Hochhaus MK 2E | Europacity (84m | in Bau)

  • Wäre doch langweilig und nicht Identitätsstiftend :D

    Hat Regula nicht mal im Baukollegium erwähnt, Berlin wäre „Rough & Wild“ und das müsse sich thematisch in der Fassadengestaltung und Materialität wiederspiegeln?

    (Ich glaube das bezog sich aber auf den Edge East Side Tower...)


    white, picked fences?

    Ich war letzten Sonntag in der Europacity und hab mir das Drama aus der Nähe betrachtet.

    Enttäuschend....gemischte Gefühle...

    Mich erinnert die Fassade eher an den US-typischen, weißen Lattenzaun, DAS Sinnbild des perfekten Mittelklasse-Vorstadtlebens.

    Der billige Eindruck, den die ersten Fotos bereits erweckt haben, will auch nicht weichen, wenn man direkt davor steht. Ob das Gebäude durch die, mit zunehmender Geschossanzahl auch schrittweise Erhöhung des Glasanteils am Ende doch noch überzeugen kann/wird? 7dr23uyx.jpg

    Bild Betonkopf

  • Ob das Gebäude durch die, mit zunehmender Geschossanzahl auch schrittweise Erhöhung des Glasanteils am Ende doch noch überzeugen kann/wird?

    Das ist auch meine Hoffnung. Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.


    Das Baukollegium hatte bei diesem Hochhaus erheblichen Einfluß auf die Gestaltung. Und raus kommt eine Wellblech-Optik wie in der dritten Welt. Was man hier sehen kann, ist eine Bankrotterklärung für dieses merkwürdige Baukollegium.

  • .... Wellblech ist überall auf der Welt das gleiche ob hier in Europa, ob in der zweiten Welt wie in den Favelas Brasiliens, oder in der dritten Welt Afrikas. Wahrscheinlich wird es auch noch in der Ersten Welt für die anderen Welten billig produziert um es dort als wertvollen Baustoff teuer zu verkaufen.

    Ich verstehe Deinen Vergleich einfach nicht.

    Sag' doch einfach es gefällt Dir nicht, dann ist es Geschmackssache und Du musst nicht andere Menschen in anderen Erdteilen diskreditieren, samt Berliner Baukollegium!

  • ^^^ Irgendwie wurde ich trotz meines Wunsches nicht gesperrt. Leider, denn was in den letzten Tagen hier abgeht, ist ein krasser Rückfall in die Zeiten, in denen der Politik schlicht an allem die Schuld gegeben wurde, was einem nicht gefällt. In die Zeit der absurden Assoziationen, die ungefiltert einfach hingetippt werden: Wellblechhütte, Lattenzaun, Vorstadt, 3. Welt. Himmelherrgott, es nervt!


    Um wenigstens mal etwas Fakten reinzubringen: Ich wüsste gern, was genau an dieser Fassade auf das Baukollegium zurückzuführen ist. Du scheinst ja Informationen zu haben – als Butter bei die Fische! Am besten mit Vorher-Nachher-Vergleich.

  • Ich finde die Fassade absolut genial. Sowas filigranes und mehrdimensionales habe ich lange nicht gesehen und in Berlin schon gar nicht.


    Es verspricht, eines der wenigen Gebäude zu werden, die in der Realität so leicht und transparent rüberkommen wie in der Grafik.


    Super gespannt bin auch ich auf den Übergang zu mehr Glas nach oben hin, und besonders auf das oberste Stockwerk.

  • Das Baukollegium hat das Hochhaus am Europaplatz meines Wissens nie thematisiert. Inwiefern soll es also "erheblichen Einfluß auf die Gestaltung" genommen haben?

    Um wenigstens mal etwas Fakten reinzubringen: Ich wüsste gern, was genau an dieser Fassade auf das Baukollegium zurückzuführen ist.

    Frau Lüscher war ein Jury-Mitglied beim Wettbewerb für dieses Hochhaus. Insofern hatte sie erheblichen Einfluss auf die Gestaltung. Ob sie im Namen des Baukollegiums oder in ihrer Eigenschaft als Senatsbaudirektorin in der Jury gesessen hat, macht am Ende doch keinen Unterschied, oder?


    Hier sind alle Jury-mitglieder aufgeführt:

    https://www.bauwelt.de/themen/…G-Wettbewerb-2880935.html

  • ^

    So wie ich das sehe, gab es nur drei Entwürfe von denen einer (Reimann, eigtl. der Beste) nicht komplett genehmigungsfähig war und außerdem wurde bemängelt, er würde nicht in das Ensemble am HBF passen, weil er nicht zeitgenössisch (kantig, durchgerastert) wäre. Der Entwurf von UN studio gefällt mir an der Stelle auch nicht unbedingt besser, er ist mir auch dem TourTotal zu nahe von der Gestaltung. Warten wir doch erstmal ab bis die Fassade die obersten Stockwerke erreicht. Der Effekt, dass die Fassade nach oben hin "glasiger" wird kommt ja noch gar nicht zur Geltung.

  • ^^ Lesen Sie - ein selbsterklärter Student der Stadtplanung - eigentlich Ihre eigenen Aussagen selbst noch einmal, bevor Sie sich äußern, wollen Sie gezielt Gerüchte streuen oder fehlt es Ihnen wirklich an jedem Verständnis für Stadtplanung, Einladungswettbewerbe & Jurys? Hier Ihre erste Aussage über die Ihrer Meinung nach durch das Baukollegium politisch verhunzte Fassadengestaltung:

    Das Baukollegium hatte bei diesem Hochhaus erheblichen Einfluß auf die Gestaltung. [...] Was man hier sehen kann, ist eine Bankrotterklärung für dieses merkwürdige Baukollegium.

    Und nun soll die Teilnahme von Regula Lüscher an der Jury die Bestätigung Ihrer wilden These über die Fassadengestaltung sein?

    Frau Lüscher war als Senatsbaudirektorin ein Jury-Mitglied beim Wettbewerb für dieses Hochhaus. insofern hatte sie erheblichen Einfluss auf die Gestaltung.

    Die eigentlichen Preisrichter des Einladungswettbewerbs waren übrigens Auer, Habbel, Pottgiesser, Sauerbruch, ergänzt wurden diese Preisrichter durch einen Vertreter des Bauherren (CA Immo), des zukünftigen Nutzers (KPMG) sowie zwei Vertreter der Politik (Bezirk Mitte und Senatsbaudirektorin). Aber Sie haben sich in diesem Thread ja bereits vor fünf Jahren mit dieser Aussage eingeführt, insofern hält sich meine Verwunderung in Grenzen:

    In der Berliner Stadtverwaltung scheint es einen einzigen Sachbearbeiter zu geben, der über die Kubatur von Hochhäusern bestimmen darf.

  • Noch einmal, Ihre Aussage lautete:

    Das Baukollegium hatte bei diesem Hochhaus erheblichen Einfluß auf die Gestaltung.

    (a) "Das Baukollegium": Das Baukollegium hat das Gebäude nie thematisiert. Punkt. Die Teilnahme Lüschers in ihrer Funktion als Senatsbaudirektorin an der Jury des Einladungswettbewerbs - die ich überhaupt nicht bestreite, sondern selbst erwähnt habe - hat damit nichts zu tun.

    (b) "erheblichen Einfluß": Diesen Punkt könnte man aufgrund von (a) - das Baukollegium hat das Gebäude nie thematisiert - sofort fallen lassen, aber selbst wenn man die nun von Ihnen zur Rettung Ihrer Aussage vorgeschobene Teilnahme von Lüscher als Senatsbaudirektorin an der Jury einpreist, bedeutet dies keinen "erheblichen Einfluß" in einer Achter-Jury.

    (c) "auf die Gestaltung": Auch diesen Punkt könnte man aufgrund von (a) - das Baukollegium hat das Gebäude nie thematisiert - sofort fallen lassen. In Ihrer Falschbehauptung, das Baukollegium habe "erheblichen Einfuß" auf "die Gestaltung" gehabt, kann allerdings nur die reale Aufgabe des Baukollegiums gemeint sein, städtebauliche oder architektonische Änderungen (häufig der Fassadengestaltung) anhand vorgelegter Entwürfen zu verhandeln. Nur dann ergibt es Sinn, über einen Einfluss auf die Gestaltung zu sprechen. Das kann aber bei einer Wettbewerbsjury, an der Lüscher als Vertreterin der Politik allein teilgenommen hat, überhaupt nicht der Fall sein.

    In diesem Sinne: Offensichtlich falscher kann ein Satz garnicht sein.

  • ^

    (a) Ich gestehe meinen Fehler ein, dass ich die Ausdrücke "Baukollegium" und "Senatsbaudirektorin" durcheinander gewürfelt habe. Aber das liegt nicht darin, dass ich "Gerüchte streuen" wollte. Vielmehr sind das Baukollegium und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung personell miteinander verquickt. Die Senatsbaudirektorin ist Vorsitzende des Baukollegiums, was deutlich belegt, dass das Baukollegium kein unabhängiges Expertengremium ist. Frau Lüscher hat die Senatsverwaltung (bis 31. Juli 2021) und das Baukollegium in Personalunion geführt. Wer möchte es da einem verübeln, dass man "Baukollegium" und "Senatsbaudirektorin" synonym verwendet?


    (b) / (c) Die Senatsverwaltung (diesmal nicht das Baukollegium! ) hat den Wettbewerb einfach so laufen lassen. Dabei hätte die Senatsverwaltung von der kommunalen Planungshoheit Gebrauch machen können und sich im gesamten Planungs- und Realisierungsprozess deutlich stärker in die Belange der Gestaltung einbringen können. Eine Stadt/Gemeinde kann für Investoren verbindliche Gestaltungsrichtlinien erlassen. Insofern hat die Senatsverwaltung auch einen Einfluß auf die Gestaltung, indem sie aktiv nichts tut.


    Und jetzt werfe ich wirklich mal ein Gerücht in die Runde:

    Vielleicht hat ja das Baukollegium beim Hochhaus MK 2E nicht reagiert, weil die Besetzung, der Verlauf und das Ergebnis des Wettbewerb bereits im Sinne des Baukollegiums gewesen sind? Das Baukollegium mischt sich doch ansonsten auch in jedes Bauprojekt ein. Das gilt insbesondere dann, wenn es um Hochhäuser geht. Und warum nicht hier?

  • Die Senatsbaudirektorin ist Vorsitzende des Baukollegiums, was deutlich belegt, dass das Baukollegium kein unabhängiges Expertengremium ist.

    Sie sind da etwas ganz Großem auf der Spur. Die Selbstbeschreibung des Baukollegiums lautet übrigens: «Im Baukollegium beraten sechs unabhängige Expertinnen und Experten gemeinsam mit der Senatsbaudirektorin einzelne Projekte und städtebauliche Planungen von gesamtstädtischer und außerordentlicher Bedeutung.» (☞ Hier.) Die unabhängigen Expert:innen werden übrigens vom Senat auf Vorlage des Senators/der Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen bestellt. Auch das ist bekannt.

    Frau Lüscher hat die Senatsverwaltung (bis 31. Juli 2021) und das Baukollegium in Personalunion geführt.

    Regula Lüscher hat nie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen geführt. Sie ist eine von zwei Staatssekretär:innen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Dies war sie unter den Senator:innen Junge-Reyer, Müller, Geisel, Lompscher & nun Scheel.


    Zu Ihren weiteren rhetorischen Selbstfesselungen mag ich mich nicht äußern.

  • Zu Ihren weiteren rhetorischen Selbstfesselungen mag ich mich nicht äußern.

    DU DRÜCKST MIR EINE DISKUSSION AUF DIE NASE, DIE ICH MIT DIR GAR NICHT FÜHREN MÖCHTE !!!


    Ich habe jetzt zweimal geantwortet, um diese Diskussion abhaken zu können. Ganz nebenbei habe ich meinen Fehler eingestanden, dass ich Baukollegium und Senatsbaudirektorin verwechselt habe. Das scheint dir leider nicht zu reichen. Stattdessen wieder neue Vorwürfe von dir. Mittlerweile summieren sich deine persönlichen Angriffe auf ein halbes Dutzend.


    Da ich davon ausgehe, dass Bato die Diskssion ohnehin in den Mülleimer verschieben wird, nochmals meine Frage an dich:


    WAS WILLST DU VON MIR EIGENTLICH?


    Ich empfehle ein kühles Glass Wasser.

    Das kühle Wasser empfehle ich dir dringend. Du setzt immer wieder nach, anstatt endlich Ruhe zu geben!


    Gehe eine Runde spazieren und kühle deinen Kopf!


    STREITE DICH BITTE MIT IRGEND JEMAND ANDEREM!!!

  • Das Baukollegium mischt sich doch ansonsten auch in jedes Bauprojekt ein.

    Grundsätzlich nein. Das BK soll nur Projekte von herausragender städtischer Bedeutung besprechen. Idr zählen Hochhäuser dazu, weil sie ab einer gewissen Höhe dann auch wortwörtlich "herausragend" sind in ihrer Bedeutung für das Stadtbild. Ob das 84m KPMG Türmchen diese Schwelle überschreitet, weiß ich nicht, aber das BK hat ja augenscheinlich nicht getagt, bzw das Projekt an sich gezogen.

  • Ich habe jetzt zweimal geantwortet, um diese Diskussion abhaken zu können. Ganz nebenbei habe ich meinen Fehler eingestanden, dass ich Baukollegium und Senatsbaudirektorin verwechselt habe. [...] neue Vorwürfe [...] persönlichen Angriffe.

    Lieber Architektur-Fan , ich finde es erst einmal sehr lobenswert, in einem Forum einen Fehler einzugestehen & zu korrigieren und habe daher auch, da es eine Stillosigkeit meinerseits war, mein ungerecht spöttisches "Ich empfehle ein kühles Glass Wasser" entsprechend entfernt. Ich bitte Sie um Verzeihung. Gleichwohl müssen Sie damit leben, dass Ihre in einem Forum vorgebrachten Thesen zum Hochhaus hier diskutiert und hinterfragt werden. Dies sind keine "persönlichen Angriffe" oder "Vorwürfe", sondern es ist schlicht Kritik an nachweislich fehlerhaften Aussagen. So haben Sie Ihre Anfangsthese - "Das Baukollegium hatte bei diesem Hochhaus erheblichen Einfluß auf die Gestaltung" - in Ihrer Entschuldigung eben nur formal leicht "korrigiert", indem Sie vorgaben, Baukollegium und Senatsbaudirektorin verwechselt zu haben, weil diese quasi "synonym" seien. Mit jeder Äußerung haben Sie aber zugleich Ihre Ursprungsbehauptung in stetigem Regress leicht verändert und neue Falschbehauptungen hinzugefügt und andere entfernt, gipfelnd in Ihrer explizit als "Gerücht" ausgewiesenen These, dass das "Baukollegium nicht reagiert (habe), weil die Besetzung, der Verlauf und das Ergebnis des Wettbewerb bereits im Sinne des Baukollegiums gewesen sind".


    Das dürfte dann etwas formalisiert so aussehen:


    Die einfachere Version könnte freilich so aussehen:

    Der unter der Ägide Regula Lüschers als Senatsbaudirektorin 2008 verabschiedete Masterplanentwurf für die Europacity sah einen "Hochpunkt" am Europaplatz vor, während sich die Randbebauung des Baufeldes an "Berliner First- und Traufmaßen orientieren" sollte. 2016 fand ein Einladungswettbewerb des Bauherrn CA Immo mit 10 gesetzten Architekturbüros statt. Preisrichter waren Auer, Habbel, Pottgiesser, Sauerbruch, ergänzt wurden diese Preisrichter durch einen Vertreter des Bauherren, des zukünftigen Nutzers KPMG sowie zwei Vertretern der Politik (Bezirk Mitte: Ephraim Gothe und der Senatsbaudirektorin: Regula Lüscher). Im darauffolgenden Jahr 2017 wurde der Wettbewerb zugunsten des Büros "Allman Sattler Wappner Architekten, München" entschieden, der Antrag auf Erteilung einer Baugenehmigung wurde Ende 2018 gestellt und im Sommer 2019 genehmigt. Das Baukollegium sah offenbar keinen Bedarf, das Vorhaben zu diskutieren. Überraschenderweise wurde die Gestaltung der Fassade aus glasierten Keramikelementen nur minimal gegenüber dem Wettbewerbsentwurf überarbeitet und seit Baubeginn 2020 im Jahre 2021 umgesetzt.


    Damit ist nichts über die ästhetische, städteplanerische oder soziale Deutung dieser Fassade gesagt, die jeder hier im Forum nach eigener Façon auslegen mag. Aber sie sollte sich doch an die Realien halten.

  • Der Kritik an der Fassade des Turmes kann ich mich nicht anschließen. Die Fassade scheint eine eigenwillige Wirkung zu erzeugen, die wohl erst bei Abschluss der Arbeiten (beim direkten davorstehen) bewertet werden kann. Vom Architekten wurde allerdings ursprünglich angekündigt, dass die Lamellen aus Keramik seien, ich kann dies nicht bewerten ob dem auch so ist. Falls nein wäre mein Urteil kritischer.


    Die Europacity ist das Herzstück von Frau Lüschers Wirken in Berlin. Wo Europacity drauf steht ist auch Frau Lüscher drin, ihr Name ist mit diesem Baugebiet verbunden wie sonst keiner. Selbstverständlich ist sie als Person damit auch direkt in der vordersten Kritiklinie (vergleichbar mit Stimmann und der Friedrichstraße).


    Positiv fallen mir die vielen verschiedenen und auch handwerklich sehenswerten Fassaden auf. Das Problem der Europacity (und der oft sehr reflexhaften nicht immer zielgerichteten Kritik darauf) besteht nach meinem Empfinden in folgenden Punkten:


    1. Die übermäßige Kastigkeit der Baukörper, die mich beim Anblick (trotz oft interessanter Fassaden) zumindest ermüden. Dies trifft auch sehr stark auf den

    KPMG-Turm zu, obwohl die Fassade auffallend dagegen angehen möchte. Ich sehe kaum Staffelungen (Hotel Tchoban Voss, Heidestraße 58 und Riegel zur Bahn als Ausnahme) oder spannende Höhendifferenzierungen. Die wären sehr nötig gewesen.


    2. Das sogenannten Herzstücke wirken nicht. RobertNeun hat verdient den Wettbewerb gewonnen, was aber dort heute als "Nahversorgungszentrum" steht hat mit dem Wettbewerbsergebnis nur noch die Kubatur gemeinsam. Das wirkt nicht.

    Das Hafenbecken (das einzig wirklich interessante) wurde gleich zu Beginn aufgegeben. Allein die Baukostensteigerung für den späteren Bau des S-Bahn-Haltes hätten das Becken dreimal finanziert. Im Übrigen ein Kuriosum, eine Stadt wie Berlin mit so viel Grundwasser kann sein Wasser nicht schön, oder gar anmutig inszenieren. Da müssen schon die privaten ran (Mercedes-Platz, Sony-Center). Wasser (zum anfassen, erleben) täte Berlin vor allem im Sommer gut und zieht immer an. Am Otto-Weidt-Platz sind Treppen zum Wasser eingelassen, aber wo ist der Schatten? Und leider ist der Platz architektonisch (Nordseite) in seiner Größe trist geraten.


    3. Das fehlende Hochlicht

    Würde die Europacity mit ihrem anspruchsvollen Namen in Zürich oder sogar München stehen, ich würde als Besucher die Blockstruktur und die unterschiedlichen, oftmals interessanten Fassaden loben. Für Berlin als Hauptstadt und das Auftreten des Bundes in Europa fehlt mir persönlich etwas, nicht unbedingt im Sinne des Kommerz wie am Potsdamer oder an der East Side Gallery. Eher in Richtung Sinnlichkeit. Ich spinne jetzt mal um Assoziationen anzuregen: Kollhoffs Leibniz-Kolonnaden am Otto-Weidt-Platz, vielleicht Alsterartig am Wasserbecken entlang angelegt. Oder im Zentrum der Europacity ein besonderes Kunstwerk z. B. wie der Bean Spiegel in Chicago. Die Europacity soll ja so viel mit Kunst zu tun haben, ich sehe nur nichts davon. Alles nur Beispiele.

  • Im Übrigen ein Kuriosum, eine Stadt wie Berlin mit so viel Grundwasser kann sein Wasser nicht schön, oder gar anmutig inszenieren. [...] Wasser (zum anfassen, erleben) täte Berlin vor allem im Sommer gut und zieht immer an.

    Am Otto-Weidt-Platz soll ja immerhin, so die Pläne noch stimmen, ein sogenannter "Wasserstein" angelegt werden. Die Senatsverwaltung beschrieb diesen als "großen Wasserstein aus dunkelgrauem Granit, der sich leicht aus der Fläche erhebt und von Sitzsteinen umlagert wird". Auf den Entwürfen von relais Landschaftsarchitekten sieht es nach einer recht schön gestalteten Plansche aus. Die Freiraumgestaltung (etwa die Fläche hinter dem Hamburger Bahnhof, der Nordhafenpark, die Promenade) gefällt mir bislang durchweg sehr gut in der "Europacity".


    ecb-03ztk2s.jpg

    © relais Landschaftsarchitekten

  • Lieber Mitforist HarrySeidler, danke dass Sie die Visualisierung des Platzes hochgeladen haben. Er wirkt auf mich wie ein durchaus netter (Quartiers-)Stadtplatz, man kann zumindest sagen, das Pflaster wird Qualität haben - und ästhetisch pflastern kann Berlin einfach!


    Meinem Anspruch an den zentralen Platz bzw. Mittelpunkt der "Europacity" erfüllt diese durchaus schöne Visualisierung nicht. Es ist immer eine Frage des Anspruchs. Zu Beginn war ein Hafenbecken versprochen, nun eventuell ein paar Plätscheranlagen. Nicht schlecht, aber mir kommt hier ein Sprichwort eines großen Denkers unserer Zeit in den Sinn. Ich glaube es war DJ Westbam der mal meinte, "irgendwann werden die Menschen erkennen, dass weniger nicht mehr, sondern einfach nur weniger ist!".