Neuer Suhrkamp-Verlagssitz Torstraße

  • Neuer Suhrkamp-Verlagssitz Torstraße

    Am Rosa-Luxemburg-Platz wird scheinbar ab diesem Jahr die letzte, freie Fläche geschlossen. Aushänge, die im nahen Umkreis im Dezember verteilt worden sind, künden an, dass der Suhrkamp Verlag dort ein Gebäude errichten möchte. Ein Kneipen-Flachbau wurde dazu bereits abgerissen. Die großen Bäume stehen noch, müssten bis Februar jedoch verschwinden, damit der Bau dieses Jahr wirklich noch starten kann.


    Das Protestschreiben (vom Dezember):



    Weitere Informationen konnte ich jedoch nicht finden.

  • Oh, fein. Das freut mich gleich doppelt: Erstens verschwindet eine hässliche Lücke in der Torstraße, zweitens scheint Suhrkamp den Beinahe-Zusammenbruch vor zwei Jahren tatsächlich überstanden zu haben. Beim Googeln bin ich auf einen Artikel gestoßen, wonach ein neues Verlagshaus am Luxemburg-Platz schon 2013 in Planung war, wegen der damals drohenden Insolvenz aber auf Eis gelegt wurde. Wenn es jetzt wirklich losgeht, zieht ein wichtiger Träger des Literatur- und Geisteslebens ins Scheunenviertel – ich finde, das passt, und ich bin sehr gespannt auf den Entwurf.


    Die "Bürgerinitiative Berlin Mitte" scheint mir dagegen trotz des gewichtigen Namens ein wenig schwachbrüstig daherzukommen: Solange sie weder eine Homepage noch eine Mailadresse hat (geschweige denn einen Muttersprachler, der lesbare Pamphlete verfasst), dürfte sich die Schlagkraft in Grenzen halten... ;)

  • ^^Irgendetwas stimmt da nicht. Die Fläche war früher bebaut, da können die Bäume nicht 100 Jahre alt sein. Der Text klingt wie von Google-Übersetzer.

  • Genau. Und wieso braucht eine Grünanalge wie der Rosa-Luxemburg-Platz dringend eine weitere Grünanlage, direkt an der Hauptverkehrsachse? Das Baurecht ist doch da schon ewig geklärt - los geht's mit bauen. Wie soll es denn aussehen?

  • Eine befreundete Suhrkamp-Autorin bestätigte mir gegenüber vor einigen Wochen die Bauabsicht Suhrkamps in dieser Ecke. Ich wohne in unmittelbarer Nähe und würde mich sehr darüber freuen, der herausragende Verlag Suhrkamp wäre eine wunderbare kulturelle Ergänzung zur Volksbühne, dem Babylon und den verschiedenen hochkarätigen Galerien.
    Um die alten (wenn auch nicht hundertjährigen) Bäume tut es mir auch leid, aber trotzdem muss man dieser wenig lauschigen Grünfläche an der Torstraße keine Träne nachweinen. Vor einigen Wochen wurde auf der Fläche eine Döner- und Pizzabude abgebaut, auch das ein Anzeichen, dass sich dort etwas tut.

  • Den "Autoren" dieses Zettels ist vermutlich nicht bewusst, dass es sich bei dieser Fläche nicht um den RLP handelt...:lol:


    Sehr schön! Ich arbeite ggü. und hatte mich schon gewundert, wo die Döner-Bude hin ist. Bleibt nur zu hoffen, dass man sich nicht an dem schwarzen Bau nebenan orientieren wird.

  • Bäume Ecke Torstraße


    Um die alten (wenn auch nicht hundertjährigen) Bäume tut es mir auch leid, aber trotzdem muss man dieser wenig lauschigen Grünfläche an der Torstraße keine Träne nachweinen. Vor einigen Wochen wurde auf der Fläche eine Döner- und Pizzabude abgebaut, auch das ein Anzeichen, dass sich dort etwas tut.


    So weit ich es in Streetview erkennen kann stehen hier Pappeln, vermutlich erst vor 30-40 Jahren gepflanzt. Pappeln sind nicht gerade hochwertige Gehölze und gehören eigentlich in der freien Landschaft.
    Auch bei Bäumen macht es manchmal Sinn etwas genauer hinzuschauen um nicht vor lauter grüner Star-rsinn jegliches Bauen zu verhindern.
    Ein chinesischer Pappel (Populus simonii) wird übrigens in den Westbezirken häufiger als Straßenbaum angepflanzt.

  • ^ :rolleyes:


    Welcher "grüne Starrsinn" verhindert denn hier irgendwas? Irgendwelche Leute, die des Deutschen kaum mächtig sind, um eine Demo ohne Ort und Termin "bitten" und den Suhrkamp- mit dem Aufbau-Verlag verwechseln, haben einen Zettel aufgehängt. Ich tippe mal, wir haben es hier nicht mit einem ideologisch motivierten Blockadeversuch linksgrün-ökofundamentalistischer Anti-Gentrifizierungs-Chaoten zu tun, sondern mit einem Nachbarn, dessen Hund gern auf das Grundstück kackt. Oder mit dem Döner-Mann, der seinen Imbiss verloren hat. Sorry.

  • ^ Ja, auch ich würde der ominösen "Bürgerinitiative Berlin Mitte" nicht zu viel Bedeutung beimessen. Vor einigen Wochen postete jemand den "Protest" auf "Nebenan.de", und bei den Nachbarn vom Scheunenviertel war die Resonanz bescheiden. Die meisten, mit denen ich darüber sprach, freuen sich auf die Bebauung, besonders wenn es sich tatsächlich um Suhrkamp handeln sollte.

  • Zitat

    Das Protestschreiben (vom Dezember):


    --> Post-moderne Ironie, in post-faktischen Zeiten sucht sich ihren Ausdruck in Post-Rechtschreibung & Satzbau...


    Passt doch ganz gut zum Hipster-Kiez Rosa-Luxemburg-Platz: Da sitzen jetzt ein paar Hornbebrillte jeden Tag im Panasian-Irgendwas-Restaurant zusammmen, kraulen sich gegenseitig ihre Seitenscheitel und freuen sich diebisch welch gloreichen Streich sie doch mit diesem Plakat angestellt haben.


    Erinnnert mich alles irgendwie an die Spätzle-Attacken im Prenzlauer Berg. Dort sollte uns eine Konfrontation zwischen zugezogenen Schwaben und Ureinwohnern suggeriert werden, hier ein Protest von Legasthenikern gegen den Neubau eines Verlags(!)hauses, welches sein Geld bekanntlich mit dem Verkauf von Buchstaben verdient. --> Beides also Pseudo-Gentrifizierungsdebatten, angestoßen von gelangweilten Hipster-Bengeln, die sich ihrer eigenen Wirkungsmächtigkeit im öffentlichen Diskurs versichern müssen.


    FAZIT: Rich Kids on LSD simulieren Großstadt, nichts weiter... Belangloses Geschnatter!

  • Suhrkamp als "Immobilienspekulant" zu bezeichnen ist schon haarsträubend. Das zeigt, dass sich eben inzwischen viele "Nimbys" der Klassenkampf-Rhetorik gegen "Gentrifizierung" oder "Spekulation" bemächtigen. Im Zweifel hat man einfach nur kein Bock auf die Störungen durch eine Baustelle.

  • ^ Die Suhrkamp-Zentrale interessier mich sehr. Die einzige aktuelle Quelle scheint aber der merkwürdige Protestanschlag zu sein.


    Gibt es sonst irgendwelche Infos?

  • Suhrkamp an der Ecke Torstraße/Rosa-Luxemburg-Straße


    So, jetzt bestätigt sich die Nachricht: Suhrkamp will "auf einem Grundstück an der Ecke Torstraße/Rosa-Luxemburg-Straße" die neue Zentrale errichten. Bestätigt habe Suhrkamp, dass der Umzug nach Mitte für 2019 geplant sei. (http://www.tagesspiegel.de/ber…mburg-platz/19312164.html)


    Welches Grundstück genau gemeint sei, bleibe aber unklar, heißt es weiter, die Baupläne würden noch geheim gehalten.


    Ich weiß vielleicht etwas mehr: Gestern wurden für kurze Zeit Pläne auf Nebenan.de gezeigt, die darauf schließen lassen (sie waren etwas undeutlich, die Schrift teilweise nicht leserlich), wonach der Bau an der Torstraße und am östlich angrenzenden Bau verläuft, (ein auf dem Kopf gestelltes L), so dass südlich eine Platzfläche und vielleicht einige Bäume, erhalten bleiben.

  • Neubauplanung Rosa-Luxemburg-Platz

    Heute ging es den Bäumen am Rosa-Luxemburg-Platz endgültig an den Kragen. Bis zum Abend waren bis auf einer alle Bäume gefällt.
    Damit steht dem Bauvorhaben des Suhrkamp Verlages nun im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr in Weg.



  • Neuer Suhrkamp-Verlagssitz

    Hier noch ein Artikel dazu aus dem Tagesspiegel. Das geplante Gebäude soll nur rund ein Drittel der Grundstücksfläche einnehmen und einen neuer städtischer Platz mit Grünflächen, Bäumen, Sitzbänken und einer Caféterrasse gegen die Torstraße "abschirmen". Ursprünglich war dieses Grundstück zu 80 Prozent bebaut.


    Jetzt würde ich nur gerne auch mal die Pläne sehen.


  • Jetzt würde ich nur gerne auch mal die Pläne sehen.


    Da die Beschreibung im Tagesspiegel mit den detaillierten Plänen kompatibel ist, die kurzfristig im Internet auftauchten und die ich einsehen konnte (siehe #287), wird der Bau voraussichtlich am östlich angrenzenden Gebäude angebaut, nördlich an der Torstraße verlaufen und südlich einen vom Verkehr der Torstraße einigermaßen abgeschirmten Platz herstellen.


    Ich finde diese Lösung ausgezeichnet, erst recht, wenn das Haus auch architektonisch ansprechend sein wird – und die Chancen stehen dafür nicht einmal schlecht: Suhrkamp wird sich als renommierter Verlag kaum mit einem unscheinbaren 08/15 Bau zufrieden geben.

  • Bundschuh Architekten haben ja auch das graue Betongebäude gegenüber geplant. Der Entwurf nimmt etwas von der "Betonarchitektur" auf, garniert mit viel Glas. Der "Park" sieht ja wirklich etwas mickrig aus. Aber vielleicht reißt es ja das Cafe raus. Insgesamt :daumen:

  • ^^Gefällt mir ausgesprochen gut. Noch ist nicht ganz zu erkennen wie die beiden Flügel ineinanderdringen, aber das ist ein gutes Beispiel wie ästhetisch man auch ohne Verwendung von Pilastern, Gesimsen, runden Ecken und dem ganzen anderen Kram, der einem Andernorts in Berlin als „modern“ verkauft wird, bauen kann.

  • Finde den Entwurf sehr mäßig. Die größte Schwäche ist m.M.n. die Kubatur und der Abschluss zur Tor- Ecke Rosa-Luxemburg-Straße. Das sieht aus wie ein Zeilenbau, ist aber in der Spandauer Vorstadt fehl am Platz. Die Wandfläche fällt mir auch viel zu groß aus.


    Was die Proteste angeht frage ich mich ob das Ganze nicht von der Presse zu sehr aufgebauscht wird. Da sind ein paar Anwohner denen die Suhrkamp-Ansiedlung gegen den Strich geht. Die Online-Petition hat aber gerade mal 23 Unterstützer. Für mich irgendwie viel Lärm um nichts.