Projekt "Vier Giebel" Eberhardstraße (ab Q1/2024)

  • Hm, ich sehe hier eine vertane Chance, eine vielseitige und kleinteilige Altstadtstruktur zu ergänzen.


    Das Projekt ist gut gemeint und der Ansatz ist ja da. Doch zumindest auf der Seite zur Eberhardstraße – dem Projektnamen wird hier wahrlich alle Ehre gemacht – sind die gestalterischen Unterschiede der suggerierten Häuser zu gering. Es wirkt wie ein großes Gebäude mit vier Giebeln obendrauf. Zur Geißstraße hin verschleiern wenigstens die unterschiedlichen Giebelhöhen diesen Block, und die Kurve der Straße hilft dabei, Monotonie zu vermeiden.


    Sicherlich wird es schöner sein, hier jeden Tag vorbeizukommen als an dem alten Vorgängerbau. Allerdings müssen wir uns eines vor Augen führen: Das, was da jetzt gebaut wird, bleibt da erst einmal stehen. Und zwar für sehr, sehr, sehr, sehr, sehr viele Jahre. Womöglich länger als ein Menschenleben.


    Dafür ist der Entwurf jedoch zu reduziert, zu kühl und zu leblos. Die detailreichen, erhaltenen Altbauten nebenan hätten eine wärmere und vielfältigere Fassadengestaltung ihres neuen Nachbarn verdient. Ein paar Korbbögen im Erdgeschoss, ein Bauteil mit zweigeschossiger Sockelzone oder eine Fassade ohne bodentiefe Fenster bzw. mit einem anderen Relief – es hätte wirklich nicht viel gebraucht, um den Charakter der Straße und Gegend in diesen Neubau einfließen zu lassen.


    Abschließend noch: Mindestens die anthrazitfarbene Dachdeckung hätte rot sein sollen, wie es in Stuttgart auch typisch ist.


    Schade, schade.

  • Sicherlich wird es schöner sein, hier jeden Tag vorbeizukommen als an dem alten Vorgängerbau.

    ....

    Abschließend noch: Mindestens die anthrazitfarbene Dachdeckung hätte rot sein sollen, wie es in Stuttgart auch typisch ist.

    Sehe ich ähnlich, wobei ich noch nicht die fertige Version gesehen habe. Auf alle Fälle besser als der Vorgänger.


    Zum ersten Punkt: das ist das Problem vieler Neubauten in Stuttgart. Dazu beitragen tut hier bestimmt auch die Stadt mit ihren unflexiblen Bebauungsplänen, die dafür sorgen, dass kontant zu niedrig und einer Großstadt unwürdig gebaut wird, hier fãllt mir spontan das neue Central One und das Two One ein.


    Punkt zwei: liegt wahrscheinlich an den Solarziegeln. Ob die überall drauf müssen ist eine andere Frage...

  • Auf dem Werbebanner sieht man hell-graues Fassadenmaterial. Tatsächlich haben die Fassaden jetzt gelben Sandstein bekommen. Dieser gelbe Sandstein erinnert ein bisschen an die Postmoderne.


    Eigentlich mag ich diesen gelblichen Farbton sehr. Und ich kann es auch nicht erklären, warum es so ist. Aber ich hätte es passender gefunden, wenn man die Fassaden im hellgrauen Farbton (wie auf dem Werbebanner) gehalten hätte.

  • Leider hat die Wahl des Fassadenmaterials das Projekt etwas verhunzt. Es sieht doch nun sehr nach Postmoderne und damit aus der Zeit gefallen aus. Schade wenn man sich überlegt was hier für Summen verbaut werden!