Multi-tenant-Lösung: Hilmer Sattler Architekten Ahlers

    Quelle: Sontowski & Partner


    Der Ahlers-Entwurf gefällt mir sehr gut, der damals gezeigte Entwurf wurde intelligent ausgearbeitet und verfeinert. Das wirkt jetzt nicht mehr so monumental, aber dennoch großstädtisch. Was mir besonder gut gefällt ist der Rythmus aus verschiedenen Fassadenabschnitten. Ich glaube nicht dass die Kreuzung dort nochmal so ein Ufo benötigt wie die Nürnberger Versicherung.


    Der Ingolstädter Entwurf ist aber auch nicht schlecht, alles einheitlicher, aber trotzdem nicht monoton (so wie es im damaligen Wettbewerb andere vorgeschlagen hatten wie z.B. Oliv Architekten München oder Baum & Kappler Nürnberg. Dieser Entwurf der Ingolstädter Architekten nbundm* ist da glücklicherweise differenzierter und dadurch schicker:



    Quelle: Sontowski & Partner


    Wenn ich die PM richtig gelesen habe lassen sich alle Vorschläge noch bis Morgen, 06. August von 10:00 - 15:00 Uhr im Forum Stein besichtigen.

  • Den ersten Entwurf, also Hilmer Sattler Architekten, finde ich auch gelungen. Der 2. von nbundm kann mich dagegen nicht überzeugen. Auf mich wirkt das monoton und "billig", insbesondere die halbe weiße Einfärbung im 2.OG.


    Wie unterscheiden sich die beiden Entwürfe eigentlich im Wohnhochhaus? Auf den beiden Visualisierungen wirkt es irgendwie vertauscht. Also HH 1 würde besser zum Entwurf 2 passen und umgekehrt.

  • Auch mir gefällt der erste Entwurf deutlich besser als der zweite. Der erste wirkt hochwertig und urban. Der zweite wirkt trist und hat nur Lagerhallen-Baumarkt-Charme.


    Was mir aber bei den Visualisierungen immer wieder auffällt: Mit vielen grünen Bäumchen wird da jeweils eine angenehme Atmosphäre geschaffen.


    Nur in der Realität gepflanzt werden sie selten...


    Gerade vor so einem Koloss wie dem Seelevel-Areal wären sie aber mehr als nötig, um die Wucht der Architektur etwas auszugleichen.

  • Danke!


    Gefällt mir ausgesprochen gut, wie sich die Planungen dort entwickeln. Allerdings ist es sehr schade, dass zumindest für die Visualisierung das Konzept aufgegeben wurde, die monumentale Straßenfassade durch abwechselnde Fassadengestaltungen aufzulockern:



    Visualisierung: Sontowski & Partner GmbH


    Es wird dem Gegenüber damit immer ähnlicher:


  • Hierzu gebe ich gerne meinen Senf, da ich ansonsten hier häufiger quengele und mosere als es eigentlich meinem Naturell entspricht. Aber bei dem „Seetor“ gefällt mir tatsächlich auch der überarbeitete Entwurf der teils aufgestockten Gebäude ausnehmend gut. Das wirkt alles hochwertig und trotz des großen Baukörpers durch die großen Fensterformate erstaunlich „leicht“. Zusammen mit dem Komplex der Nürnberger und dem über die Jahre herausgeputzten Wohnviertel im Nordwesten sieht diese gesamte Ecke jetzt schon ganz anders aus als zu meinen Jugendzeiten, als ich meinen Konfirmandenunterricht im Gemeindezentrum hinter dem Coca-Cola-Areal ableistete…


    Es zeichnet sich hier zwar nicht gerade avantgardistische Architektur ab, aber im Rahmen dessen, worauf sich vom Architekturgeschmack eher konservative Deutsche einlassen können, ist das schon im oberklassigen Segment.


    Jetzt würde ich mir nur noch wünschen, dass das Firmengelände der Staub & Co an der vierten verbliebenen Kreuzungsecke sich irgendwie Richtung Hafen oder anderer Industriegebiete verlagern ließe, wo solche Chemiebetriebe besser hinpassen. Dann ließe sich das gesamte Areal ideal abrunden.


    P.S. Der neue Name „Seetor“ hat in jedem Fall eine größere Sinnhaftigkeit als „Seelevel“, da das Areal eben genau nicht auf der Ebene des Sees liegt…

  • Jetzt muss nur noch die Ostendstraße selbst repariert werden bzw. dieser Flickenteppich ausgetauscht werden und das Stück ist sogar noch breiter aufgewertet. Zusätzliche Stockwerke sind sehr begrüßenswert. Ansonsten erinnert mich der Entwurf stark an die Neubauten der letzten Jahre in München. Nichts herausragendes, aber auch nicht wirklich schlecht. Definitiv besser als was in manchen anderen Ecken in Nürnberg entsteht.



    Es zeichnet sich hier zwar nicht gerade avantgardistische Architektur ab, aber im Rahmen dessen, worauf sich vom Architekturgeschmack eher konservative Deutsche einlassen können, ist das schon im oberklassigen Segment.


    Grundsätzlich hast du recht, aber das liegt wohl nicht am Deutschen allgemein, sondern ist eher regional abhängig. Sieht man sehr gut im Frankfurt-Forum. Wobei du grundsätzlich natürlich damit recht hast.

  • Nachdem die Abrissbagger in den letzten Wochen bereits im hinteren bereich des Grundsücks unterwegs waren, fällt jetzt auch die Eckbebauung an der Ostendstraße:


  • Das sind gute Neuigkeiten! Ich bin in Mögeldorf aufgewachsen. Selbst als Jugendlicher habe ich diese Kreuzung immer als städtebauliche Ödnis empfunden. Später dachte ich, dass der Neubau der Nürnberger Versicherung schneller zu einer Aufwertung des Stadtteils führen würde. Das aus meiner Sicht gelungene Seetor-Projekt geht auf diesem Weg nun einen bedeutenden Schritt. Wenn irgendwann auch noch die Firma Staub den Umzug in ein Industrieviertel schaffe würde, so dass auch am letztverbleibenden Eck eine Neubebauung möglich würde, wäre ich endgültig zufrieden.