Abriss Postmoderne Budapester Straße 35

  • Abriss Postmoderne Budapester Straße 35

    Nach einem Bericht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wird die Zentrale der Berliner Volksbank in der Budapester Straße saniert und aufgestockt. Den Wettbewerb unter Vorsitz von Prof. HG Merz hat das Büro Barkow Leibinger Architekten aus Berlin gewonnen:


    http://www.stadtentwicklung.be…h_1109/nachricht4477.html


    Eine - zugegeben - ziemlich schwammige Visualisierung findet sich hier:


    http://www.berliner-volksbank.…08_09_2011__gewinner.html

  • So traurig

    ^
    Das rote Berliner Volksbankgebäude ist ein so schönes Gebäude, welches klassische Formen des Neoklassisismus mit modernen Glasfassaden verbindet. Das neue Gebäude sieht nur schlicht nach Glas mit geschwungener Form aus. Es erinnert an das Spreedreieck in simplerer Form.
    Sehr schade. Das alte Gebäude hatte etwas Erhabenes und Klassisches, das neue Gebäude ist hingegen steril, kalt und austauschbar.
    Normalerweise habe ich absolut nichts gegen moderne Architektur, aber in diesem Fall empfinde ich es als Verlust, weswegen ich meine deutliche Ablehnung zu entschuldigen bitte.


    Das alte Gebäude kann sich hier in Wiki angeschaut werden:
    http://upload.wikimedia.org/wi…Budapester_Str_(2010).jpg

  • "Sehr schade. Das alte Gebäude hatte etwas Erhabenes und Klassisches, das neue Gebäude ist hingegen steril, kalt und austauschbar."
    - absolut meine Meinung!
    Grundsätzlich bin ich skeptisch gegenüber moderner Architektur, und in diesem Fall empfinde ich es als besonderen Verlust, zumal ich im alten Gebäude eine kurze Zeit Anfang der 80er gearbeitet und mich dort wohl gefühlt habe.
    Ich bitte um Verständnis für meine deutliche Ablehnung. ;)

  • Hier teile ich eure Meinung absolut. Ich kann es gar nicht glauben und hoffe mal, dass der Umbau, so wie in der Visualisierung zu sehen ist, nicht realisiert wird.


    Das hat mit dem derzeitigen Gebäude ja gar nichts mehr zu tun. Soweit ich weiß, gilt die Architektur des jetzigen Gebäudes als etwas besonderes und wurde auch mehrfach ausgezeichnet.

  • Dazu die Senatsbaudirektorin: "Der misslungene Entwurf für die Totsanierung und Erweiterung des Bankgebäudes beweist einmal mehr die Unwichtigkeit von Architekturwettbewerben. Der preisgekrönte Entwurf untergräbt die eigenständige Identität des alten Bankgebäudes und fügt sich gleichzeitig überhaupt nicht in das städtebauliche Ensemble des Olaf-Palme-Platzes ein. Mit einem Bau, der sich an diesen Maßstäben orientiert, wird die City-West städtebaulich abgewertet."
    (Anmerkung: das Geschriebene wurde leicht abgeändert.)


    Unfassbar, ein für die Ecke einprägsames und zeitloses Gebäude durch eine derartige Nichtigkeit zu ersetzen. Da hätte die gute BV doch lieber woanders hinziehen können und das Gebäude vermieten sollen. Wo ist eine Finanzkrise wenn man sie mal braucht?

  • Naja,man weiss,was jetzt kommt.Mir gefällt der bisherige Bau nicht wirklich.Die Form ist gelungen,der Fassade dagegen sieht man die zur Bauzeit aufziehende Postmoderne deutlich an.
    Von innen kenne ich das Gebäude überhaupt nicht,es ist eines der wenigen Gebäude in der City West,in dem ich nie gewesen bin.


    Die Volksbank hätte mal am PP expandieren sollen.

  • Sieht aus wie ein halbes gläsernes Gasometer. Der postmoderne Bestandsbau mag nicht besonders schön sein, aber ich gebe den Vorrednern Recht: So eine "Glasifizierung" muss nicht sein.

  • Tja, was soll ich sagen.
    von allen Gebäuden in der City west ist dieses wohl eins derjeninge, das am wenigsten abgerissen oder sanitert werden bräuchte.


    Als ich gestern mit dem Rad daran vorbeigefahren bin ist mir erst wieder aufgefallen, wie selbstverständlich und "ruhig" sich das gebäude an dieser stelle in den Stadtraum einfügt.
    Da muss nichst repariert oder revitalisiert werden. (Zumindest von aussen.)


    Gegenüber am Europacenter...da gäbe es zu dutzend Fassaden, die dringend einer Sanierung (oder besser noch einen Komplettabriss) vertragen könnten.


    Ich denke nur beispielsweise an die gruseligen Eden Apartments inklusive unwirtlicher Sockelzone genau gegenüber vom Eingang des Zoos.


    Kurz: Ich halte es auch für unnötig, bzw. für einen Fehler, was hier passiert...

  • Ist denn klar, warum die Aufstockung und der Umbau nötig ist? So wie es aussieht, werden aus 9 Etagen 11 - was ja nicht unbedingt gewaltig ist.


    Die neue Fassade finde ich ganz ansprechend, es gibt ja nicht so viele Glassfassaden in der Gegend.

  • Bei aller Zweifelhaftigkeit dieser Art von Postmoderne hat es die alte Fassade vermocht, ein überaus problematisches Bauvolumen gut zu strukturieren: Durch das Gefühl einer klaren Sockelzone, durch eine angedeutete Kolossalzusammenfassung der Mittelgeschosse und die Aulösung über Mezzanin- und Attikageschoss nach oben kann man die Fassade zurzeit noch 'lesen', sich in ihr orientieren und sie begreifen. Das sind Qualitäten, die man nicht neu erfinden muss und die sich die Postmoderne durchaus an historischen Vorbildern abgucken durfte.

    Die neue Fassade differenziert leider kaum noch, so dass die Gestalt dieser großen und sehr exponierten Baumasse unwahrscheinlich plump daherkommt. Als Point de Vue einer Straße - wie in der Visualisierung - ist ein solches Gebäude dann wirklich kaum zu ertragen. Und, ja: es spricht Bände über das ästhetische Empfinden von Frau Lüscher, wenn sie sich erfrecht, so einen Entwurf auch noch in den Himmel zu preisen.

  • .. nee,nee,nee,lieber nicht,dass sieht doch sehr arg nach Phallussymbol aus.


    Lüscher hin,Lüscher her.Ich finde,die Politik sollte sich in solche Angelegenheiten nicht weisungsgebend einmischen.Die können ihre Meinung kundtun.
    Wenn ein Eigentümer seine nicht denkmalgeschützte Fassade überarbeiten,erneuern will,so soll er dies auch ohne den Segen der Politik können.Die Volksbank wird sich am Ergebnis messen lassen müssen.

  • Ich wundere mich doch sehr über die allgemeine Akzeptanz der bisherigen Volksbankresidenz. Für mich ist das ein typischer, qualitätloser 80er Jahre Postmodernebau, der in seiner Mächtigkeit und Dominanz erdrückt und für mich gerade durch seine schlecht und langweilig gegliederte Fassade eher wie ein riesiger, gläserner und roter Bierbauch wirkt, der auf die Kreuzung zu fallen scheint.
    Zu dem neuen Entwurf kann ich nicht viel sagen, außer, dass er eleganter wirkt als das bisherige Gebäude. Man sieht kaum Details. Eine dominantere Vertikale würde dem Bau aber schon viel proportionaler machen.

  • Die Form ist gelungen,der Fassade dagegen sieht man die zur Bauzeit aufziehende Postmoderne deutlich an.


    Was diese zum Zeitzeugnis macht. Hast Du eine Abneigung gegen die Postmoderne, die die Moderne überwunden hat, leider nicht ohne Rückfälle darin zu verhindern? Auf der Fassade passiert etwas, auf dem Halb-Gasometer aus Glas überhaupt nicht. Einen Beitrag zuvor zitiert Batō die Senatsbaudirektorin, die das Desaster treffend beschreibt, leider ohne es zu verhindern.


    Zur Frage, wie weit die Politik Einfluss nehmen darf, habe ich ein Zitat aus einem anderen Thread.


    Zitat

    Was mich stört,ob nun in Friedrichshain oder am Humboldthafen,ist das fehlen jeglicher städtebaulicher und architektonischer Führungsansprüche.


    Diese Führungsansprüche muss man erst recht hier geltend machen. Der Entwurf gehört zumindest deutlich überarbeitet.

  • Einen Beitrag zuvor zitiert Batō die Senatsbaudirektorin, die das Desaster treffend beschreibt, leider ohne es zu verhindern.


    warum sollte sie es verhindern wenn sie davon begeistert ist. ;)


    @bato: ich glaube deine parodie hättest du unmissverständlich als solche kennzeichnen sollen. :D

  • @bato: ich glaube deine parodie hättest du unmissverständlich als solche kennzeichnen sollen. :D


    Mach ich das nächste Mal. ;)


    Die Wettbewerbsergebnisse können übrigens beim Baunetz eingesehen werden.
    Dort heißt es außerdem, dass eine konkrete Bauabsicht (noch) nicht bestünde. Die Bank bezeichne den Entwurf lediglich als „einen weiteren Lösungsvorschlag für die ökologischen Herausforderungen, die dieses sanierungsbedürftige Gebäude mit sich bringe. Im Herbst würde man eine entgültige Entscheidung treffen.
    Das lässt hoffen...


    Artikel Baunetz

  • Beim Baunetz heißt es, der Entwurf von Barkow Leibinger würde sich vom Blockrand lösen. Kann irgendjemand das in den Visualisierungen erkennen?


    In der Süddeutschen Zeitung war gestern ein Artikel über eine Ausstellung im Victoria & Albert Museum in London zur Post-Moderne. Das Hauptaugenmerk des Artikel lag eigentlich darauf, dass sich heute alle dafür schämen Teil dieser Kunst- und Architekturbewegung gewesen zu sein. Dementsprechend möchte auch keiner so richtig Teil der Ausstellung sein.


    Edit: Interessanterweise taucht der Bau auch tatsächlich nicht auf der Seite des Büros PSP-Architekten auf...