Hochhaus MK 2E | Europacity (84m | in Bau)

  • Das Baukollegium war aufgeschlossen gegenüber einer höheren Bebauung, welche im Masterplan so nicht geplant war. (Ich denke dort ist Traufhöhe angegeben)

    Die anwesenden Planer hatten als Beispielbebauung eine Hochhausscheibe vorgeschlagen. Höhen: ca. 60m; 100m; 120m

    Dieses Hochhaus war parallel zur Minna-Cauer-Str. gesetzt. Außerdem wurde ein schmal Riegel gezeigt, gegenüber der Altbauten, an der Döberitzerstr.


    Das Baukollegium sieht keine 100m+ an diesem Standort (eher Richtung 60m), die Höhe soll sich an den beiden bereits stehenden Hochhäusern orientieren. Zudem soll die Kubatur nochmals überdacht werden.

  • Es ist auch wichtig zu betonen, dass der Bebauungsplan einen Blockrand an der Stelle vorsieht mit einem kleinen Platz zur Heidestraße. CA Immo wollte stattdessen nur den nördlichen Riegel bauen und ein Hochhaus auf Solitär an der Südseite. Es sollte ein möglichst großer Park entstehen. Das Baukollegium hält den Blockrand als Abschluss/Auftakt der Bebauung der Heidestraße aber für nötig, könnte sich aber vorstellen dass eine Seite dort einen Hochpunk erhalten könnte. Zur Höhe hieß es, wie gesagt, nur „das wird sicher kein 100 Meter Haus“. Ich muss sagen, ich finde es auch wichtig, dass der Blockrand da zu Ende gebaut wird. Das macht einen sauberen Abschnitt zum Park entlang der Döberitzstraße. Ein Hochhaus-Solitär dort mit Park an allen Seiten würde unstimmig aussehen. das ist schon eine richtige Entscheidung. Aber wie ich das Forum kenne wird es am Ende nur heißen Lüscher hält hier die Hochhäuser klein.

  • Eigentlich ist da nur ein Block mit 22m Traufhöhe vorgesehen. Da finde ich 60m schon recht großzügig. Die 120 hat der Investor keck in den Ring geworfen.

  • ^Der Investor als Eigentümer wär doch mal 'ne charmante Idee. Aber mal im Ernst, das Baukollegium ist im Prinzip als beratendes Gremium eine tolle Sache. Die Frage ist doch nur die rechtliche und politische Legitimation der Satzungsbefugnis. Ersteres ist gegeben und letzteres kann man leisten, durch parlamentarische Kontrolle des Gremiums als Teil der Exekutive.

  • Das Cluster am Hbf läuft auf den 100-Meter-Turm vor dem Bahnhof als Hochpunkt hin zu. 120 Meter auf der anderen Seite des Europaplatzes ergeben da wenig Sinn. Zudem fand ich den städtebaulichen Entwurf von Herzog & de Meuron nicht überzeugend: Zwei unterschiedlich hohe Scheiben mit ein bisschen Grün dazwischen – toll! Dazu eine Fußgängerbrücke über die Straße, wie sie in den 70ern überall gebaut und in den 90ern überall wieder abgerissen wurden.


    Nee, das klang nach Stadtplanung anno 1965, und das Baukollegium hat sich nur für den Masterplan eingesetzt: Blockrand und Platz (mit einem kleinen Hochpunkt als möglicher Ergänzung).

  • Ganz Deiner Meinung!


    Als "die Lüscher" freundlich aber bestimmt gesagt hat, dass es bestimmt kein 100-m-Haus werden würde, konnte ich einen Moment lang die Gefühlswallungen der Wolkenkratzer-Fraktion ganz gut nachvollziehen. Aber jetzt ist mir klar: Das Baukollegium verfolgt da eine ganz bewusste Strategie und will möglichst der ganzen Stadt eine Art Choreographie oder dramatische Gesamt-Gestaltung geben (wie hier das allmähliche Anwachsen einer Hochhauswelle zum Hbf-Turm hin).


    Eine Vorgehensweise, die mir in ihrem Gegensatz zum Wildwuchs mancher anderen Städte sehr zusagt.


    Ähnlich denke ich läuft das Denken bei der Einheitshöhe am Alex ab.

    Ich kann mir vorstellen für eventuelle 150m plus x-Gebäude hat man mehr oder minder die City West im Visier.


    Danke dass Du die Fußgängerbrücke nochmal erwähnt hast. Ich fand das bei der Präsentation irgendwie seltsam und wußte nicht wieso – aber natürlich war es genau das: Es ist einfach eine etwas aus der Zeit gefallene Idee.

  • Ich glaube die Brücke war ganz simpel ein Versuch, das zu bebauende Areal besser für Fuß - und Radverkehr zu erschließen ( vom HBF aus)

    Mir selber fällt keine Alternative dazu ein, weil der Tiergartentunnel ein enorm abwertendes Hindernis darstellt, in Bezug auf Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit.

  • Der Hochbau hat begonnen, so wie es aussieht, wird das recht flott vorankommen.


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    Gut zu erkennen im Hintergrund der Fortschritt beim Amano / Ibis Hotel. Der Anbau ist bei der Fassade kaum noch zu erkennen, nur noch am Dachgeschoss


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  • Es entscheidet weder der Investor noch das Baukollegium.


    Auch Berlin ist an das Baugesetzbuch gebunden, da es Bundesrecht ist. Sonst könnten im Vergleich zu Flächenstaaten Unterschiede auftreten, was ich ohne vertiefte Recherche nicht beurteilen kann. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf Flächenstaaten, sollten in leicht abgewandelter Form aber auch für Berlin gelten.


    Der städtebauliche Plan wird typischerweise in einem Bebauungsplan umgesetzt. Dieser wird nach Abwägung vom Stadtparlament (Gemeindevertretung/Stadtverordnetenversammlung) nach Abwägung beschlossen. An diesen Bebauungsplan sind sowohl die Eigentümer als auch beratende Gremien gebunden. Wenn der Investor vom Bebauungsplan abweichen möchte, kann er eine Befreiung nach § 31 Abs. 2 BauGB geantragen, welche gestattet werden kann, wenn die Grundzüge der Planung und Nachbarbelange nicht berührt werden und dies städtebaulich vertretbar ist.


    Was Grundzug der Planung ist, hat das Stadtparlament schon in die Begründung zum Bebauungsplan geschrieben. Nachbarliche Belange können über zivilrechtliche Vereinbarungen finanziell abgegolten werden. Das Problem ist die städtebauliche Vertretbarkeit. Wenn hier ein beratendes Gremium mitgeteilt hat, dass diese am beabsichtigten Ort gegeben ist, kann sich die Behörde, welche die Baugenehmigung zu erteilen hat, diese Einschätzung als antizipiertes Sachverständigengutachten für die erforderliche Ermessensentscheidung zu eigen machen.


    Die Behörde (in Berlin mutmaßlich der Bezirk) erteilt dann die Baugenehmigung mit einer Befreiung vom anzuwendenden Bebauungsplan und begründet dies damit, dass Fachleute die städtebauliche Vertretbarkeit für das Baugrundstück bestätigt haben, sofern auch die übrigen, oben genannten Voraussetzungen einer Befreiung vorliegen.


    Gestaltungsgremien haben also dort, wo gesetzliche Regelungen greifen, keine eigene Entscheidungsbefugnis. Die Einwirkungsmöglichkeiten des Gestaltungsgremiums beziehen sich eher auf den städtebaulichen Entwurf eines Viertels, sowie auf die Gestaltung einzelner Gebäude, weil hierzu quasi nichts gesetzlich geregelt ist. Im Übrigen handelt es sich um Soft Power, weil das Gestaltungsgremium eng mit den entscheidenden Politikern verzahnt ist und Investoren immer wieder in Berlin bauen möchten. Deswegen ist das Gestaltungsgremium zufrieden zu stellen.


    So läuft es zumindest in Frankfurt. Ich hoffe, dass ihr daraus etwas für Berlin und das Europaviertel im Besonderen ziehen könnt.

  • Wenn das HH fertig ist, können wir immerhin als Stadt von uns behaupten, ein Hauptbahnhof-nahes Hochhaus-Ensemble von Format Braunschweigs errichtet zu haben (in den 20 Jahren seit Erarbeitung des Planwerks Innenstadt). :daumen:


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    © Cube Visualisierungen für Stauth Architekten PartGmbB / siehe: DAF Post #381

  • So weit würde ich nicht gehen. Bis wir in der Europacity an die Qualität dieses kleinen Braunschweiger Ensembles kommen dürfte noch etwas Zeit vergehen.


    Mod: Sinnloses Vollzitat des Vorposts gelöscht.

  • Mit dem Herz 50 Gebäude, dem Total Hochhaus und dem kommenden KPMG-Hochhaus haben wir die Qualität längst erreicht. Mal sehen was der letzte Turm direkt am HBf für ein Design hervorbringt.

    Mir bereiten nur die Erektionsstörungen, ob der fehlenden 300 - 400m Tower im direkten Umfeld des Hauptbahnhofs, Sorgen.

  • Mir bereiten nur die Erektionsstörungen, ob der fehlenden 300 - 400m Tower im direkten Umfeld des Hauptbahnhofs, Sorgen.

    Wer hat denn hier Erektionsstörungen? Im Forum wird doch ständig ejakuliert. Ich meine, zwischen 300-400m Türmen und einem Gewerbepark am Braunschweiger Bahnhof gibt es wohl noch so einige Abstufungen. "Nur ein Sith denkt in nichts als Extremen" -Star Wars