GfK-Neubau am Kohlenhof [im Bau]

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    Rendering: Art Invest


    Danke für den Fund, die linke Bildseite sieht ja mal ganz klasse aus! Loftartige Backsteinhäuser passen schließlich gut in die Nähe des Zollhofes.
    Das am rechten Bildrand aber schaut etwas schaurig aus. Soll wohl ein riesiges Parkhaus sein.


    Da sich die GfK-Erweiterung nun konkretisiert und der Standort am Kohlenhof im Prinzip feststeht würde ich vorschlagen, dass die weiteren Pläne dann im entsprechenden Strang besprochen werden sollten. Denn es wird final ja noch um mehr gehen als die Bürogebäude der GfK, wie die Straßen- und Wegeführungen, Abrisse von Bestandgebäuden, die Eisenbahnbrücken und Zugänge zum S-Bahnhalt Steinbühl und nicht zuletzt der FSW-Ausbau.

  • Ich frage mich was die Gfk nun mit so einem Bau realisieren will?


    Wenn es um Prestige geht, dann sollte man aber architektonisch etwas anspruchsvolleren als einen 19. Jahrhundert Fabriklook wählen.


    Art Invest will wohl bei diesem Projekt an jeder Ecke sparen, sprich den Architekturkosten...

  • Ich muss sagen, ich finde die Visualisierung erstmal ganz vielversprechend! Sicher lässt sich ein Urteil über die Pläne erst fällen, wenn diese im Detail vorliegen. Aber als "spärlich" würde ich das nicht bezeichnen. Die Verklinkerung ist ja nicht die "billigste" Art der Fassadengestaltung und der Bau wirkt auf dem Bild auch recht gut gegliedert. Und wie nothor schon schrieb, Bezüge zu Nachbarschaft und Ort sind sichtbar eingearbeitet worden.



    Ich bin sehr gespannt auf weitere Details! Offenabr soll ja der Haupteingang nach Süden (also weg von der "Neuen Kohlenhofstr.") ausgerichtet sein...



    d.

  • Sehe ich genau so wie Dexter. Unter dem heutigen Wärmedämmdogmatismus ist eine echte Klinkerfassade ziemlich aufwändig und so errichtete Gebäude stechen besonders hochwertig heraus. Die Stadt Nürnberg baut auf diesem Niveau ihre neuen Schulgebäude, z.B. das neue Berufsschulzentrum in Schoppershof, die Micheal-Ende-Schule in St. Leonhard oder die brandneue, noch im Bau befindliche Johann-Pachelbel-Schule in Großreuth. Solche Fassaden sind dann auch langlebiger und pflegeleichter als normale Putz-auf-Styroporfassaden und strahlen zeitlose Eleganz aus. Über solche Pläne kann ich mich nur freuen!

  • Mit meiner Kritik spielte ich eher auf die Architektur an. Nicht das Baumaterial. Bei diesen rauhen Mengen kriegt man natürlich einen wesentlich besseren Preis ab Werk als der private Häuslebauer.


    In der Architektur spart man Kosten in dem man auf ausgefallene Formen und daraus resultierende aufwändige statische Berechnungen verzichtet. Für mich sieht der Art Invest Entwurf einfach nur nach einem Klotz aus. Wurde hier überhaupt nach einem Raster entworfen?

  • nothor : danke für die Hilfe mit dem Einbinden des Bildes


    @all: Ich finde, wie mehrfach geschrieben, dass der KSP Entwurf zum Umfeld passt (Stichwort Zollhof). Zum anderen sollte man bedenken, dass dies nur ein kleiner Ausschnitt ist (Sicht auf die Südfront). Ich bin kein Experte, aber vielleicht bietet die in der Beschreibung erwähnte Abstufung von 7. Stockwerke auf 5. Stockwerke (N->S) und der "zweigeschossige Empfang" gewisse Herausforderungen.


    "Drei miteinander verbundene Ring-Gebäude mit einer Gesamtfläche von ca. 42.000 m² stehen im Zentrum der Planung des Architekturbüros KSP Jürgen Engel. Das mittlere Ring-Gebäude ist leicht nach hinten versetzt und dient als Hauptgebäude mit einem zentralen, zweigeschossigen Empfang. Im Erdgeschoss des östlichen Gebäudes ist eine Kantine geplant. Die Gebäude sind von sieben OGs auf fünf OGs nach Süden hin abgetreppt. Im Süden entlang der Gleise entsteht ein Parkhaus für insgesamt ca. 800 Stellplätze exklusiv für die GfK."


    Was mir in den Kopf kam ist, wie man die am alten Güterbahnhof bzw. an der S-Bahn Station ansässigen Tauben davon abhalten will auf den Terrassen/Balkonbrüstungen Platz zu nehmen ...

  • Ich habe mich mal durch einige Projekte von Art-Invest (http://www.art-invest.de/projekte/) durchgeklickt. Da war einiges dabei, was mir richtig gut gefällt und auch gut ist (Aufteilung / Gliederung, Bezüge zum Umfeld, Gestaltung usw.) => die "können" also durchaus.




    Im Vergleich dazu sieht das "GFK ONE ROOF" in der einzigen verfügbaren Visualisierung schon eher einfach und "schnell schnell" aus.
    Richtig störend ist das Parkhaus (wie kommen die Autos dahin?). Woanders bauen sie auch Tiefgaragen. Dazu die Ausrichtung des Haupteingangs weg von der Straße und hin zum Parkhaus. Das ergibt dann so etwas wie den Möbelgrossisten an der Ecke Münchner Str. - Frankenstr. (https://www.google.de/maps/@49…bfov%3D100!7i13312!8i6656)
    => städtebaulich eher nix, architektonisch maximal solide...


    Aber vielleicht wird es ja doch besser.


  • Was mir in den Kopf kam ist, wie man die am alten Güterbahnhof bzw. an der S-Bahn Station ansässigen Tauben davon abhalten will auf den Terrassen/Balkonbrüstungen Platz zu nehmen ...


    Kein Witz, aber die beste Taubenabwehr ist ein Raubtier, idealerweise ein Turmfalke, wie er in Stadtgebieten durchaus anzutreffen ist. In deren Revier halten sich Taubenpopulationen nicht lange auf. Da aber auch deren Refugien durch Modernisierungen zurückgehen bzw. Taubenzüchter massiv gegen diese Vögel vorgehen nisten sich manche Taubenschwärme dauerhaft wo ein, z.B. am Dianaplatz.


    Das Parkhaus will mir auch nicht so recht gefallen, warum will man 800 Autofahrer zusätzlich in die Gegend locken? Aber ich kanns verschmerzen, heute ist an der Stelle schließlich auch nichts los. Der Haupteingang zum Innenhof wiegt da schwerer. Das ist sehr abschottend dem Umfeld gegenüber, da hat Planer absolut recht. Ich habe aber die Hoffnung, dass die Stadt hier vielleicht noch etwas drehen kann. Die GfK will doch keinen Elfenbeintum bauen, oder?

  • Ich bezweifle, dass es bei diesem einzigen Tor / Eingang bleibt.


    a) es wird vermutlich eine Tiefgarage für den Vorstand geben (wie am NW Ring auch)
    b) irgendwo muss der Lieferantenverkehr durchgeleitet werden (Anlieferung für Kantine, Poststelle ...)
    c) Notausgänge bzw Seiteneingänge (gibt es an den Bestandsgebäuden ebenfalls)

  • Parkhaus für 800 Angestellte ist denke ich mal eine Auflage der Stadt. Wer so einen Riesenbau hinstellt der muss auch für genügend Parkplätze sorgen.


    Zur Optik kann ich nur sagen, Stahlbeton ist doch aus der Mode. Für Parkhäuser gibt es so schöne Entwürfe in Stahlkonstruktionen.

  • Die Anzahl der Parkplätze ist eine leichte Steigerung zu dem was an den derzeitigen Standorten vorhanden ist.
    Aber auch der ÖPNV soll zukünftig eine stärkere Rolle spielen. Schon allein durch die vielfältigere Anbindung könnte der Anreiz für einige Kollegen und Kolleginnen grösser sein diese zu benutzen.

  • Nach dem BR Artikel http://www.br.de/nachrichten/m…nd-uebernahme-kkr100.html läuft er für 15 Jahre.


    "Hauptsitz in Nürnberg - Angebot von US-Investor läuft trotzdem weiter
    Unbehelligt von dem geplanten Umzug der GfK läuft das Übernahmeangebot des US-Finanzinvestor KKR weiter. Der Mietvertrag für den neuen Hauptsitz sei auf 15 Jahre angelegt, erklärte die GfK und umfasse einen Bürokomplex aus drei miteinander verbundenen Bürogebäude. Die Gesamtfläche des Kohlenhof-Areals beträgt rund 38.000 Quadratmeter. Baubeginn soll 2018 sein. Am neuen Standort will das Marktforschungsunternehmen seine in der Stadt verteilten Standorte bündeln und zusammenführen." (Hervorhebung von mir)

  • Der Gfk erwirtschaftet ja ca. 1,5 Mrd Euro im Jahr mit 13.485 Mitarbeitern. Das macht pro Mitarbeiter knapp 110000 Euro Umsatz. Wenn man bedenkt was studierte so verdienen bleibt nicht mehr viel übrig für die Anteilseigner zur Ausschüttung.


    Da kommt die US amerikanische KKR mit ihrer Finanzspritzen gelegen. Hintergrund des Investoren Interesses ist jedoch die Gewinnmaximierung. Deswegen auch der Umzug in einen kostengünstigen Neubau zur Miete, während das Gfk Areal am Nordwestring nun versilbert wird.


    Die Mietdauer wird wahrscheinlich so lange gehen wie die K K R braucht um maximalen Ertrag zu erzielen. Danach werden die Aktien vermutlich wieder abgestoßen.


    Ein schwarzer Tag für die "Tante" Gfk welche aus ihrem Eigenheim nun in ein Mietshaus umziehen muß. Vermögenstransfer in großem Stil verpackt als Investment...naja man kennt die Masche mittlerweile. Die Heuschreckenplage war ja mit der Finanzkrise 2008 in aller Munde. Nun geht alles unverändert weiter.

  • Kleiner Faktencheck


    Behauptung: "… aus ihrem Eigenheim nun in ein Mietshaus umziehen muß."
    Tatsache ist, dass die Büros in der Forchheimer und Bamberger Straße ebenfalls nur gemietet sind. Der Bau am NWR ist so in die Jahre gekommen, dass die Instandhaltung in den nächsten Jahren teuerer wäre, als der Umzug aller Standorte in einen Neubau zur Miete.


    Behauptung: "… bleibt nicht mehr viel übrig für die Anteilseigner zur Ausschüttung."
    Tatsache ist, dass die Dividende von der Firma den Anteilseignern auf der Hauptversammlung vorgeschlagen wird. Der prozentuale Anteil am Betriebsergebnis ist seit Jahren stabil, egal wie hoch der Umsatz ist.


    Behauptung Da kommt die US amerikanische KKR mit ihrer Finanzspritzen gelegen.
    Tatsache ist, dass KKR keine direkte Finanzspritze gibt, denn dann wäre eine Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen worden. KKR kauft sich über die Aktien ein. Die Zahlung erfolgt über den KKR Fond und nicht von der GfK. Im übrigen haben sich MSD 10,1 und Primestone 5% in der ersten Annahmefrist gesichert. KKR hält jetzt zusammen mit dem Verein 75%.


    Siehe Finanzberichte auf der GfK Webseite, die Angebotsunterlagen und sonstige Mitteilungen auf der KKR Angebotsseite.


    Der Plan für einen gemeinsamen Standort wird bei uns intern seit über 10 Jahren diskutiert.

  • Zur Miete ist immer der erste Schritt zu einem Umzug.


    Die GfK wird wohl langfristig in einen anderen Ort ziehen (London?). Der Mietvertrag ist ja ziemlich kurzfristig mit 15 Jahren ausgefallen, da plant wohl Jemand später mit einem Auszug der GfK und möglichem Umbau zu Wohnungen und Einzelhandelsflächen. Auf jeden Fall passt der Loftartige Schnitt schonmal. An einem Ankermieter wie der GfK scheint Art Invest mit diesem Entwurf nicht interessiert zu sein. Zumal man für Wohn- und Einzelhandelsraum wesentlich höhere Preise ansetzen kann, als für Büro- und Nutzflächen.

  • Worauf stützt sich deine pessimistische Prognose der Dinge Hobby Architekt?


    Du kritisierst wirtschaftliche Zusammenhänge die in marktwirtschaftlichen Systemen völlig normal sind. Es ist sogar ein gutes Zeichen wenn ein Investor Geld für notwendige Erneuerungsprozesse zuschießt.
    Warum die Schwarzmalerei und Spekulierei über einen Weggang? 15 Jahre sind ein gängiger Zyklus bei derartigen Mietverträge? Kaum ein Konzern nutzt heute noch eigene Immobilien...


    d.

  • Zitat

    Mietvertrag ist ja ziemlich kurzfristig mit 15 Jahren ausgefallen,


    15 Jahre sind heutzutage ein sehr ordentlicher Zeitraum. Häufig wird deutlich darunter abgeschlossen. Bei den Halbwertszeiten von heutigen Büroneubauten ist oft eh nicht mehr drin ;)


    Zitat

    Hintergrund des Investoren Interesses ist jedoch die Gewinnmaximierung. Deswegen auch der Umzug in einen kostengünstigen Neubau zur Miete


    Das hat nicht unbedingt mit Gewinnmaximierung zu tun, da der Gewinn langfristig wohl mit "Eigenheim" höher ausfallen dürfte als mit Mietobjekt. Allerdings will sich ein Großteil der Unternehmen kein eigenes Gebäude mehr antun. Die Anforderungen wechseln zu schnell, der Ballast ist vielen zu groß. Beim Auto wird das Leasing immer beliebter, beim Büro die Miete. Früher wurden z.B. Hochhäuser meist noch von Firmen selbst gebaut, heute ist das i.d.R. nicht mehr der Fall. Leider, da so oft der architektonische Anspruch auf der Strecke bleibt.