INSEK 2030 und andere aktuelle Stadtentwicklungskonzepte

  • INSEK 2030 und andere aktuelle Stadtentwicklungskonzepte

    In absehbarer Zeit beginnt die öffentliche Diskussion um das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept Leipzig 2030" (INSEK 2030), an dem verwaltungsintern bereits seit zwei Jahren gearbeitet wird:


    https://www.leipzig.de/bauen-u…ntwicklungskonzept-insek/


    Nun soll eine Zeitplanung für den Diskussionsprozess zum Entwurf des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Leipzig 2030 im Stadtrat verabschiedet werden:



    https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1006307

  • 24.8.: Der Entwurf des INSEK "Leipzig 2030" wird vorgestellt


    http://www.leipzig.de/bauen-un…ntwicklungskonzept-insek/

  • Entwurf des Stadtentwicklungskonzeptes INSEK Leipzig2030 online

    Der Entwurf des INSEK Leipzig 2030 kann nun runtergeladen, eingesehen und kritisiert werden:


    http://www.leipzig.de/stadtentwicklungskonzept



    http://www.leipzig.de/news/new…tgesellschaft-diskutiert/

  • Hab es erstmal nur grob überflogen, ist ja doch eine Menge Lesestoff. Interessant auf den ersten Blick sind diverse Trassenfreihaltungen für neue Tram-Strecken (z.B. in Anger-Crottendorf). Außerdem möchte man im nächsten Jahrzehnt unter die Top 5 bei den Übernachtungszahlen in Dtl. Klingt ambitioniert - Köln, welches den Platz momentan inne hat, zählte 2015 6,0 Mio. Übernachtungen.

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    Habe dazu im ÖPNV-Thread was geschrieben und auch LE mon.
    DIe meisten Trassenfreihaltungen sind alt und existieren seit 15 Jahren, außer Anger-Crottendorf + Heiterblick.

  • Die LIZ mit einer Einschätzung zum INSEK:


    https://www.l-iz.de/politik/le…00-Einwohnern-mehr-189289


    Zitat

    Deshalb nannte Jung am Mittwoch auch eine Zahl, die ahnen lässt, wohin die Reise geht: 1 Milliarde Euro Investition in den Leipziger ÖPNV in den nächsten 13 Jahren. „Wenn das reicht“, sagt Jung.


    Und das bedeutet eindeutig: Es werden neue Strecken gebaut werden, Haltestellen müssen leistungsfähiger werden, mehr Bahnen müssen mehr Fahrgäste transportieren. Und neue Stadtgebiete müssen ans Straßenbahnnetz angeschlossen werden.

  • dafür ist die Karte dazu arg bescheiden geblieben und die Maßnahmen darin halte ich größtenteils für nicht so wirksam wie nötig. Dennoch lässt es hoffen, dass das Fortschreibungsszenario des Nahverkehrsplans nicht die pessimistische Variante wird.

  • Gegen Ende der gestrigen Groß- und Lang-Veranstaltung zur Vorstellung des INSEK-Entwurfes wurden unter anderem zwei Fragen gestellt:

    1.) Wo sollen die benötigten 50-70.000 Wohnungen entstehen?
    2.) Wie und wann wird diskutiert, welche der freigehaltenen Trassen für neue Straßenbahnlinien in welcher Reihenfolge und bis wann tatsächlich gebaut werden?


    Der Oberbürgermeister und die Baubürgermeisterin antworteten, dass zu


    1.) im Dezernat 6 weiterhin an einem Plan gearbeitet wird, welche Bauflächen in Leipzig für Wohnungsbau zur Verfügung stehen oder neu ausgewiesen werden können. Dieser soll im Frühjahr 2018 vorgelegt und diskutiert werden.
    2.) diese Diskussion im Zuge der aktuellen Erstellung des Nahverkehrsplanes erfolgen soll. Auf der Website http://www.leipzig.de/umwelt-u…ntlicher-personenverkehr/ heißt es dazu:

    Zitat


    Kernthemen des Nahverkehrsplans, welche auch in der zweiten Fortschreibung von zentraler Bedeutung sind, betreffen insbesondere das Verkehrsangebot, die Verkehrsinfrastruktur, die Verknüpfung der Verkehrsträger sowie die Finanzierung. Dabei soll der Nahverkehrsplan insbesondere die strategische Ausrichtung der Netzentwicklung darlegen, Bedienungsstandards festlegen und die Entwicklung der ÖPNV-Infrastruktur sowie die Struktur der künftigen Finanzierung aufzeigen.


    Unterdessen wurde die Beschlussvorlage VI-DS-04159 "Integriertes Stadtentwicklungskonzept Leipzig 2030 (INSEK)" auch ins allris eingestellt:
    https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1006571
    Die jeweiligen Fachkonzepte können hier auch einzeln heruntergeladen werden.

  • Ich habe in den letzten Tagen (nachdem ich es vorher nur überflogen hatte) zumindest die Abschnitte Wohnen und Mobilität etwas gründlicher gelesen. Im Prinzip steht ja alles drin was passieren muss - allerdings konnte ich mich beim Lesen des Eindrucks nicht erwehren, dass die Realität mal wieder zu schnell für die Behörden und andere Organe ist.


    Ich hoffe, ich täusche mich und man nimmt das Problem nach wie vor sehr ernst und arbeitet mit dem nötigen Hochdruck an Lösungen. Außerdem hoffe ich, dass der Stadt und den Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften ausreichend Flächen im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung stehen, um die zu erwartenden negativen Folgen möglichst abzumildern - auf dem freien Markt dürfte das langsam schwierig und teuer werden.


    Ansonsten sehe ich schon, wie man in 10 Jahren quartiersweise Platte 2.0 in Grünau und Paunsdorf oder ein neues Gebiet am Stadtrand ballert - weil, die Not ist ja groß, und da kann man keine Rücksicht mehr auf Stadtentwicklung, Städtebau oder Bevölkerungsverteilung nehmen. Wer wenig Geld hat, kann dann halt ja da wohnen.
    Im INSEK wird man dann nachlesen können, dass man sehenden Auges da rein gelaufen ist.


    Ich hoffe natürlich dass es nicht so kommt - aber wenn ich mir angucke, dass z. B. die 13 neuen KiTas vermutlich alle ein- bis zweistöckig gebaut werden, habe ich nicht so sehr viel Hoffnung. Man scheint nach wie vor oft nur zu reagieren, anstatt zu agieren. Zwölf Jahre sind in Behördenzeit extrem kurz. Teilweise scheint man sich auch schon vorsichtig wieder zurückzulehnen (auch hier) - so nach dem Motto, im letzten Jahr sind wir nicht so stark gewachsen, mal die neue Prognose in einem halben Jahr abwarten und dann weitersehen.... (wir wissen alle, welche Unwägbarkeiten Prognosen haben können).


    Ich hoffe, der Eindruck täuscht - und ich will hier auch wirklich nicht herumunken - befürchte aber, dass Leipzig einen nicht unwesentlichen Teil seiner Attraktivität verlieren könnte, wenn man nicht langsam in die Strümpfe kommt.

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    volle Zustimmung! WEr zögert, verliert und kann dann nur noch Feuer löschen!


    Die Stadtratsvorlage zu den Georg-Schwarz-Brücken zeigt eindrucksvoll, dass die Verwaltung theoretisch fit ist, die Bearbeiter / Bearbeitung hingegen über den Schrumpfungsstand der 90er Jahre nicht hinaus gekommen ist.

  • Das Rathaus hat jetzt eine Broschüre mit dem Titel Arbeitsprogramm 2023 nachgeschoben. Darin sind 30 konkrete und maßgebliche Projekte für die kommenden Jahre beschrieben und Personen benannt, die für diese Projekte verantwortlich sind. Da der Artikel hinter der Bezahlschranke liegt, ein paar mehr Details dazu hier im Thread.


    • Großsporthalle
      Etwa 15.000 Zuschauer soll die neue Arena an der Richard-Lehmann-Straße fassen. In diesem Jahr soll der Stadtrat eine Beschlussvorlage zum Verfahren erhalten und eine Marktanalyse nebst Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bei einem externen Partner in Auftrag gegeben werden. Kosten für den Bau: 88 Mio Euro. Verantwortlich ist Frank Dannhauer, LEVG


    • Matthäikirchhof
      Eine Teilfläche des 1,6 Hektar großen Geländes soll zum „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ werden, eingebettet in ein lebendiges Innenstadt-Quartier. In das Forum sollen verschiedene Nutzer einziehen – auch das Stasiakten-Archiv für Sachsen. Noch 2019 wird eine Geschäftsstelle für das Projekt eingerichtet, später folgen ein städtebaulicher Wettbewerb, eine historische Studie sowie die Berufung eines internationalen wissenschaftlichen Beirats. Erste Baumaßnahmen: ab 2024. Verantwortlich: Dezernat Kultur, Stadtplaner Christoph Hümmeler.


      Anbei noch ein schönes Luftbild zu besagtem Gelände.


    • Festivals
      Noch in diesem Jahr soll die Dachmarke „Musikstadt Leipzig“ (300 000 Euro) vorgestellt und international platziert werden. Neben dem Bachfest gibt es in Zukunft jedes Jahr die Gewandhaus- oder Opernfesttage – so zu Mahler 2021 (Gewandhaus), Wagner 2022 (Oper), Leipziger Romantik 2023 (Gewandhaus). Für die Festtage und einen Mendelssohn-Schwerpunkt im Gewandhaus kommen 250.000 Euro an Zuschüssen. Verantwortlich: Karin Rolle-Bechler.


    • Forum Recht
      Lt. Broschüre soll in Leipzig auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz ein Forum Recht errichtet werden, das planerisch und konzeptionell in enger Verbindung mit dem neuen Gebäude der Juristenfakultät der Universität entsteht. Die Entscheidung über das Grundstück könnte der Stadtrat noch 2019 treffen – sobald eine Machbarkeitsstudie vorliegt. Kosten: trägt wahrscheinlich komplett der Bund. Verantwortlich: Juliana Pantzer und Prof. Ulrich Brieler.


    • Pleiße-Öffnung
      Nachdem der Stadthafen gebaut ist (Start meines Wissens 2020), will die Verwaltung nahtlos mit der Pleiße weitermachen. Die Planung für den Abschnitt zwischen Käthe-Kollwitz-Straße und Ranstädter Steinweg (also neben dem City-Ring) beginnt gerade: Von 2023 bis 2028 soll dort die Pleiße etappenweise ans Licht kommen. Der Abschnitt Simson-/Lampestraße ist für 2024 bis 2026, der Abschnitt Wundtstraße von 2025 bis 2027 angesetzt. Bereits bis Ende 2023 will die Kommune für Planung und Flussöffnung 10,4 Millionen Euro ausgeben, davon 7,7 Millionen aus Fördermitteln. Verantwortlich: Angela Zabojnik.


    • Naturkundemuseum
      Ob das doch noch was wird? Zumindest 2024 möchte wenn es nach Willen der Stadt geht das neues Naturkundemuseum öffnen. Das Ergebnis der neuen Standortuntersuchung wird bis Ende 2019 versprochen – dafür und für die Weiterentwicklung der Museumskonzeption sind im aktuellen Doppelhaushalt 1,7 Millionen Euro reserviert. Ob in der Lortzingstraße, am Bowlingtreff oder sonstwo: 2022 sollen die Bauarbeiten beginnen. Verantwortlich: Museumsdirektor Ronny Maik Leder. Die Konzeption wird er auch von einem „Kinderaufsichtsrat“ unterstützt.


    • Heiterblick-Süd
      Paunsdorf soll, wie hier im DAF schon an anderer Stelle diskutiert, erweitert werden. Bis zu 2.000 neue Wohnungen sollen entstehen. Bis Ende 2019 sollen die Planungen dazu in groben Zügen stehen. Nächstes Jahr dann soll ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt werden und 2023 die ersten Bagger rollen. Weiterhin steht in der Broschüre: In Heiterblick-Süd werden klimatische und ökologische Ziele mit verschiedensten Formen des bezahlbaren Wohnens kombiniert. Verantwortlich: Hillrich Teismann und Thorsten Rupp vom Stadtplanungsamt.


    • „Dorf“ für Ältere
      Geschätzt 12 000 ältere Leipziger seien an Demenz erkrankt – Tendenz steigend. Nach dem Vorbild der Demenzdörfer De Hogeweyk in Holland oder Svendborg in Dänemark sollen die Städtischen Altenpflegeheime (SAH) auch in Leipzig „kleinteilige Wohnformen mit Dorfcharakter in einem sicheren Umfeld“ anbieten. 2020 soll ein passendes Grundstück gefunden sein, 2022 Entwurf und Finanzierung stehen. Verantwortlich: SAH-Geschäftsführer Stefan Eckner.


    • Stadionumfeld
      Aus meiner Sicht dringend nötig, die Neugestaltung des Stadionumfelds.
      Bis zum ersten Quartal 2020 soll ein Rahmenplan erstellt werden. Wichtige Ziele darin seien ein Verwaltungsbau für RB, das Sportmuseum der Stadt, eine leistungsfähige Nahverkehrs-Anbindung des Stadions und auch die vom Freistaat Sachsen in einigen Jahren geplante Reaktivierung der Alten Elster. Umsetzung erster Einzelprojekte: im Frühjahr 2020. Kosten für den Rahmenplan: 65 000 Euro. Verantwortlich: Philipp Gleiche und Heinrich Neu.


    • Parkbogen Ost
      Das 200 Meter lange und über zwölf Meter hohe Viadukt in Sellerhausen soll ab Ende 2019 saniert(dazu haben wir einen eigenen Thread im Forum) sowie weitere Steinbogenbrücken im Verlauf des künftigen Parkbogens Ost bis zum Frühjahr 2021 instandgesetzt werden. Der zweite Bauabschnitt folgt bis 2023. Es entsteht auf der früheren S-Bahn-Strecke ein begrünter Höhen-Rad- und Fußweg. Ein international besetzter Wettbewerb – die Jury tagt am 11. November 2019 - soll dazu ausgelobt werden. Absehbare Kosten: 8,9 Millionen Euro bis 2023. Verantwortlich: Frank Amey, der neue Leiter des Amtes für Wohnungsbau und Stadterneuerung (AWS).


    • Wohnprogramm
      Um dem Mangel an bezahlbaren Wohnungen zu begegnen, unterstützt die Stadt testweise das Herrichten großer Quartiere für Familien mit vielen Kindern. Dabei sollen die sächsischen Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau erstmals um kommunale Zuschüsse ergänzt werdeb. Auch für Single-Haushalte greife das Modell. Im aktuellen Doppelhaushalt hat die Stadt dafür 2,4 Millionen Euro vorgesehen. Ab 2020 wird eine „kommunale Richtlinie zur Förderung preiswerten Wohnens“ entstehen. Verantwortlich: Heike Will vom AWS.


    • Robert-Koch-Park
      Ein schönes Projekt, wie ich finde. Der 15 ha große Park in Grünau soll eine öffentliche Nutzung erhalten. Das Klinikum St. Georg gibt Park und historische Gebäude zurück an die Stadt. Das Gesamtkonzept sieht einen Freizeitmagneten für das eingetragene Flächendenkmal vor. Beispielsweise möchte der Trägerverein vom „Haus Steinstraße“ aus der Südvorstadt sein soziokulturelles Zentrum gern in die frühere Chefarztvilla verlegen. Umzugstermin: frühestens Ende 2020. Verantwortlich: Jana Reinsch vom AWS.



    Weitere Projekte seien ein neuer Masterplan Gefahrenabwehr bei der Feuerwehr, die klimaneutrale Stadtverwaltung, WLAN für 130 Schulen und ein Technologiezentrum zur Digitalisierung der Wirtschaft, das für sieben Millionen Euro in der Baumwollspinnerei (Halle 7) entstehen und im Juni 2021 öffnen soll.


    Quelle: LVZ

  • ^ Danke für die Auflistung!


    Alles schöne Projekte, und das ein oder andere Neue ist ja dabei. Das "Dorf" für von Demenz Betroffene finde ich eine gute Idee, da diese - anders als nicht demente Senioren - tatsächlich ein sicheres Umfeld benötigen.
    Zum Punkt Wohnprogramm - Ist damit der Umbau bestehender Siedlungen gemeint oder sollen neue Wohnungen erstellt werden?


    Gespannt bin ich auf WLP und Matthäi-Kirchhof und auch auf das Naturkundemuseum.


    Insgesamt erscheinen mir die Projekte zwar alle gut, in der Gesamtheit ist mir aber insbesondere der kulturelle Anteil zu kopflastig. Es wäre schön gewesen, wenn sich auch das ein oder andere Nicht-Mainstream-Projekt dort wiedergefunden hätte.

  • Die LVZ schreibt noch einmal über das Arbeitsprogramm 2023 (noch für kurze Zeit frei lesbar). Demnach wird bis 2030 noch von höchstens 680.000 Einwohnern ausgegangen.


    Ansonsten wurden die von Cowboy im vorletzten Beitrag gelisteten Punkte genannt - neu war mir noch, dass neben dem aktuellen Standort und dem Bowlingtreff auch das ehemalige Stadtbad einer Standortprüfung für das zukünftige Naturkundemuseum unterzogen wird.