Hochhaus neben MBA "Stream" (90m) (Mediaspree)

  • Dass alles was innerhalb des Bebauungsplan errichtet wird, den Anschutz damals übernehmen konnte, insbesondere den Grünen ein massiver Dorn im Auge ist, kann man überall nachlesen, das ist unumstritten. Bei SPD und Linke verhält es sich etwas anders. Diese waren damals politisch verantwortlich, versuchen aber heute ihre - in der Finanznot damals eher marktliberale - Politik vergessen zu machen und zu konterkarieren.



    Dass hier jetzt viele Projekte an den Start gehen, finde ich positiv. Das Areal entwickelt sich inzwischen enorm dynamisch, obwohl es leider insgesamt nicht voll überzeugt. Nicht zuletzt aus wirtschaftlicher Sicht und aus Freude daran, dass sich überhaupt etwas tut, freue ich mich über die Entwicklung.


    Auf der gegenüberliegenden Spreeseite kann man beobachten, wie die BVV Bauvorhaben eher Jahrzehnte als Jahre ausbremst. Selbst die Umsiedelung eines Gefahrenstoffunternehmens scheiterte, weil man auf mehr Sozialwohnungen pokert. So ist halt die Haltung, kann man ja gut finden. Leugnen sollte man es aber nicht. Dass diese Haltung zu einer starken Verbilligung der Bauweise führt, ist eine weitere Nebenwirkung.

  • ^ Das Projekt wurde in einem anderen Strang schon mal ausführlicher diskutiert. Ich finde leider gerade nicht, in welchem – auch nicht mit Hilfe der Karte, Bato. ;) Vielleicht weißt Du es, und kannst die Beiträge dahin verschieben.


    Der verlinkte Artikel beginnt ein bisschen seltsam mit der Behauptung, dass ein 90-Meter-Haus die Bezeichnung "Wolkenkratzer" verdiene. Vielleicht wäre "Hochnebelkratzer" angemessener. Davon ab enthält er aber die interessante Information, dass dem Baukollegium der Entwurf gefallen hat. Das dürfte diejenigen beruhigen, die hier eine "Verlüscherung" befürchtet hatten.


    Debatten scheint es noch um die Nutzung zu geben. Stadt- und Bezirksvertreter regen an, dass es öffentliche nutzbare Flächen z.B. für kulturelle Projekte geben solle, der Investor zeigt sich freundlich-reserviert. Ich finde, solche Nutzung wäre auf dem steril-durchkommerzialisierten Anschutz-Areal wünschenswert, glaube aber nicht, dass es dazu kommt. Es dürfte bei Büros und bisschen Ketten-Gastronomie im Erdgeschoss bleiben.

  • Was sollen eigentlich immer diese 70,80 und 90 Meter Stumpen?
    Man hätte gleich noch 50 Meter Wohnungen drauf setzen sollen.
    Aber da gibt es dann wohl wieder ne Satzung die es nicht erlaubt.
    Provinz!

  • ^^ Wenn sich das - was die Höhe der Gebäude angeht – sehr homogene Berlin an bestimmten Stellen allmählich weiter in die Höhe entwickelt und auf dieser Grundlage dann auch Hochhäuser entstehen, finde ich das besser als isoliert herausragende Wolkenkratzer wie das geplante Estrel-Tower mitten in traufhöhenbegrenzten Gebieten.

  • In einem anderen Thread wurde ein weiterer Artikel verlinkt:

    [..]
    https://www.morgenpost.de/bezi…urstein-weniger-Glas.html


    Aus dem Artikel geht zudem hervor, dass dem Baukollegium auch das Bürohochhaus Stream Tower, das auf dem Grundstück zwischen der Mercedes-Benz Arena und dem Hotel Holiday Inn in Friedrichshain entstehen soll, vorgestellt wurde.


    Bleibt zu hoffen, dass das Baukollegium den hier bereits bekannten und gelobten Entwurf nicht bis zur Unkenntlichkeit schleift!


    Der hiesige Bauherr Signa ist demnach auch KaDeWe-Eigentümer.


    Architekt Georg Gewers wird darin zitiert, dass Purismus seinerseits gewünscht sei. Etwas einfach aussehen zu lassen sei ein schwieriger Prozess; als ein Spiel von ein- und zweigeschossigen, teils zurückspringenden Flächen beschreibt Gewers die Idee, bei der auch viele Terrassen entstehen sollen.

  • Finanzierung

    Die Finanzierung des 90m hohen Turms übernimmt als alleiniger Finanzier die Berlin Hyp mit 220 Mio. Euro. Hauptmieter der 24 Etagen mit 45.000 qm der insg. 50.000 qm qm wird Zalando. Gastronomie- und Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss ergänzen die Nutzung und es wird 123 Tiefgaragenplätze geben. Der erste Spatenstich soll lt. Signa bald schon erfolgen und Ende 2021 soll das Gebäude fertig errichtet sein.


    Es fehlt noch die Baugenehmigung, aber da das Projekt im Baukollegium schon wiederholt vorgestellt wurde und zuletzt nur wenig Veränderung verlangt wurde, ist diese wohl auch nicht mehr fern.


    Q: Immobilien Zeitung

  • Ähmmm, findet dieses Gebäude wirklich jemand schön? Für mich ist das grausige seelenlose Architektur und da ist es auch völlig egal ob das nun 90m. Das ist einfach nur absurd hässlich, das hat weder Form noch Stiel noch sonst irgendwas, einfach nur ein Hochhaus zum abgewöhnen... und ich stehe eigentlich total auf "Höhe"

  • ^ Absurd hässlich, grausig seelenlos, und dann nicht mal 'nen Stiel. ;) Na, die Geschmäcker gehen halt auseinander. Mir gefällt der Entwurf sehr gut - mit der Einschränkung, dass ich nicht viel von der Mode halte, zwei Stockwerke durch Rahmung zu einem zusammen zu fassen (wie es ja auch Sauerbruch Hutton für den Sockelbau am Alex planen). Das führt optisch zu einer "Verkürzung" der Höhe, was gerade bei einem Hochhaus stört. Davon ab, wie gesagt, prima Projekt.


    By the way: Reden wir tatsächlich über denselben Entwurf? Den hier? Ich weiß wirklich nicht, was daran schlimm sein soll. Vor allem, wenn man sich den Schrott in der Umgebung anschaut...

  • Ich kann mich der Kritik ebenfalls nicht anschließen. Ich stehe wirklich auf Schnörkel und Gründerzeit aber es muss ja auch irgendwo in die Gegend passen.


    Zumindestens zeigt dieses Hochhaus Gestaltungswillen und ist nicht einfach nur ein Glasklotz wie das Park Inn. Von daher: Daumen hoch.

  • Mir gefällt der Entwurf sehr gut - mit der Einschränkung, dass ich nicht viel von der Mode halte, zwei Stockwerke durch Rahmung zu einem zusammen zu fassen (wie es ja auch Sauerbruch Hutton für den Sockelbau am Alex planen). Das führt optisch zu einer "Verkürzung" der Höhe, was gerade bei einem Hochhaus stört.


    Endlich spricht's mal jemand aus! Mich stört das auch immer, aus genanntem Grund. Daher finde ich auch die optische Absetzung der oberen Etagen beim Waldorf Astoria am Zoo so bedauerlich. Ich verstehe schon: Abwechslung und so. Man kann aber Abwechslung auch mit einer Betonung der Höhe verbinden, besonders genial gelungen unter den klassischen Wolkenkratzern zum Beispiel beim Chrysler oder dem Empire State Building.


    Ansonsten: Ich finde den Entwurf ok, auch wenn mich dieses Zick-Zack der Etagenblöcke -- wieder einmal -- eher unangenehm an die Ästhetik der 70er Jahre erinnert. Wären zum Beispiel die Gebäudekanten abgerundet, wäre der Entwurf für mich elegant geworden.

  • Architektenkind Ja, wir reden vom gleichen Entwurf und wo ich dir recht gebe, diese 2 Stockwerke Rahmung finde ich auch nicht so toll aber was mich beim Anblick wirklich störte und zwar penetrant war dieses Unruhige und das hat Llewelyn mit "Zick-Zack der Etagenblöcke" gut formuliert. Berlin hat ein paar wirklich schöne Hochhäuser, was so am Potsdammer Platz gebaut wurde, Kollhoff-Tower, DB Hochhaus oder auch das etwas niedrige sehr klassische Beisheim-Center gefällt mir super, das ist elegant, hat Ausdruck und ja "Stiel" lach... Selbst dem Waldorf Astoria mit seiner "Spitze" kann ich was abgewinnen aber Nö bei dem verschobenen Bauklotz Betonwulst hier bekomme ich Augenkrebs. Das geht gar nicht!

  • Sicherlich reden alle über den hier unter #4 gezeigten Entwurf. Wenn er darüber mit simplen Glasklötzen verglichen wird - in letzter Zeit bekomme ich den Eindruck, dass solche seltener werden zugunsten von Formen mit mehr Fantasie (Beispiele: Der Mailander Generali Tower, dieses Jahr im Finale für den Hochhauspreis / der Blackfriars Tower). Wenn hier ein Klotz vermieden wird, ist es ein Grund für Erleichterung, aber nicht gleich Begeisterung.
    Dann haben wir die schwer definierbare Eleganz - so ähnlich wie es in den Museen Tausende Gemälde gibt, aber auch Höhepunkte von Da Vinci oder Botticelli. Diesen Entwurf hier würde ich bestimmt nicht mit einem Botticelli-Bild vergleichen - es ist eher akzeptables Handwerk.


    Weiter oben fiel die Frage nach der Höhe - mit dem B-Plan ist diese keinesfalls beantwortet (man hätte diesen anders aufstellen können). Die U1-Endstation ist nah, auch S-Bahn, die Tram Richtung KMA - die Erschliessung ist nicht so perfekt wie am Alex, aber ganz gut. Auf der einen Seite gibt es die Spree, auf der anderen Bahngleise, der Heilige Fernsehturm steht weit - ich wüsste nicht, was von einem höheren Turm tangiert wäre. Doch nicht die Eastside-Gallery-Mauer, die per se weit unter der Höhe jedes Neubaus bleiben wird?
    Wenn ich jedoch verbindlich was anregen sollte, dann nicht unbedingt mehr Höhe in diesem Fall, sondern einige zusätzliche Türme der preiswerter zu bauenden Kategorie um 50-60 Meter in der Umgebung - auf den Visualisierungen sieht man, dass diese vorwiegend aus Flachbauten besteht. Mir kommen Gebiete in den Sinn, wo Hochbauten um die Hälfte der Neubauten ausmachen oder gar darüber - nicht nur in London, auch etwa im Düsseldorfer Medienhafen. (Siehe Masterplan zuletzt unter #25)

  • Ich finde den Entwurf ok, auch wenn mich dieses Zick-Zack der Etagenblöcke -- wieder einmal -- eher unangenehm an die Ästhetik der 70er Jahre erinnert.


    Für die Siebziger wäre das doch höchst ungewöhnlich – vielleicht könnte man gewisse Ähnlichkeiten zu manchen Scharoun-Bauten aus den Fünfziger-/Sechzigerjahren erkennen. Aber der war ein Meister seines Fachs und alles andere als typisch für die Durchschnitts-Moderne.


    Berlin hat ein paar wirklich schöne Hochhäuser, was so am Potsdammer Platz gebaut wurde [...] Nö bei dem verschobenen Bauklotz Betonwulst hier bekomme ich Augenkrebs.


    Augenkrebs möge Dir erspart bleiben! Aber erstens werden das keine Betonwülste, sondern eine Mischung aus Glas und Metall. Zweitens finde ich, dass die versch(r)obene Gestaltung durchaus System hat: Die Vor- und Rücksprünge sind nicht beliebig, sondern folgen einem Rhythmus – ein bisschen Exzentrik kann nicht schaden, und so unruhig wie auf der Visu wird ja auch nicht das ganze Haus, sondern vor allem diese eine Seite werden.


    Drittens (und vor allem) ist der Vergleich mit dem Potsdamer Platz unfair: Der wurde als Symbol des wiedervereinigten Berlins geplant, im Zentrum der Stadt und voller Prestigebauten. Das "Stream"-Hochhaus soll mitten in einer ehemaligen Gewerbebrache gebaut werden, die zum Büro- und Amüsierviertel hochgejazzt wurde. Verglichen mit der Lagerhallen-Ästhetik des benachbarten Mercedes-Platzes wird es ein echtes Highlight.

  • Es sieht so aus als würden die Bauvorbereitenden Maßnahmen für den Turm beginnen.


    Die Baustelle ist mit einem Holzzaun versehen...


    ...dieser wurde bis auf die Mitte der Straße gezogen. Auf dem Grundstück sind mehrere Bagger zusehen.


  • Es gibt noch eine Visu von der anderen Seite darstellend (Link), die dieser Modellansicht Farbe gibt (Link2).


    Im Protokoll der Sitzung des Baukollegiums vom 15.10. steht übrigens, dass das Gebäude 97 m hoch werden wird. Für die hinausgeschobenen Decken sind stirnseitige, thermisch getrennte Sichtbetonbänder in rauer Körnigkeit vorgesehen, die aufgrund geringeren Gewichts aus Faserzement-Fertigteile gefertigt werden. Die Glasflächen werden zu 1/3 aus bedruckten Elementen hergestellt. So kann man auf außenliegenden Sonnenschutz verzichten, im Inneren wird aber ein Blendschutz aus Stoffen genutzt. Für die Fassade wird eine in ein Aluminiumprofil eingespannte Glasbrüstung sowie anthrazitfarbene matte Alurahmen für die Fensterprofile genutzt.
    Q: Protokoll

  • Hier kommen die Gründungsarbeiten gut voran. Die Leitwände für die Schlitzwandgruben wurden gesetzt. Die Schlitzwände werden bereits ausgehoben und mit Bentonit gefüllt.