Leipzig: Gästehaus am Park (Sanierung + Neubau in Planung)

  • Leipzig: Gästehaus am Park (Sanierung + Neubau in Planung)

    Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau informiert:


    Gästehaus am Park: Denkmaleigenschaft 2013 festgestellt


    Für das ehemalige „Gästehaus am Park“, die frühere Luxusherberge der DDR im Leipziger Musikviertel, wird dem Stadtrat durch die Verwaltung aktuell eine Vorlage für die am 24. Februar stattfindende Sitzung vorgelegt. Darüber informiert das Dezernat Stadtentwicklung und Bau.


    Bereits im Juli 2013 wurde im Zuge der Anfrage damaliger Kaufinteressenten, ob hier ein Denkmal vorliegt, die Denkmaleigenschaft für die seit 20 Jahren geschlossene Herberge vom Landesamt für Denkmalpflege festgestellt. Die Denkmaleigenschaft wird von zuständigen Fachleuten entsprechend der Kriterien des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes ermittelt. Sie ergibt sich allein aus den dabei ermittelten Sachverhalten.


    Mit dem nun avisierten sogenannten Aufstellungsbeschluss würde der Stadtrat beschließen, dass eine 2. Änderung des 2001 rechtskräftig gewordenen Bebauungsplanes Nr. 23.1 „Musikviertel Süd“ erarbeitet werden soll. Diesem Beschluss würden später noch ein Billigungs- und Auslegungsbeschluss über die dann erarbeitete Änderung und, nach der Öffentlichkeitsbeteiligung, der Satzungsbeschluss des Stadtrates folgen müssen, um einen neuen, rechtskräftigen Bebauungsplan zu erhalten.


    Der bis heute gültige B-Plan hat für das Teilgebiet des Gästehauses ein Hotel als Baukörper und in der Nutzung festgesetzt. Ohne eine Änderung des B-Planes wäre daher an dieser Stelle nur ein Hotel, in einer zudem festgelegter Kubatur (Volumen eines Bauwerks), zulässig.


    Durch die in 2013 erfolgte Einstufung des Gästehauses als Denkmal besteht nun jedoch ein Widerspruch zwischen der 2001 erfolgten Festlegung auf einen Hotelneubau und dem jetzt bestehenden Schutzstatus des Denkmals. Das Erfordernis der 2. Änderung des Bebauungsplanes begründet sich daher insbesondere daraus, dass der Ursprungsbebauungsplan mit seinen planerischen Vorgaben für eine komplette Neubebauung nicht mehr umgesetzt werden kann. Vor dem Hintergrund des Denkmalerhalts ist der Ursprungsbebauungsplan nicht mehr umsetzbar. Eine Klage- und Entschädigungsgrundlage entsteht nach Auffassung der Stadt dadurch nicht.


    Quelle: PM Stadt Leipzig/Amt für Bauordnung und Denkmalpflege

  • offenbar soll beim gap der bebauungsplan nun dahingehend geändert werden, dass auf dem grundstück neben dem bestand weitere neubauten entlang der karl-tauchnitz-straße genehmigunsfähig werden - wohl, um dadurch quasi eine querfinanzierung der gap-sanierung zu ermöglichen.


    dann würde der flachtrakt des ehemaligen gästehauses künftig allerdings nicht mehr am park, sondern im hinterhof liegen. und über das preisniveau der neubauwohnungen sollte sich dann auch niemand mockieren, wenn ausgerechnet behördliche vorgaben die größten preistreiber sind...

  • Dem Thema "Gästehaus am Park" wendet sich jetzt auch der MDR zu. Am kommenden Donnerstag gibt es einen Beitrag bei artour zu sehen. Den morgigen Beitrag bei MDR Figaro kann man schon heute anhören.


    Morgen wird im Leipziger Stadtrat zu diese Thema diskutiert und abgestimmt.





    Egal welche Lösung gefunden wird, ein schöner Anblick ist die Ruine jedenfalls nicht. Dahinter sind im Musikviertel aber auch keine Schönheiten entstanden. Zum Glück stehen dort große Platanen. Die Blätter verdecken doch einiges. Zumindest im Sommer.

  • ^ der Anblick wird uns mit Sicherheit erhalten bleiben. Der Stadtrat hat ein Abrißverbot verfügt. Ich bin gespannt, ob das Ganze in den nächsten Jahren ein ähnliches Theater gibt wie bei dem Gebäude der Hauptpost.


    :Nieder:

  • ^ Danke für das Einbinden der Visualisierungen (nur ein bisschen groß geraten, oder?). Unter den Gegebenheiten, dass das Gästehaus am Park unter Denkmalschutz gestellt wurde und uns somit erhalten bleibt, gefällt mir der Entwurf ganz gut. Dj tinitus sollte oben in #2 Recht behalten, dass das Gelände mit einem Neubau querfinanziert wird. Wenn wir den Denkmalschutz hinzuziehen, sind die Veränderungen an den Bestandsgebäuden natürlich eine Art Mogelpackung, aber wenn das Gestaltungsforum keine Einwände hat (wir erinnern uns an den Zirkus, den Denkmalschützer bei der Hauptpost veranstaltet haben), dann wird das auch so gebaut werden.


    Wenn ich mir vorstelle, dass der Abriss genehmigt worden wäre und hinterher ein 08/15-Wohnpark entstünde, stimmt der jetzige Entwurf auf den ersten Blick doch recht versöhnlich. Geschickt vor allem, dass eine zweite Höhendominante diagonal zur ersten am südwestlichen Ende des Geländes errichtet wird und der Flachbau künftig genau zwischen beiden Hochbauten steht.


    Jetzt wissen wir allerdings immer noch nicht, wer der Investor ist. Die CG-Gruppe schließe ich inzwischen fast aus, allerdings arbeitet Gröner wie kein zweiter Investor in Leipzig fast ausschließlich mit den Architekten von Homuth + Partner zusammen.

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    Jetzt wissen wir allerdings immer noch nicht, wer der Investor ist. Die CG-Gruppe schließe ich inzwischen fast aus, allerdings arbeitet Gröner wie kein zweiter Investor in Leipzig fast ausschließlich mit den Architekten von Homuth + Partner zusammen.


    Doch ;) - Man darf GRK bzw. WINCON nicht vergessen.


    Apropos GAP: Es gehörte bis vor kurzem der Vicus AG, die auf Youtube ein Drohnen-Filmchen über das Geländer und dessen Umgebung zeigt.

  • ^
    Investor ist nach meinen Informationen, wenn es nicht seit Ende 2016 noch X mal verkauft wurde, LEWO Immobilien GmbH und der EBV Grundbesitz GmbH.
    Da bereits andere Objekte (z.B. ein Objekt auf der Schumann-Straße) der LEWO nirgendwo offen zum Verkauf "ausgeschrieben" waren, ist allerdings im Netz bisher nichts dazu zu finden. Anscheinend ist der Run auf Immobilien mit Denkmalschutz in LE über andere Wege so groß, dass es nicht mal mehr an die altbekannten Makler (Dima, Profidelis, Koengeter, ...) oder Websiten (Immoscout, Immonet, ...) geht und öffentlich verkauft wird.


    Vorbesitzer war wie geschrieben VICUS, wobei man da vermutlich ewig auf eine Sanierung hätte warten können.
    MfG

  • Anscheinend ist der Run auf Immobilien mit Denkmalschutz in LE über andere Wege so groß, dass es nicht mal mehr an die altbekannten Makler (Dima, Profidelis, Koengeter, ...) oder Websiten (Immoscout, Immonet, ...) geht und öffentlich verkauft wird.


    Eigentumswohnungen mit Denkmal-Afa sind eines der letzten verbliebenen Steuersparmodelle, da dürfte ein nicht unbeachtlicher Teil ohne öffentlich einsehbaren Annoncen z.B. über Finanzdienstleister vertrieben werden. Aber beim Gästehaus-Areal kommt dafür ja nur das Bestandsgebäude in Frage - die Neubauten bieten sich hingegen für hochpreisiges Selbstnutzer-Wohneigentum an, was wiederum eigentlich eher eine öffentliche Vermarktung erwarten lässt. Wird man sehen.


    Ansonsten wird es spannend, wie diese großen Baukörper in natura wirken werden. Die ursprüngliche Villenbebauung wirkt ja wesentlich aufgelockerter, wird aber natürlich schon längst durchbrochen - z.B. auch von dem Plattenbau, der in Richtung Kreisverkehr an der Karl-Tauchnitz-Str. liegt.

  • Mal etwas mehr aus der Pressemitteilung zitiert, im Wesentlichen aber bereits bekannt:


    Zitat


    Das auch als "Gästehaus am Park" bekannte rund einen Hektar große private Baugrundstück mit denkmalgeschütztem Gebäude, soll durch die Projektentwicklungsgesellschaft EBV Grundbesitz GAP GmbH & Co. KG saniert bzw. ergänzend neu bebaut werden. Dazu hat die Projektentwicklungsgesellschaft im Vorfeld und in Abstimmung mit der Stadt Leipzig Planungen für Sanierung und Neubau sowie ein Nutzungskonzept erarbeitet, welches nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Entwicklungsziel ist die Sanierung der Bestandsgebäude und Umnutzung zu einer Wohnanlage sowie die Errichtung eines ergänzenden Neubaus.

  • Irgendwie scheinen wir was verpasst zu haben:


    Auf dem Gelände des ehemaligen Gästehauses der Staatsführung der DDR, mitten im bekannten Musikerviertel, soll dieser Neubau mit Hotel, Büro und Wohnen entstehen.


    Quelle: http://www.mann-schott-architekten.de/






    Für mein Geschmack etwas zu viel des guten.
    Auf dem letzten Bild fehlt nur der Adler in der Mitte über dem Eingang.

  • ^ Wir haben das nicht verpasst. Dieser scheußliche Kitsch ist schon lange obsolet, spätestens seit die Denkmaleigenschaft für das olle GAP 2013 festgestellt worden ist. Und das ist auch gut so. Wir hatten den Entwurf schon mal vor deiner aktiven Zeit hier im Forum an anderer Stelle diskutiert.


    Kurz noch zum aktuellen Entwurf: Eine Fertigstellung ist für 2020 geplant. Von daher sollte es so langsam mal losgehen. Zumindest treiben die ausführenden Architekten jetzt jeden Morgen eine Stunde lang Sport, um das Projekt zu stemmen.

  • Die LVZ meldet, dass das ehemalige „Gästehaus des Ministerrates der DDR“ in der Schwägrichenstraße 14 zu einer Wohnanlage ausgebaut werden kann. Heute wurde aus dem Rathaus mitgeteilt, dass der Bebauungsplan demnächst öffentlich auslegen würde.


    Auf 10 600 m² Fläche sollen 130 Wohnungen entstehen und dafür der zweigeschossige Flachbau und der Sechsgeschosser um jeweils eine Etage erweitert sowie ein siebengeschossiges Gebäude neu errichtet werden. Neben einem Penthouse sowie familiengerechten Wohnungen sind auch barrierefrei erreichbare Wohnungen und eine große Tiefgarage vorgesehen, die Dächer werden begrünt. Ein öffentlicher Fußweg im Süden des Grundstückes soll eine zusätzliche Verbindung zum Clara-Zetkin-Park schaffen. Die Gebäude werden denkmalgerecht saniert und das Wandrelief des Malers Bernhard Heisig im Foyer des ehemaligen Gästehauses rekonstruiert.