Neuer Stadtteil im Nordwesten geplant

  • Vorbereitende Untersuchung für neuen Stadtteil im Nordwesten

    Der Magistrat drückt aufs Tempo. Mit der Vorlage M_176/2017 vom 8.9.2017 wird beantragt, die für eine Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme erforderliche Vorbereitende Untersuchung zu beschließen. Sie soll eine umfassende Bestandsaufnahme für das fragliche Gebiet liefern, um alle möglichen Betroffenheiten und Belange zu ermitteln, gewissermaßen die Anamnese. Es werden die Beurteilungsunterlagen gewonnen, die gebraucht werden, um im nächsten Schritt Umfang und Zielrichtung der städtebaulichen Entwicklung festzulegen. Die Vorbereitende Untersuchung liefert das Fundament für die weitere Planung.


    Schon in diesem früheren Stadium soll mit den Betroffenen erörtert werden, ob deren Mitwirkungsbereitschaft besteht oder nicht. Zugleich beinhaltet dieser Schritt die frühzeitige und umfassende Information, die aus den Nachbargemeinden schon wiederholt lautstark gefordert wurde.
    Sobald die vorbereitende Untersuchung vorliegt, können die Stadtverordneten Chancen und Risiken abwägen und als nächsten Schritt die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme beschließen. Die Entwicklungssatzung liefert dann die rechtlichen Grundlagen für Grunderwerb, Enteignung, Bodenverkehrskontrolle usw.


    M_176_2017


    Karte Untersuchungsgebiet

  • Informationsveranstaltung 27.09.2017

    Gestern war eine Informationsveranstaltung im Nordwestzentrum und im August gab es bereits eine in Oberursel.


    Die einführende Präsentation von Planungsdezernent Mike Josef hat das Stadtplanungsamt zu beiden Veranstaltungen online gestellt:


    http://www.stadtplanungsamt-fr…euer_stadtteil_16148.html


    Die wichtigsten Informationen daraus sind:


    - Die im Vorbeitrag erwähnte vorbereitende Untersuchung soll ca. 2 Jahre dauern.
    - Die Fläche des Untersuchungsgebiets beträgt zwar ca. 550 ha, davon beabsichtigt man aber nur etwa ein Drittel zu bebauen.
    - Etwa die Hälfte der Fläche gehört bereits der Stadt, mit den übrigen Besitzern soll es in der nun startenden Phase Gespräche geben.


    Nach den einführenden Worten von Mike Josef waren eigentlich Gespräche mit dem Dezernent und den zahlreich anwesenden Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen der städtischen Verwaltung in kleineren Gruppen geplant. Dafür waren im ganzen Saal mehrere Stationen zu verschiedenen Themen mit Plänen vorbereitet. Gute Sache eigentlich. Aber nach lautstarken Protest ein paar einzelner Leute aus dem Publikum gegen dieses Vorgehen wurde kurzfristig umdisponiert und der Planungsdezernent hat für die restliche Dauer der Veranstaltung persönlich alle Fragen vor dem ganzen Publikum beantwortet. Das waren dann allerdings nur so etwa 20, die zum Zuge kamen, was dann aber geordnet ablief. Die Bürger und Stadtteilpolitiker stellten sich diszipliniert in einer Reihe am Mikrofon an. Die Mitarbeiter aus der Verwaltung standen nur am Rand, hörten zu und waren eigentlich umsonst da.


    Die Ortsbeiräte 7 (Praunheim) und 8 (Niederursel) forderten alle interessierten Bürger auf zu ihren nächsten Sitzungen am 24.10. bzw. 2.11. zu kommen, da es dort auch Thema sein wird.

  • Oha, die CDU-OB-Kandidatin Weyland ist gegen eine Bebauung westlich der A5 und will die "Landwirte" unterstützen. Aus der CDU-Fraktion wird weiterhin Unterstützung für eine "ergebnisoffene" Untersuchung des Vorhabens signalisiert. http://www.fnp.de/lokales/fran…erstuetzen;art675,2783131


    Losgelöst von den Umstand, dass man das ob und wie einer Bebauung westlich der A5 sicher offen diskutieren kann und muss, glaube ich nicht, dass Weyland hierzu eine echte Meinung hat. Das sieht mir sehr nach Wahlkampf aus. Schade, denn ich hätte mir eine attraktive Wahlalternative zu Feldmann gewünscht. So wird das aber nichts.

  • Das sieht mir sehr nach Wahlkampf aus. Schade, denn ich hätte mir eine attraktive Wahlalternative zu Feldmann gewünscht. So wird das aber nichts.


    Das GANZE Projekt ist reiner Wahlkampf, unfreundlich formuliert: eine einzige Wähler-VerA... .
    Ein Wohngebiet, durchschnitten von einer der dicksten BABs Deutschlands. Im östlichen Bereich laufen zudem zwei Hochspannungs-Überlandleitungen entlang. Darunter (!) bzw. direkt daneben (!) soll wohl der östliche Teil dieser "Wohn-"gebietes gebaut werden ?!


    Halten die "Parteibücher" die Wähler für so dumm, dass sie das nicht durchschauen ?
    Das kann nur reiner Aktionismus sein. Nach der Wahl lässt man das Projekt dann fallen. Meine persönliche Meinung.


    Auch deswegen werde ich überhaupt nicht wählen gehen.

  • ^ Kann man vielleicht so sehen, muss man aber nicht. Neben dieser Autobahn wohnen bereits zigtausend Haushalte in Goldstein, Griesheim, Rödelheim, Praunheim, Niederursel, Kalbach... Warten wir doch einfach mal ab, was die vorbereitende Untersuchung erbringt.

  • Wertneutral eingekippt

    Ich habe mir mal google maps geschnappt und die bereits betroffenen Stadtteile: Praunheim, Niederursel, Riedberg, Kalbach (ober auch mit Bindestrich=, Nieder-Eschbach in die Karte aufgenommen und mit roten Kreisen ein paar Standorte der Strommasten markiert.


    Zur Lärmlage sei angemerkt, dass ca. 70% Westwetterlage in der Region herrscht, also der Lärm nach rechts auf dem Bild wandert.


    Also ich denke, das das den Planern auch bewusst ist und sie daher "keinen Stress" haben. Und ja, ich bin kein Frankfurter, aber Friedrichsdorf hat auch 3 Stadt teile westlich und einen östlich der A5. Aufgrund einer Beziehung kann ich euch sagen, wie sich der Verkehrslärm verhältnismäßig östlich bzw. westlich anhört. Also wenn schon im neuen Stadtteil Frankfurts, dann westlich der BAB5.


    https://abload.de/img/unbenanntbiu06.jpg
    ___________________
    Bildrechte: auf dem Bild ganz unten erkennbar, Kreise und Linien von mir

  • Schöne Visualisierung !


    Im westlichen Bereich des Plangebietes gibt es auch noch eine dicke Hochspannungsleitung und zwar "mitten durch" (diagonal verlaufend).
    Wenn Du diese Trasse in Deinem Bild noch ergänzen könntest, dann sieht das Bild schon "richtig ehrlich" aus :D


    Im Übrigen: Es ist ein Unterschied, ob die geografische Trennung vom Stadtgebiet durch die BAB als Ist-Zustand seit bald einem Jahrhundert besteht (z.B. Griesheim, Höchst, Nied etc. - sehr nachteilig aber leider nicht zu verändern) oder durch eine solche Planung erst neu geschaffen wird (ebenso nachteilig und im Rahmen aller Möglichkeiten zu vermeiden).

  • Vermutlich funktioniert die "Städtebauliche Eintwicklungsmaßnahme" nur bei Schaffung eines neuen zusammenhängenden Stadtteil? Ehrlich kommen bei so einer Planung nämlich ein neuer Stadtteil im Westen und eine Erweiterung der bestehenden Stadtteile östlich der A5 raus.


    Halten die "Parteibücher" die Wähler für so dumm, dass sie das nicht durchschauen ?


    Da braucht man nur auf das Ergebnis der Bundestagswahl verweisen. Wenn das Volk sieht die "alten" Parteien helfen nicht den Lebensstandard zu halten gehen die Stimmen zu anderen Parteien.

  • BAB und Hochspannungsleitungen sind sicher nicht gerade jedermanns Wunsch, sprechen für sich genommen aber nicht gegen eine Wohnbebauung. Auch das das Wohngebiet dadurch geteilt wird, ist nicht das Problem. Die A661 teilt Seckbach von Bornheim. Und? Geht wie Welt davon unter? Klar, wen's sehr stört, wird dort nicht wohnen wollen. Gibt aber viele, die sich damit arrangieren.

  • Nein, aber die A661 erscheint in diesem Bereich immerhin dermassen störend, dass man sie sogar einhausen möchte. Dein Argument dürfte in Richtung "Eigentor" gehen.


    Abgesehen davon:


    Die A661 ist vom Typ "Stadtautobahn", etwa vergleichbar mit der berühmten A100 in Berlin. Nicht schön, aber letztlich eine Art Hauptverkehrsstrasse von Ffm. Speziell im Bereich zwischen Bornheim und Seckbach liegt die A661 zudem abgesenkt in einem "Trog", was die Verhältnisse (schon heutzutage) nochmals deutlich abmildert.


    Die A5 hingegen ist sowohl baulich als auch verkehrstechnisch ein komplett anderes Kaliber (doppelt so breit, auch und vor allem Überregionalverkehr, und topographisch voll offen liegend) und damit mit der A661 so gut wie nicht vergleichbar.

  • Nach langer Zeit der Stille um das neue Baugebiet ist nun auch Eschborn gegen den neuen Stadtteil westlich der A5 -> Nachbarstadt sagt Nein: Eschborn setzt sich gegen Baupläne zur Wehr | FR.de.


    Auch hier wieder ein Ort an der Stadtgrenze zu Frankfurt, welcher in der Vergangenheit nicht gerade mit Bauland für Wohnungen um sich geworfen hat.


    Lächerlichkeiten als Argumentation ist auch wieder vorhanden: "Die Frischluftschneise aus dem Taunus in Richtung Frankfurt werde durch die neue Straße zerstört, glaubt Geiger.". Also eine vielleicht 2 spurige Südumfahrung zerstört die Frischluftschneise und was macht dann erst die 10 spurige A5? Ah verstehe die ganzen Fahrzeuge auf der Autobahn mit >100 km/h bauen durch Luftverwirbelungen durch den Fahrtwind wieder eine neue Frischluftschneise auf? Nee oder??

  • ^ Abgesehen davon weht der Wind in der RheinMain-Region überwiegend von (Nord)West nach (Süd)Ost. Insofern könnte Eschborn rein wind-technisch von vornherein nur minimalst betroffen sein ... die Betonung liegt auf "könnte" (also wenn überhaupt)! :nono:

  • Zum Beitrag in #51 aus der FR kommt heute auf dem Titel(!) in der Printausgabe der FNP eine weitere "Note" von Eschborns Bürgermeister Mathias Geiger hinzu:
    Im Beitrag wird wieder die Resolution erwähnt: "(...)Sie soll in die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung kommen", kündigt der FDP-Politiker an, so die FNP.


    Nachdem in der FR ja schon jede Menge Gründe, wie z. B. die Zerstörung der Frischluftschneise, ich nenne es einmal "vorgeschoben" wurden, kommt nun der Hammer!!


    Jetzt fürchtet Geiger auch noch im sowieso schon verkehrsgeplagten Eschborn "erhebliche verkehrliche Probleme".

    Das ist ja klasse: Erst jahrelang massenweise Firmen aus dem per ÖPNV bestens erreichbaren Frankfurt mit Steuerdumping auf die, schlecht erschlossene, "grüne Wiese" nach Eschborn locken, und dann, quasi als "Dank" an die Stadt Frankfurt, dieser auch noch das neue Wohngebiet abzulehnen, wegen zuviel Verkehr, das hat wahrlich "Klasse"...:nono:

  • Leider bekommen die Taunusgemeine kräftig Schützhilfe von der Frankfurt CDU und ihrer Bürgermeisterkandidatin. Ich befürchte, dass die Bebauung westlich der A5 flachfällt und im Übrigen es bei einer Bebauung wie auf dem Riedberg verbleibt. Da hätte man das Gelände besser als Gewerbegebiet entwickelt und dafür die Wohnbebauung im Osthafen ausgeweitet.


    Nicht verschwiegen werden darf, dass auch aus den angrenzenden Frankfurter Stadtteilen, jedenfalls den sehr dörflichen, fröhlich Widerstand kommt.

  • Es war ein massiver Fehler, in den 70er Jahren das Umland nicht nach Frankfurt einzugemeinden. So laufen nun mal die Dinge im Heimatland des Kirchturmdenkens. Das zieht sich durch die deutsche Geschichte wie ein roter Faden.


    Frankfurt soll kein Übergewicht bekommen, genauso jeder noch so kleine Provinzfürst seine eingebildete Macht gegen den bösen römisch-deutschen Kaiser zu schützen suchte und so die Entstehung eines wirklichen Deutschen Reiches verhinderte und Voltaire zu seinem berühmten Zitat veranlasste (so ähnlich redet man jetzt im Ausland auch über Frankfurt, nicht wahr?). Zurück blieb die Deutsche Frage...die auf die bekannte Art gelöst wurde.


    In einer ähnlichen Position ist Frankfurt. Wenn die Rhein-Main-Region wirklich vereint wäre, könnte sie so viel mehr sein als sie jetzt ist...

  • Megaxel:
    Zitat: "Da hätte man das Gelände besser als Gewerbegebiet entwickelt und dafür die Wohnbebauung im Osthafen ausgeweitet."


    Ja, ganz meine Meinung.
    Westlich der A5 sollte man ein interkommunales Gewerbegebiet einrichten (nicht das ganze grosse "Dreieck" zwischen BAB und Bahntrasse gehört zu Ffm. - mit der anderen Gemeinde diesbezüglich eben zusammenarbeiten). Das würde ganz bestimmt recht gut funktionieren. In dieses neue Gewerbegebiet könnte man (zumindest teilweise) anderes Gewerbe aus Ffm. (z.B. Osthafen oder auch Flischstrasse / Ober Strasse) dort hin umsiedeln und die letztgenannten Gebiete langfristig zu Wohngebieten bzw. sog. "urbanen Gebieten" umwidmen.


    Woran scheitert das ?
    Weil ein solches nachhaltiges Konzept einem Politiker, der nur auf seine Wiederwahl bedacht ist, nicht "schnell genug" geht.

  • ^


    Als ob der Protest nachlassen würde, wenn man das Gelände als Gewerbegebiet entwickelt. Das wird ebenfalls nicht funktionieren. Zumal das Gewerbegebiet Praunheim immer noch recht verlassen wirkt.

  • Artikel bei der Frankfurt: Erstes Votum für neuen Stadtteil | FR.de und bei der [url=http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Bauland-wird-knapp-Noch-Platz-fuer-32-000-Wohnungen;art675,2844166]Stadtentwicklung: Bauland wird knapp: Noch Platz für 32.000 Wohnungen | fnp.de[/url].


    Ich war gestern bei der Sitzung des Ausschuss für Planung, Bau und Wohnungsbau. Wieder die gleichen Leute wie immer haben ihre Reden geschwungen. Sogar aus Oberursel waren Redner gekommen. Deplaziert fand ich aber, dass nun sogar schon Jugendliche, Kinder und sogar ein Kleinkind mitgebracht wurden. Da sollten diese Eltern mal lieber darüber nachdenken, dass bei der Planungsdauer das Baugebiet gerade rechtzeitig zur Volljährigkeit oder Studienabschluß ihrer Kinder fertig wird und die sich sicher über eine bezahlbare Wohnung freuen würden. Aber soweit denken die garnicht. Tschuldigung wenn ich so dreist bin, aber Rentner die schon jenseits der 70 sind, sollte sich lieber in den letzten verbliebenen Jahren an ihrer Gesundheit und erfreuen, statt der Jugend die Zukunft zu verbauen.


    Nebenbei, man kann sich am Äusseren ja leicht täuschen, aber gefühlte 95% der anwesenden Bürger sahen für mich jetzt nicht gerade nach >10.000 € Netto im Monat aus um mit den Brexitheinis mithalten zu können. Von daher sollten die sich auch mal darüber Gedanken machen ob sie in ein paar Jahren überhaupt noch Bürger von Frankfurt sind, oder ob sie nicht bald auch raus auf's richtige Land müssen weil die Mieten jenseits ihrer finanziellen Mittel sind. Und dann war der nervenaufreibende Kampf für sie umsonst und nur ein paar Spekulanten haben eine extra große Portition Geld zusätzlich auf der hohen Kante dazugewonnen.

  • Mittlerweile sollten die Politiker doch geschnallt haben, dass dieses ganze Bürger-Dialogsgedöns nichts bringt außer unnötigen Verzögerungen.


    Am Ende entscheiden ja doch die Gerichte. Darauf sollte man sich konzentrieren.


    Und dieses ständige Gerede von den Grenzen des Wachstums geht mir auf den Zeiger. Der Herr kann dann mal seine Pläne zur Geburtenkontrolle vorlegen wie in China.


    Die Menschen waren früher in die Fläche verteilt, weil jeder ein Stück Land zur Selbstvesorgung brauchte. In einer arbeitsteiligen Industriegesellschaft sind lange Wege tendenziell unerwünscht und ineffizient. Soll jetzt eine Fabrik mit 100 Mitarbeitern in Frankfurt aufgelöst und stattdessen 10 Fabriken mit je zehn Mitarbeitern über das Land verstreut werden? Damit einige Mittelalter-Romantiker auf ihre Kosten kommen?


    Die Menschheit wird nicht ins Mittelalter zurückkehren. Wenn Frankfurt nicht wächst, werden es andere tun und die Wohlstandsmehrung erfahren.


    PS: Dieser "Frankfurt wird wegen einem Neubaugebiet zu einem zweiten Syrien"-Kommentar ist ja wohl der Gipfel und auch ein sehr anschauliches Beispiel dafür mit was für Wirrköpfen es unsere Stadtplaner teilweise zu tun haben...