Nbger Osten: Neues Wohnquartier am August-Meier-Heim

  • Schon irgendwie selektiv verteilt, dieser Baumschutzprotest...

    Ich glaub das hängt ganz davon ab ob in direkter Nachbarschaft Leute wohnen (die für Proteste Zeit haben) oder nicht. Die Bewohner des AMH werden wohl eher nicht protestieren. Aber da ist die öffentliche Hand ja nicht anders als das als selektiv wahrgenommene Bürgergemüt. Hier wurden ganze Hektar niedergemacht während sich die VAG feiern lässt, weil sie ein paar Bäume verpflanzt haben.


    Das fragt man sich wieso der eine für den Schutz von zwei Duzend Bäumen zigtausende ausgibt, während der andere hunderte einfach fällt, mit Verweis darauf, dass es sich juristisch gesehen ja nicht um Wald handele.

    Das ganze Thema wird eben nicht ernst genommen, sondern höchstens für ein bisschen greenwashing genutzt, was ja letztlich einem ÖPN-Betrieb gut zu Gesicht steht.


    KurushiX : Ja, da soll sowohl der Neubau des Seniorenheims entstehen als auch ein neuer Stadtteil.

  • Das hier meinte ich, heute auf NN-online nochmal zu lesen.

    Keiner dieser "Baumriesen" hatte die Ausmaße der Bäume, die an der Regensburger Straße gefällt wurden. Dort ging es auch nicht um 18 Stück, sondern um mehrere hundert. Fazit: Hier geht es nicht um aktiven, wirksamen Umweltschutz, sondern um Öffentlichkeitsarbeit. Dazu passt es halt, dass sich Aktivisten um eine einzelne Eiche ketten, während Neupflanzungen auf Supermarktparkplätzen, wie z.B. an der neuen TeVi-Filiale an der Kilianstraße deutlich sichtbar aber unbeachtet den Trockentod sterben.

  • Hier geht es nicht um aktiven, wirksamen Umweltschutz, sondern um Öffentlichkeitsarbeit.

    Unbestritten wird viel zu viel "im Stillen" abgeholzt und kleine "Rettungsaktionen" pr-wirksam inszeniert. Dennoch: Besser als nichts. So bleibt das Thema immerhin ein wenig präsent, das gilt auch für Umweltschützer, die nicht bei jeder Rodung protestieren können und sich selbstverständlich auch die mediengängigsten heraussuchen müssen, um die Bevölkerung anzusprechen. Auch wenn der direkte Effekt gering ist, kann er indirekt ein größeres Bewusstsein unter den Menschen schaffen, und damit im besten Fall dazu beitragen, dass der Baumerhalt künftig einen höheren Stellenwert erhält.

    Irgendwann wird es die Leute dann auch aufregen, wenn Bäumchen auf Supermarktparkplätzen vor sich hinvegetieren. Leider, und so wünschenswert das Gegenteil wäre, verändert sich die Einstellung / das Problembewusstsein der Menschen nur über lange Sicht.

  • Im Bezug auf die Neubebauung um das August-Meier-Heim bin ich etwas überrascht, dass letztendlich doch der gesamte Baumbestand (bis auf einen Baum) gerodet wurde. Ich meine mich zu erinnern bei einigen Entwürfen des Wettbewerbs Visualisierungen mit reichlich (altem) Baumbestand gesehen zu haben - schade dass nicht solch ein Plan umgesetzt wurde. Ein neuen Wohnviertel mit integriertem Kiefernbestand stelle ich mich durchaus reizvoll vor.

    Allgemein zur Thematik der Baumfällungen gebe ich euch Recht, auf die Schnelle fallen mir einige Projekte ein, wo enorm viel Bäume für Bauprojekte beseitigt wurden: Baugebiet Langwasser T, Produktionshallen Firma Hoffmann in der Poststraße, Ausbau Autobahnkreuz Nürnberg Nürnberg Ost / Fischbach. Die Ausgleichspflanzungen für solche Maßnahmen sind da meistens nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Blickt man über den Tellerrand hinaus nach Brandenburg (Telsa), so wird einem bewusst, dass Kiefernwälder einen geringen Stellenwert haben. Laubbäume werden leider generell als wertvoller behandelt als Nadelbäume mit dem Argument, dass sie durch das höhere Blattvolumen einen größeren CO2-Umsatz haben als Nadelbäume. Nürnberg hat ja im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten eine kleine Fläche, woraus bei Wachstum der Stadt natürlich eine gewisse Flächenknappheit resultiert. Aber gerade deswegen finde ich es umso wichtiger, die Flächen in Neubaugebieten nicht im Reihenhaus-Stil von Großreuth Grün und Schönlebenpark zu verschwenden, sondern wenigstens hier ordentlich neuen Wohnraum zu schaffen. Zumal derzeit ein Unterangebot an 4-5 Zimmerwohnungen auf dem Markt herrscht und nicht jede Familie das Geld für ein Eigenheim mit Garten aufbringen kann. Man darf nicht vergessen, welche Wirkung der Wald auf unser Stadtklima hat - gerade in Zeiten des Klimawandels!

  • Der aktuelle Zustand am August-Meier-Heim-Areal


    an der Hans-Kalb-Straße


    an der Regensburger Straße: ein bisschen Steckerleswald" ist "pflichtschuldig stehen geblieben


    stadteinwärts


    stadtauswärts - Weg zu den kleinen denkmalgeschützten Häuserzeilen


    Blick nach Süden Richtung Bahnlinie

  • Auf der Webseite von jochimsen und Behles ist eine Luftaufnahme zu sehen, die schon einen ersten Überblick der Baumaßnahme zeigt. Kann aber schon älter sein.

    https://www.behlesjochimsen.de/de/startseite/

    Auf der Hompage vom Siedlungswerk sind bei den Aufnahmen zur Vertragsunterzeichnung mit dem GU Max Bögl einige Zeichnungen der Gebäude im Hintergrund an der Wand zu sehen.

    https://swnuernberg.de/bauvorhaben-regensburger-strasse/

  • Danke für den Link. Die Bilder wirken auf mich wie eine alte osteuropäische Plattenbausiedlung... sehr bedrückend. Oder liegt das nur am grauen Himmel? Schade, dass wieder einmal an markanter Stelle, sehr einfallslos gebaut wird :(

  • Gute Architektur braucht kein schönes Wetter. Für geförderten Wohnungsbau ist das gezeigte nicht sooo schlecht. Manche teure Eigentumswohnanlagen sind architektonisch oft nicht besser.

    Ich hoffe, dass auf dem Platz auch Kleingewerbe stattfinden kann. Reiner Wohnungsbau wirkt oft recht öde.

  • Zunächst mal freue ich mich, dass die verschiedenen Gebäude offenbar in unterschiedlichen Pasteltönen gestrichen werden sollen. Das ist gegenüber dem vorherrschenden Grau ja geradezu revolutionär!


    Ich bin außerdem positiv überrascht vom Quartiersplatz. Der wirkt in seiner Geschlossenheit wie ein klassischer Platz und könnte tatsächlich Aufenthaltsqualität entfalten. Auch die Rundungen an den langgestreckten Balkonen und die mit Faschen eingefassten Fenster gefallen mir. Dass es sich um zweigeteilte Fenster handelt und keine Einscheiben-Löcher, ist ja ebenfalls keine Selbstverständlichkeit.


    Der Innenhof mit den Wohngebäuden drumherum überzeugt mich nicht ganz so sehr, aber die runden Balkone empfinde ich auch hier als nette Abwechslung.


    Das einzige, was mich in seiner Banalität wirklich stört, gerade von der Straßenansicht her, ist der viereckige Wohnturm. Dessen Fenster in - wenn ich richtig zähle - vier verschiedenen Größen wirken befremdlich und die ganze Struktur insgesamt klobig.

  • Erinnert mich irgendwie eher an eine Mischung aus Stalinallee und 90er Jahre Eigentumswohnungen... es gibt schlimmere Referenzen. Die Balkone wecken in mir hingegen Assoziationen an Sep Ruf, wobei der die garantiert nicht so endlos aneinandergereiht hätte.

    Die gröbere erste Visualisierung hatte ja noch Hoffnung auf irgendwie texturierte, eventuell backsteinerne Fassaden gemacht, doch nun ist das ganze klar als Putz erkennbar. Immerhin aber pastellfarben und nicht knallig oder grau.

    Was mich eher stört ist dass der schräge Versatz zur Straßenseite hin zurückgenommen wurde, das wäre nämlich eine effektive Möglichkeit gewesen das ganze nicht nach Plattenbau aussehen zu lassen.